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Schwarz-weiß und analog, Teil 76: Eulenberger Steinbruch

Film: Fomapan 100 #16, Kamera: Olympus OM-10, Januar 2021

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Heute den ganzen Tag Regen, Regen, Regen. Also gibt es noch einen Artikel aus der schwarzweißen Pipeline. ;-) Ende Dezember, noch bevor die Nikon kaputt gegangen ist, hatte ich beim bekannten Online-Versteigerer ein Weitwinkel für die Olympus gekauft, das dann kurz vor Neujahr tatsächlich hier ankam. Dabei handelt es sich um das Makinon 28mm, das ich ja schon mal hier vorgestellt hatte. Da ich sowieso noch einen Film in der Kamera hatte, habe ich das natürlich direkt mal testen können.

Das erste Bild, das ich mit dem "neuen" Objektiv gemacht habe, ist vom Umspannhäuschen oben am Eulenberg. (Makinon 28mm, 1/250s, f/2,8.) Wie man sieht, es war ziemlich dunkles Winterwetter, sodass ich direkt mal die Offenblende verwenden konnte. In den Ecken wird es dadurch tatsächlich etwas dunkler, aber erstaunlicherweise hält es sich doch in Grenzen. Gleichzeitig ist die Schärfe aber sowohl in der Mitte als auch an den Rändern und in den Ecken durchaus akzeptabel. Wenn man also mal vom eher langweiligen Motiv absieht, macht das Objektiv durchaus einen brauchbaren Eindruck.


Beim zweiten Bild habe ich dann direkt mal einen Bokeh-Test gemacht und einen in der Gegend rum liegenden, stark bemoosten Felsen fotografiert, der wahrscheinlich von Steinbruch hier liegen geblieben ist. (Makinon 28mm, 1/15s, f/2,8.) Der allgemeine Eindruck ist ganz OK. Wahrscheinlich wäre ein teureres Zuiko besser in dieser Disziplin, zumindest wenn ich nach Bildern gehe, die ich im Internet so sehe. Aber für den Preis, den ich bezahlt habe, einfach unschlagbar! (Wahnsinnige 14€ hatte ich bezahlt. Dafür kriegt man ja heutzutage nicht mal mehr eine Kinokarte und ein Popcorn. Mal abgesehen davon, dass man ja eh nicht darf.)

Ähnlich sieht es bei den Crains aus, die hier schon fast traditionell im Steinbruch aufgestapelt werden. (Makinon 28mm, 1/125s, f/2,8.) Etwas schief, das Bild, aber das ist ja mein Markenzeichen! ;-) Gefällt mir aber ganz gut, zum Beispiel der Regentropfen, der sich am mittleren Stein gebildet hat, ist schön scharf und die Falten auf einzelnen Steinen kommen auch gut raus, während die Bäume im Hintergrund gut unscharf sind, wenn auch vielleicht etwas unruhig. f/2,8 ist jetzt ja heutzutage eher schon im mittleren Bereich der Lichtstärke anzusiedeln, auch bei Weitwinkeobjektiven. Irgendwas mit f/2 wäre wahrscheinlich stärker ausgewaschen, aber wie gesagt: Für 14€? Kann man nicht meckern!


Wenn man nämlich von kurz vor der Minimaldistanz einen Schritt zurück macht, sieht das Bokeh gleich viel besser und weniger unruhig aus. (Makinon 28mm, 1/250s, f/2,8.) Nicht nur, dass es sich um ein sehr schönes Bild handelt, gleichzeitig sind die Steine extrem scharf und der Hintergrund schön weich. Unten in der linken Ecke sieht das Bild etwas unscharf aus, aber nur, wenn man wirklich ganz genau hinschaut. Außerdem ist der Sand und Matsch da in der Ecke eh nicht so strukturiert, dass man das wirklich sehen könnte.

Um auch mal die anderen Blenden testen zu können, habe ich dann mal etwas weiter zu gedreht - bei den Lichtverhältnissen nicht ganz einfach - und den Krater von oben fotografiert. (Makinon 28mm, 1/30s, f/4.) Schon nur um eine Blende abgeblendet mindert die Vignettierung an den Ecken schon sehr und steigert zugleich die Schärfe ungemein. Fokussiert hatte ich auf Unendlich und sowohl die Bäume im Vorder- als auch im Hintergrund sind praktisch gleich scharf. Leider ist der Kratersee etwas dunkel geworden, ansonsten wäre das Bild eines meiner Favoriten bisher, was das Makinon angeht.


Ähnlich sieht es bei der Baum-Silhouette aus, die ich dann noch auf dem Rückweg auf der anderen Seite des Steinbruchs mitgenommen habe. (Makinon 28mm, 1/125s, f/4.) Ebenfalls auf Unendlich fokussiert ist der Baum im Vordergrund gerade noch so unscharf, was in der heruntergerechneten Version kaum wahrnehmbar ist. Die Vignettierung in den Ecken ist ähnlich wie im Bild davor. Ansonsten: Ein nettes Winterstimmungsbild.

Und zuletzt noch der alte Backsteingemäuerrest. (Makinon 28mm, 1/60s, f/5,6.) Hier habe ich dann mal eine mittlere Blende verwendet und die Vignettierung ist praktisch völlig weg und auch die Unschärfe in den Ecken ist kaum noch wahrzunehmen. Ich denke also, dass die maximale Schärfe ungefähr so in diesem Bereich zwischen f/5,6 und f/8 liegt. Ansonsten ist auch dieses Bild etwas dunkel geworden; ich hätte da durchaus manuell eingreifen und eine Stufe höher belichten können. Scheinbar habe ich endliche eine Anwendungssituation gefunden, in der die Olympus OM 10 nicht hundertprozentig "richtig" belichtet (bzw. so, wie ich es möchte), nämlich wenn der einheitlich graue Winterhimmel doch so hell ist, dass er den Vordergrund zu tief in die Dunkelheit drückt. Dass der Foma-Film im dunklen Bereich auch etwas schwächelt, hilft natürlich auch nicht, da ist auch in der Nachbearbeitung nicht mehr viel raus zu holen.

So, ich hoffe, diese kleine Fotostrecke mit Bildern dieses doch eher exotischen Objektivs war informativ. Nächstes Mal gibt es wieder einen Mix aus Weit- und Normalwinkel-Aufnahmen, und zwar aus dem Bereich der Hennefer Innenstadt (bis hinaus zum Allner See).

Schwarz-weiß und analog, Teil 75: Köln-Bilderstöckchen

Film: Fomapan 100 #16, Kamera: Olympus OM-10, Januar 2021

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Heute keine Zeit für nix gehabt, deswegen also nur einen ganz kurzen, schwarz-weißen Artikel zusammengeschrieben. Die Fotos habe ich ja immer schon im Voraus hier hochgeladen, wie man ja auch an den "fortlaufenden" Artikelnummern erkennen kann, die seit langem nicht mehr fortlaufend sind. ;-)

Die vier Fotos von heute sind entstanden, als ich die D610 am Ende des letzten Jahres zur Reparatur nach Köln gebracht habe. Klingt jetzt interessanter, als es ist, denn der Nikon-Service ist ja in Bilderstöckchen und da ist außer Industriegebiet nicht viel gebacken. (In SimCity wäre das sowas wie "medium industrial".) Alle Bilder sind heute noch mit dem Zuiko 50mm f/1.8 gemacht - aber im nächsten Artikel kommen die ersten Aufnahmen mit dem eher sehr günstigen 28mm Makinon Weitwinkel.

Das Spannendste hier ist wahrscheinlich tatsächlich der zwischen den anderen, relativ flachen Gebäuden weit in den Himmel aufragende Schornstein der Brauerei. (1/250s, f/5,6.) Immerhin verpasst das nicht sonderlich ansprechende Wetter mit seinen leicht strukturierten Wolken im Hintergrund dem Bild noch eine gewisse Dramatik. Und die Tatsache, dass ich es hochkant geschossen habe, passt auch ganz gut dazu. Auch hier bin ich wieder davon erstaunt, dass der Belichtungsmesser der OM-10 trotz viel grellem Licht im Hintergrund es geschafft hat, sowohl die Wolken als auch die Gebäude im Vordergrund erkennbar abzubilden. Ob das jetzt künstlerisch gewollt ist, sei mal dahin gestellt - ich hätte vielleicht lieber noch eine Blende drauf gelegt und die Gebäude nur noch als schwarze Silhouette abgebildet, während der Himmel so richtig drohend herüber kommt. Aber insgesamt kann man nicht meckern.

Nach dem nächtlichen Regenschauer spiegelte die Straße, an der der Service-Punkt liegt, noch ein kleines bisschen in der Morgensonne. (1/500s, f/4.) Ich fand den Fluchtpunkt am Ende der Straße ganz interessant und wie sich alles auf diesen hin ausrichtet. Leider ist das Bild nur ein ganz kleines Bisschen schief geraten, aber bei solchen Aufnahmen fällt das immer direkt sehr auf. Finde ich. Ansonsten hat es die verschlafene Morgenstimmung - zwischen den Tagen, mitten im Corona-Lockdown, ergo: Keine Sau unterwegs - ganz gut eingefangen und das s/w gibt dem Ganzen ein bisschen einen melancholischen Anstrich.



Neben der Imbissbude keine 100 Meter vom Nikon-Service entfernt steht dieser alte, grüne, abgemeldete und verbeulte Mercedes aus den 1970ern. (1/60s, f/1,8.) Der dürfte sogar noch ein bisschen älter sein als die Kamera, mit der ich dieses Foto gemacht habe. Meine Ex-Tante hat so einen auch vor Jahren. Vielleicht hat sie den sogar noch immer, die Dinger sind ja unverwüstlich. Bei Offenblende kann man mal wieder bewundern, wie scharf die Bilder mit dem Zuiko trotzdem werden. Klasse Foto, finde ich, definitiv das Beste am heutigen Tag und auch eines der besseren auf diesem Film.

Und zu guter Letzt: Das Bahn-Betriebswerk, bis zu dem ich allerdings nicht noch extra hoch gelaufen bin, weil man da eh nicht auf das Gelände kommt. (1/125s, f/2,8.) Oder es zumindest nicht sollte, so rein aus sicherheitstechnischen Gründen. Außerdem lies das Wetter dann doch stark nach, wie man auch an den Belichtungszeiten der Fotos insgesamt sehen kann. (Das vom Brauereischornstein war ja praktisch direkt in die Sonne fotografiert und ist trotzdem gut zwei Blendenstufen von Sunny Sixteen entfernt. Beim Benz war das vielleicht noch, weil der ja im Schatten stand, aber hier jetzt wird das ganz deutlich, wenn ich mit dem Licht fotografiert habe.)

Das wars, mehr gibt es heute nicht. Wobei das schon mehr war, als ich für heute eigentlich eingeplant hatte. Nächstes Mal gibt es Test-Bilder vom Makinon, gemischt mit welchen, die mit dem wirklich vorzüglichen 50mm Zuiko entstanden sind. Ich habe mich wirklich ein bisschen in dieses Objektiv (und somit auch in die zugehörige Kamera) verguckt, muss ich gestehen. (Ich sollte mir vielleicht günstig ein zweites besorgen und dann auf Nikon F umbauen, das geht bei OM-Objektiven relativ gut, da sie sehr ähnliche Auflagemaße haben. Naja, wenn ich mal wieder Geld und Zeit für sowas habe...)

Schwarz-weiß und analog, Teil 74: Safari nach Rott

Film: Fomapan 100 #16, Kamera: Olympus OM-10, Dezember 2020

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Es wird mal wieder Zeit für einen neuen s/w-Film. Wird auch Zeit, denn dieser hier ist mittlerweile schon wieder fast ein halbes Jahr alt und ich komme immer mehr in Hintertreffen! Es kam die Olympus zum Einsatz, und in diesem (und dem folgenden) Artikel nur mit dem dazugehörigen Zuiko 50mm, denn das 28mm Makinon habe ich erst im Januar bekommen, nachdem ich mir sicher sein konnte, dass die Mattscheibe mit dem Schnittbildsucher jetzt korrekt funktionieren.

Da es viele, viele Fotos gibt, fangen wir besser mal an, und zwar mit dem Baum am Anfang des Feldwegs, an den wir früher immer den Hund entleert haben. ;-) (1/500s, f/2,8.) Wie man sieht: Keine Schärfe-Probleme! Ganz im Gegenteil: Das Zuiko ist wirklich erstaunlich scharf und kontrastreich. Und auch sonst ist das Bild ganz gut geworden, obwohl es ja eher etwas triviales zeigt.

Auch auf dem nächsten Bild mit seinen wild verworrenen Ästen kann ich mich nicht über fehlende Schärfe beschweren. (1/500s, f4.) Hübsch ineinander hägend sehen die tatsächlich schon gegen den hellen Himmel seht schön aus. Brauche ich nicht viel zu zu schreiben, wie immer, wenn mir ein Bild gefällt.


Bei dem alten Baumstamm, auf dem nach dem Frost die Pilzhüte zermatscht hat, kann man außerdem gut die Unschärfe im Hintergrund beurteilen, während der Vordergrund alles ziemlich perfekt aussieht. (1/60s, f/4.) Gefällt mir auch sehr gut. Trotz zwei Blendenstufen abgeblendet ist das Bokeh ausreichend und für die Entfernung zu den Pilzen auch perfekt.

Dann oben auf der Straße nach Söven habe ich noch mal wieder hochkant zugeschlagen. (1/250s, f/2,8.) Leider mal wieder etwas schief. Wie man sieht, war es so früh morgens aber perfektes Licht für solche Bilder.

Vorher noch mal wieder einen Busch am Wegesrand fotografiert. (1/500s, f/4.) Der ist ziemlich langweilig, aber technisch ziemlich perfekt. Ich finde, die Halbautomatik der Olympus macht wirklich in so ziemlich allen Fällen die richtige Belichtung, was schon erstaunlich ist. Gefallen mir teilweise besser als die Bilder aus meiner F601.

Oben von Söven habe ich mal wieder ein Bild vom Siebengebirge gemacht. (1/1000s, f/4.) Selbst hier, bei dem sehr hellen Himmel, dem leicht milchig-dunstigen Ölberg und der frisch aufgebrochenen, fast schwarzen Erde auf dem Acker im Vordergrund, stimmt die Belichtung beinahe 100%ig. Man kann sich bei dieser Kamera eigentlich komplett auf die Bildkomposition konzentrieren, so wie das wohl damals auch die Design-Philosophie gewesen ist. Schade, dass Olympus keine Kameras mehr bauen will... Gut, ich weiß jetzt auch nicht, wie die Qualität in den letzten Jahren bei den M3/4-Kameras war.

Auf dem Weg dorthin gab es noch die weggeworfene Mac-Doof-Tüte. (1/1000s, f/2,8.) Die hatte ich ja auch schon in bunt hier drin. (Das war übrigens der Tag, an dem mir die D610 kaputt gegangen ist. Vielleicht habe ich auch deshalb so viele Fotos gemacht, nachdem es mit der digitalen nicht mehr ging...) Interessantes Foto, jedenfall!



Und dann: Schafe! Schaaaafe!! Schafe! (1/1000s, f/1,8.) Und zudem ein ziemlich geiles Foto. Spätestens hier frage ich mich echt, wie die Kamera die korrekte Belichtung ausrechnet: Voll ins Licht, Schatten und Highlight, trotzdem alles richtig gut, und das bei Offenblende. Bestes Bild auf der Rolle? Möglich! Es kommen allerdings noch einige weitere! ;-)

Beim Nächsten habe ich es dann tatsächlich mal geschafft, ein bisschen Flare zu produzieren. (1/500s, f/2,8.) Hat aber auch einiges an Ausmessarbeit gekostet. ;-) Nettes Bild. Etwas dunkel, weil das Flare die Automatik dann doch mal etwas verwirrt hat!

An der Straße nach Rott gab es dann am Wegesrand ein bisschn Schafgarbe. (1/60s, f/4.) Sieht gut aus gegen den schwarzen Teer. Und der Hintergrund schön unscharf. Schönes Bild. Gefällt mir.

Das Herzlich Willkommen Schild von Rott stand jetzt zwar leider falsch rum, ist aber dafür extrem scharf geworden, obwohl ich die Blende relativ weit offen gelassen habe. (1/250s, f/4.) Mein Markenzeichen - etwas schief - ist auch mal wieder dabei. Ansonsten: Etwas langweilig. Hatte mir mehr erwartet von dem Bild.


Hingegen, vor der Rotter Kirche, wo sich der metallene Wildtierzoo zusammen gefunden hatte: Die Giraffen sind extra-super geworden! (1/125s, f/4.) Die Tiere selber, die leichte Bewölkung, die Bäume am Rand, die Bäume am anderen Rand, die Bäume im Hintergrund! Jetzt aber: Bestes Bild auf der Rolle? Ah, vielleicht kommt noch was besseres! ;-)

Das Auge des Elefanten ist nämlich auch ziemlich klasse geworden! (1/250s, f/4.) Die tiefstehende Sonne wirft krasse Schatten, die unscharfen Äste im Hintergrund. Richtig gutes Foto! (Eigenlob stinkt, aber in diesem Fall muss ich auch die Kamera und das Objektiv noch mal loben!)

Kommen wir nun endlich mal zu einem Bild, bei dem die Belichtungsautomatik mal wirklich daneben lag: Die Knospen am Baum. (1/1000s, f/1,8.) Es ist ein ganz kleines bisschen zu hell geworden. Was aber wahrscheinlich daran liegt, dass es zur Offenblende keine passende Belichtungszeit mehr gab! Aber ich wollte die Hintergrundäste schön unscharf haben, da musste ich Kompromisse eingehen!

Das Kirchen-Foto ist dann wieder ein bisschen unspektakulärer, aber bei der Auswahl ist es schon schwer, den Durchschnitt hoch zu halten. (1/500s, f/4.) Andererseits kann man (im original, nicht runter gerechneten) Bildern sogar das Haltestellenschild komplett lesen. Das Zuiko ist sowas von ultra-scharf, da stoße ich tatsächlich an die Grenzen des billigen Foma-Films.



Die Turnschuhe in der Sonne fand ich noch extrem fotogen. (1/500s, f/2,8.) Das Ergebnis ist jetzt gar nicht so spannend, aber trotzdem nicht wirklich schlecht. Halt so mittelmäßig. Ich fands halt nett: So müffelig, dass sie die Nacht draußen im Frost verbringen mussten! ;-)

Kurz nach Weihnachten kamen dann wohl auch die alten Spielsachen in den Müll, was ich etwas traurig finde, denn dieses Autochen hatte so ein nettes, fröhliches Gesicht. (1/1000s, f/2,8.) Ich hätte es fast mit genommen, aber ich hab ja keine Kinder, ist mir glücklicherweise gerade rechtzeitig noch eingefallen! ;-) Aber ein interessantes Bild ist es allemal geworden, wenn auch etwas hell in der Mitte. Hätte ich doch mal manuell eingreifen müssen.

Und dann in der gleichen Straße noch der Briefkasten Nummer 1. (1/1000s, f/1,8.) Ein eher wieder langweiliges Foto. Ich mein, es ist jetzt nicht schlecht, zumindest von der technischen Seite her, aber ich hätte mir echt mehr erwartet. Ist so ein schwamm-drüber Testbild, mit dem einige Kleinigkeiten nicht richtig stimmen.


Zu guter letzt: Ein ponyartiges Pferd mit krausen haaren und Schlafzimmerblick. (1/60s, f4.) Niedlich. Aber ich hatte schon bessere Pferdefotos.

Der Esel nebenan ist etwas besser, und da ich so selten Esel vor die Linse bekomme, ein gutes Bild! ;-) (1/500s, f/4.) Vor allem hat der nicht den Stacheldraht vor der Nase wie das Pferdchen auf dem Foto davor. Gefällt mir jedenfalls schon ganz gut.

Nächstes Mal geht es nach Köln-Bilderstöckchen, wo ich die Digitale zur Reparatur gebracht habe. Mal sehen, wann ich dazu komme, den Artikel raus zu hauen.

Mal wie Scannerersatztest

Mal wieder versucht, Negative abzufotografieren. Ich dachte, die 4x4 aus der Yashica sind größer, da fällt es nicht so ins Gewicht, dass ich kein echte Makro-Objektiv benutze. Dieses Mal habe ich versucht, mein Tab mit einem weißen Hintergrund als Backlight zu benutzen. Funktioniert auch nicht wirklich besser, ist zu dunkel, die Belichtungszeiten werden zu lang, weil ich die Blende relativ weit zu machen muss, um Schärfe ins Bild zu kriegen, und dann verwackel ich bei Auslösen.


Wie man sieht, das Ergebnis ist scheiße. Aber man kann zumindest erahnen, dass irgendwo in den Negativen doch etwas Grün steckt, dass nur der Scanner das nicht richtig eingefangen hat. Und dass das 50mm (links) gutmütiger auf die +4 Linse reagiert als das 85mm (rechts). Wobei ich den Eindruck hatte, dass das 85er auf die einzelnen Subpixel im Display scharf gestellt hat...

Fazit: Brauche Scanner.

Bunt, in Farbe und analog, Teil 2: Stadt Blankenberg

Film: 127 Crossbird 200 (C41) #1, Kamera: Yashica 44 LM, März 2021

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Jetzt hat es doch sehr viel länger gedauert, bis ich den zweiten Schwung Bilder aus der Yashica 44 hier ausstellen konnte, als ich es eigentlich geplant hatte. Was schade ist, denn diese hier sind farblich doch irgendwie besser geworden als die letzten aus der Heide. Ob es am anderen Licht lag, das ich hier in Stadt Blankenberg zur Verfügung hatte, oder daran, dass ich jetzt langsam raus hatte, wie man den Crossbird-Film am besten scannt, weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall gibt es hier zumindest einen Hauch von Grün.

Auch wenn es zuerst gar nicht so aussieht: Die (leider corona-bedingt noch immer geschlossene) Burganlage aus mittlerer Entfernung auf dem ersten Bild sieht noch immer sehr rötlich aus und lässt praktisch jeden Grünanteil vermissen. (1/500s, f/5,6.) Dafür kann man die hervorragende Abbildungsleistung des Objektivs erkennen: Man kann jeden einzelnen Stein in der Mauer unterscheiden, und wenn die Scannerleistung besser wäre und der Film weniger grob, ginge es wahrscheinlich noch besser. Auch der Baum und die Laterne im Vordergrund sehen recht plastisch aus. Bei f/5,6 hält sich außerdem auch die Abschattung zu den Ecken hin sehr in Grenzen. Nur ganz oben in den Ecken, bei den Ästen, die eh nicht mehr im Schärfebreich lagen, macht sich etwas Verzerrung bemerkbar, die in den unteren Ecken etwas stärker zu sein scheint. Kann aber auch sein, dass der Film da nicht ganz glatt an der Andruckplatte anlag.


In die andere Richtung habe ich dann ein Bild der Stadtmauer mit viel blauem Himmel darüber geschossen. (1/500s, f/8.) Die Gebüsche unterhalb der Mauer geben hier endlich einen ersten Hint von Grün. Der Film scheint nur auf ganz bestimmte Wellenlängen zu reagieren, je dunkler und kräftiger, desto besser. Bei f/8 gibt es praktisch keine Vignettierung und ich denke, die maximale Schärfe des Objektivs ist hier auch erreicht. Die verzerrten Bereiche in den Ecken unten sind noch mal etwas geschrumpft. Das Bild ist sogar so scharf, dass man noch die Statue vor der Mauer erkennen könnte, wenn die Auflösung des Films besser wäre.

Beim Nächsten Bild habe ich mal die Nah-Eigenschaften etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen und dafür das einen Baum hoch kriechende Efeu fotografiert. (1/250s, f/8.) Selbst bei dieser großen Blende ist im Hintergrund noch ein Ansatz von Bokeh zu erkennen, das sogar einigermaßen ordentlich aussieht. Die unscharfen Äste sind jedenfalls nicht zu unruhig, sondern erinnern mich ein bisschen an einen gaußschen Unschärfe-Filter. Das Efeu selber ist jetzt endlich mal grün, auch wenn es einen hohen Blauanteil hat. Die Highlights auf den Blättern kommen auch gut raus und soweit ich das bei diesem Filmmaterial sehen kann, gibt es auch keine nennenswerten Chroma-Fehler, obwohl ich mir nicht mal sicher bin, ob die Linsen überhaupt eine Beschichtung haben. Macht wirklich erstaunlich gute Bilder für Technik aus den 1950ern. (Leider finde ich keinen Preis für Europa/Deutschland; die 44A (ohne Lichtmesser) hat wohl 1959 um die 30 Dollar gekostet, was heute wohl ungefähr der Kaufkraft von 300 entsprechen würde. Also schon nicht ganz günstig.)


Ein weiteres "Makro" (wenn man das so nennen will) Bild habe ich dann von dem in der Stadtmauer wachsenden Löwenzahn gemacht. (1/250s, f/11.) Hier bin ich noch eine Blende höher gegangen, um die Schärfentiefe zu erhöhen, weil ich aus einer sehr unangenehmen Position heraus fotografiert habe und ich mir nicht sicher war, dass ich genau die Blume treffe. Eine Sorge, die sich im Nachhinein als unbegründet erwiesen hat: Die Blüte ist 100%ig im Fokus und extrem scharf! (Und ich habe einen Scanner-Streifen - defektes Pixel - übersehen. ...egal.) Hier sieht man auch endlich mal etwas mehr und vor allem helleres Grün in den Blättern des Pflänzchens. Dafür ist aus dem hellgelb der Blüte eher eine Dotter-, fast schon Möhrenfarbe geworden. Faszinierend! Aber insgesamt ein richtig schönes Bild!

Ein Bild, das nur noch von den Schafen auf dem nächsten übertroffen wird. (1/500s, f/8.) Vor allem: Grünes Gras, grüne Blätter an den Bäumen, und trotzdem ist der Himmel nur mäßig in Richtung Cyan verschoben. Zudem extrem kontrastreich und niedliche Schäfchen, was will man mehr? Eindeutig das beste Bild auf der Rolle. Selbst die Komposition sieht ganz OK aus, dafür dass ich das relativ schnell eingestellt und ausgelöst habe, weil die Schafe nämlich auf der Wanderung waren und nie wirklich lange an einem Fleck stehen geblieben sind. Aber hier, mit dem Bäumchen in der Mitte, dem Schattenwurf, ja selbst die Maulwurfshügel im Vordergrund: Hervorragend! Das sind die sexy Bilder, die ich von so einer sexy Kamera erwartet habe! ;-)


Da ich am Ende noch ein Foto auf dem Film übrig hatte, weil ich wieder etwas vorsichtig war bei der Auswahl meiner Motive, habe ich dann im Garten noch eben schnell die Pfirsichblüten fotografiert. (1/500s, f/8.) Erstaunlicherweise sind die mit ihrem zarten rose-lila Farbton fast perfekt geworden, was die Farbwiedergabe angeht. Für ein blödes Blüten-Foto, wie ich sie im Frühling ja ständig mit der Digitalen zu Hauf mache und auch im analogen Bereich schon ein paar Mal dazwischen hatte, ziemlich gut gelungen, finde ich.

Und wie gesagt: Beim Nächsten versuche ich mal den Film E-6 entwickeln zu lassen, vielleicht gefallen mir die Farben als Diafilm ja besser, als der er ja eigentlich entwickelt wurde. Mal sehen.