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Teotihuacan - Stadt der Götter

Eines der Spiele, die wir uns vom Flohmarkt auf der Bonn Spielt mit gebracht hatten, ist Teotihuacan: Stadt der Götter. Das stand zwar nicht ganz oben auf unserer Liste, aber hat uns genug interessiert, dass wir es mit genommen haben. Gebraucht war es auch extrem günstig für die vielen Holzteile, die da drin sind.


In Teotihuacan geht es hauptsächlich darum, die Pyramide in der Mitte des großen Spielplans zu bauen, damit die Götter besänftigt sind. Nebenbei kann man noch einige andere Dinge tun, etwa Häuschen bauen und Verzierungen an den Stufen der Pyramide anbringen. Um das alles zu bewerkstelligen, muss man seine Arbeiter von Ort zu Ort, von Gebäude zu Gebäude schicken, damit diese dort Arbeiten verrichten, etwa Baumaterial sammeln oder Fähigkeiten lernen. Das Ganze muss natürlich auch irgendwann enden, und zwar, wenn zum dritten Mal eine Sonnenfinsternis eingetreten ist. Das passiert immer, wenn der weiße Marker den schwarzen Marker trifft, wobei aber immer nur der weiße bewegt wird, und zwar am Ende einer jeden Runde, wenn alle Spieler einen Zug gemacht haben. (Es gibt auch besondere Ereignisse, die die helle Scheibe weiter ziehen lassen, aber die kommen selten vor, sodass ich sie jetzt mal weg lasse. Ich will hier ja wie immer nicht die Betriebsanleitung nacherzählen, sondern was zum Spielerlebnis sagen.)

Teotihuacan ist kein klassisches Worker Placement, sondern stattdessen laufen die Arbeiter immer rechtsrum im Uhrzeigersinn über den Plan und besuchen dabei verschiedene Orte in der Stadt. Dabei gibt es kein Cool Down, man kann also im nächsten Zug den gleichen Arbeiter wieder bewegen, wenn man möchte. Am Anfang hat man drei Arbeiter, die über den Plan laufen, man kann einen vierten freischalten. Repräsentiert werden diese durch Würfel, deren sichtbare Augenzahl die Stärke oder den Erfahrungswert des Arbeiters angeben. Je höher die Zahl, desto bessere Aktionen können die Arbeiter ausführen, und nach jeder getanen Arbeit können sie ein Level aufsteigen. Wenn sie allerdings bei der 6 angekommen sind, gehen sie ins Jenseits über. Dann kann man seinen Klotz auf der Totenallee bewegen und der Würfel wird - zurückgesetzt auf 1 - wieder auf den Startpunkt im Palast abgelegt, von wo er als neuer, unerfahrener Arbeiter von vorne startet.


In jedem Zug kann ein Arbeiter bis zu drei Orte weiter bewegt werden, sodass man mit einem bestimmten Arbeiter nie alle Orte erreichen kann. Es ist also sinnvoll, sie einigermaßen gleichmäßig zu verteilen und seine Aktionen gut zu planen. Zudem kann man an bestimmten einzelnen Orten die Arbeiter auch auf speziellen Fendern festsetzen, wo sie stehen bleiben, biss man eine gewisse Menge Kakao (die Währung im Spiel) zahlt, um sie wieder frei zu kaufen. Als Belohnung winken hier bestimmte Sonderplättchen, die man sammeln kann (wie Masken, die bei der Finsternis-Abrechnung Punkte bringen) oder die bestimmte Fähigkeiten zur einmaligen Verwendung bieten.

Klingt alles mal wieder komplizierter, als es tatsächlich ist, aber man sollte auch bedenken, dass die Anleitung schon eher ein dickes Heft als eine dünne Packungsbeilage ist. Die Lernkurve ist relativ hoch, auch wenn das eigentliche Spiel nach deren Lektüre recht flott und flüssig von der Hand geht. Strategie ist hier immer wichtig, man sollte immer im Hinterkopf behalten, was man eigentlich gerade vor hatte und wie man die meisten Punkte abgreifen kann. So etwa beim Bau der Pyramide, wo man möglichst viele Symbole passend übereinander legen möchte, um Boni zu erhalten, wie etwa auf den Tempelleisten aufzusteigen, die wiederum ebenfalls Boni (und Punkte) bringen. Gleiches gilt für die Verzierungen, die man an den Aufgängen auf die Pyramide anbringen kann. Nebenbei kann man noch seine Fähigkeiten verbessern, im Palast Dienst tun und Häuser errichten. Alles für Punkte. Am Ende wird abgerechnet und wer die meisten hat, gewinnt.


Soweit grob das Spielprinzip. Wie gesagt: Die Anleitung hat so um die 20 Seiten, da gibt es einiges zu lernen, was ich in so einem kurzen Artikel nicht beschreiben kann und will! Was mich aber zum Material bringt, von dem ich durchweg überzeugt bin: Die Pyramidenteile sind aus Holz und wertig, der Spielplan ist hübsch und dem Thema entsprechend gestaltet und selbst die Papp-Plättchen fühlen sich nicht allzu billig an. Auch die Ressourcen, von denen es Gold, Steine und Holz gibt, sind aus Holz und passen gut in die Hand. Einzig die Kakao-Plättchen sind ein bisschen klein geraten, finde ich. Überhaupt fühlen sie sich während des Spiels ein bisschen wie ein Nachgedanke an, um das Spiel ein bisschen schwieriger zu gestalten. (Mit dem Kakao kann man nicht nur seine Arbeiter aus den Tempel-Ecken freikaufen, sondern muss diese auch am Ende, wenn die Finsternis kommt, bezahlen/füttern.)

Das ändert aber nichts daran, dass das Spiel insgesamt einen gut durchdachten und wertigen Eindruck hinterlässt. Die Regeln mögen kompliziert erscheinen, wenn man sie liest, aber im Spiel ergeben die allermeisten einen logischen Sinn. Man kann halt keine Pyramide bauen, ohne eine gewisse Menge Material beschafft zu haben. (Dabei ist es übrigens immer hilfreich, wenn zwei Arbeiter auf dem gleichen Ort landen, denn die beiden können sich dann gegenseitig helfen und die Belohnung fällt dementsprechend üppiger aus.) Vor allem passen die Regeln sehr gut zum Setting: Eine mesoamerikanische Stadt vor der Kolonialisierung durch die Europäer. Während des Spiels kommt tatsächlich ein gewisses prä-kolumbianisches Feeling auf, auch wenn es natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Bewohner repräsentiert.


Fazit: Mal ein bisschen etwas anderes als unsere üblichen Worker Placements; ein Spiel, dass auf den ersten Blick Ähnlichkeiten mit Men-Nefer hat (antikes Setting, Pyramiden, etc.), sich aber doch anders spielt, weil man immer im Kreis läuft, um bestimmte, wiederkehrende Arbeiten zu verrichten (mehr wie bei Iki). Mir gefällt es sehr gut, weil mich das Thema ja voll anspricht - Archäologie und Vorgeschichte haben mich schon immer fasziniert und Mesoamerika ganz besonders.

Meine Kritikpunkte sind wenige: Die Ikonografie des Spiels ist im ersten Moment überwältigend, dann aber doch nicht konsequent durchgezogen. So wird etwa manchmal mit dem antiken Punkte-Strich-System für Zahlen gearbeitet, dann aber wieder nicht, und es wäre zB witzig gewesen, die Zahlen 1-6 auf den Würfeln nicht durch normale Punkte darzustellen, sondern eben im gleichen System. Wäre aber evtl. für Einsteiger, die sich im mesoamerikanischem Zahlensystem (Basis 20) nicht auskennen doch zu überfordernd gewesen? Ansonsten bin ich eigentlich hin und weg und würde dem Spiel eine eher hohe bis sehr hohe Bewertung geben. Was weiß ich, 4½ von 5 Sternen? Sowas in die Richtung. Vor allem, weil wir es günstig bekommen haben, hat es sich echt gelohnt.

Minolta MD Balgengerät

Da war letztens Trekdinner und der F hat mir schon wieder was aus dem Keller mit gebracht: Dieses hervorragend erhaltene Minolta MD Balgengerät! Wollte ich schon immer mal haben. Also, jetzt nicht unbedingt für Minolta MD, aber das kann man ja adaptieren. Ich habe es dann direkt mal aus der Pappschachtel genommen und ausprobiert. Die Sonne war gerade vorhanden, der Garten war warm, die Dias vom Schwiegervater hatte ich auch letztens erst wieder zusammengeklaubt, als die im Keller den Akku für die PV-Anlage angebracht haben. Beste Voraussetzungen also!


Die Unwissenden unter uns werden sich jetzt fragen: Wozu zum Ficus braucht man ein Balgengerät und was ist das überhaupt. Nun, also, im Allgemeinen verwendet man ein solches, um damit Makro-Aufnahmen zu machen. Also, sehr sehr kleine Teile sehr sehr groß erscheinen zu lassen. Mit gängigen Normal-Objektiven kommt man so ca. auf 50cm an seine Subjekte heran, das ist dann meist sowas wie ein Maßstab von 1 zu 10. Ein 1mm großes Dingsbums wird also auf ein 0,1mm großes Abbild auf der Filmebene (Sensor) projiziert. Normale Makros schaffen vielleicht 1:6 oder 1:4. Teure Makro-Objektive kommen auf 1:1. Das wirkt dann schon riesig, wenn ein Legostein fast das gesamte Bild ausfüllt.

Wem das alles noch nicht reicht oder sich kein teures Makro leisten will, der nimmt einen Makro-Zwischenring: Damit kann man dann näher ran gehen als nur mit dem Objektiv, weil der Abstand zwischen Bildebene und Sensor entsprechend vergrößert wird. Das geht natürlich auf die Lichtwerte, aber im Allgemeinen bewegen sich Dinge, die man makro-fotografieren will, ja nicht. Ein Balgengerät ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Makro-Zwischenring, nur dass er eben variable ist und man damit einen entsprechend größeren Brennweitenbereich abdecken kann. Außerdem, wie in diesem Fall, gibt es noch die Möglichkeit, auf der Vorderseite des Objektives einen weiteren Balgen anzuklemmen, der dann in eine Milchglasscheibe mündet, vor der man ein Dia oder ein Negativ platzieren kann. Und, zack, kann man Kopien anfertigen, wenn man das Ding in eine Lilchtquelle (am Besten die Sonne, weil die farblich "neutrales" Licht produziert) hält. Krasse Scheiße! Ja, so wurden früher tatsächlich Kopien angefertigt: Wenn man eine Dia-Show seinen Außendienstmitarbeitern (jetzt nicht unbedingt einem Staubsauger- oder Enzyklopädie-Vertreter, sondern mehr so spezialisiertere Fachbereiche) mitgeben wollte und man brauchte so 24 bis 36 Kopien, dann hat man halt einen ganzen Film voll mit einem Dia fotografiert. Da sich Dias auch nicht bewegen, konnte man dann auch zB den guten, hochauflösenden, aber arsch-langsamen Dokumenten-Film verwenden.


Heutzutage kann man damit einfach und schnell Dias und Negative digitalisieren, wie man hier sehen kann: Sony an den Adapter geschnallt, da den Balgen drauf, vorne ein gutes MD-kompatibles Objektiv drauf, fertig ist die Kopierstation. Mein 55/1,7 MR eignet sich zwar, aber nur bedingt; ich müsste mal suchen, ob ich im Netz oder auf dem Flohmarkt was Passenderes finde. Das hat auf die Entfernung/Vergrößerung schon ein paar Verzerrungen und das Filtergewinde ist recht klein, passt also nur mit Step-Up-Ringen einigermaßen Lichtdicht da dran, und dann musste ich es noch mit Tesa fixieren. Der Strahlengang war dadurch nicht ganz gerade und die Dias schief. Zum Ausprobieren ging es aber trotzdem. Musste ja nicht perfekt sein. Ein paar Beispiele gibt es im "Erweiterten Eintrag".

Fazit: Ein weiteres, extrem praktisches Stück antiker Fototechnik in meiner Sammlung! Danke an F mal wieder. (Ich installiere ihm dafür auf sein altes Notebook ein Mint, damit das nicht weiter mit Win 11 gequält werden muss! ;-)) "Minolta MD Balgengerät" vollständig lesen

Schwarz-weiß und analog, Teil 333c: Körniges Hennef - Am Bahnhof

Foma 400 @ 800 #17, 31. Januar 2026
  • Olympus OM-2 s/p, Olympus Zuiko MC Auto-S 1:1.8 f=50mm, Auto Makinon 1:2.8 f=28mm, Olympus OM-System E. Zuiko Auto-T 1:3.5 f=135mm
  • Entwicklung: Fomadon R09 1+25 11:30 19,5°C; Adofix 1+5 #22 (?) 7:00 19,5°C; Adoflo 1+200 1x
Vor dem Bahnhof steht der Crepes-Stand. (1/500s, f/8, 50mm.) Den versuche ich ja immer mit zu nehmen, wenn ich hier mit Kamera vorbei komme, aber ich will nicht den Besitzer mit im Bild haben, der da drin vor sich hin werkelt, und auch keine Kunden, sodass ich es dann meistens lasse. Im geschlossenen Zustand, so wie hier auf dem Bild, ist beides kein Problem, aber dafür sieht man halt auch keine Crepes, Nutella-Gläser und Bananen... ;-)

Am Bahnhof angekommen, stand mal wieder eine S19 dumm auf Gleis 3 in der Gegend rum und wartete auf die Abfahrtszeit. Oder war es eine S12? Habe jedenfalls eines der Scheinwerfer-Gehäuse als Andenken mit genommen. (1/125s, f/5,6, 28mm.) Muss man ja mal feiern, wenn da eine der moderneren Bahnen steht und nicht diese alten, abgeranzten Dinger, die sie aus sonstwo wieder re-importiert haben, nachdem die die da nicht mehr wollten.


Der Wartebereich besteht ja hauptsächlich aus Stahlbänken, die Wind und Wetter ausgesetzt sind; überdacht ist hier nur ein kleiner Teil. (1/500s, f/4, 28mm.) Früher(tm) gab es ja mal ein Bahnhofsgebäude, in dem man hätte warten können, aber solche Dinge sind der Deutschen Bahn ja zu teuer geworden im Unterhalt, weshalb da ja jetzt 'ne Kneipe drin ist und die Leute im Regen stehen müssen. Ach ja, der Komfort des ÖPNV...!

Zum Beweis: Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Gleis 2 aus gesehen. (1/1000s, f/8, 50mm.) Ein bisschen unterbelichtet. Was hab ich denn da wieder gemessen, hm? Scheinbar den Himmel. Besonders "schön": Im Hintergrund dieses Parkhaus-Einkaufs-Kombi-Gebäude, das zur Hälfte oder mehr leer steht, seit der Saturn während Corona dicht gemacht hat. Da könnte echt mal was neues einziehen, das ist echt scheiße. Vorzugsweise wieder ein Elektronik-Laden, der fehlt mir nämlich echt hier in der Stadt!

Am Bahnhof wird man übrigens ununterbrochen fotografiert, da fand ich es nur fair, einfach mal zurück zu schießen! ;-) (1/500s, f/8, 135mm.) Besonders diese Stacheln überall, dass es sich nur ja keine Tauben wagen, sich irgendwo hin zu setzten und einem auf den Dätz zu kacken. Die armen Tiere! Die sind doch eh schon immer so im Stress. Dürfen die nicht mal mehr ihre Notdurft oberhalb der Passagiere verrichten. :-D


Irgendwann kommt dann auch mal eine Bahn, wenn nicht gerade wieder irgendwer im Gleisbett übernachtet oder Streik ist oder die Hempels in der Chefetage den Fahrplan ausgedünnt haben oder sowas. (Unbekannte Zeit, f/16, 28mm.) Hatte hier die Blende ganz geschlossen, weil ich gehofft hatte, ein bisschen Bewegungsunschärfe in den Zug zu bekommen, aber scheinbar war die Geschwindigkeit schon zu gering und der Film noch immer zu empfindlich. Erstaunlich, dass die Anzeige nicht zerbröselt ist, dafür hat die Belichtungszeit also scheinbar gereicht. Schade, hätte mal drauf achten sollen, wie schnell die tatsächlich war.

Man kann ja nicht den ganzen Tag am Bahnhof rum lungern, also bin ich weiter, zurück zum Auto, am Jugendgehege (wie im Streichelzoo) vorbei, wo dieses halbe Fahrrad am Pinn abghängt. (1/1000s, f/5,6, 50mm.) Das ist ja auch bekannt, das fotografiere ich ja auch alle fünf Minuten. Ist aber immer wieder ein Motiv und in dieser regnerischen Stimmung extra depri. Wie die ganze Anlage da, finde ich. Die Blagen werden da hin verbannt, damit sie ja nicht am Bahnhof abhängen. Wie die Tauben. Fehlt, dass sie auf die nicht überdachten Bänke auch noch Stacheln anbringen, dass die sich ja nicht da hin setzen und ihre schreckliche Rapmusik hören! :-D (Ich übertreibe. Wie immer. Aber nur ein bisschen. Kinder und Jugendliche haben es heutzutage echt nicht leicht und jetzt wollen sie ihnen auch noch das Social Media weg nehmen. Als ob das was an den grundlegenden gesellschaftlichen Problemen ändern würde. Aber ich werde wieder politisch, das wollte ich doch nicht mehr, trlalala, alles ist gut, don't look up...)

Dann lieber Graffiti in die Unterführung sprühen. (1/90s, f/2,8. 50mm.) Glänzt so schön, die Metallic-Farbe. Flackert im 50-Hertz-Takt der eingegitterten Neonröhre. Hach, das ist das echte Heimat-Feeling! ;-)


Am Treppenabgang zur Unterführung dann noch ein weiteres Symbol des Spätkapitalismus: Goldenes M auf Pappe, ca. 2026, mit unverrottbarem Plastikverschluss. (1/1000s, f/4, 50mm.) Aber immerhin sind 0,5 Liter drin. Obwohl: Ist die Kappe mittlerweile auch aus Plastik? Das sieht ja fast so aus. Ich war so lange nicht mehr bei Mac Ds, dass ich das echt nicht weiß. Bestimmt schon, seit die FedCon nicht mehr in D-Dorf ist.

Aber egal, eigentlich sollte man den ganzen Kladderadatsch einfach abreißen, dachte sich die Stadt Hennef, und baut so ein neu-wokes, linksgrünes Fahrradparkhaus auf den Vorpöatz, worüber sich die ganzen Boomer im Internet auskotzen. (1/320s, f/8, 50mm.) Ach nee, Moment, "besorgte Bürger" heißt das ja. Same difference. Wie war das mit "nicht wieder so politisch werden". Ja, war wohl nix. Kann ich aber auch nichts dran ändern, ich habe die Fotos eigentlich gar nicht mit Vorsatz gemacht, sondern einfach nur so, weil ich ja an Baggern nicht vorbei gehen kann. Die gesellschaftlichen Implikationen fallen mir dann immer erst nachher auf. (Gut, dass ich nicht dran gedacht habe, dass der Crepes-Verkäufer sicher auch einen unscharfen Migrationshintergrund hat und dementsprechend ich hör jetzt lieber auf! :-D)

Nächstes Mal: ...ja, weiß ich jetzt gar nicht. Müsste eigentlich schon der Testfilm mit dem 50/1.4 AI-S dran sein, das ich vom Flohmarkt mitgenommen hatte. Echt? Bin ich so aktuell mit meinen s/w-Bildern? Erstaunlich! Das hatte ich ja schon seit Jahren nicht! Gut, die hier sind ja auch aus dem späten Januar und wir haben ja gerade mal Ende März. Das mit den Neujahrsvorsätzen scheint doch mal zu funktionieren! Dafür habe ich jetzt bunte Digitalbilder auf Halde liegen! ;-)

Zwei Flohmärkte an einem Tag - Teil 2: Hit Troisdorf

Und so sind wir dann noch zum Hit gefahren. Hier war ich das letzte Mal vor schätzungsweise 10 Jahren auf einem Flohmarkt. Wahrscheinlich zusammen mit meinem Bruder, denn J sagt, sie war es nicht! Meinen Bruder hatte ich übrigens auch gefragt, der ist ja eigentlich näher an Troisdorf als wir, aber der hat wohl lieber seinen Garten unsicher gemacht. Na gut, muss auch sein, es ist ja Frühling und alles grünt und sprießt und will Aufmerksamkeit. ;-)


Was Fotoapperate und Zubehör angeht, war es hier eigentlich fast interessanter als beim Obi. Natürlich, nichts schlägt die Leicas, die ich da gesehen habe, aber ansonsten war da doch ein recht hoher Anteil an 90er Knipsomaten im Mix. Überdurchschnittlich viel Schrott, finde ich. Während ich hier doch die ein oder andere Kamera gesehen habe, die durchaus noch im Bereich "möglicherweise funktionstüchtig" anzusiedeln gewesen wäre. Zum Beispiel diese Porst compact-reflex OC-N, die mir direkt ins Auge gefallen ist. Nachdem ich sie dann mal hin und her gedreht hatte und die ganzen Macken gesehen hatte, war meine Tendenz dann allerdings schon eher Richtung "das lohnt nicht zu fragen", als der Standbetreiber dann kam und mich in ein Gespräch verwickelte. Am Ende hat er sie mir so gelassen, für lau! Ja, OK, don't mind if I do. Alleine das Objektiv vorne drauf wird sicher 'n Zehner wert sein. Was genau da alles dran kaputt ist, werde ich in näherer Zukunft mal in einem eigenen Artikel aufführen. Spoiler: Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie wiederbelebt bekomme...


Nebenbei hat das Licht meines Lebens dann noch drei weitere Spiele eingesackt. Ja, OK, die waren zusammen nur für 15€, aber der Platz im Schrank ist mittlerweile voll, würde ich sagen. Meine Kameras sind zum Glück im Vergleich ja eher kompakt! ;-) Naja, jetzt können wir demnächst noch "Adel verpflichtet" und "Elysium" spielen. Und nebenbei haben wir ein kaum benutztes "Pandemie Legacy" abgegriffen. Da müssen wir mal schauen, was da wie zu fixen wäre, damit wir das von vorne spielen können. Ansonsten machen wir da weiter, wo die Vorbesitzer aufgehört haben! ;-)

Und das war das dann mit den Flohmärkten. Für eine Kamera mit Objektiv und Blitz habe ich gar nichts bezahlt, für ein Revuenon nur 5€ und bei dem Herrn mit den Leicas habe ich noch eine135er-Metall-Patrone zum Nachfüllen im Schutzgehäuse mit genommen (inklusive einem eingespulten s/w-Film), ebenfalls für einen Fünfer. Hat J tatsächlich mehr Geld da gelassen! Sowas! Das geht ja gar nicht! ;-)

Zwei Flohmärkte an einem Tag - Teil 1: Obi Siegburg

Wochenend' und Sonnenschein und dann mit Dir auf dem Flohmarkt, leider nicht ganz so allein, weiter brauch' ich nichts um Glücklichsein. Deswegen am Sonntag mal ausnahmsweise das Auto geschnappt, um zum Obi in Siegburg zu fahren - und das bei dieses Spritpreisen. Aber was tut man nicht alles für ein bisschen Bewegung an der frischen Luft, gepaart mit dem Hobby, alte Kameras anzugucken und natürlich auch all den anderen interessanten Rest, den es auf einem solchen Trödelmarkt alles zu sehen gibt.

Als wir im Industriegebiet an kamen, war erst mal große Parkplatznot angesagt: Allüberall an den Straßenrandplätzen stand schon einer, wo er/sie/es eigentlich gar nicht stehen darf, weil hier überall Parkverbot herrscht - wie ich auch gleich mal dokumentiert habe. Und das hat auch einen Sinn: Bei der wilden Wildparkerei, die hier stattfand, war kaum ein Durchkommen. Ich kann mir kaum Vorstellen, dass das besser wäre, wenn jetzt an einem normalen Werktag auch noch die LKW, die man in einem solchen Industriegebiet unweigerlich einplanen muss, unterwegs wären. Parkverbot macht also Sinn. Und wenn man dann schon scheiße parkt, dann doch wenigstens mit dem ganzen KFZ auf dem Bordstein. Aber Egal. Immerhin war ja Sonntag und die üblichen Regeln daher etwas relaxter, da will ich mal nicht allzu viel nörgeln. ;-)


Auf dem Markt selber haben wir dann wie immer unsere Runden gedreht, auch wenn das hier echt schwierig ist: Der Obi-Parkplatz ist so klein, dass die Stände sich recht dicht drängen müssen, sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite der Brücke. Zudem hatten wohl einige andere Leute die gleiche Idee, von wegen Wochenend' und Sonnenschein und so. Es war gut was los. Will jetzt nicht sagen, dass das Rheinauen-Dimensionen hatte, aber doch schon nah dran bei dieser Platzgröße und dem Verkehrsaufkommen.

Und was haben wir gesehen? Ich bin ja immer so ein bisschen Technik-Nerd, deswegen hat mich dieses alte Grundig-Mikrophon schon sehr fasziniert. Aber ich kann nicht auch noch alte Audio-Komponenten sammeln, ich bin schon mit Kameras überfordert. Habe das Ding zuerst für einen Rasierer gehalten, muss ich zugeben! Jaja, die Augen! Was Kameras angeht, die EHO Box habe ich Stehen lassen, denn auch wenn sie evtl. historisch signifikant ist, dieses Exemplar war mir dann doch ein bisschen zu rostig und pilzig! Das will was heißen, nehme ich doch sonst alles mit, was nicht bei drei auf den Bäumen ist! ;-)


Die kleine Agfa Optima hatte es mir ja angetan, aber zum Glück bin ich abgelenkt worden, sonst hätte ich die vielleicht mitgenommen. Hatte vor gehabt, am Ende noch mal vorbei zu schauen, aber das hat sich dann erledigt gehabt, nachdem ich mit dem Herrn an dem Stand mit den vielen Leicas, Contaxen und ein paar Rolleis so lange geredet hatte. Besonders schick ist ja diese R4 in der Box mit dem roten Samt, aber da wollte er über 200€ für haben - auch gebraucht noch immer weit außerhalb meines Flohmarkt-Budgets! Leica halt! Aber schon eine ziemlich geile Kamera! Hätte ich für einen kleineren Preis durchaus schwach werden können, aber in dem Zustand mitsamt allem Zubehör war die dann doch sicher auch das wert, was er dafür haben wollte!


Irgendwo an einem der Stände auf der anderen Seite der Brücke habe ich dann doch noch zugegriffen: Da lag ein Revuenon-Speziel 135mm in einer Wühlkiste mit lauter defektem Schrott, das musste ich einfach retten, denn ich weiß ja, wie gut das Teil ist! Total verdreckt, wie es war, konnte ich trotzdem erkennen, dass die Blende schnappig ist und der Schmutz auf den Linsen nur oberflächlich. Im Gegensatz zu den anderen Fotografika, die da in der Kiste vor sich hin schimmelten, schien das noch nicht allzu lang dabei gelegen zu haben. Außerdem hat es eine viel niedrigere Seriennummer als mein bisheriges Exemplar, sodass ich es schließlich für 5 Euro mit genommen habe. Kann man nix falsch machen, dafür geht das auch bei ehBlöd wieder weg, wenn ich mich dazu entscheiden sollte.


Das war dann auch das hier beim Obi. Aber wie der Titel schon sagt: Wir hatten noch nicht genug und es war erst halb 1 und da haben wir uns gedacht, wir fahren tatsächlich noch die 8 Kilometer rüber zum Hit in Troisdorf und schauen mal, was es da noch zu sehen gibt. Es lohnt sich schließlich immer, auch mal ein paar andere Flohmärkte auszukundschaften. Wenn man immer nur auf die gleichen geht, sieht man auch immer nur die gleichen Leute an den gleichen Ständen! ;-)