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Herbstliche Pilze

Als die Sonne raus kam, kamen auch wir raus, und zwar aus der Haustüre. Auf dem Weg den Hausberg hoch gab es Pilze zu sehen. Pilze sind immer fotogen. Pilze sind sexy. OK, vielleicht auch nicht, aber es ist herbst, die Dinger stehen überall rum, was soll ich machen, wenn nix anderes los ist, weil noch immer die Corona-Welle rollt?


Also habe ich die Pilze fotografiert. Von links, von rechts, hochkant... Die haben sich auch voll für mich in Pose geworfen. Fehlte eigentlich nur noch ein Duckface... ;-)

Ansonsten hat der Herbst die üblichen Dinge zu bieten: Buntes Laub, herbstlichen Ausblick, die letzten Reste von Brombeeren, die selbst den Vögeln offenbar zu ekelig waren.


Währenddessen drehte der Milan über uns seine Kreise und auf der Wiese gegenüber standen die Kühe, mit dem Siebengebirg im Hintergrund.


Da war die Sonne aber schon wieder weg, weshalb wir auch schnellstmöglich den Heimweg angetreten haben. Es ist nämlich ziemlich windig und kalt und insgesamt irgendwie nicht das beste Wetter.


Das Interessanteste auf dem Heimweg war da noch der Pilz, der am Ortseingang die Bank befallen hat. Der blüht da aus einer der Ritzen raus, was wohl bedeutet, dass die bald hin sein wird. Und dass Pilze sehr hart im Nehmen sind, denn das sieht so aus, als wäre das Holz druckimprägniert.

Blankenberg am Abend

Nachdem es schon etwas später war, als ich heute nach Hause kam, sind wir nur noch eben schnell nach Blankenberg gefahren, um einmal durch und ums Dorf zu schleichen. Ein bisschen Bewegung muss schließlich sein.

Gegenüber jenseits der Sieg über den Bergen zogen in den Aufwinden die Gleitschirmflieger ihre Runden in der bereits sehr tief stehenden Sonne. Leider sehr weit weg, da bräuchte ich schon ein stärkeres Tele oder mehr Auflösung. Ihr wisst ja, wo ihr das Geld für Not leidende Möchtegern-Künstler hin spenden könnt! ;-)



Ansonsten zeigte sich der Herbst in der abendlichen Sonne von seiner bunten Seite. Leider ist das Wetter doch sehr durchwachsen und das Licht geht immer wieder an und aus und an und aus... Da muss man immer genau den richtigen Moment abpassen, um auf den Auslöser zu drücken. Was dadurch erschwert wird, dass ich ja wieder mit zwei Kameras durch die Gegend laufe. Wobei, wenn ich die andere Nikon dabei habe, ich einerseits den Vorteil habe, nicht noch mehr unnützes Glas durch die Gegend zu schleppen, weil die Objektive untereinander ja alle mehr oder weniger kompatibel sind. Andererseits habe ich so auch noch mehr Kombinationsmöglichkeiten und ich wundere mich ständig, warum die digitale Kamera wieder nicht auslöst, bevor ich feststelle, dass ich den Blendenring beim letzten Wechsel mal wieder nicht auf kleinste Blende zurück gedreht habe! ;-)

Genug von Fototechnik gefaselt: Hier noch ein paar hochkante Eindrücke von Stadtmauer und Türmen und solchen Gedönse. Fällt allerdings alles in die Kategorie "mäßig interessant". Außer, dass es hinter der Mauer dunkel genug für Offenblende war, aber hell genug für das 85mm. Manchmal übertreibe ich es mit der Hintergrundunschärfe. Minimal! Aber zum Glück nur im ersten Bild.


Das funktioniert natürlich nicht nur im hochkanten Format. Vier der folgenden fünf Bilder sind so unscharf, dass mir beim Bearbeiten schon fast schwindelig geworden ist. Eines Tages finde ich noch das 50mm in f/1.4 für einen bezahlbaren Preis, und dann gnade euch allen aber die Hl. Veronika. (Hab ich gerade in der Wikipedia nachgeguckt, die ist für Fotografen zuständig. Eines muss man der katholischen Kirche ja lassen, die haben für alles und jeden wen abgestellt, ein voll durchorganisierter Laden, das. ;-))



Das einzige Bild ohne schwindelerregendes Bokeh ist das mit den roten Rosen vor dem Weinberg. Dafür habe ich aber auch drei Anläufe gebraucht, weil der Autofokus partout den Vordergrund nicht scharf stellen wollte. Musste ich tatsächlich mit der Vergrößerung im Live View arbeiten und das manuell einstellen! Sowas! Skandal! ;-) Ja, OK, die Blumen sind ja auch winzig, das hätte wahrscheinlich erfordert, dass mal die Matrixmessung anschalte, die ich ja so gut wie immer aus habe, weil ich so ein schrecklich altmodischer Mensch bin. ;-)

Wie auch immer, das war es dann auch schon wieder fast mit unserem Ausflug in die schöne Stadt Blankenberg. Bleiben zum Schluss noch ein Apfel auf einem Zaunpfahl, ein auf einen Pfosten gepinseltes Siegsteig-Symbol sowie eine ultra-weitwinkelige Aufnahme einer Straßenbaulampe vor dem Stadtmauerturm.


Weil, wenn ich nur Nikon-Zubehör mit mir rum schleppe, habe ich das 20mm Nikkor auch mal dabei. Das bleibt ja meist zu Hause, weil ich das so ultra-selten benutze. Eigentlich schade, denn es macht tolle Bilder aus den seltsamsten Positionen. ;-)

Nikon Lens Series E 50mm 1:1.8

Jaja, ich konnte wiedermal die Finger nicht still halten: Aus einer privaten und nicht besonders gut beschriebenen Auktion bei eh-Blöd habe ich dieses alte Schätzchen erhalten. Hatte 25€ drauf gesetzt und den Zuschlag bei 22,50€ erhalten. Das ist relativ wenig für dieses Objektiv, das normalerweise jenseits von 50€ weg geht (Fehlerbalken -10/+30). Allerdings bin ich da auch trotzdem noch ein ziemliches Risiko eingegangen, denn bei einer Artikelbeschreibung, die außer dem Namen des zu versteigernden Objekts nur noch den Haftungsausschluss enthält, muss man ja auf jeden Fall annehmen, dass irgendwas faul ist.

So auch hier: Das Objektiv kam am Freitag zwar ausreichend gut verpackt bei mir an, allerdings konnte ich auch auf Anhieb sehen, dass der (oder die) Vorbesitzer das Teil in den letzten 40 Jahren wahrscheinlich nicht ein einziges mal auch nur oberflächlich gereinigt hatte. Die Optik allerdings sah schon mal nicht ganz so übel aus, die Linsen sind alle klar und Pilze konnte ich auch mit der Handy-Lampe keine sehen. Dafür ist die Blende schon ziemlich ölig und dementsprechend ist das Blendenhebelchen auf der Rückseite nur mäßig zu bedienen. Glücklicherweise läuft der Fokusring brauchbar leicht, nachdem ich mal etwas von dem Dreck da raus gepiddelt hatte. Nicht ganz unwichtig bei einem manuellen Objektiv!


Warum hatte ich mich für dieses Objektiv überhaupt interessiert? Weil ich für die analoge F601 noch eine Standard-Brennweite gesucht habe. In dem Bereich ist es mir nicht so wichtig, ob ich da jetzt unbedingt Autofokus habe, das kriege ich gerade noch so hin, im Zweifel mit der Einstellhilfe im Sucher. Wichtiger ist mir da Größe und Gewicht, und da ist dieses Objektiv unschlagbar, da es in seiner Flachheit schon fast an ein Pancake erinnert. Ich frage mich, wie die da 6 Elemente in 5 Gruppen rein bekommen haben[1]. Wenn man es so da auf der Kamera montiert sieht, sieht das schon seltsam aus: Das Body ist dicker als das Objektiv!

Hier ein paar Test-Bilder: Als erstes einer der diversen Pfaffenhütchen-Sträucher, die zZt überall prominent ihre Früchte in die Sonne halten. Das Bild ist bei f1.8 (Offenblende) entstanden und ich habe nur minimal an der Belichtung korrigiert; die Farben allerdings sind nicht verändert, sondern im Prinzip so, wie sie aus der Kamera kamen. Von links nach rechts: Volles Bild auf 1920x1282 herunter gerechnet, dann ein Ausschnitt in der gleichen Größe aus der Bildmitte und zuletzt ein Ausschnitt aus der linken unteren Ecke.


Wie man sieht, das Bokeh ist nicht schlechter als bei der modernen G-Variante, die ich normalerweise auf der D610 habe. Das mit dem Scharfstellen ist bei Offenblende so eine Sache, schon minimale Bewegungen verschieben die Fokusebene so stark, dass das eigentliche Subjekt nicht mehr ganz scharf ist. Aber ich denke, ich hab's hier ganz gut getroffen. Die Mitte ist ziemlich scharf, die linke untere Ecke ist auch noch im Bereich von OK. Zumindest so, dass ich es auf einem körnigen s/w-Film wahrscheinlich nicht mehr merken würde.

Zum Vergleich das (beinahe) gleiche Foto (plus/minus der Kamera-Bewegung, die davon herrührt, dass ich den Blendenring blind nicht gefunden habe) bei f/2.8, also 1⅓ Blendenstufen abgeblendet. Auch hier habe ich nur etwas (allerdings etwas mehr als im ersten Beispiel) an der Belichtung gedreht. Reihenfolge wie oben.


Ansich gibt es da nicht viel zu zu sagen, außer dass das Bild - wie erwartet - minimal schärfer ist. Das Bokeh wird nur minimal eckiger. Das Hauptproblem an diesem Bild ist allerdings, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass die Blende tatsächlich bis auf die eingestellten f/2.8 abgeblendet hat, wegen der Verölung. Meiner Erfahrung nach wird das besser, je länger man ein solches Objektiv wieder benutzt. Ich kenne mich nicht so 100%ig damit aus, aber ich habe den Eindruck, dass es sich dabei hauptsächlich um einen Lagerschaden handelt, der daher rührt, dass die Lamellen jahrelang nicht bewegt wurden, sondern "zusammengefaltet" im inneren des Gehäuses lagen. Bei dem alten Helios hat sich das jedenfalls mit der Zeit gegeben. Hoffe ich einfach mal das Beste, ansonsten muss ich es wohl mal auf machen und reinigen.

Deswegen habe ich es mal fröhlich weiter benutzt und hier gibt es noch ein paar spätere Bilder, bei denen ich mir einigermaßen sicher bin, dass die Blende bis auf den korrekten Wert eingestellt war - zumindest passen die Belichtungszeiten in den Exif-Daten gut. Dieses Mal auch völlig ohne Belichtungskorrektur, d.h. außer der Neukomprimierung (und dem Verkleineren beim ganzen Bild) keine weiteren Manipulationen. Reihenfolge wieder wie oben, zuerst einmal mit f/1.8:


Die Schärfe reicht tatsächlich nicht ganz an die des modernen G-Objektivs heran, aber ist für 40 Jahre alte Technik nicht schlecht. Allerdings kann man hier auch sehr gut sehen, wie dünn die Fokusebene bei f/1.8 tatsächlich ist: Millimeterarbeit! Und jetzt das ganze noch mal mit f/4:


Man merkt: Für solche Experimente wäre ein Stativ sinnvoll, sodass man den Bildausschnitt nicht beim umstellen der Blende verändert. ;-)

Fazit: War das jetzt für 22,50€ ein Fehlkauf? Nein. War es ein Schnäppchen? Auf Grund des mäßigen Zustands der Blende auch nicht. War es also ziemlich genau der richtige Preis, den ich da bezahlt habe? Wahrscheinlich. Günstigere Verkäufe habe ich in den letzten Monaten in der eh-Blöd-App jedenfalls nicht gefunden. Macht es gute Fotos? Auf jeden Fall. Ist die Qualität ausreichend für das, was ich damit vor habe, nämlich analoge s/w-Bilder mit der F601 zu machen? Definitiv.

[1] Ken Rockwell

Einmal Einkaufen und zurück

Achtung, jetzt kommt eine sehr seltsame und lange Einführung: Letzte Woche haben wir Kürbis im Ofen gebacken. Da war so ungefähr die Hälfte übrig geblieben, sodass wir heute Suppe machen werden. Zur Suppe wird Brot gereicht, welches wir nicht im Haus haben. Also bin ich heute morgen, als die Sonne zaghaft über den Bergrücken lugte und alles in einen goldenen Morgengrauen tauchte, los gezogen, um bei $Discounter welches zu besorgen. Und da ich nie ohne Kamera aus dem Haus gehe und es außerdem so schönes Wetter war, bin ich oben rum über den Hausberg gegangen, um die Morgenstimmung einzufangen. Klar soweit?

Ich muss zugeben, als ich mich endlich aus dem Bett geschält, in die Klamotten geworfen und mich auf den Weg gemacht hatte, war es schon kurz vor 9, aber, hey, es ist Wochenende, ich hab heute eh nichts anderes zu tun. Leider bedeutet das, dass die Bilder vom "Sonnenaufgang" eher schon so eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Event entstanden sind. Mit viel Herbstlaub davor fällt's aber gar nicht so auf. ;-)


Je höher ich den Hausberg hoch gestiegen bin, desto mehr konnte man den noch im Tal liegenden Nebel vor sich hin wabern sehen. Ja, es ist wirklich richtig Herbst, auch wenn die Temperaturen noch sehr warm sind. Aber ich sag nichts, der November kommt bestimmt. (...und heute Nacht wird auch noch die Uhr umgestellt. Wollten wir uns das nicht mal sparen? Dann wird es plötzlich Abends schon wieder so früh dunkel.)

Plötzlich über mir ein Wusch-wusch-wusch von großen Flügeln im Flug. Leider gerade das 50mm drauf gehabt. Brauche definitiv noch eine dritte Kamera, auf der ich immer das Tele drauf habe. Ich fühle mich ja auch noch nicht genug wie ein Packesel!


Gerade noch schnell genug das 200mm montiert bekommen, um wenigstens die beiden Silberreiher (?) von hinten drauf zu bekommen. Hätten ja echt mal noch 'ne Runde drehen können, um mir einen Chance zu geben. So musste ich aus beiden Bildern einen Bildmitteausschnitt machen. Geht noch gerade so. Aber echt nur so gerade. Denn zur Anpassung der Belichtung auf sinnvolle Werte hatte ich in dem Moment auch keine Zeit mehr.

Nebenbei mal wieder die Pfaffenhütchen fotografiert, die sind extrem fotogen, finde ich. Außerdem sind mir diese roten, hagebuttenartigen Früchte vor die Linse gelaufen. Und das grüne Zeugs, ist das irgendeine Sorte vom Efeu? Kenne mich da nicht so aus, die Blätter sind so glatt und länglich, eigentlich nicht wie das mir bekannte Efeu... (Bei diesen Bildern kann man übrigens erahnen, dass bei Offenblende auch das 50mm G-Nikkor ein gaaaanz leichtes Swirly Bokeh produziert, wenn man praktisch am nahen Ende der Entfernungsskala angekommen ist und der Hintergrund weit genug weg ist. Aber wirklich nur ganz, ganz dezent, bei weitem nicht wie das Helios. Irgendwann muss ich mich mal mit dem Aufbau von Objektiven beschäftigen, um herauszufinden, wie das überhaupt genau zustande kommt...)



Auf der anderen Seite dann den Berg runter und dort diese Bank fotografiert. Im Sommer könnte es vielleicht genau einen Tag geben, wenn die Sonne zu Sonnenuntergang genau da in der Mitte steht. So musste ich mich damit begnügen, dass der Hintergrund eher etwas milchig ist. Macht aber trotzdem einen ganz netten Eindruck, finde ich.

Was den Herbst ansonsten noch so interessant macht, ist das nasse Laub, das in allen möglichen Farben herum liegt. Wenn es dann über Nacht auch noch regnerisch-nass war, dann sieht das gleich noch mal so fotogen aus. Natürlich ist es auch hübsch, wenn es noch an den Bäumen dran hängt. Schon erstaunlich, dass die Bäume das Chlorophyll aus den Blättern zurück ziehen, dann aber die Blätter einfach so weg werfen. Chlorophyll scheint "teuer" zu sein, während die eigentlichen Blätter Wegwerfprodukte sind. Sowas wie Haare bei uns...


Nett fand ich auch die schwarzen Beeren, die da an dem Fahrbahnbegrenzungspfosten wuchsen. Weiß nicht, warum, aber solche Motive sprechen mich immer an. Für andere Leute wahrscheinlich ziemlich langweilig.

Nachdem ich dann Brot gekauft hatte und mich auf dem Heimweg befand, für den ich die Strecke durchs Dorf gewählt hatte, schnatterte es plötzlich neben mir und ich hatte die Chance, die Martins-Gänse im lebendigen Zustand zu fotografieren. Die armen Tiere, bald kommt das große Messer und dann geht es ab in die Röhre. Leider lecker, mit Rotkohl und Klößen dazu! Mjam! (Der Herbst hat auch gute Seiten! Merkt man, dass ich noch nichts gefrühstückt habe? ;-))


So, und das war das dann auch schon wieder. Meine von der WHO empfohlenen 10.000 Schritte habe ich heute auf jeden Fall schon mal abgehakt. Kommen bestimmt auch noch welche dazu.

Nikon F601 Rückwandhakenprovisorium, Zweiter Versuch

Im Januar hatte ich ja die Rückwand der 1-Euro-F601 provisorisch repariert. Seitdem hatte ich ja vor gehabt, diese als analoge Nikon benutze. Zwar wurde sie in ihrem bisherigen Leben ziemlich mies behandelt, aber trotzdem hat sie - im Gegensatz zu meiner ansonsten viel besser erhaltenen eigenen F601- noch ein funktionierendes Display im Okular. Und dann habe ich diverse andere Kameras durch getestet und bin irgendwie an der Zenit hängen geblieben, um s/w-Bilder zu machen.

Das wollte ich über den Winter jetzt mal ändern und ein paar Bilder mit den vielen, vielen Nikon-Objektiven schießen, die ich ja mittlerweile in meiner Sammlung habe. Allerdings hat sich das zurechtgefeilte Stück Plastik, das bisher die Rückwand zu gehalten hat, über den Sommer als nicht besonders zuverlässig erwiesen - die Rückwand wabbelte ja trotzdem die ganze Zeit hin und her, sodass ich sie mit einem Kabelbinder und einem Gummiband sowie reichlich Tesafilm noch einmal extra sichern musste. Außerdem ist der verwendete Kleber spröde geworden, sodass sich das ganze Konstrukt in Wohlgefallen aufgelöst habe, als ich die Kamera letztens aus ihrer Tasche gezogen habe. Eine bessere Lösung musste also her.

So habe ich dann gestern Abend noch schnell einen alten Olivenglas-Deckel genommen und mit dem Seitenschneider ein paar Stücke Metall ausgeschnitten, die ich dann mit einer Zange flach gedrückt habe. Nach zwei, drei Versuchen hatte ich ein Teil in der ungefähr passenden Größe. Am schwierigsten war es, mit dem stumpfen Seitenschneider einen Schlitz in die Mitte des Metallplättchens zu schneiden, um die eine Hälfte davon zu dem eigentlichen Haken aufrollen zu können. Das Ganze habe ich dann mit einem großen Tropfen Sekundenkleber an die Reste des abgebrochenen Hakens gepappt. Das Ergebnis sieht jetzt ungefähr so aus:


Jetzt bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass dieses Konstrukt besser hält. Dichter ist es auf jeden Fall schon mal: Der Metallhaken hakt sehr viel fester hinter dem Schieber am Kamera-Body ein und biegt sich vor allem nicht unter der Last der Feder durch, wie es das Plastik-Teil getan hat, das ich glaube ich aus einem alten Kabelbinder gefeilt hatte. Hätte ich direkt so machen sollen, glaube ich. Aber da wusste ich ja noch nicht, ob sich der Aufwand auch wirklich lohnt, ob die Kamera in ihrem allgemeinen Zustand überhaupt Bilder macht. Nachdem ich das aber geklärt hatte, spätestens da hätte ich das ändern sollen.

Am Ende stelle ich mir dann wieder die Frage, wie viel Geld Nikon damals wohl gespart haben mag, als sie diese stark beanspruchten Teile aus Plastik gebaut haben. Wenn ich bei ehBlöd nach Nikons aus dieser Zeit suche, steht bestimmt bei einem Drittel dran, dass die Rückwand nicht mehr schließt. Und das betrifft ja nicht nur die Budget- und Einsteiger-Kameras wie die F601, sondern zB auch die schon als semi-professionell einzustufende F100. Kombiniert mit der Tatsache, dass man keine Ersatzteile dafür bekommt, selbst wenn man gewillt wäre, die horrenden Reparaturkosten zu übernehmen, halte ich diese Entscheidung für eine großen Fehler. Hat dem guten Ruf von Nikon damals wie heute nicht unbedingt gut getan, denke ich.

Versteht mich nicht falsch, ich denke, dass die restliche Qualität der Kamera - gerade für den damaligen Preis - durchaus ziemlich gut war. Ich mein, guckt euch an, wie das Teil aussieht, da ist wahrscheinlich mal einer mit 'nem Trecker drüber gefahren und sie funktioniert trotzdem noch. Trotzdem bleiben immer die Kleinigkeiten im Gedächtnis, bei denen der Hersteller mit einem Teil, das vielleicht 10 Pfennig (oder von mir aus mit der nötigen Verschraubung auch 'ne Mark) gekostet hätte, die Lebensdauer des Gerätes hätte verdoppeln können.

Jedenfalls: Habe jetzt mal einen Filmpatrone eingelegt (aber den Film noch nicht eingefädelt), um den Innendruck zu simulieren. Wenn das die kommenden Tage hält, dann könnt ihr euch demnächst auf s/w-Fotos aus der Nikon freuen. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch zweieinhalb Filme auf der Festplatte liegen habe, die noch nicht im Blog sind, sowie einen in der Entwicklung und einen, den ich am Montag eben dort hin bringe. ;-)