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Porst Happy (Diana De Luxe)

Auf dem Hennefer Lutz-Flohmarkt habe ich für ein Appel und ein Ei diese kleine Porst Happy mitgenommen. Eigentlich handelt es sich dabei aber um eine Diana De Luxe, eine der berühmt-berüchtigsten Kameras des frühen Plastikzeitalters! Denn das Ding besteht praktisch komplett draus. Nur die Federn, die die Filmrolle halten, und der Verschluss ist aus (dem billigst-möglichen) Metall. Das liegt daran, dass diese Kameras eigentlich als Promotion-Produkt konzipiert waren, die dann aber so beliebt waren, dass sie auch in den Handel kamen. Für buchstäblich 'n Appel und 'n Ei! Irgendwie, wenn man einen Karton abnahm, in dem ein Gros drin steckte, kostete eine etwa 50ct. OK, das waren Amerikanische Cent von 1958, aber trotzdem. Praktisch nichts.


Von daher: Das Teil ist eigentlich ein Spielzeug. Der Shutter ist so ein selbstaufziehendes Ding, das sich automatisch wieder spannt, wenn man drauf drückt. Der hat nur eine Zeit: 1/50s. Wer was anderes braucht, ist verloren! Es gibt keine Sperre, man kann also doppelt und dreifach belichten, so viel man will. Der Filmtransport ist auch einfach nur am Knöpfchen drehen. Also total rudimentär. Immerhin gibt es neben der offenen Licht"stärke" von f/8 auch noch zwei weitere Blenden von f/11 und f/16, nehme ich an, sodass man ungefähr davon ausgehen kann, dass man bei einem 100er ASA Film von Schatten bis grelles Licht alles aufnehmen kann. (Ich hatte nur einen 200er Foma drin, die Charge, von der ich ja weiß, dass die eh total punktig sind; die 100er Kentmere waren mir zu schade. Der Foma ist nämlich auch noch letztes Jahr abgelaufen, der muss also endlich mal weg, trotz der Löcher in der Emulsion!)

Das Objektiv, wenn man es denn so nennen möchte, besteht aus einer Linse, soweit ich das beurteilen kann, und die ist auch aus Plastik. Joah. 80mm Brennweite. Fokus ist tatsächlich stufenlos einstellbar ab 1,20 Meter oder sowas meine ich. Aber bei einem Grundlichtwert von f/8 kommt man damit trotzdem fast bis bis Unendlich, wenn man es in der Mitte stehen lässt. ;-) Und bei f/16 vielleicht auch gleich den ganzen Bereich! :-D Nee, jetzt übertreibe ich, ich habe da schon bemerkt, dass man damit durchaus arbeiten kann und auch muss. Trotzdem, sagen wir mal so: Zonenfokus raten reicht!


Wie war das Fotografieerlebnis? Rudimentär, lasst es mich so ausdrücken. Also, ich fotografiere ja so ziemlich alles, was mir vor die Füße fällt, also auch dieses Gerät. Aber da ist nun wirklich nicht viel Technik dran. Wetter beurteilen, um die Blende einzustellen, Entfernung raten und einstellen, dann durch den Sucher gucken, um das Motiv zumindest einigermaßen im Frame zu haben, und dann abdrücken. Geht. Kann man machen. Ich mein, dass dieses Ding nach bald 70 Jahren überhaupt noch Bilder gemacht hat, obwohl die definitiv nicht gut behandelt wurde (wie man am Dreck sieht, der trotz Putzen nicht mehr ab ging), spricht schon mal für sie. Selbst die Lichtlecks halten sich in Grenzen, obwohl da keinerlei Dichtungen dran sind. (Das Internet empfiehlt, sie mit Gaffa-Tape abzudichten, wenn man einen Film eingelegt hat. War hier aber unnötig.)


Was dabei raus gekommen ist, als ich den Film schließlich durchs Fomadon R09 gezogen habe, sehen wir in einem weiteren Beitrag, der in nicht allzu ferner Zukunft hier auf diesem Kanal erscheint. Also, schalten sie wieder ein, wenn es heißt: Fotografieren, als wäre es 1958 und man hätte mir eine Spielzeugkamera geschenkt! Und ja, ich kann schon mal verraten, dass so viele "berühmte" Menschen diese Kamera für experimentelle Fotografie verwendet (haben), ist völlig nachvollziehbar. Experimenteller wird es eigentlich nicht mehr! ;-)

Porst compact-reflex OC-M mit Porst Weitwinkel MC 1:2.8 28mm Auto F

Am Tag mit den zwei Flohmärkten begab es sich, dass ich in Troisdorf auf dem Hit-Parkplatz stand und so lange um diese Porst compact-reflex OC-M herum geschlichen bin, diese und jene Probleme gezeigt habe, bis der Typ hinter dem Stand dran war: "Nimm mit! Geht eh sonst in die Tonne!" Ja, da sag ich nicht nein. Also, schon, ich habe ihm versucht, wenigstens noch 'n Euro aufzudrängen, aber er wollte nicht. Gut, OK, dann. Das Teil ist scheinbar ja auch wirklich defekt, aber ich habe gedacht, ich mach sie mal sauber und schau mal rein, vielleicht ist ja doch noch was zu retten. (Alle Fotos hier sind wie immer im Fundzustand, soll heißen: Ich hatte noch nicht das Fensterputzmittel und die Papierrolle geholt! ;-))

Aber erst mal: Was haben wir hier eigentlich? Die Porst compact-reflex OC-M ist die umgelabelte OEM-Version einer Cosina CS-3. Es handelt sich um eine recht feature-reiche SLR aus den späten 1970ern, die bis in die frühen 1980er hinein bei Quelle verkauft wurde (eben unter dem Namen Porst). Cosina ist ja so ein typischer japanischer Auftragshersteller: Die haben damals so ziemlich für jeden was gebaut, der bezahlt hat. Die Qualität ist dabei immer im oberen Mittelfeld - aber durchaus teilweise auch auf dem Niveau der Erstausstatter, deren Know-How ja auch zum Teil Verwendung fand. Cosina hat schließlich auch für Nikon, Canon, Minolta etc. Kameras und Zubehör gebaut. Da durften die sich keine allzu großen Schnitzer leisten.


Und so ist diese Porst/Cosina mit einem damals weit verbreiteten Pentax K-Mount ausgestattet, den es auch heute noch gibt - eine Abwandlung mit Elektronikkontakten benutzt Pentax meines Wissens noch heute für seine DSLRs. (Bauen die mittlerweile eigentlich auch Spiegellose? Also, seit der K-01 hatten die das ja glaube ich wieder aufgegeben, nachdem die nicht so gut angekommen war bei den Pentax-Puristen... Sorry, noch ein Rabbit Hole.) Nicht, dass ich nicht genügend PK-Objektive hätte, aber diese Kamera kam auch gleich mit einem ganz brauchbaren Porst Weitwinkel MC 1:2.8 28mm Auto F Objektiv oben drauf. Weitwinkel sind ja auch immer ganz nett, wenn man sie hat, auch wenn 28mm schon sehr weit sind. Aber kann man durchaus mit arbeiten. Die f/2,8 sind auch OK dafür. In dem Brennweitenbereich findet man ja nichts schnelleres.

Was ich eher interessant finde: Die Kamera hat einen Tuchverschluss, kommt aber trotzdem an die 1/1000s ran, die damals schon durchaus normal war. Viele Tuchverschlüsse gehen nach meiner Erfahrung ja nur bis 1/500s, da ist die eine EV durchaus schön zu haben. Der Verschluss ist elektronisch gesteuert, ohne Batterien (zwei mal SR76, also sollten LR44 passen) läuft hier nichts. Die schnellste Blitz-Synchro ist 1/60s, was damals schon noch OK war, heutzutage aber eher lachhaft. Ich nehme an, der Tuchverschluss kann einfach nicht schneller ablaufen. die langsamste Zeit ist 8s, daneben gibt es aber auch einen Zeitautomatik-Modus: Vorgewählte Blende lässt die Kamera automatisch die passende Zeit bestimmen. Dazu kann man die Filmempfindlichkeit im Bereich von ISO 25 bis 3200 wählen, wozu man den kleinen roten Knopf drücken muss, bevor man am Wahlrad unter dem Zeitrad drehen kann. (Der besagte rote Knopf ist auch zugleich der Anzeiger für die eingestellte Zeit.) Das ist ein erstaunlich großer Bereich, vor allem, weil man diesen noch durch die Belichtungskorrektur von +/-2 EV erweitern könnte, wenn man wollte. Spannend. Die Kamera ist für ihre Zeit also durchaus gut ausgestattet, was die Belichtung angeht. Die Zeiten werden übrigens im Sucher über eine LED-Leiste angezeigt, zudem gibt es ein Fensterchen, durch das man nach unten auf den Blendenring schauen kann, ohne die Augen vom Sucher nehmen zu müssen. (Also, zumindest, nachdem ich da den Dreck der letzten zwei Dekaden raus geputzt hatte.) Praktisch.


Der Rest ist der Zeit entsprechend: Filmtransport ist manuell, aber man könnte einen Winder anbringen, in der Bodenplatte sind Kontakte und ein Schlitzanschluss für die Transportwelle. Und hier ist auch das größte Problem, das ich mit der Kamera habe: Sie tut nichts! Scheinbar ist sie in diesem gespannten Zustand jahrelang von Flohmarkt zu Flohmarkt gezogen, hat im Regen gelegen (wie man an den Roststellen sehen kann) und wahrscheinlich hat sich innen drin irgendwas verhakt. Oder alternativ machen die Batterien keinen guten Kontakt mehr - die, die ich da noch am Stand raus geprokelt habe, sahen schon sehr krustig aus. Obwohl das Batteriefach eigentlich unbeschädigt aussieht, man weiß ja nie, wo die Suppe hin kriecht, die aus diesen Teilen raus kommt. Ich werde es demnächst mal mit frischen Silber-Batterien versuchen, falls ich solche zu einem vernünftigen Preis bekommen sollte, aber ich fürchte, ich muss die Kamera wahrscheinlich eher einmal komplett demontieren, schauen, was da hakt, das dann fixen und dann besteht vielleicht noch Hoffnung. Da das Gehäuse auch schon unter der Belederung Rost zeigt, wäre das wahrscheinlich eh nötig: Alles ab, schleifen, neu grundieren, neu lackieren. Solche radikalen Dinge tue ich ja im Allgemeinen nicht, denn ich versuche, meine Kameras eigentlich im Fundzustand zu konservieren - Patina und so. Aber zur Erhaltung des vorhandenen Materials, glaube ich, ist es hier nötig. Die Rückwand ist besonders schlimm, lässt sich aber zum Glück aushängen, sodass ich die vielleicht erst mal gesondert behandle.


Nach der Grundreinigung sieht das gute Stück aber schon mal fast wieder aus wie eine Kamera. Besonders schmutzig war es im Spiegelkasten, der Spiegel war praktisch völlig blind und die Mattscheibe ist noch immer so lala. Da hat sich so ein feiner Staub in den Mikroprismen abgesetzt und ich glaube auch, das große Spiegelprisma müsste mal geputzt werden, aber da kommt man ja nur dran, wenn man das Top Deck demontiert. So weit bin ich dann doch noch nicht. Ich habe das ganze Gehäuse übrigens auch einmal mit Brennspiritus abgerieben, um den Teer abzubekommen - wenn Raucher wüssten, wie ihre Lungen von innen aussehen... Sag ich ja auch immer, wenn ich PC-Lüfter sauber mache...

Was auf dem Verschlussvorhang übrigens wie Pilzgeflecht aussieht, ging recht einfach mit einem feuchten Tuch ab. Ich glaube, das war tatsächlich nur irgendein Schmutz, denn Pilz habe ich ansonsten nirgends an den üblichen Stellen gesehen. Nur Staub und Zigarettenablagerungen. Wahrscheinlich ist das Nikotin und der Teer so giftig, dass nicht mal der Schimmel was damit zu tun haben wollte! ;-)


Ansonsten das Übliche: Spiegelanschlag und Lichtdichtungen zerfallen zu Bröseln und Matsch. Das ist wie so ein Mumiengrab in den Hollywood-Klischees: Man muss schnell sein, um es noch im originalen Zustand zu sehen, wenn man die Tür öffnet, denn es reicht ein leichter Luftzug und, zack, nur noch Staub. Also, bis auf den Pharao, dessen Fluch man gerade auf sich gezogen hat und der jetzt hinter einem her ist, um das Hirn zu fressen! :-D War doch irgendwie so, oder? Egal. Lichtdichtungen sind jedenfalls die einfachere Übung, da habe ich noch genug von, aber so ein kleines, selbstklebendes Schwämmchen für den Spiegelanschlag habe ich gerade nicht griffbereit. Aber das sind sowieso alles Operationen, die man erst machen würde, wenn man die Kamera irgendwie wiederbelebt bekommen hat.

Wie feucht das arme Teil auf den Flohmärkten gelegen hat, sieht (bzw. sah) man besonders gut an der Tasche, die um den Blitz drum herum war, den der Standbesitzer mir auch noch aufgedrängt hat. "Gehört dazu!" Ja, OK, aber Blitze sind so was, was ich irgendwie nie so richtig gebraucht habe. Übrigens ein Pentax AF240FT. Der sieht nicht mal schlecht aus, aber auch da habe ich noch nicht geschaut, ob der noch ein Lebenszeichen von sich gibt. Ist der wohl mit allen PK-Kameras kompatibel? Ich hab da ja noch diese zwei Chinons... ;-) Die Tasche ließ sich übrigens erstaunlich leicht reinigen. Ich hatte Angst, dass das Kunstleder entweder auf den Fensterreiniger oder auf den Alkohol im Spiritus mit Auflösungserscheinungen reagieren würde. So, wie die war, ging es aber nicht, die hätte ich so nicht ins Haus gelassen, die infiziert mir ja alles.


Fazit: Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul. Eine wirklich schöne Kamera, die leider schwer misshandelt wurde. Ich hoffe, dass ich sie trotzdem vielleicht noch mal ans Laufen bekomme. Den jetzigen Zustand hat sie jedenfalls nicht verdient! Das arme Ding!

Dignette - kleinere Reparaturen

Ein paar Tage nach dem Erwerb dieser kleinen Kamera habe ich mich in den Garten gesetzt, die Sonne schien so schön, habe meine Werkzeuge mit gebracht, und versucht, dieses Stück Geschichte wieder ans Laufen zu kriegen. Als erstes habe ich mich der schlecht greifenden Kupplung zwischen Spannhebel und Filmspule gewidmet. Dazu habe ich als erstes den Bodendeckel entfernt, weil dieser sehr viel leichter zu lösen ist als der Deckel oben mit den Bedienelementen. Darunter versteckt sich aber nur die Mechanik mit dem Knöpfchen für das Aushaken der Walze (zum Rückspulen) und eine einzelne Feder, die die Welle hält und wieder zurück zieht, wenn man die Kamera aufzieht. Die hat auch in all den Jahren nichts von ihrer Spannkraft verloren. Ich hab sie trotzdem mal ab gemacht und überprüft, wobei mir aufgefallen ist: Ohne die Feder greift der Spannhebel viel besser! OK? Seltsam. Ich hab sie dann fürs Erste ab gelassen, denn das Eindringen in die Kamera von Oben ist doch ein bisschen schwieriger als man glaubt, was man auch an den Beschädigungen durch den Vorbesitzer sehen kann, die er bei seinem Demontage-Versuch hinterlassen hat.


Danach habe ich geschaut, ob ich vielleicht den Ring gelöst bekomme, der das mittlere Element im Objektiv hält. Auf dem Verschluss ist nämlich auf einer der Lamellen eine seltsame Ablagerung, die wie Harz aussieht. Die würde ich gerne entfernen. Wie auch wohl der Vorbesitzer das vor hatte, als er das Frontelement von sämtlichen Schrauben befreit hat. Ich habe keine Ahnung, wieso er das getan hat, wahrscheinlich um das Fokuselement komplett entfernen zu können. Es schlägt jetzt jedenfalls nicht mehr bei unendlich an. Oder die Skala ist nicht mehr an der richtigen Stelle, das kann natürlich auch sein. Das werde ich dann sehen, wenn alle Bilder unscharf sind, die ich gemacht habe! ;-)

Jedenfalls: Die Verklebung ist so stabil, dass auch ich da nicht rein komme. Das habe ich gar nicht erst ausprobiert, als ich die Kratzer gesehen habe, die da schon drin sind. Stattdessen habe ich mir gesagt: Der Verschluss geht auf und zu, es kann also nicht so schlimm sein! Und habe mich eher den nicht funktionierenden Zeiten gewidmet!


In Missachtung jeglicher Tipps, die man im Netz findet, wie man einen alten Vario-Verschluss wieder ans laufen kriegt, habe ich ein paar ganz kleine, wohl dosierte Stöße vom Kontaktreiniger in die Schlitze und löcher geträufelt und dann die Verschlusszeiten mehrfach hin und her gedreht, damit das Zeugs sich da drin gut verteilt, bevor es wieder verdampft. Und siehe da, das hat schon gereicht, die langsamen Zeiten laufen wieder! Cool! Damit ist die Kamera mechanisch zumindest in der Lage, Fotos aufzunehmen. Ob das mit dem Fokus und der Geschwindigkeit der Zeiten alles so stimmt, steht natürlich auf einem anderen Blatt und das werde ich auch erst herausfinden, wenn ich tatsächlich einen Film einlege und belichtet und entwickelt habe! Aber: Um zumindest einigermaßen zu wissen, ob unendlich da ist, wo unendlich dran steht, habe ich ein dünnes Papier genommen, in die Filmebene gelegt und das ganze bei B in die Sonne gehalten. Die Äste und Zweige der weit entfernten Bäume sahen so aus, als wären sie tatsächlich scharf, wenn das Frontelement ungefähr bei Unendlich steht. Wenn ich es weiter darüber hinaus gedreht habe, erschien es mir wieder unschärfer. Deutet darauf hin, dass Unendlich an der Stelle ist, wo die Skala es angibt. Zudem wurden die nahen Zweige und die Dachkante vom Gartenhaus schärfer, wenn ich in die andere Richtung gedreht habe. Scheint also ungefähr zumindest hin zu kommen! Wie ich immer so schön sage: Schaumama!


Danach blieb eigentlich nicht viel anderes zu tun, als ein bisschen Schaumstoff in die Schlitze zu schieben, in der Hoffnung, dass die Kamera dann wieder lichtdicht ist. Ich weiß nicht mal, ob da vorher überhaupt Dichtungsmaterial drin gewesen ist, aber es sieht so aus. Wahrscheinlich eine gewachste Kordel oder sowas, was man damals dafür verwendet hat. Im Schlitz konnte ich nämlich noch ganz verschwommen die Abdrücke von Kleber wahrnehmen, die ungefähr so aussahen, so leicht gedreht. Also einfach was von dem Zeugs da rein geklebt, das ich immer dafür verwende. Ist in diesem Fall ein bisschen dick, die Tür schließt jetzt nur noch so lala, vor allem, nachdem ich da noch einen Streifen an der Scharnierseite angebracht habe, aber es schließt und ich habe die Hoffnung, dass da jetzt kein Licht mehr rein kommt. Also, zumindest nur noch durch den Verschluss! ;-)

Fazit: Gut eine Stunde gebraucht. Ja, totale Zeitverschwendung, in der ich viel sinnvollere Dinge hätte tun können, aber hey: Wir alle brauchen ein Hobby! :-D

Winter in Lanzenbach - Testbilder mit der Sony SDC P200

10.1.: Nachdem der Akku dann erfolgreich geladen war, habe ich die 20 Jahre alte Sony DSC-P200 dann mal mit in das Schneegestöber genommen, das da am Samstag vor der Tür abging. Die Reste vom Sturmtief "Elli" drehten sich ziemlich genau über uns und es kam so eine Mischung aus nassfeuchtem Schnee und noch nicht ganz aufgetautem Regen runter. Wobei ich noch Glück hatte, als ich unterwegs war: Das war alles mehr oder weniger fest und ist dementsprechend ganz gut an meiner Jacke runter gepurzelt, statt einzuziehen und mich zu frosten. Die Impregnierung ist ja auch nicht mehr so wahnsinnig an der roten North Face Jacke. Die ist schließlich genau so alt (ungefähr) wie diese Kamera, die ich hier an diesem Tag testen wollte.


Die Voraussetzungen waren jetzt nicht die allerbesten: Der Himmel grau in grau, das leichte Schneetreiben, alles nicht so gut für kräftige, kontrastreiche Bilder. Aber dafür sieht man schon am ersten Eindruck, wenn man sich die Fotos anschaut: Das geht eigentlich ganz gut! Ich bin erstaunt, dass ein 1/1.8"-Sensor von 2005 noch solche Bilder hin bekommt. Gut, die Bilder sind scheinbar alle bei ISO 100 entstanden, obwohl der AUTO-ISO-Modus gewählt war und die Kamera somit auf wahnsinnige ISO 400 hätte hoch gehen können. Hat sich wahrscheinlich gedacht: Ach komm, das lohnt den Aufwand nicht! ;-) Hab ich leider erst zu Hause gemerkt. Hätte mir eigentlich auffallen müssen, denn sooo dunkel war es dann doch wieder nicht. Muss ich dann mal separat testen.

Wie man sieht, ich bin einmal unten durchs Dorf und habe alles mit genommen, was mit Schnee bedeckt war. Weil, wenn man schon in dem Sauwetter raus geht, dann will man ja auch was davon haben. Was man allerdings auch sieht, besonders in den helleren Bildern mit einheitlichem Hintergrund: Da ist ein saumäßiger Dreck drin! Ich dachte, der CCD wäre irgendwie versiegelt? Wie hat die Schwiegermutter also diesen ganzen Dreck da drauf bekommen? Fusseln und Flecken! Wenn ihr also aufmerksam die Bilder anschaut, wird euch das sicher auch auffallen, liebe Leser.


Das sieht man besonders bei solche Bildern, die ich ein bisschen kontrastkorrigiert habe. Also ein bisschen an der Histogramm-Kurve gespielt im Gimp. Ansonsten habe ich die Bilder allerdings nur auf 75% Qualität runter komprimiert, damit mir das Internet nicht um die Ohren fliegt. Die Dimensionen habe ich hingegen beibehalten; bei 7 MP komme ich ja eh nicht an die 4k-Auflösung ran, die ich normalerweise mache. Davon abgesehen, ist das hier 4:3 statt des üblichen 3:2-Seitenverhältnisses. Ungewohnt. Aber nicht ungewöhnlich für diese Sensoren, die ja auch teilweise in den letzten Foto-Handys verbaut wurden, bevor das Smart Phone das Marktsegment der Kompaktkamera obsolet gemacht hat.

Wer noch viel zu viele weitere Bilder sehen will - ja, ich hatte Spaß mit der Kamera - und zudem noch weitere "interessante" Details zu meiner Meinung über das Gerät lesen möchte, der möge auf den "erweiterten Eintrag" klicken, denn das hat mal wieder Überhand genommen! ;-) KLICK! "Winter in Lanzenbach - Testbilder mit der Sony SDC P200" vollständig lesen

Sony DSC-P200

Und es war Weihnachten und die Schwiegermutter hat mal aufgeräumt, weil wir Besuch erwarteten. Da ist dann auch diese kleine Kamera endlich wieder aufgetaucht, die ich seit zwei Jahren suche, weil ich sie mal einem Test unterziehen möchte. (Freut euch also schon mal auf kribbelige Kompaktkamera-Bilder.) Die Sony DSC-P200 akzeptiert noch als einziges Speichermedium einen Memorystick! Gut, meine Alpha würde den auch noch nehmen und benutzen können, aber eben auch eine SD-Karte. Weil Sony damals schon eingesehen hatte, dass das mit den proprietären Formaten auf die Dauer Kaka ist. Aber die P200 ist noch vor dieser Erkenntnis konzipiert worden. Ebenso hat sie eine Buchse, die mit so ziemlich allem anderen inkompatibel ist, was es sonst noch gibt, sodass ich den Akku nicht laden kann (dazu ein eigener Eintrag), ohne das Ladekabel zu haben - in Zeiten von vorgeschriebenem USB-C kaum noch zu glauben.


Deshalb heute nur eine rein theoretische Beschreibung des Geräts: 7,2 Megapixel klingt jetzt heutzutage nicht mehr nach viel, war aber damals völlig ausreichend. Die Optik dieser kleinen Kompakten war zudem recht brauchbar, wenn ich mich richtig erinnere, sodass man damit ausreichend große Fotos machen konnte. Zudem beginnt das im Weitwinkle schon bei f/2,8, was schon ein bisschen Bokeh versprechen könnte. Der dreifach-Zoom endet dann allerdings bei f/5,2. Gut, das reicht wahrscheinlich, ist aber dann doch schon recht dunkel. Apropos Zoom: 7,9 bis 23,7mm stehen im Datenblatt, was einem Kleinbildäquivalent von 38-114mm entspricht. Crop-Faktor 4,8 bedeutet... 1/1,8 Zoll Sensor? Könnte sein, stimmt auch mit dem Datenblatt überein. ISO 100-400 ist allerdings schon ein sehr beschränkter Bereich. Jaja, alter Sensor.

Angeblich kann man 1-1/1000s manuell einstellen, automatisch kann sie wohl 1/2000s. Warum der Unterschied? Frag mal einer bei Sony nach! Ich habe keine Ahnung. Haben diese kleinen Dinger überhaupt einen mechanischen Verschluss? Das ist doch alles elektronisch, auch schon im Jahr 2008, oder? Das Datenblatt sagt nichts zu den (halb?) manuellen Modi, nur zu den üblichen Programmen, die ich ja grundsätzlich nicht benutze, wenn es sich vermeiden lässt. ;-) (Dämmerung, Dämmerung Porträt, Soft Snap, Landschaft, Strand, Schnee, Feuerwerk, High-Speed Shutter, Kerze. Whut? Was ist mit "normal" oder sowas? Egal.) Am Drehrad kann man nur Vollautomatik (Motivprogramme), P oder M einstellen. Hm. Keine Halbautomatik? Sowas! Naja, aber dann werde ich halt mal ein bisschen manuell damit spielen, falls ich den Akku geladen bekomme und die Kamera überhaupt noch funktioniert.


Denn: Das gute Stück ist ziemlich verschrabbelt und verbeult. Das hat so manchen Urlaub der Schwiegereltern mitgemacht und ist nicht allzu pfleglich behandelt worden. Trotzdem, ich hoffe, dass noch Leben drin steckt. Ich erinnere mich nämlich, dass die Bilder eigentlich ganz gut waren, die da aus dem Memory Stick raus kamen. (Hab ich überhaupt noch einen Cardreader... oh, tatsächlich, das "aktuelle" USB3-Dings, das ich da habe, hat sogar einen Memory Stick Slot! Erstaunlich!) Ich mein, es ist eine Sony, die werden da jetzt nicht den letzten Scheiß zusammen gekloppt haben. Im Allgemeinen wissen die ja, was sie tun. Aber es ist halt auch schon ein paar Jahre her, dass ich ein paar Fotos dieser Kamera das letzte Mal in den Händen hatte. Würde mich interessieren, ob die Erinnerung besser ist als die tatsächliche Leistung. ;-)


Dementsprechend: Ich kann es kaum erwarten, den Akku laden zu können! Habe mir jetzt so ein universelle Teil bestellt, das angeblich alles laden kann, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Bin gespannt. Der Fotomensch hier unten in der Stadt hatte sowas ja nicht mehr. Moment, habe ich das nicht schon mal erzählt? Ich werd alt! ;-)