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Schwarz-weiß und analog, Teil 72: Verkratztes Bonn

Film: Fomapan 100 #15, Kamera: Revue 4, Dezember 2020

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Da ich heute die Kopfschmerzen aus der Hölle habe - gestern wahrscheinlich zu lange mit frisch geduschten und noch feuchten Haaren sowie dem Kopfhörer oben drauf Zombies gejagt; ist ja auch wichtig, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, gerade während so einer Pandemie[1] - gibt es heute den zweiten Schwung verkratzter Negative. Die Bilder drauf stammen von einem Bonn-Besuch im letzten Dezember und sind mit der Revue 4 und dem dazugehörigen Industar 61 gemacht. Die Kratzer habe ich dann beim Retten des Films aus der verklemmten Kamera rein gemacht. (Verstehe bis jetzt nicht so ganz, was sich da verklemmt hatte, denn nachdem ich den Film raus hatte, ließ sich die Krone problemlos auf die Rückspulposition drehen und alles klappte ganz hervorragend. Seltsam.) Die Kratzer gehen übrigens auch nicht weg, will sagen: Die Bilder haben alle ähnliche Schäden, hier in der Mitte des Filmes ist es ganz besonders schlimm.

Kommen wir zu den Fotos. Als erstes haben wir da ein Bild vom Rhein mit dem Posttower, einem Ausflugsschiff und dem Siebengebirge. (1/500s, f/8.) Ganz nettes Bild, bei der schnellen Belichtung und der Blende, die schon in den oberen Bereich des machbaren zu verorten ist, haben wir hier ganz viele Wolkenstrukturen im Himmel, was sehr hübsch aussieht. Dafür ist der Vordergrund allerdings etwas kontrastarm: Die 7 auf dem Schild kann man kaum noch erkennen.

Die Fassade der Uni Bonn habe ich hingegen um zwei Blenden heller belichtet, was man auch direkr sieht. (1/500, f/4.) Sehr schön scharf und kontrastreich (und schief). Ein technisch brauchbares Foto, bei dem ich allerdings gehofft hatte, dass die vergoldete Statue in der Mitte stärker zur Geltung kommt. Aber mit dem 50mm war die wohl etwas weit weg.



Unten am Rhein hatte ich vorher noch ein Foto vom Herrn Lenne zu machen versucht. Hier habe ich sehr in den Schatten der Uferbefestigung im Hintergrund hinein fotografiert, weshalb ich hier noch eine Blendenstufe langsamer unterwegs war. (1/250s, f/4.) Das Ergebnis: Der Kopf der Bonner Berühmtheit kommt sehr gut zur Geltung, ohne dass das Bokeh im Hintergrund völlig in Dunkelheit versinkt. Ach ja, auch dieses Foto ist schief, wie man sieht. Die Kamera ist relativ schwer und mit dem kleinen Sucher (und meiner dicken Brille) ist es nicht ganz einfach, die Fluchtpunkte und -linien zu finden. Andererseits ist die Laterne mitten im Bild, hätte mir schon auffallen müssen! Immerhin ist der Kopf schön scharf.

Dazu passend habe ich die moderne Kunst mit ihren Highlights auch direkt mal versucht, die man auf dem Weg vom Rhein hoch zur Uni findet. (1/250s, f/4.) Auch nicht gerade, aber durch die seltsame Form der Plastik fällt das gar nicht so auf. Auch fällt der Kratzer nicht so auf, da es oben rum eh sehr hell ist. Auf jeden Fall eines der besseren Bilder auf dieser Rolle. Besonders witzig fand ich den Kanalreinigungswagen der Stadtwerke im Hintergrund; der war einer der Gründe, weshalb das Bild so schief ist, denn es musste schnell gehen, als die Ampel grün wurde. ;-)

Apropos Kunst: Vor der Galerie in der Stadt habe ich dann dieses Prachtstück erwischt. (1/60s, f/2,8.) Wie man an der Belichtung sieht: Hier zwischen den hohen Häusern war es dunkel. Ich fand aber die Einfassung des Kunstwerks durch den Spruch "in diesen Zeiten" gepaart mit der spärlichen Weihnachtsbeleuchtung auf der anderen Seite sehr witzig. Auch hier ist alles wieder schief, was war denn los, hatte ich an dem Tag irgendwie Innenohrprobleme und wusste nicht, wo unten ist? ;-)

Bei den eScootern fällt das gar nicht so auf, die liegen ja eh kreuz und quer. (1/60s, f/2,8.) Auch hier musste es schnell gehen, der Rewe-Wagen im Hintergrund ("Natürlich frisch", "besser leben.") fuhr schon langsam an, und den wollte ich unbedingt mit im Bild haben. Bei Offenblende ist der gerade unscharf genug, aber ein lichtstärkeres Objektiv mit mehr Unschärfe wäre schon witziger gewesen.


Zum Thema Kunst und Plastiken gibt es dann noch den stilisierten Adler vor der Oper, der auch immer wieder ein beliebtes Motiv ist. (125s, f5,6.) Dieses Mal ist er allerdings sehr kontrastarm geworden. Vielleicht doch lieber f/4? Man weiß es nicht. Vielleicht liegt es auch an den vielen Kratzern. Also, auf der Linse jetzt, obwohl die hier auf dem Negativ auch sehr prominent sind. Wie man sieht, war es auch recht bedeckt an dem Tag, vielleicht liegt es also auch einfach an dem vielen Streulicht.

Die Ananas-Sticker machen sich vor dem grauen Himmel und der unscharfen Brücke (Mit Stadtahn? Oder ist das einer von den langen Bussen, so einer mit Gelenk?) allerdings sehr gut, und das bei gleicher Zeit/Blende. (1/125s, f/5,6.) Besonders die Highlights auf den Aufklebern finde ich gut gelungen.

Mit den Fahnen im Gegenlicht habe ich dann mal wieder ein experimentelles Foto dabei, bei dem ich wirklich nicht abschätzen konnte, was dabei rum kommt. (1/500s, f/8.) Aber das Ergebnis ist erstaunlich brauchbar: Wolken erkennbar, aber auch die Köln-Düsseldorfer unten links im Schatten ist noch durchaus lesbar. Und dabei ausreichend scharf, was ich nicht gedacht hätte. Das Bild ist allerdings vielleicht etwas überladen, hätte mich evtl. auf nur eine oder zwei Fahnen konzentrieren sollen und dann in den Hochkantmodus wechseln sollen.


Die Efeu-Blüten unten an der Rheinpromenade sind ebenfalls etwas experimentell. (1/500s, f/2,8.) Hier hätte ich die schnelle Belichtung gegen ein paar Blenden mehr eintauschen sollen, denke ich, damit die Blüten alle scharf sind. So ist es eher nur mittelmäßig. Aber ich wollte halt wissen, wie unscharf der Hintergrund bei Minimaldistanz werden kann und hier ist die Antwort: Sehr. ;-) Wobei der Blendenblobb leicht links von der Mitte tatsächlich nicht ganz rund ist. Muss mal schauen, ob die Lamellen vielleicht nicht ganz gleichmäßig öffnen und schließen.

Unter die Berühmten Bonner, deren Antlitze man am Rhein findet, gehört auch der Ernst Moritz A., wie er auf den Vater Rhein hinaus blickt. (1/250s, f/8.) Oder guckt er nach Beuel? Hat er da was gesehen, was ihn interessiert? Hier habe ich jedenfalls eine schon recht große Blendenzahl gewählt, weil ich sowohl seine Hand als auch seine Nase scharf haben wollte. Licht hatte ich ja offenbar genug und ich glaube, schärfer als f/8 wird es nicht. Fazit: Bild ganz gut. Kratzer: Scheiße. Wie man sieht, hat der Film hier gegen Ende richtig gehakt und sich gewehrt, da sind richtig Löcher ins Material gerissen. Wo hatte der sich denn da verhakt?


Wenn man schon hier oben ist, kann man gleich noch ein Bild von einer der Kanonen machen, die hier oben stehen. (1/250s, f/4.) Dieses hier sogar mit Beuler Kirchturm. Schön scharf ist es, aber leider sind genau in dem Moment die Menschen, die ich eigentlich hinter der Kanone verstecken wollte, einen Schritt nach rechts gegangen und zack, waren sie im Bild. Mist.

Zuletzt das "7"-Schild, das ich am Anfang schon mal klein irgendwo in der Ecke mit drauf hatte, aber dieses Mal groß und prominent. (1/60s, f/8.) Warum diese Werte? Weil ich nach dem Entfernungs-Messen die Kamera über den Kopf gehalten und blind geschossen habe, weil ich den Winkel so haben wollte, dass noch was Horizont mit drauf ist, und da meine Augen nicht so weit oben sind, zum Nachmessen, lieber mehr Tiefenschärfe riskieren. ;-) Hat sogar beides einigermaßen funktioniert: Das Schild ist einigermaßen scharf, die Berge des Siebengebirges und der Posttower sind gerade so noch mit drauf. Mit 'ner Leiter hätte ich es besser hin bekommen, aber ich nehme, was ich kriege. Sieht ja auch doof aus, wenn man mit der Leiter am Rhein rum läuft! ;-)

Nächstes Mal: Verkratzte Fotos aus Seelscheid! Bis dahin.

[1] Ja, ich habe extra etwas Zeit investiert, um diesen Einschub so zu formulieren, dass er besonders zweideutig wirkt! (...und in zwei, drei Jahrzehnten, wenn wir Corona völlig vergessen haben werden, ganz besonders!) ;-)

Langer Spaziergang nach Rott

Hatte heute mal wieder etwas mehr Zeit (und besseres Wetter), um einen Spaziergang zu machen. Da habe ich gleich mal die fehlenden Schritte der letzten Woche nachgeholt. Dabei hatte ich die Olympus mit dem "neuen" 135mm, und weil ich mich nach kurzer Zeit schon so an diese Brennweite gewöhnt hatte, sind die meisten Bilder mit der Nikon auch bei dieser Brennweite entstanden. Habe das E-Series 135mm eh viel zu wenig benutzt bisher. Muss sich auch lohnen, sich ständig neues Altglas anzuschaffen.

Die ersten beiden Bilder bilden dabei eine Ausnahme, die sind mit dem ganz normalen 50mm entstanden, das ich noch drauf hatte, als ich das Haus verlassen habe. Das ist nämlich die Steinmauer des Nachbarn, an der diese Gewächse wachsen. Und wie man sieht, weil ich mich nicht wieder quer auf die Straße legen wollte, habe ich den Fokus nicht genau da hin gesetzt wo ich ihn haben wollte - auf die Blüten nämlich, die daher etwas unscharf sind.




Dann am Ende der Straße wie immer erst mal die drei Pferde fotografiert, die bei dieser Brennweite alle in ein Bild passen. (Und, ja, es sind tatsächlich drei. Ich musste auch erst suchen. ;-)) Bei der Gelegenheit habe ich dann mal den 2x-Konverter zwischen Kamera und Objektiv geschraubt, weil ich das glaube ich noch gar nicht getestet hatte. Funktioniert auch einigermaßen, wobei ich das Gefühl nicht los werde, dass das 200mm eher dafür geeignet ist. Das 135er hat sowieso einen sehr leichtgängigen Fokusring, dessen Weg auch relativ kurz ist, sodass ich unter normalen Umständen schon Schwierigkeiten habe, scharfe Bilder zu bekommen. Mit dem Konverter dazwischen verdoppeln sich auch diese Probleme. ;-) (Das 200mm hatte ich nicht dabei, wegen Gewicht und so.)

Aber wenn man den Fokus trifft, sehen die Bilder OK aus. Nicht so gut wie die vom 200er, allerdings: In diesen Bildern hier fällt das nicht so auf, aber am Ende habe ich welche von Schafen und Lämmern, da sieht man ganz deutlich die Verzerrung, die der Konverter ins Bild bringt. Sieht aus wie künstliches Motion Blur in Rennspielen. Ich glaube, das hatte ich schon mal so beschrieben, wenn ich jetzt so drüber nachdenke.

Der Spatz ist jedenfalls sehr gut geworden und die beiden Pferde nebeneinander sind auch ganz OK. Mischmaschine und Trecker sind dann wieder "normal" ohne Konverter.

Den Berg hoch fand ich dann am Feldweg noch diese Reitgerte, die wohl jemand verloren hatte. Dann hat ein Spaziergänger sie offenbar so auf den Zaun gelegt, dass sie auffällt. Und da habe ich sie dann fotografiert. Weil ich alles fotografiere! ;-)



Derweil blühen die Obstbäume. Diese Jahreszeit ist ja eigentlich die schönste. Würde gerne nach Bonn, die Kirschblüte angucken, aber ich traue mich nicht wegen Corona. Letztes Jahr war da ja schon so viel los und ich hatte Panik, mich anzustecken, und jetzt, da die Leute auch noch ein Jahr On-and-Off-Lockdown hinter sich haben, wird es wahrscheinlich trotz Sperrung nicht leerer sein.

Ansonsten habe ich wie immer die Blümchen am Wegesrand mitgenommen. Also, auf SD-Karte, das ist auch besser, die Blumen selber würden nur welk werden. ;-) Und die Taubnesseln sind wahrscheinlich eh gar nicht taub, sondern Brenn-, da würde ich mir nur die Finger verätzen!


In Söven begrüßt einen ja immer erst mal der Jesus am Kreuz, den habe ich dann heute auch mal mit dem 135er fotografiert. Bei mittlerer Blende habe ich die Bäume im Hintergrund gerade so unscharf bekommen, wie ich es haben wollte. f/5,6 scheint eh eine recht brauchbare Blende an dem Teil zu sein, da habe ich jedenfalls bisher die besten Ergebnisse erzielt. Zumindest bei den Motiven in mittlerer Entfernung.

Weiter bis nach Rott bin ich dann noch gelaufen, bis zur Kirche, bei der ich dann wie immer über den Friedhof geschlichen bin. Hier gab es dann noch dieses Relief mit Mutter und Kind zu finden, sowie einen weiteren Jesus. Wenn ich was suchen würde, fände ich bestimmt noch mehr, aber man will ja nicht alle Motive auf einmal verschwenden. Ich war ganz sicher nicht zum letzten Mal hier oben! Müsste eh mal wieder mehr Rad fahren, aber das sage ich ja auch nicht zum ersten Mal.


Was blühende Pflanzen angeht, hätte ich noch Magnolien und Primeln im Angebot. Beide sind besonders gut geworden, finde ich. Die Magnolien habe ich auf dem Rückweg auch noch mit der Olympus gemacht, aber da stand die Sonne schon ganz ein kleines Bisschen anders, mal sehen, wie das wird.

Zum Schluss dann noch die versprochenen Schafe und Lämmer. Hierbei handelt es sich jeweils um Ausschnitte aus den Bildern, denn die waren noch immer zu weit weg. 135mm x2 ist zwar mit 270mm schon relativ lang, aber die waren halt ganz auf der anderen Seite der Weide. (Blöd ist übrigens: Man kann in der Kamera keine manuellen Objektive mit 270mm hinterlegen. Offenbar gab es niemals solche Festbrennweiten.)


Wie man jedenfalls sehen kann, sind die Ausschnitte nicht immer genau aus der Mitte (siehe zB die Lämmer im zweiten Bild), und da kann man dann doch schon heftig diesen Zoom-Effekt erkennen. Sieht seltsam aus. Weiß nicht, ob es an dem "no-name" Panagor-Konverter liegt und man mit einem originalen von Nikon weniger Probleme hätte, aber ich glaube es ja eigentlich nicht. Die optischen Eigenschaften dies Objektivs werden wahrscheinlich einfach zu sehr an ihre Grenzen gebracht.

Egal. Besser als Digitalzoom ist es allemal! ;-)

Schwarz-weiß und flauschig: Random Cat! ;-)

Heute noch mal Fotos einer zufällige Katze, die ich auf der Straße getroffen habe, die sich auch direkt vor mir auf den Asphalt geworfen hat. Nur knuddeln lassen wollte sie sich dann doch nicht, das war ihr dann wohl nicht geheuer.


Und das war's auch schon, denn mehr berichtenswertes gab es heute mal wieder nicht. Außer, dass ich die Sommerreifen mitgenommen habe, damit die morgen bei der Inspektion gleich montiert werden können, nachdem vielleicht mal nach der Auswuchtung geguckt wird. Die haben letztes Jahr im Herbst manchmal so Geräusche von sich gegeben... Naja, vielleicht sind die Stoßdämpfer ja jetzt auch endgültig am A. Aber die Winterräder haben das halt nicht gemacht. Wie auch immer.

Schwarz-weiß und analog, Teil 71: Verkratztes Lanzenbach

Film: Fomapan 100 #15, Kamera: Revue 4, Dezember 2020

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Heute mal den ersten Eintrag (von drei), die ich aus dem verkratzten s/w-Film heraus bekommen habe. Die Kratzer stammen davon, dass sich der Film in der Revue 4 verhakt hatte und ich ihn manuell heraus piddeln musste; dabei ist er wahrscheinlich etwas fest an einer der Kanten vorbei geschrammt. Aber dafür habe ich offensichtlich erfolgreich die Lichtlecks im Vorhang abgedichtet, denn die sind weg und der Film ist ziemlich genau richtig belichtet. Alle Bilder sind mit dem Industar-61-Objektiv gemacht, ich habe ja kein anderes für die Rangefinder-Kamera.

Wie immer, wenn ich das Haus verlasse und an der Weide vorbei komme, wird das erste Bild, von dem ich nicht genau weiß, ob es überhaupt schon komplett auf dem brauchbaren Bereich des Films liegt, an das schmuddelige weiße Pferd verschwendet, das da immer steht. (1/250s, f/4) Es stand wohl relativ weit weg, wie man sieht, aber vor dem Baum ist es trotzdem ein ganz nettes Foto geworden.

Auf dem zweiten Bild haben wir das Fachwerk unten am Ende der Höhenstraße. (1/500s, f/4.) Wenn man etwas unterbelichtet und starke Kontraste im Bild hat, macht das Industar tatsächlich ganz schön scharfe Fotos. Muss mir vielleicht doch mal eine unverkratzte Version davon zulegen, so teuer sind die ja nicht. Der große, böse Kratzer zieht sich jetzt leider über einige Bilder, allerdings sind immer wieder welche dazwischen, auf denen er zum Glück nicht drauf ist.

So auch bei den Knospen am Magnolienbaum, die ich im Gegenlicht fotografiert habe - die sind dafür etwas unscharf; mit dem Entfernungsmesser solche Kleinigkeiten genau auszumessen, ist gar nicht so leicht. (1/500s, f/4.) Bei f/4 ist das Bokeh auch etwas unruhig und ansich ist das Bild glaube ich etwas zu dunkel belichtet. OK, so gibt es etwas mehr Herbststimmung her, aber es ist auch schwer, überhaupt was zu erkennen, weil praktisch keine Strukturen in den Knospen übrig geblieben sind.


Das Ziegenbild ist besser belichtet, allerdings war da der Zaunpfahl halb im Bild. (125s, f/2.8.) Kommt davon, wenn man nur durch den Sucher guckt und vergisst, dass das keine Spiegelreflex ist und das, was die Linse sieht, nicht unbedingtdas Gleiche sein muss! ;-) Die Ziegen sind dafür schön scharf geworden. Ansonsten hatten wir Fotos dieser Art schon genug, also nichts besonderes.

Deshalb hab ich gleich noch eins gemacht, dieses Mal aber ohne Zaunpfahl! ;-) (1/250s, f/4.) Der blöde Zaun stört etwas. Und ich hätte weiter runter in die Knie gehen müssen. Aber ansonsten ganz nett, mit der gleichen Einschränkung - hatten wir schon oft genug - wie oben. Aber bei ähnlichen Motiven kann ich auch immer ziemlich gut nachvollziehen, was die Quirks und Features (:D) der einzelnen Kameras und Objektive sind.

Das Geschenk am Weihnachtsbaum zum Beispiel sieht selber gar nicht so spannend aus, aber das Bokeh ist das eigentlich Interessante. (1/250s, f/2,8.) Bei Offenblende wird das im Hintergrund schon extrem weich, was bei dem kleinen, kompakten Objektiv schon einigermaßen erstaunlich ist. Das Paket selber habe ich allerdings leider auch nicht ganz scharf; wie man an den Tannennadeln ganz links oben sehen kann, lag mein Fokus ein paar Zentimeter hinter dem Paket. Die sind auch schön scharf geworden; hier unten im Tal war wenig Licht, das sich in den Kratzern hätte brechen können und so den Kontrast hätte kaputt machen können.

Die Hagebutten sehen auch einigermaßen scharf aus und der Halo-Effekt der Kratzer macht sich nur ganz leicht zu bemerken. (1/250s, f/2,8.) Die etwas hellere Belichtung ist auch ganz gut und die einzelnen Fachwerkstreben werden relativ weich wiedergegeben. Die Dachziegel sind vielleicht etwas unruhig, aber ansonsten technisch ganz gut geworden. OK, das Motiv selber ist halt etwas langweilig. Aber ich mag ja Gemüse-Fotos! ;-)


Die Belichtung ist auch bei den drei Schafen unten auf der Weide ganz gut geworden und über das Motiv kann man jetzt auch weniger streiten als zuvor. (1/125s, f/4.) Perspektivisch ist es allerdings etwas weniger gut gelungen, was aber daran liegt, dass der Weg halt so weit oben liegt und ich nicht näher oder anders an die Tiere ran gekommen wäre. Bei f/4 ist praktisch alles im Fokus, bis auf das bisschen Zaun unten links. Der weiße Popo des einen Viechs überstrahlt zudem leider etwas. Aber ich glaube, ich bin mal wieder zu selbstkritisch.

Das nächste Bild ist ein gutes Beispiel dafür, warum eine solch alte Kamera eher nicht für schnelle Schnappschüsse geeignet ist: Entweder hat man das Motiv unscharf im Bild, oder man stellt alles genau richtig ein, aber dann ist es weg. ;-) So auch bei diesem Schaf, das ganz nah an den Zaun ran kam. (1/60s, f/4.) Positiv: Zaun und Brennnessel sind total scharf. Und das war ja auch ganz genau das, worauf ich gezielt hatte! Wen interessiert schon das blöde Schaf?! :-D ;-) Haken wir mal unter "dumm gelaufen" ab, oder?

Der Baum im Gegenlicht ist hingegen sehr schön gelungen und die Weichheit, die die Kratzer auf der Frontlinse ins Bild bringen, arbeiten hier tatsächlich mal für mich: Eine sehr schöne, melancholische Herbststimmung. (1/500s, f/5,6.) Gefällt mir sehr gut. Fast, als wäre es etwas nebelig gewesen, was es aber nicht war. Erinnert mich ein bisschen an alte s/w-Horrorfilme, so "Hund von Baskerville" oder sowas...

Und dann gibt es noch mal ein Trecker-Foto. (1/60s, f/5,6.) Schade, dass der da tatsächlich mal weg gefahren worden ist, der war echt eines meiner beliebtesten Motive, das ich tatsächlich mit jeder Kamera-Objektiv-Kombo als Referenzbild benutzen konnte. Hier habe ich mal eine mittlere Blendenstufe testen wollen und das Ergebnis ist wirklich ganz gut geworden. Alles sehr schön scharf, praktisch alles ist im Fokus, und das Überstrahlen hält sich einigermaßen in Grenzen; nur kompositionstechnisch hätte ich etwas weiter nach oben zielen müssen. Alles in allem aber ein gelungenes Bild.



Irgendwo unterwegs habe ich dann dieses Bild vom Ölberg unter einer dicken Wolkendecke gemacht. (1/500s, f/5,6.) Ich weiß bloß nicht mehr, wo das war. Offenbar bin ich an dem Tag ja das Rosental hoch, dann am Trecker rechts abgebogen und von dort nach Söven gegangen, aber wo hat man denn da unterwegs einen solchen Blick auf den Ölberg? Muss ich beim nächsten Mal, wenn ich die Strecke gehe, mal drauf achten. Sehr dramatisch, jedenfalls, das Bild, wie das Licht durch die Wolken strahlt und der hell erleuchtete Himmel über dem Berg in der Ferne. Schickes Bild.

Wie man sieht, habe ich dann versucht, durch den Zaun hindurch die Herdenschutzhunde zu fotografieren. (1/500s, f/2,8.) Leider ist selbst bei Offenblende der Zaun im Vordergrund zu deutlich zu sehen. Da ist die eine-ein-Drittel-Blende, die ich an meinem Nikkor habe, sehr hilfreich, da zerfließt der Zaun so, dass er nicht mehr stört. Für einen schnellen Schnappschuss mit dieser doch einigermaßen schwer zu bedienenden Entfernungsmesserkamera trotzdem ganz gut gelungen. Etwas länger belichtet hätte es aber schon sein können.

Genauso das Pferd. (1/60s, f/4.) Das ist schon relativ lang belichtet, aber. Gut, auf der Digitalkamera hätte ich wieder gar keine Strukturen im Hellen oder im Dunklen, da ist Film noch immer besser. Also, zumindest bei meiner doch einigermaßen günstigen D610 und weil ich ja nie RAW fotografiere. Aber bevor ich mich zu sehr von der Technik ablenken lasse: Schönes Pferde-Foto.

Bei dem Weg muss ich wohl vergessen haben, den Fokus auf unendlich zu drehen, oder überhaupt was an der Kamera einzustellen. (1/125s, Blende irgendwo mittig zwischen f/2,8 und f/4.) Wobei: Da die Belichtung praktisch 100%ig korrekt ist, war das mit der Blende vielleicht sogar so gemeint. Kann mich nicht erinnern. Darüber habe ich dann aber wohl vergessen, auf Unendlich zu stellen, denn alles ist sehr weich und leicht unscharf. Bedienungsfehler. Aber trotzdem ein ganz hübsches Bild, finde ich; die Unschärfe hilft hier sogar, die Herbststimmung rüber zu bringen. Und der Kratzer sorgt zusätzlich für einen Vintage-Look! ;-)


Die Bank im Wald ist hingegen glaube ich einer der besten Shots auf diesem Film: Knackig scharf, guter Winkel, perfekt belichtet. (1/250s, f/2,8.) Der Kratzer nervt allerdings, aber da kann das Foto selber ja nichts dafür. Sehr, sehr schönes Foto.

Die Schatten im nächsten Bild waren mein eigentliches Ziel. (1/250s, f/8.) Da ich hier praktisch direkt in die Sonne gezielt habe, habe ich mehr oder weniger Sunny 16 angewendet, und dafür ist es recht gut gelungen. Nicht so schön wie das vorhergehende, aber gut genug!

Kommen wir zum Bullen auf der Weide, der schön in der Sonne gestanden hat. (1/500s, f/4.) Hier merkt man mal wieder, dass der Fomapan 100 in den dunklen Stellen durchaus gerne ein bisschen überbelichtet werden will, damit man Struktur - in diesem Fall - ins Gras bekommt. Auch ein sehr gutes Bild, außer, dass ich mir wünschen würde, der blöde Bulle würde andersherum stehen, sodass er ins Bild hinein blickt, statt heraus. Aber ich hatte nicht den ausreichenden Mut, auf die Weide zu gehen und ihn umzudrehen! :-D

Überhaupt sind die Bilder hier oben im Licht sehr gut geworden; die tiefstehende Sonne und das Pferd, das direkt in deren Richtung blickt... sieht gut aus. (1/500s, f/4.) Auch hier etwas überbelichtet, und die Strukturen am Boden kommen direkt viel besser raus. Dass da sehr viel Flare im Bild abgeht, liegt sicherlich auch wieder an den Kratzern, war in diesem Fall aber tatsächlich sogar gewollt: Wenn man es nicht verhindern kann, benutze es halt einfach zu deinem Vorteil! ;-)



Das nächste Bild ist schließlich auch tatsächlich so dramatisch geworden, wie ich es mir gewünscht hatte. (1/500s, f/4.) Auch hier wieder etwas überbelichtet. Leider so viele Kratzer im Bild, dass man kaum was vom dramatischen Himmel hat. Aber trotzdem gefällt es mir sehr gut. Besonders diese krasse Schärfe des Gatters vor dem unscharfen Pferd. Immer mit dem Licht, bei diesem Objektiv! ;-)

Zu guter Letzt noch ein Bild, direkt in die Sonne. (1/500s, f/11.) Einfach nur als Experiment. Sieht ganz witzig aus, wie die Äste so langsam aus dem grellen Feuerball namens Sonne auftauchen. Auf jeden Fall interessant, wenn vielleicht auch nicht unbedingt "schön". ;-)

Nächstes Mal: Verkratzets Bonn. Auch wenn ich kaum glauben kann, dass noch zwei andere Themen auf diesem Film drauf waren, nachdem ich bei diesem Spaziergang schon 20 Bilder verballert hatte...

Rehe und rostiges Metall

Die letzten Tage lang genug faul gewesen, heute also beim ersten Anzeichen von Sonnenschein die OM-10 mit einem Film beladen - eigentlich hatte ich ja gehofft, dass mittlerweile mal meine 400er angekommen wären, die könnte ich zum Testen des neuen alten, doch relativ lichtschwachen 135mm gut gebrauchen - und dann nichts wie raus. Je früher desto weniger Corona. Viel zu viele Leute unterwegs da draußen. Also wie immer direkt in Richtung Wald, da sind die wenigsten am Wochenende. Mal sehen, wie das wird, wenn wir demnächst tatsächlich einen "richtigen" Lockdown bekommen und nicht sowas wischi-waschi, das wir die letzten Monate so-oder-so immer mal wieder hatten.


Die sich gegenseitig den Rücken ableckenden Pferde habe ich auch auf den Film gebannt, hier deshalb eines aus einer anderen Perspektive. Durch die Gebüsch-Äste habe ich sie leider nicht 100%ig scharf bekommen. Geht aber auch so,d er Gedanke zählt. (Naja, bei Fotos eigentlich nicht. Oder zumindest nicht nur.)

Um die Ecke war der Zugang zur Weide offen, da habe ich mal die dort herum stehenden Hänger und rostigen Schrottteile fotografiert. Rost macht sich immer gut. Weiß auch nicht, wieso, aber der gibt Bilder immer direkt sowas brutal Ehrliches. ;-) Ich höre mich bald auch so an wie diese "den Rest mach ich besoffen am Computer" Leute... :-D (Da hat zum Glück schon jemand anderes das Copyright missachtet, dann muss ich das ja nicht selber tun! ;-))



Dann habe ich quer durch den Wald den Berg hinauf abgekürzt. Kein Wunder, dass mir die Beine jetzt etwas ziehen, das war schon ein ganz schöner Trampel da hoch. Oben dann Wiese und Wald. Und hinter mir ein weiteres Feld mit abgestorbenen Nadelbäumen, die der Käfer dahin gerafft hat.



Immerhin, die Obstbäume blühen noch. Die sind also noch nicht eingegangen. Obwohl, bei dem Pilzbefall kann das ja auch nicht mehr lange dauern, nehme ich an.

Ein paar Meter weiter rannten mir dann zwei Rehe vor's Tele: Ein Böckchen und eine dazugehörige Ricke. Die haben sich beide extrem erschreckt, als ich plötzlich aus dem Wald kam. Da kommt er her, der Spruch: "Scheu wie ein Reh." Aber was ist mit Zweien? Auf den Bilder kann man jedenfalls trotz der erheblichen Entfernung gut das Geweih erkennen, dass das männliche Reh da mit sich rum trägt, besonders auf dem Ausschnitt in der Mitte.


Ansonsten, das Übliche: Tieffliegende Flugzeuge. Dass die Rehe sich überhaupt noch vor irgendwas erschrecken, wenn denen den ganze lieben langen Tag diese Dinger über die Köpfe weg brettern... Heute mal als Symbolbild eine Maschine der Firma FedEx, die von der Lautstärke her eigentlich sogar ganz gut ging. Ich weiß ja auch nicht, warum die extra-lauten immer um Mitternacht herum hier runterkommen... :-/


Zwischendurch dann noch am allsehenden Auge vorbei gekommen. Und bei der stählernen Frau habe ich mich ein paar Minuten auf die Bank gesetzt. Eigentlich wollte ich den Cache heben, der da mal war, aber der ist im Februar verschwunden, ohne dass ich das gemerkt hätte. Blöde Premium-Caches, da krieg ich das ja nie mit.

Auf dem Heimweg dann noch eine kurze Fotosession beim Tankanhänger eingelegt, der da beim Bauern auf der Weide stand. Aus verschiedensten Richtungen ein paar Details davon mit nach Hause genommen, sodass ich diese jetzt auch hier ausstellen kann. Auch hier gilt wieder: Je rostiger desto kontrastreicher.



Bleibt am Ende noch festzustellen, dass das Fotografieren mit dem 135mm Zuiko auch sehr spannend war, ich habe bereits den halben Film voll gemacht. Scheint sich tatsächlich gut für das zu eignen, was ich damit vor hatte: Mitnehmen in die Wildnis. Allerdings, wenn das Wetter so durchwachsen ist, fehlt die 2/3 Blendenstufe doch schon etwas und der ISO 400 Foma, den ich bestellt hatte, wäre da genau richtig. Oder halt mehr Licht. Aber da habe ich eher weniger Einfluss drauf. Ist halt so, sorry. ;-) Mal sehen, wie die Bilder geworden sind. Kann ja nicht lang dauern, bis der Film voll ist und ich den entwickeln lassen kann.