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Canon Zoom Lens EF-S 10-18mm 1:4.5-5.6 IS STM

Da der D mal endlich seine Objektive wieder haben will, die er mir zur Begutachtung hier gelassen hatte, habe ich meine krankheitsbedingte Auszeit gestern mal dazu genutzt, um das kleine Weitwinkel-Zoom zu begutachten. Es handelt sich hierbei um ein Canon Zoom Lens EF-S 10-18mm 1:4.5-5.6 IS STM, das einen recht beeindruckenden Brennweitenbereich abdeckt. 10-18mm im Canon-APS-C-Format bedeutet umgerechnet auf Kleinbildformat ungefähr 16-28mm. Das ist schon sehr weit, zumindest am unteren Ende. Die Lichtstärke ist bei diesem trotzdem recht kompakten dadurch allerdings nicht so besonders: f/4,5 als Offenblende am unteren Ende und f/5,6 am oberen ist nicht besonders spannend.


Der EF-S Anschluss bedeutet weiterhin, dass dieses Objektiv nicht auf einer Kamera mit Kleinbild-Sensor oder gar einer Filmkamera montiert werden kann. Das ist irgendwie immer schade, finde ich. Nikon hatte das irgendwie eleganter gelöst, finde ich, da hier alle DX-Objektive auch auf "normalen" F-Mount-Kameras angebracht werden können. Natürlich sehe ich ein, dass Canon hier den Vorteil ausnutzt, dass sie die hintere Linsengruppe weiter in die Kamera hinein ragen lassen können, da der Spiegel kleiner ist, und so die Objektive offenbar einfacher zu rechnen sind. Aber ein Upgrade von APS-C auf Vollformat ist so eben nicht einfach möglich, ohne nicht auch die Objektive auszutauschen. Klar, die allermeisten DX-Nikkore decken trotzdem nur den kleineren Bildkreis ab, aber immerhin kann man sie verwenden.

Technisch bringt das Objektiv eine Bildstabilisierung mit. Die empfinde ich bei diesen Brennweiten eher als Gimmick denn als echtes Verkaufsargument. Andererseits ist sie bei der geringen Lichtstärke vielleicht sogar nötig, sobald man aus dem Tageslicht heraus geht. Zudem hat es eine recht ansehnliche Naheinstellgrenze von gerade mal 22cm. Gerade bei solchen sehr weiten Objektiven möchte man so nah wie möglich an sein Motiv heran rücken können, um den Weitwinkeleffekt voll ausnutzen zu können. Allerdings sind 22cm meiner Meinung nach auch das absolute Minimum, da hätte man sich die "Macro"-Beschriftung auch sparen können. Alles, was sich nicht näher als - sagen wire mal - halbe Brennweite in Zentimetern fokussieren lässt, ist für mich kein Makro. ;-)

Aber schauen wir mal, was es kann. Zuerst einmal habe ich - wie immer - die Kuhweid fotografiert, um eine Endruck vom von diesem Objektiv eingefangenen Winkel zu bekommen. Und ja, auf der weitesten Einstellung (links) kann ich keine Position finden, in der nicht das Dach mit im Bild ist. Was aber auch auffällt: Weit offen ist das Bild doch recht weich. Das liegt aber auch sicher an der recht geringen Auflösung der 700D - zumindest ich habe bei solch weiten Aufnahmen immer das Bedürfnis, weiter rein zu zoomen, aber da sind einfach keine weiteren Details. Zudem scheint mir dieses Objektiv eher für den Nahbereich und/oder möglichst weit geschlossene Blenden gerechnet zu sein, arbeitet man doch mit extremen Weitwinkeln eher auf kurze Distanz.


Das sieht man auch direkt beim Bild von dem Schneckenhaus, das ich in letzter Zeit ja auch immer bei den Testbildern dabei habe. Ja, ich habe hier weit abgeblendet, aber das nur, um mehr Tiefe ins Bild zu bekommen. Sieht aber auf Anhieb deutlich besser aus! Es handelt sich hier also definitiv nicht um ein Objektiv für Landschaftsaufnahmen.

Den gleichen Eindruck habe ich bei den Blumen im Garten. (Wegen der Coronierung meiner Nebenhöhlen habe ich mich nicht vom Haus entfernen wollen, zum Einen, um niemanden anzustecken, zum anderen, weil meine Beine sich anfühlen wie ein auf den Tisch genagelter Wackelpudding...)


Den Creepy Clown hinterm Haus habe ich in letzter Zeit ja auch immer dabei, wenn ich mal ein Objektiv teste. Hier fällt besonders auf, wie weit dieses Weitwinkel tatsächlich ist. Das entfernte Ende der Hauswand ist kaum noch größer als der Fluchtpunkt. Zoomt man hinein, bekommt man den Blickwinkel, den man von einem "normalen" Weitwinkel gewohnt ist.

Schön finde ich, dass die Ränder und Ecken gut korrigiert scheinen. Da sind im Normalbetrieb keine Abschattungen zu sehen und die Verzerrungen halten sich sehr in Grenzen, selbst wenn die Ecken nicht komplett in focus sind. Hier hat Canon also ganze Arbeit geleistet. (Ich habe auch mal wieder die Backstein-Wand fotografiert, aber die Bilder sind so langweilig, dass ich sie hier nicht eingebaut habe. Aber ich kann bestätigen, dass dieses Objektiv hervorragend korrigiert ist. und praktisch der komplette Bildkreis nutzbar ist. An den gleichen Bildern konnte ich auch feststellen, dass es kaum Kissen- oder Tonnen-Verzerrungen gibt, was bei diesen Brennweiten schon recht erstaunlich ist. Also, sie sind schon da, aber nicht so sehr, dass es einem bei einem normalen Motiv merklich auffallen würde.)


Fazit: Eigentlich ein ganz gutes Objektiv. Nur habe ich absolut gar keinen Anwendungsbereich dafür. Tut mir fast schon leid. Wer auf der Suche nach einem gut korrigierten extremen Weitwinkel für einen Crop-Faktor-Canon ist und dessen Einsatzgebiet nicht unbedingt Landschaftsfotografie ist, der kann hier durchaus zugreifen. Mir persönlich wäre der Preis allerdings zu hoch, da ich - wie gesagt - eher in anderen Bereichen unterwegs bin. Das merkt man ja schon daran, dass ich das 20mm Nikkor so gut wie nie verwende, obwohl das eigentlich ein total krasses Objektiv ist... Extreme Weitwinkel-Fotografie ist halt nicht so meins...

Vergleich: Exakta 70-300mm AF vs. Tokina 100-300mm AI

In Vorbereitung auf die FedCon, die morgen beginnt, habe ich mal ein kleines Shoot-Out zwischen meinen beiden 300mm-Objektiven veranstaltet, die ich für meine Nikon habe, um herauszufinden, welches sich wohl am ehesten mitzuschleppen lohnt. (Ich habe ja eigentlich drei, aber das Sigma-Reisezoom habe ich grundsätzlich schon vorher aussortiert, da das leider sehr viele Chroma-Fehler produziert. Es wäre zwar sehr praktisch, aber für diese Anwendung genügt es leider nicht meinen mittelmäßigen Ansprüchen.) Ich hatte zwar längere Zeit so ein paar von diesen echt krassen 500mm Nikkoren beobachtet, aber die dafür aufgerufenen Preise sehe ich einfach nicht ein. Deswegen dann doch Technik aus den '80ern oder Technik aus den '90ern.

Nachdem ich letztens ja dieses 70-210mm Exakta vom Stadtflohmarkt mitgenommen hatte und das für recht brauchbar befunden hatte, wollte ich jetzt noch mal genau wissen, wie der große Bruder an der viel zu hoch auflösenden D800 performt. Und weil ich da auch noch das Tokina rum liegen habe, warum nicht ein direkter Vergleich der beiden?



Hier meine völlig unwissenschaftliche Methodik: Die Bilder auf der linken Seite sind mit dem Exakta 70-300mm 4.5-5.6 MC Macro gemacht, die auf der rechten Seite mit dem Tokina, darunter jeweils Ausschnitte aus den originalen Bildern. Außer der stark erhöhten Kompression habe ich keine Änderungen vorgenommen, also insbesondere keine Farbkorrektur. Gestern war ein eher bedeckter Tag, sodass ich auch problemlos bei ISO 1600 testen konnte, was ich wohl auch auf der Fedcon zu verwenden plane.

Insgesamt ist der Vergleich ja nicht ganz fair: Das RMC Tokina 100-300mm 1:5 ist definitiv älter und dementsprechend nicht ganz so modern vergütet. Außerdem ist es ein Makro-Objektiv, das im Nahbereich tatsächlich sehr interessante Performance bietet, was aber wohl scheinbar zu Lasten der Leistung im Fernbereich geht. Zudem ist es "nur" ein AI-Objektiv, ich habe also keinen Autofokus, den ich auf so einer Veranstaltung, wo man mal schnell schießen muss, durchaus gut brauchen kann. Dafür bietet es eine drittel Blende mehr Licht weit offen, nämlich 1:5, und das durchgängig über den ganzen Zoom-Bereich.


Das Exakta hingegen - obwohl auch nicht unbedingt das neueste und teuerste Glas, das es auf diesem Planeten für Nikon F gibt, hat dagegen eine recht brauchbare Vergütung, wenn ich die beiden direkt nebeneinander stelle. Zumindest sind die Chroma-Fehler und die Coma-Bildung sehr viel weniger stark ausgeprägt. Es war kein so gutes Wetter, deswegen habe ich nicht allzu kontrastreiche Testbilder machen könenn. Aber spätestens da unten beim Flieder sieht man glaube ich, was ich meine. Mit einer variablen Offenblende von 1:4,5-5,6 ist es ein kleines bisschen langsamer als das Tokina. Das bringt aber nichts, wenn man letzteres weiter abblenden muss, um scharfe Ergebnisse zu erhalten.

Insgesamt schlagen sich jedoch beide ganz gut für ihr Alter. In den Bereichen Schärfe und Fehler kommen beide jedoch nicht an das 200mm AI-Nikkor heran, was zudem noch eine Blende schneller ist. Letzteres werde ich also auf jeden Fall mit nehmen - wir sitzen dieses Jahr ja recht weit vorne, vielleicht brauche ich gar keine 300mm.


Insgesamt hat das Exakta also die Nase vorne. Ich werde es also zum ersten Mal seit geschätzt 22 oder gar mehr Jahren mit auf eine Con nehmen und bin gespannt auf die Ergebnisse. Das Tokina hingegen lasse ich zu Hause. Das ist nämlich auch eine ganze Ecke schwerer. Aber zum Trost gebe ich ihm hier heute das letzte Wort: Der Kater guckt frackig weg! ;-)


So, dann habe ich glaube ich alles: Die Akkus sind geladen, die Filme (für die F90X) gepackt, die Con kann kommen! ;-) Wir sehen uns nächste Woche. Dann gibt es wieder (rückdatierte) Con-Fotos!

Schwarz-weiß und analog, Teil 261: Mit der Kodak Jr. übers Land nach Eitorf

Fomapan 200 120 #5 @100, Februar 2023
  • Kodak Jr.
  • Entwicklung: Adonal
Am gleichen Tag wie die Rolleiflex habe ich auch eine Kodak Jr. Six-20 mitgenommen. Ebenfalls eine Kamera für 620-Film, sodass ich auch hier einen Foma 200 auf die vorhandene Spule umgespult habe. Beim zweiten Versuch ist das schon ein bisschen besser vonstatten gegangen, sodass dieser Film nur halb so verkratzt ist wie der aus der Rollei. Aber Toll ist er trotzdem nicht. Zum Test aber durchaus ausreichend. Also: Schauen wir mal!

Da die Kamera ja 3:2-Bilder fabriziert, habe ich hier auf mein übliches Monitor-freundliches 4k-Format runter gerechnet. Wenn man die Bilder in voller 3.000dpi-Auflösung anschaut, hat man 7.000x10.000 Pixel. Wenn ich also mit den (gelogenen) 6.000dpi scannen würde, die der Scanner (angeblich) ausgeben kann, hätte man 14.000x20.000 Pixel! Das wären 280 Megapixel! Das soll mir mal erstmal irgendeine Digitalkamera nachmachen! Aber kann diese kleine Kodak mit ihrem eher primitiven Dreilinser sowas auch tatsächlich auflösen? Lets see!

Die Kühe sind schon mal extrem verwackelt! (1/100s, f/11.) Also ist die erste Lektion: Kamera ganz still halten. Diese Verwackelung wird nicht die letzte sein, was bei nur 8 Bildern auf dem Film ja auch nicht ganz so schön ist. Was wir aber sehen können: Der Verschluss macht zumindest diese Zeit schon mal anstandslos mit. Sieht sogar ziemlich spot-on aus!


Die Pferde sind sehr viel weniger verwackelt, dafür aber auch weit weg. (1/100, f/11.) Das Scharfstellen ist an dieser Kamera vor allem auch noch sehr viel komplizierter als an der Rolleiflex: Es gibt keinen richtigen Sucher, in dem man das Ergebnis sehen könnte. Man ist mehr oder weniger darauf angewiesen, die korrekte Entfernung zu schätzen bzw. mit einem externen Rangefinder zu messen. Letztere Option habe ich hier benutzt. Aber die eingestellten 15 Meter waren wohl doch nicht ganz so korrekt, schließlich sind die Pferde leicht unscharf. Oder liegt es an der Kamera? Stimmt der Abstand nicht mehr, weil der Balgen vielleicht gelitten hat?

Zur Beantwortung der Frage werfen wir einen Blick auf das nächste Bild mit der Hütte am Absprungpunkt der Gleitschirmflieger. (1/50s, f/6,3.) Langsame Belichtung, weit offen: Scharf! Zumindest in diesem Bild scheint also alles gut gegangen zu sein. Gut, das Ergebnis ist nicht so scharf wie die Bilder aus der Rolleiflex, aber ich glaube, die beiden Kameras haben auch damals schon in einer unterschiedlichen Liga gespielt. Auch, wenn die Kodak ein paar Jahre neuer ist.


Der Blick ins Siebengebirge ist leider wieder etwas verwackelt. (1/100s, f/16.) Und man sieht, unten und oben an den Rändern müssen wohl die Dichtungen ein bisschen dichter gemacht werden. Aber trotzdem erstaunlich, dass die nach über 80 Jahren noch so dicht ist, wie sie es ist.

Nach dem windigen Absprungpunkt sind wir noch nach Merten runter und dort habe ich die alte Klosterkirche ins Visier genommen. (1/100s, f/11.) Das Bild überzeugt dann endgültig, dass die Kamera eigentlich ziemlich funktionstüchtig ist und ich nur lernen müsste, sie richtig still zu halten beim Auslösen. Der Wegweiser ist jedenfalls extrem scharf, auf den hatte ich auch gezielt. Die Kirche ist bei f/11 aber auch noch immer so scharf, dass es auf meinem normalen Full-HD-Monitor nur bedingt auffällt. Erst in der Vollbild-Vergrößerung sieht man den leichten Unterschied zwischen dem Wegweiser und der Kirche dahinter.


Im darauf folgenden Bild habe ich den Springbrunnen anvisiert und durch die eine Blendenstufe weniger bei der Kirche wird die Kuppel im Hintergrund auch gleich etwas unschärfer. Die Bäume hinter der Fontäne sind hingegen schon im scharfen Bereich. Insgesamt ein ziemlich dummes Foto, denn das, was ich scharf gestellt hatte - das Wasser - ist durch die schnelle Bewegung verwischt. Das üben wir noch mal. ;-)

Dann sind wir noch weiter nach Eitorf und dort habe ich ebenfalls die Kirche mitgenommen. (1/100s, f/8.) Die Entfernung hatte ich auf 30m eingestellt, weshalb die Schärfe eigentlich auch bei f/8 ins Unendliche reichen sollte. Aber ich habe den Eindruck, dass die Kirche durchaus noch ein bisschen schärfer sein könnte. Ein ganz kleines Bisschen. Ansonsten aber ein schönes Bild, mit den Wolken im Hintergrund. Und es ist ja auch scharf genug, die Uhrzeit ablesen zu können. Wenn man bedenkt, dass die Leute früher von solche Kameras/Filmen eigentlich nur Kontaktabzüge mit nach Hause genommen haben, die dann also ca. 9x6 cm groß waren, ist das absolut ausreichend.


Als letztes noch die Frage: Wie viel sind eigentlich 50cm? Denn das ist der Minimalfokus dieser Kamera und ganz offensichtlich waren die Eisbecher näher! ;-) (1/25s, f/6,3.) Aber, und das war der eigentliche Grund für dieses Foto: Auch die langsame Zeit funktioniert ausreichend genau, die Belichtung stimmt. Und zufällig ist der Stuhl hinterm Eis genau im scharfen Bereich und ich habe da nichts auszusetzen an der Leistung dieses recht einfachen Objektivs.

Fazit: Funktioniert. Ich bin immer wieder erstaunt, dass diese Jahrzehnte alten Balgenkameras mit ihren eher primitiven Linsen und dem gealterten mechanischen Verschluss noch immer so hervorragende Bilder machen können. Also, könnten. Wenn der Fotograf sich damit auskennen würde. Die Bilder hier sind nur so zu 50% wirklich brauchbar, und davon die Hälfte ist so, dass ich sie ohne mich zu schämen jemandem zeigen würde. Aber es ging bei diesem Film ja auch mehr ums Testen denn ums Künstlerische... ;-)

Hennefer Stadtflohmarkt letzten Sonntag

Hier nun also die versprochenen Bilder vom Hennefer Stadtflohmarkt. Die sind alle - bis auf dieses allererste vom Erpel auf der wieder neben dem Parkplatz - mit dem Exakta 70-210mm 1:4-5.6 MC Macro gemacht, das ich gestern ja bereits vorgestellt hatte. Weil, bevor wir nicht auf dem Flohmarkt angekommen waren, hatte ich das kleine Exakta-Zoom ja ganz offensichtlich noch nicht in meinem Besitz. ;-) Aber so viel Logik lässt die Ente total kalt:


Überhaupt war der total entspannt, der Entereich. Sein Mädchen, das daneben saß, war da sehr viel flüchtiger, sodass ich die beiden nicht auf ein gemeinsames Foto bekommen habe. Niedlich trotzdem. Wenn man das von einer ausgewachsenen Stockente behaupten kann/darf. ;-)

Dann aber direkt am ersten oder zweiten Stand, den wir uns auf dem Stadtflohmarkt angeschaut haben, das besagte Exakta gefunden. Und für 10 Euro habe ich es nach kurzer Inspektion - Blende geht, Fokus geht, Zoom geht, kein Pilz - mit genommen. Und dann auch direkt mal drauf gelassen. Die D800 ist da zwar eigentlich Ovekill, die 36 MP kann das kleine Zoom wirklich nicht voll ausnutzen, aber schöne Bilder sind es trotzdem geworden. Ich glaube, eine etwas ältere Kamera mit "kleinerem" (weniger hoch auflösenden) Sensor wäre da besser geeignet. Oder meine D610. Oder eine D700 oder sowas. Vollformat funktioniert jedenfalls gut, dass das so gut wie keine Abschattungen in den Ecken hat, habe ich ja schon gestern berichtet.


Die Gläser da oben sind übrigens an dem gleichen Stand gewesen und mein drittes Foto, das ich mit dem Teil gemacht habe. Nummer 1 war J, da hatte ich aber die Blende noch auf f/22 stehen, weil ich immer vergesse, dass die meisten Leute Vollautomatik verwenden und deshalb auf der größten Blendenzahl verriegeln, logisch, daher total verwackelt. Das zweite war der Herr, der den Stand geführt hat, ein sehr schönes Portrait-Bild, aber das kann ich halt auch nicht ins Internet stellen. Daher die geschliffenen Bleigläser. Passt auch! ;-)

Danach wie immer erst mal ein paar Blüten gesucht und dabei eben festgestellt, dass 1,50m als Nahgrenze schon ein bisschen viel sind. Gut, es geht, und die Bilder sehen auch ganz vernünftig aus, eigentlich. Aber für den Rest des Flohmarktes habe ich mich mehr auf die Auslagen konzentriert. Das ist mit diesem Objektiv auch ganz gut möglich gewesen, da ich so bequem aus der zweiten Reihe schießen konnte, ohne dass mich dabei wer groß bemerkt hätte. ;-)


So sind zB auch die ganzen Flugzeug-Fotos entstanden. Den Stand kannte ich übrigens schon von einem der anderen Stadtflohmärkte. Oder vom Lutz? Jedenfalls kamen mir die Flugzeuge sehr bekannt vor, genau wie der Rest des Stands. Oder ich täusche mich einfach, wäre ja auch nicht das erste Mal. Als Lockmittel sind die Flieger jedenfalls gut geeignet, denn sie sind weithin sichtbar gewesen.

Was mich ja auch immer wieder wundert: Die ganzen Pokemon-Gedönse, die man finden kann. Das muss ja wirklich so ein kulturelles Ding sein, was irgendwie völlig an mir vorbei gegangen ist. Ich war Ende der 1990er, Anfang der 2000er offensichtlich nicht mehr die Zielgruppe dafür. Deswegen sind Pikachu und Co irgendwie ja so gar nicht auf meinem Schirm, dafür aber auf jedem Flohmarkt zu Hauf zu finden. Vor allem auch die Trading Cards. Zu teilweise astronomischen Preisen! Naja, wie das halt so ist mit Sammlerstücken. ;-) (Der Objektivsammler weiß, wovon er redet! :-D)


Statt aber am Eiswagen ein Eis zu essen, haben wir uns eins vom Remor mitgenommen. Die hatten zwar auch eine kleine Schlange, aber das Eis da ist schon zeimlich gut. Davon habe ich aber nur ein Handy-Foto, denn mit dem Tele war das nun wirklich nicht drin. Mein Arm ist halt keine 1,50 lang! ;-)

Nach den Dinos kam dann leider nicht mehr allzu viel und es war ja auch schon recht spät, die Leute packten dann auch schon mal ein. Die durchsichtige Brust mit dem "Kauf mich!"-Sticker über dem Nippel konnte ich trotzdem nicht einfach so links liegen lassen. ;-) Ich bin ja immer auf der suche nach witzigen Motiven.


Während wir also unser Eis geschleckt haben, sind wir langsam unterm Bahnhof durch und wieder zurück zum Auto, wo noch immer die Ente und ihr Erpel saßen. Wieder flüchtete die Ente und so blieb mir nichts anderes, als im Prinzip das gleiche Foto noch mal zu machen, nur mit dem anderen Objektiv. Interessant ist hier anzumerken, dass das weit offen und bei vollem Zoom ein ganz kleines bisschen im Bokeh dreht. Aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen. Ansonsten waren hier ein paar Bilder dabei, bei denen man gut sehen kann, dass die Korrektur der Chroma-Fehler damals noch nicht so weit fortgeschritten war, Multi Coated hin oder her. Da sind moderne Objektive doch sehr viel stärker optimiert mit ihrer Nanobeschichtung und hastenichgesehen!

Fazit: Netter Nachmittag mit einem kleinen Schnäppchen, das ich vielleicht sogar mal öfter verwenden werde. Da fällt mir ein, ich muss es noch in mein Google-Sheet eintragen, in dem ich die Seriennummern notiert habe. Für die Versicherung, natürlich, nicht um damit anzugeben! ;-)

Exakta 70-210mm 1:4-5.6 MC Macro

Gestern war lang. Sehr lang. Zuerst waren wir in Neunkirchen beim Italiener, weil Familie. Und das war schon stressig genug, weil mittags Pizza ist dann mittlerweile doch etwas ungewohnt. Danach sind wir dann noch in Hennef auf den Stadtflohmarkt gegangen, weil der ja eh mehr oder weniger auf dem Weg liegt. Darüber berichte ich dann aber morgen, denn heute war ebenfalls ein sehr langer Tag. ;-)

Jedenfalls: Direkt am zweiten oder dritten Stand, den es da gab, fiel mir dieses hübsche kleine Exakta-Objektiv ins Auge, das so unheimlich gut zu meinem 300er Zoom passt, das ich damals original in den 1990ern gekauft habe. Hier handelt es sich um den kleinen Bruder / die kleine Schwester - das Objektiv ist ja eigentlich sächlich, aber die deutsche Sprache ist in der Beziehung unzulänglich - ...das kleine Geschwister-Objektiv, nämlich das Exakta 70-210mm 1:4-5.6 MC Macro. Für einen 10er hab ich es mitgenommen. Ich hätte ihn wahrscheinlich noch auf 5 Euro runter handeln können, aber soeiner bin ich ja nicht. So hat er wenigstens die Standmiete schon mal raus. ;-) (...oder was auch immer das heutzutage kostet!)


Jedenfalls bin ich den Rest des Nachmittags nur noch mit diesem Objektiv auf der Kamera rum gelaufen, um es direkt mal auf Herz und Nieren zu testen - wie gesagt, die Fotos folgen morgen. Hier gibt es stattdessen die üblichen Testbilder aus unserem Garten. Einfach nur, damit der Vergleich mit den anderen nicht ganz so sehr hinkt. Das Wetter war allerdings ein bisschen sehr bedeckt, sodass der Kontrast nur so mittel ist. Das ist jetzt bestimmt nicht nur die Schuld dieses recht günstigen Dritthersteller-Objektivs, sondern wohl hauptsächlich der fehlenden Sonne geschuldet. Oder dem vielen Saharastaub, den wir ja angeblich schon wieder in der Atmosphäre haben.

Was ist also mein Eindruck von diesem Teil? Was kann es? Was kann es nicht? Nun, vorweg als erstes Mal: f/4 bis f/5,6 ist für "offen" ja eher langsam. Also, eigentlich schon sehr langsam. Das sind im Prinzip ähnliche Werte, wie sie das 75-300mm auch aufweist, das aber eben 90mm "mehr" kann. Von dem weiß ich: Man kann in Sachen Schärfe nicht unbedingt allzuviel erwarten, weshalb ich doch eher positiv überrascht war von meinen Testbilder. Gut, die sind jetzt auch alle nicht unbedingt mega-scharf, wie man es von einem modernen Objektiv gewohnt ist, aber doch völlig ausreichend, selbst an der Overkill-36MP-D800. (Ich muss mal nachfragen, ob meine D610 endlich mal wieder aufgetaucht ist, fällt mir dabei wieder ein!) Ehrlich, ist jetzt nicht schlimmer als bei so manchem anderen Zoom, das ich bereits an dieser Kamera getestet habe:


Einzig die schlechte Lichtstärke ist hier also zu bemängeln, die in dieser Preiskategorie aber auch nicht mehr so ins Gewicht fällt - das Teil war damals günstig und jetzt habe ich es praktisch geschenkt bekommen. Also, für 10 Euro kriegt man ja nicht mal mehr eine Pizza heutzutage.

Was mir ganz gut gefällt: Es hat einen recht guten Kontrast. Denn habe ich oben noch über die fehlende Sonne gemeckert, zeichnen die Testfotos ein anderes Bild: Die Sättigung ist recht gut, die Farben kommen sehr kräftig zur Geltung, und das an der D800, die ja eigentlich ein bisschen gedecktere Farben produziert. Ich habe die Bilder hier zwar durchweg ein bisschen korrigieren müssen, weil sie manchmal etwas dunkel geworden waren, aber an den Farben habe ich nichts verändert.


70-210 ist außerdem ein recht praktischer Brennweitenbereich. Er deckt das nahe Tele ab, bei dem ich gerne Portrait-Aufnahmen mache - im Allgemeinen so bis 135mm -, schafft aber auch den mittleren Bereich darüber noch sehr gut. Also, für das, was es ist. Aber ein echtes Nikkor findet man für den Preis eben nicht. Durchweg produziert das Objektiv gute Resultate, mit kaum wahrnehmbarer Vignettierung oder Verzeichnung, und das über praktisch den ganzen Brennweitenbereich. Das sieht man auch nicht allzu oft. Ich frage mich, ob das Design eine Kopie eines namhafteren Herstelleres ist; mein 75-300 kann da jedenfalls nicht ganz mithalten, obwohl ich zuerst dachte, dass die beiden ja mehr oder weniger identisch sein müssten. Aber auch, wenn die beiden sich von außen sehr ähneln, scheinen sie innen doch recht unterschiedlich zu sein. Das seiht man allerdings auch schon an der Größe der Frontlinse: Gerade mal ein 52mm Filter passt hier auf das 70-210 drauf. Das ist wenig. Da wundere ich mich glatt noch mal mehr über die fehlenden Abschattungen in den Ecken.

Ein Filter war übrigens direkt dabei, was immer ein Zeichen ist, dass das Objektiv in seinem bisherigen Leben eher überdurchschnittlich behandelt wurde. (Alleine dieses Filter und die beiden Deckel sind die 10 Euro schon wert - auch wenn der vordere nur ein nachgekaufter von Hama ist.) So sieht das Teil bis auf ein paar Flecken in der Mitte des Tubus auch noch recht gut erhalten aus. Einziges Manko: Das Fokus-Element wackelt recht heftig in seiner Schnecke hin und her. Das scheint aber auch so ein Exakta-Ding zu sein, denn das 300er macht das auch, wenn auch weniger ausgeprägt. Fokussieren ist allerdings sowohl manuell als auch automatisch problemlos möglich.


Soweit muss ich also sagen, dass das ein guter Fund war. Einzig die etwas weit entfernte Naheinstellgrenze von 1,50m stört mich etwas. Gut, für Makro-Aufnahmen habe ich aber auch andere, besser geeignete Objektive. Auch wenn auf diesem mal wieder was von Makro drauf steht. Das waren die 1990er, da stand das praktisch auf jedem Objektiv drauf, dass näher als die maximale Brennweite in cm fokussieren konnte. ;-) Echtes Makro fängt für mich aber erst so bei 1:5 an, würde ich mal sagen - dieses hier kann 1:6,3. Immerhin.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Solide gebaut ist es jedenfalls. Der Metalltubus fühlt sich recht wertig an, das Gummi am Schiebe-Zoom ist noch nicht wie bei meinem anderen Exakta aufgequollen und nervig. Auch die Dichtung im Inneren ist besser erhalten, vor und zurück läuft sehr flüssig, fast schon zu flüssig: Hält man das Objektiv nach unten, zieht das eigene Gewicht es recht schnell auf. Und umgekehrt, nach oben rutscht es sehr bald rein. Das wundert mich bei einem Teil von 30+ Jahren allerdings schon ein bisschen. Es ist wohl nicht zu viel benutzt worden und zwischendurch in gutem Klima gelagert worden.

Fazit: Guter Fund, günstiger Kauf. Ich schau mal, dass ich demnächst auch ein paar Film-Bilder damit mache, wenn es sommerlicher wird. Bei derzeitigem Wetter müsste ich sonst mindestens auf ISO 800 pushen und das habe ich gerade keine Lust zu! ;-)

PS: Es gibt im Netz Hinweise darauf, dass dieses Objektive tatsächlich von Cosina gebaut wurde - aber eben nichts Konkretes. Ob man nun solchen Gerüchten glaubt oder nicht, ich wollte es erwähnt haben. Wenn das stimmen sollte, würde das die relativ hohe Qualität erklären. Kann auch zeitlich hinkommen: Exakta war seit den 1980ern ja nur noch ein Name, der auf alles mögliche drauf gepappt wurde, und Cosina hat gerne auch für andere Hersteller Kameras und Optiken gebaut, die durchaus auch mal den mittleren Ansprüchen genügt haben. Aber, wie gesagt, alles mit Vorsicht zu genießen! Ich kann auch nur das wiedergeben, was ich aus dem bösen Internet gelernt habe, dem man ja nicht glauben soll! ;-)