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Mittelalter

Wenn die Ärzte nicht mehr weiter wissen, dann verordnen sie einen Aderlass. Im Mittelalter nahm man dazu Blutegel, heutzutage nennt sich das Labor. ;-) Fünf Ampullen wollten die haben, gekriegt haben sie drei, dann war der Arm leer.

Immerhin, die Frau Zahnärztin, zu der der Hausarzt mich dann hin geschickt hat, weil er immer noch keinen Befund hatte, hat was gefunden: Toter Nerv in rechts unten 4 (oder war es 5?). Heißa, fein. Klopf, klopf, kühl, röntg, klopf, klopf, bohr, schmirgel, übel, aua, provisorisch antiseptisch schlagmichtot auffüll. Drei Stunden dicke Lippe, wegen der Betäubung, danach sind es jetzt aber endlich andere Schmerzen, also hoffe ich mal, dass der Übeltäter für die Pein der letzten Zeit endlich gefunden ist. Am Dienstag weiß ich mehr, da kommen sowohl die Laborwerte wieder als auch ich zum Zahnarzt, das Provisorium gegen was Haltbares austauschen.

Jetzt jedenfalls geh ich wieder mich hinlegen. Was ich heute esse, und wie - meine letzte Nahrungsaufnahme ist ca. 24h her -, das stellt sich dann heraus. Beißen kann ich irgendwie noch nicht wieder, weil mich dann ein ziemlich heftiger Schmerz wissen lässt, dass das noch nicht in Ordnung ist. Also nur flüssige Nahrung. Und was ich mit Zähneputzen mache, weiß ich auch noch nicht, ich muss die restlichen, die ich gefahrlos benutzten kann, ja irgendwie sauber halten, sonst kippt die arme Frau Zahnärztin am Dienstag ja vom Stuhl, wenn ich den Mund auf mache.

Naja, wird sich ergeben. :-(

Sieben

Nummer 7 heißt Daniel, das wissen wir ja jetzt schon. (ACHTUNG: Spoiler!)

Kleiner Scherz am Rande, eigentlich wollte ich was zu Windows erzählen. Damals runtergeladen, aber irgendwie nicht dazu gekommen, habe ich es endlich geschafft, mal die 7 Beta in eine virtuelle Maschine zu installieren. Zum Anschauen und damit vertraut machen wirds reichen, dachte ich mir, und wenn demnächst (vielleicht schon Ende des Jahres) all die Windowsler da draußen wieder mich fanatischen Linux-Open-Source-User fragen "Du hast doch Ahnung von Computern, was muss ich machen, damit...", dann kann ich sagen: "Jaaaah, da klickst Du auf den Start-Button und auf Neu Starten und hoffst, dass Deine Probleme weg sind." ;-)
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No Line on the Horizon

Am Freitag habe ich mir, direkt zum Release, die neue Platte von U2 zugelegt. Als jahrelanger (lebenslänglicher?) Fan muss man ja mal wieder alles im Schrank haben. Außerdem hatte $großerElektronikhändler die für 10 Euro im Angebot, was man heutzutage ja bei Neuerscheinungen nicht mehr all zu oft sieht, die kosten ja schließlich auch schon mal 15, 20 oder mehr Öcken. Habe die Platte jetzt ein paar mal durch gehört, und da dachte ich mir, schreib ich mal ein kleines Review:

Vorweg sei gesagt, die Songs, durch die ich zu U2 gekommen bin, stammen zum größten Teil aus den 80ern und 90ern. War, The Joshua Tree, Achtung Baby, das (und alles dazwischen) sind die Platten, mit denen ich aufgewachsen bin. Von daher ist meine Sicht auf die Dinge wahrscheinlich etwas durch die Vergangenheit gefärbt.

Die neue ist anders, sowohl als das, was damals war - was ja irgendwie klar ist - als auch als die letzten Platten. Pop und All That You Can't Leave Behind waren meiner Meinung nach eher schwach, How To Dismantle an Atomic Bomb wieder etwas besser, aber diese haben alle gemeinsam, dass mich besonders die Bono-ich-rette-die-Welt-im-Alleingang-Heulsongs auf die Dauer eher nerven und den Wiederhör-Wert doch deutlich herabsetzten. Mag ja sein, dass er ein Anliegen hat, aber das kann man auch anders rüber bringen.

Die gute Nachricht: Dieses mal tun sie es auch anders, denn obwohl manche der Texte durchaus ein Anliegen haben, klingt der Sound wieder etwas rockiger und härter. Auf der anderen Seite haben Brian Eno und Daniel Lanois dieses mal wieder die Finger ganz tief mit im Spiel, also muss man auf einige technischere Klänge gefasst sein, die teilweise an die Passengers-Zeit erinnert. Wer das mag, der kann sich in dieser Scheibe sicher wiederfinden. Untergemischt sind Klänge von Cello und Horn, die sich allerdings gut ins Ensemble einfügen.

Weiterhin positiv fällt die Spielzeit von ca 55 Minuten auf, was bei 11 Tracks gut 5 Minuten pro Stück macht. Manche Neuerscheinung, die ich mir in letzter Zeit "blind" (also ohne vorher reinzuhören) gekauft habe, war da deutlich kürzer und teurer (REM hat da den Vogel abgeschossen mit nur 38 Minuten), also stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Leider kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Platte ein wenig der richtige Aufhänger fehlt. Das Titelstück No Line On The Horizon ist war einigermaßen fetzig, reicht aber meiner Meinung nicht an Vertigo oder Elevation heran. So plätschert Stück für Stück dahin, ohne dass man am Ende sagen kann, welches jetzt das beste war. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, denn umgekehrt würde es mir auch schwer fallen, das eindeutig schlechteste Stück zu bestimmen.

Insgesamt würde ich der Platte drei bis dreieinhalb von fünf Punkten auf meiner U2-Skala geben. Mit anderen Künstlern zu vergleichen ist bei U2 nicht ganz einfach, finde ich, denn trotz allem haben sie doch immer noch einen sehr eigenen Klang.