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Schwarz-weiß und analog, Teil 332: Bonn im Schneegestöber mit dem AT-X

Kentmere 400 @ 800 #18, 3. Januar 2026
  • Minolta Dynax 7000i, Tokina AT-X 80-400mm 1:4.5-5.6 (Minolta AF Version)
  • Entwicklung: Microphen Stock #7 10:00*(20°/22°)+60%=14:00 22°; Adofix 1+5 #21 7:00 22°, Adoflo 1+200
Die letzten neun Bilder vom gepushten Kentmere habe ich in Bonn verbraten. Anfang Januar war es ja doch sehr kalt und windig, mit vereinzelten Schneegestöbern. Hatten sowieso einen sehr winterlichen Winter dieses Jahr, hatten wir in der Form schon lange nicht mehr. Wie gesagt, da lag die ganze Zeit dieses Hoch über dem Baltikum, sodass in Mecklenburg-Vorpommern die Ostsee zugefroren ist. Hier im Westen war es nicht ganz so kalt, aber doch schon mehr als sonst. Schnee ist liegen geblieben, selbst in den Niederungen. Kommt ja heutzutage auch nicht mehr immer vor.

Jedenfalls: Wie immer am Beueler Ufer geparkt, runter an den Rhein, die Kirche am Stiftsplatz auf der gegenüberliegenden Seite fotografiert. (1/500s, f/8, ~300mm.) Wenn das Tele zu lang für die maximale Brennweite wird, dann weißte Bescheid! ;-) Mal wieder etwas schief, aber mir sei es verziehen: Es war kalt! Meine Hände haben am kalten Alu des Objektiv-Tubus geklebt wie die Zunge am Laternenpfahl!

Die Reste der Wimpel (von der letzten Kirmes?) habe ich flatternd im Wind erwischt. (1/1000s, f/5,6, ~250mm.) In Bonn ist ja immer Wind am Rhein, aber an jenem Januartag war es schon mal wieder ganz besonders frisch! Und das auch schon, bevor das Schneegestöber so richtig eingesetzt hatte.


An dem Frosch kommen wir ja öfter vorbei und so habe ich ihn auch schon öfter fotografiert. (1/200s, f/5,6, 80mm.) In diesem Fall war die Intention dahinter, dass ich dieses mal mit anderen Bildern vergleichen kann, was Schärfe etc angeht. Und siehe da: Bei dieser kurzen Brennweite sieht man da kaum Unterschiede. Wenn das Bild jetzt nicht noch so schief geraten wäre, könnte man auch noch sehen, dass sich die Verzerrungen, zumindest am kurzen Ende, sehr in Grenzen halten. So grundsätzlich ist das wirklich kein schlechtes Objektiv, es hat nur im langen Bereich so sein Probleme.

Dann ein Bild, auf das ich besonders stolz bin: Der Hund, der seinen Menschen dabei beobachtet, wie dieser mit den Nachbarn quatscht. (1/200s, f/5,6, ~200mm.) So ein liebes, treues Tier. Dabei hat es hier in der Gasse neben der Brücke gezogen wie Hecht! Was war das kalt! Und ich mit dem Kilo Glas in der Hand, kein Wunder, dass ich nachher erst mal auftauen musste. Aber ernsthaft: Ein sehr schönes Hundeportrait. Wenn ich die Leute jetzt noch mal wieder treffen würde, würde ich ihnen ihren Hund mal zeigen. Oder gar einen Abzug machen!

Von oben auf der Brücke habe ich dann die Allegro fotografiert, wie die den Rhein hoch geschippert kam, während das Polizeiboot, das sonst da unten am Rhein liegt, auf Patrouillenfahrt war. (1/350s, f/5,6, 400mm.) Das war zu dem Zeitpunkt, als das Schneegestöber so richtig los ging und deswegen ist der Kontrast so mies. Wie man am Kribbeln der Körnung sehen kann, habe ich da in der Nachbearbeitung schon kräftig nachgeholfen. Kaum zu glauben, was so ein bisschen gefrorenes Wasser in der Luft für Nebeneffekte in Bezug auf Kontrast hat! ;-)


Von der Bonner Seite habe ich dann noch den anderen Kirchturm in Beuel mit genommen, mit Sonnenfleck zwischen den Wolken. (1/500s, f/16, ~135mm.) Eigentlich ganz hübsch. Und hier oben von der Brücke auch mit eher mäßiger Brennweite zu realisieren. Zudem hatte ich so mal die Gelegenheit, die Blende sehr weit zu schließen, das teste ich ja auch immer ganz gerne mal, wenn ich ein "neues" Objektiv begutachte. Ergebnis: Kann man machen! ;-)

Die Weihachtsdeko hing ansonsten auch noch raus, sodass ich mal wieder einen Stern dazwischen nehmen konnte, (1/350s, f/5,6, ~250mm.) Da sind irgendwie leichte Kratzer auf dem Negativ, ich weiß nicht, wieso. Macht die Kamera sonst eigentlich nicht und es sind nicht die üblichen, über die ich mich sonst immer beschwere, von denen ich annehme, dass ich die in der Entwicklung selber da rein mache. Vertikale, vor allem. Kann eigentlich nicht am Filmtransport liegen. Hm. Das Bild an sich ist aber ganz OK geworden, der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund ist nicht hoch genug, aber ansonsten gefällt es mir ganz gut.


Die Kirche habe ich übrigens von indoors aufgenommen. Im Outdoor-Laden. Hihi! Durch das große Fenster im Treppenhaus. (1/250s, f/5,6, ~90mm.) Einfach nur deswegen, nicht so sehr wegen des Motives. Man sieht die runden Leuchten, die da unter der Decke hängen, wie sie sich in der Scheibe spiegeln. Kirche mit Heiligenscheinen. Sorry, ich find's witzig. ;-)

Zu guter Letzt: Ein bisschen Uni-Gebäude. (1/125s, f/5,6, ~135mm.) Der letzte Schuss, sozusagen, bevor der Film voll und die Sonne ganz weg war. Geht. So quer über den Marktplatz, auch mal was anderes. Bonus: Eine Taube flog ins Bild. ;-)

So, das war dieser Film. Als nächstes geht es mit was ganz Groben weiter: Ein Foma 400, den ich in "Rodinal" gepusht habe. Weil ich Korn wollte! Freut euch also auf ein paar langweilige Bilder aus Hennef! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 331b: Mondorfer Hafen mit dem AT-X

Kentmere 400 @ 800 #18, 27. Dezember 2026
  • Minolta Dynax 7000i, Tokina AT-X 80-400mm 1:4.5-5.6 (Minolta AF Version)
  • Entwicklung: Microphen Stock #7 10:00*(20°/22°)+60%=14:00 22°; Adofix 1+5 #21 7:00 22°, Adoflo 1+200
Wie versprochen hier jetzt der zweite Teil der Bilder, die ich mit dem AT-X am Mondorfer Hafen gemacht habe. Fangen wir direkt mal mit den beiden Bildern vom Kormoran an! (Beide 1/750s, f/8, 400mm.) Die sind beide richtig, richtig gut geworden! Ich liebe ja Vögle in jeglicher Form, da kam mir dieser Kerl ganz gelegen, wie er in der herbstlich-winterlichen Sonne seine Flügel zu trocknen versucht. Es war wirklich ein recht heller Tag, aber trotzdem entsprechend kalt. Ob das schwarze Gefieder da hilft, mehr Energie einzufangen, um das Wasser los zu werden? Ich wünsche es ihm jedenfalls. Seine Kollegen schwammen derweil übrigens im Hafenbecken und tauchten nach Beute, da kommt gleich auch noch ein Foto! Jedenfalls bin ich hier sehr stolz auf mich, diese Bilder gemacht zu haben. Deswegen habe ich auch gleich zwei mal auf den Auslöser gedrückt, damit die Wahrscheinlichkeit, dass eines von beiden was wird, entsprechend steigt. In dem zweiten streckt er den Hals etwas mehr, das macht das Bild etwas interessanter, finde ich, aber eigentlich unterscheiden sich beide nicht so radikal voneinander. Das AT-X bei voller Brennweite liefert zwar kein hundertprozentig scharfes Bild ab, aber es ist doch mehr als ausreichend für den Hobby-Bereich. Der Film ist eh recht grob gekörnt, da fällt das gar nicht so sehr auf. Für solche Fotos bräuchte man echt mal teuren Film, nicht diese günstigen Nullachtfuffzehn-Filme! Aber gebe ich 15-20€ für einen Film aus? Nein! ;-)


Ein paar Meter weiter stand (saß?) dann der Reiher im Baum und beobachtete die Spaziergänger auf dem Weg unter sich. (Beide ebenfalls 1/750s, f/8, 400mm.) Auch hier ist das zweite ein bisschen besser geraten, weil er hier in diesem Moment das Auge sichtbarer in die Sonne gewandt hat. Ansonsten auch hier eher marginale Unterschiede. Noch eine wirklich hervorragende Gelegenheit, bei der ich Glück gehabt habe, dass der da so saß! Ganz hervorragend! Und sowohl Reiher als auch Kormoran eignen sich für schwarzweiße Bilder ja hervorragend, weil sie selber ja doch eher weniger bunt sind. Richtig gute Bilder, die ich mir gerne anschaue. (Ich muss echt mal die Zeitschaltuhr für den Vergrößerer organisieren!)



Währenddessen, nebenan der Hafen mit den Sportbooten, leichter Dunst über dem Wasser, Herbststimmung! (1/350s, f/8, 80mm.) Hübsches Bild, finde ich. Nicht so spektakulär wie die beiden Vögel, aber immerhin! ;-)

Apropos, die Kollegen vom Kormoran, wie versprochen, auf der Jagd nach frischem Fisch. (1/750s, f/5,6, 400mm.) Schön die konzentrischen Kreise, die sich um die Tiere auf der Wasseroberfläche gebildet haben. Etwas dunkel und am unteren Ende dessen, was der günstige Kentmere mit sich machen lässt, wenn man ihn zu ISO 800 zwingt. Aber trotzdem ein nette Bild. Wie gesagt, ich mag ja Vögel. Das merkt man ja auch daran, dass ich so gerne Flügelschlag spiele! ;-)

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Wenn irgendwo ein Schild rum steht, mache ich ein Foto davon, und ja gammliger und vermooster es daher kommt, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen Klick! (1/500s, f/5,6, ~300mm.) Außerdem mal eine Gelegenheit, nicht voll rein zu zoomen. Bis 300mm ist die Schärfe von dem AT-X nämlich eigentlich ganz OK. Sieht man auch hier auf dem Film. Das ist ansonsten mal wieder so ein deprimierendes Foto, für das ich eins auf die Mütze kriege, wenn ich das bestimmten Personen zeige. Dabei dokumentiere ich nur Tatsachen. Als ob ich was dafür könnte, dass die Realität einen leicht depressiven Einschlag hat! ;-)

Dann lieber die fröhlich gestaltete Mondorfer Fähre? (1/500s, f/8, ~120mm.) Vielleicht versöhnt das dann wieder? Wie sie da so in der Sonne angebunden liegt und 100% elektrisch nicht fährt, weil Wochenende ist? ;-) Dafür ist das Bild mal wieder ein bisschen schief geraten. Das Objektiv ist schwer, sorry! (Ausreden! Nichts als Ausreden! :-D) Die weißen Lieferwagen oben links stören mich übrigens am meisten!


Von hier vorne auf der Landzunge im Rhein kann man auch ganz hervorragend ins Dorf schauen, wo der Kirchturm natürlich alles überragt. (1/1500s, f/8, 400mm.) Mal wieder habe ich die Kamera nicht gerade gehalten, sorry. Aber passt auch so. Weit offen und bei vollem Zoom ist das Objektiv erwartungsgemäß nicht so scharf, wie man es gerne hätte. f/8 ist schon besser, selbst auf Film. Nur hab dafür mal immer genug Licht! Neumodische Objektive mit optischer Stabilisation haben auch Vorteile! (OK, die meisten sind von sich aus direkt schärfer, weil 30 Jahre dazwischen liegen.) ;-)

Die Typen wollten nicht weg gehen, wir mussten aber langsam mal an den Rückweg denken, vor allem, weil wir noch in Supermarkt mit dem R vorbei schauen sollten, also habe ich den sich im Wasser spiegelnden Pfahl dann halt mit "Touristen" fotografiert. (1/500s, f/5,6, ~120mm.) Keine Ahnung, warum die da rum standen und geschwatzt haben. Ich mein, der eine guckt mich direkt an, der sollte ja vielleicht gesehen haben, dass ich evtl. ein Foto machen will und dass er mit dem Monster-Tele da mit drauf ist. Naja, egal. Die Körnung ist so heftig, dass man ihn eh nicht erkennen kann.

Auf dem Weg zum Einkauf noch an dem alten Umspanntürmchen vorbei gekommen, das ich natürlich auch noch dokumentiert habe. (1/2000s, f/8, 80mm.) Muss ja sehr in der Sonne gestanden haben, wenn ich die Werte da richtig interpretiere. Und ja, es ging so langsam auf Sonnenuntergang entgegen, wahrscheinlich ballerte die Sonne genau da drauf. Andererseits sieht es dafür etwas zu schattig aus. Kurz zusammengefasst: Ich erinnere mich nicht. Ist ja jetzt auch schon wieder zwei Monate her. ;-)


Ich vergesse immer, bei sehr dunklen Motiven die Belichtungskorrektur anzuwerfen, weswegen der alte Mustang jetzt ein bisschen über ist! (1/60s, f/8, 80mm.) Musste aber auch schnell gehen, weil der Besitzer gerade zurück kam und los fahren wollte. Da hatte ich keine Zeit, groß was einzustellen. Hätte auch durchaus auf Offenblende hoch gehen können, dafür aber gleich zwei Zeitschritte überkompensieren sollen. Irgendwie so 500stel bei f/4,5 wäre wahrscheinlich richtig gewesen. So ist es ein überbelichteter Schnappschuss mit leichten Wackeltendenzen. Man kann nicht alles haben. ;-)

Ganz am Ende, kurz bevor wir wieder in der Gartenstraße ankamen, überflog uns dann noch dieses Werbeflugzeug. (1/1000s, f/8, 400mm.) Sonst machen die Werbung für Jesus oder sowas (ernsthaft), aber zwischen den Tagen war Weihnachten das große Thema. ich weiß ja auch nicht, Zirkus hat mich als Kind schon nur so mittel interessiert. Löwen und Elefanten gucken. Aber die gibt es ja nicht mehr, dafür umso mehr Clowns. Kein Wunder, dass die alle in die Politik abwandern, da muss man wenigstens nicht lustig sein. ;-)

So, das war das letzte Bild von jenem Tag. Nächstes Mal geht es weiter mit: Schneegestöber in Bonn. Die erste Januarwoche lässt grüßen! Man, ich hab echt aufgeholt mit meine s/w-Filmen! Muss bald mal dran denken, einen neuen zu belichten, sonst läuft mir die Pipeline leer! :-D Wetter wäre ja danach!

Schwarz-weiß und analog, Teil 331a: Mondorfer Hafen mit dem AT-X

Kentmere 400 @ 800 #18, 27. Dezember 2026
  • Minolta Dynax 7000i, Tokina AT-X 80-400mm 1:4.5-5.6 (Minolta AF Version)
  • Entwicklung: Microphen Stock #7 10:00*(20°/22°)+60%=14:00 22°; Adofix 1+5 #21 7:00 22°, Adoflo 1+200
Ich hatte ja, schon seit ich das Tokina AT-X damals in der Post hatte, mit dem Gedanken gespielt, das auch mal auf Film zu testen, wie es eigentlich gedacht ist. Das ist ja nun wirklich kein digitales Objektiv, dafür ist es bestimmt 10 Jahre zu alt. Oder mehr. Ich hab schon wieder vergessen, von wann das genau stammt, aber das kann man ja bestimmt fein in meinem Blog nachgucken. Hm, nee, ich hab da nur das "Discontinued: 2000" aus der offiziellen Seite übernommen. Ich meine mich zu erinnern, dass das aus den mittleren 1990ern stammt. (Sagt auch Google, wobei man dem ja in letzter Zeit wegen der halluzinugenen KI ja auch nicht mehr trauen darf.) Jedenfalls habe ich das dann Ende des letzten Jahres mal gemacht und es auf die Minolta 7000i geschraubt. Zusammen sind die beiden schon ein ziemlicher Klotz am Bein, weit jenseits der Kilo-Grenze, also nichts, was man mal eben so durch die Gegend schleppt. Ich hab es trotzdem getan und war mit Jörg am mondorfer Rhein.

Direkt das erste Foto habe ich praktisch vor Cs Haustür gemacht, weil, frisch eingelegter Film, das erste Bild wird ja eh wieder nix - ich habe zu viele Filmkameras benutzt, bei denen man den Film noch manuell einfädeln muss, das ist so ein Überbleibsel, was bei automatischen Kameras total blödsinnig ist. Jedenfalls habe ich den Weihnachtsbeleuchtungsstern direkt da mitgenommen, bei relativ hohem Zoom-Faktor, den ich mir allerdings nicht aufgeschrieben habe. (1/1500s, f/8, unbekannte Brennweite.) Was soll ich sagen? Sieht OK aus. Auf s/w sieht man auch nicht so sehr, dass das Tokina zu einer nicht ganz so neutralen Farbgebung tendiert wie die Minolta-Objektive. Im Gegenteil, der Kontrast ist hoch und die Pixel alle scharf. Ich glaube fast, bereits nach dem ersten Foto erkennen zu können, dass das auf einer guten Filmkamera besser funktioniert als auf der digitalen Sony.

Im zweiten Bild mache ich es ihm direkt mal richtig schwierig: Die Mondorfer Kirche im Gegenlicht! (1/3000s, f/8, ~100mm.) Das ist für kein Objektiv einfach, aber eine besondere Herausforderung, wenn man die Gegenlichtblende zu Hause gelassen hat, die bei diesem alten Stück Technik durchaus sinnig ist. Trotzdem: Der Kontrast ist zwar schlecht, aber wider Erwarten durchaus noch im brauchbaren Bereich. Ich habe den Turm auch bewusst so belichtet, dass man noch Details erkennen können soll, was ja auch geklappt hat. Dieses "Glühen", das allerdings einen Großteil des Bildes überstrahlt, ist allerdings schon störend.


Mit der Sonne hat es jedoch keine Probleme, wie zu erwarten: Die Uhr am Turm ist eigentlich perfekt geworden. (1/1500s, f/8, ~360mm.) f/8 ist hier sogar ein bisschen wenig, ich hätte durchaus auf f/11 hoch gehen können, um mehr Tiefe zu bekommen. Die Uhr selber ist nämlich leider schon ein bisschen außerhalb der Schärfeebene. Fällt in normaler Abzuggröße aber nicht so auf. Die meisten Probleme, die Leute mit Vintage-Objektiven haben, sind ja eigentlich der Tatsache geschuldet, dass diese Teile niemals für die Pixeldichte moderner CCDs bzw. Monitore gedacht waren. Bei "normaler" Vergrößerung sind die meisten Objektive scharf. Erst, wenn man sich ein Poster drucken lassen wollte, würde es problematisch, aber scheinbar erwartet das die Masse der Menschen, die noch nie mit analoger Fotografie in berührung gekommen ist, das so.

Da das Objektiv auch einen Portrait-Brennweitenbereich bietet, musste ich den natürlich auch testen: Jesus am Kreuz kam mir da gerade recht. (1/500s, f/8, 80mm.) Wie erwartet: Die Abbildungsleistung am kurzen Ende ist gut. Das habe ich ja an der Digitalen auch schon festgestellt und dem ist auch nichts hinzuzufügen. f/8 war hier schon fast übertrieben, aber ich wollte tatsächlich maximale Schärfe haben, sozusagen für eine Baseline.

Kommen wir jetzt zu den ersten Vogel-Fotos, die ich an jenem Tag gemacht habe. Da haben wir als Vorreiter des Themas diese Möwe auf der Laterne unten am Fähranleger. (1/3000s, f/8, 400mm.) Hier zahlt sich die lange Brennweite tatsächlich aus und es ist auch gar nicht so schlimm, wenn die Abbildungsleistung hier nicht der im kurzen Bereich bis aufs Haar gleicht. Bei solchen Motiven will man maximale Vergrößerung, koste es, was es wolle. Ja, das Bild ist weicher, aber der Kontrast ist trotz der nicht so perfekten Beleuchtung brauchbar. Ich beschwere mich also nicht! Alles gut! (Also, für mein Verständnis von "gut" in Bezug auf ein 30 Jahre altes Zoom-Objektiv eines Drittherstellers! Man muss die Dinge immer im Kontext betrachten.)


Die anderen beiden Fotos habe ich dann von vorne gemacht, sodass die Möwe auch schön ausgeleuchtet auf den Film kam. (Beide 1/3000s, f/8, 400mm.) In dieser Situation, in der viel mehr Kontrast ins Bild kommt, kann ich nur sagen: Besser geht es nicht. (...mit so einem Objektiv, s.o.!) Ich bin voll zufrieden. Besser sähe das natürlich mit einem richtig teuren Objektiv aus, aber dieses hier fiel damals halt immerhin schon in den Prosumer-Bereich. Dementsprechend kann man damit arbeiten, man muss die kleineren Mängel nur gekonnt übersehen, so wie ihr das ja von mir kennt, wenn ich mich in ein bestimmtes Stück alte Technik verliebt habe! ;-) Ich finde beide Fotos jedenfalls erste Klasse! (...für dieses Objektiv! :-D)

Über dem dunstigen Rhein sieht das ganz anders aus: Der Kontrast lässt merklich nach, das Bild wirkt viel flacher. (Unbekannte Werte, aber sehr wahrscheinlich 400mm.) Das ist aber weniger das Objektiv selber schuld als die Umweltbedingungen. Die Schärfe lässt sich hier schwer beurteilen, da ich in der Nachbearbeitung deutlich zu viel am Kontrast gedreht habe und die Körnung damit zu heftig geworden ist.

Als das Schiff dann näher kam, habe ich den Bug genau in dem Moment mitgenommen, als er sich durch die schillernden Reflexionen auf der Wasseroberfläche gepflügt hat. (1/2000s, f/8, 400mm.) Huch, da steht ja wer! ;-) Cooles Bild, bei dem man auch wieder die volle Brennweite ausnutzen muss und die kleineren Mängel und Abstriche einfach ignorieren sollte. Bei dem vielen Gegenlicht ist es auf jeden Fall besser geworden, als ich es erwartet hätte.


Das Eisschild darf nicht fehlen. (1/1500s, f/8, 400mm.) Einfach mal aus großer Distanz drauf gehalten, weil ich es kann mit diesem Objektiv. Das Ergebnis ist auch hier erstaunlich brauchbar. Wie immer am langen Ende: Die Schärfe könnte schärfer sein, der Kontrast kontrastiger. Aber insgesamt: OK.

Wir sind dann in den Hafen hinein gegangen und nebenbei habe ich die Fähre Mondorf fotografiert, die an diesem Tag keinen Dienst hatte. (1/350, f/8, 80mm.) Die kleinste Brennweite ist hier noch zu lang, sodass nicht das ganze Schiff drauf ist. Und nur so halb mit dem Licht ist der Kontrast auch nur so lala. Umgekehrt sehen wir hier aber praktisch die maximale Schärfe, die dieses Ojektiv bieten kann: Sie ist definitiv höher als das Auflösungsvermögen des Films. Also gut.

Hinten hing der Weihnachtsbaum, den ich dann mal ran gezoomt habe. (1/350s, f/4,5, ~200mm.) Hier im mittleren Brennweitenbereich kann man schon gute Bokeh-Eigenschaften finden, wenn man bereit ist, die Blende vollständig zu öffnen. Gleichzeitig ist die Brennweite noch nicht so extrem, dass man Angst haben muss, dass man die Hälfte des fotografierten Subjekts nicht mehr in der Schärfeebene hat. Funktioniert also auch ganz gut. Etwas dunkel war es hier, die tiefe Wintersonne kam hier einfach nicht rein.


Wenn irgendwo Fahrräder stehen: Ich bin dabei! (1/250s, f/4,5, ~100mm.) Am kürzeren Ende ist dieses Objektiv tatsächlich extrem brauchbar. Nur leider etwas schwer. Einfach ein cooles Bild, an dem ich kaum was auszusetzen hätte, wenn es nicht sehr stark vom Gegenlicht beeinflusst wäre. Insgesamt trotzdem gut.

Ähnlich ergeht es den Fahnen und Wimpeln und Gedöns an einem der vielen Masten hier im Hafen: Nicht perfekt, aber gut. (1/750s, f/4,5, ~130mm.) Gegenlicht ist hier weniger das Problem, mehr so das Fehlen von Licht an sich. Es war hier wirklich sehr schattig, obwohl es erst früher Nachmittag war. Ja, die Sonne steht echt tief Ende Dezember! ;-) (Was für eine Erkenntnis!)

So, und jetzt habe ich ganz spontan beschlossen: Das sind so viele Bilder, ich splitte den Eintrag hier auf. Die anderen Vögel sehen wir dann im nächsten Artikel! ;-)

Bunt, in Farbe und analog, Teil 12b: Getoasteter Agfa Color in einer Flohmarkt 7000i - Flohmarkt Lutz

Agfa Color 200 #1, Ablaufdatum unbekannt, August 2025
  • Minolta 7000i, Minolta AF 50mm 1:1.7 (u.A.)
  • Entwicklung: Axel Color Newbie C41 Kit
"Lohnt sich das eigentlich", habe ich mich gefragt, "der Film war eh so scheiße! Soll ich tatsächlich aus den vier Fortos vom Flohmarkt am Lutz noch einen eigenen Eintrag machen?" Die Antwort seht ihr vor euch! ;-) Natürlich habe ich da noch einen zweiten Eintrag draus gemacht. Einfach um zu zeigen, wie sehr die Umwelteinflüsse (vorhandenes Licht und dessen Farbtemperatur) so einen vergammelten alten Film beeinflussen. Es war an jenem Tag nämlich sehr viel heller und dementsprechend sind die Bilder auch etwas farbiger geworden, bzw ich musste nicht ganz so viel an den Kurven drehen, um ein brauchbares (bedeutet in diesem Fall erkennbares) Ergebnis zu erzielen!


So richtig Spaß macht das allerdings trotzdem nicht, die Bilder anzuschauen. Eher kriegt man da Mitleid mit den armen alten Fabkupplern, die aus Altersschwäche nicht mehr so wirklich Bock zur Arbeit hatten! "Nix mit Rente, Kinners, ihr müsst noch reagieren", hab ich ihnen zugerufen, als ich sie in die Suppe geworfen habe. Hätte ich vielleicht nicht tun sollen: Manche konnten vor Aufregung nicht mehr an sich halten und haben unter sich gemacht! :-D

Nee, also, ich bin eigentlich wieder sehr erstaunt, dass ich überhaupt noch was erkennen kann auf den Bildern. Wenn ich mir die Negative so anschaue, kann ich da nur was erkennen, wenn ich sie direkt in die 200 Watt Baustellenlampe halte. Ein Wunder, dass der Scanner da überhaupt noch was raus lesen konnte. Der Träger ist so stark durchbelichtet, dass der Unterschied zwischen Foto und nicht Foto marginal ist!


Trotzdem sind sie alle erkennbar geworden. Faszinierend. Ich muss echt mal diese fünf Diafilme testen, die ich letztens in Siegburg auf dem Flohmarkt für'n Euro mitgenommen habe. Kann eigentlich auch nicht schlimmer sein. Nur habe ich mich noch nicht mit mir selber darüber verständigt, ob ich die dann selber in C41 cross-develop-e oder ob ich sie in den Fotoladen bringe.

Fazit: Ja, nee, der Film war gekocht! Wortwörtlich! Eigentlich eine Verschwendung von Zeit und Entwickler! ;-)

Bunt, in Farbe und analog, Teil 12a: Getoasteter Agfa Color in einer Flohmarkt 7000i - Trekdinner

Agfa Color 200 #1, Ablaufdatum unbekannt, August 2025
  • Minolta 7000i, Minolta AF 50mm 1:1.7 (u.A.)
  • Entwicklung: Axel Color Newbie C41 Kit
Der zweite Film, den ich letztens in dem Newbie C41 entwickelt hatte, war ein Agfa Color, den ich in der Minolta 7000i gefunden habe, die ich ja nur mit genommen hatte, weil ich auf das 50/1.7 scharf war, das da vorne drauf war. AF-Minoltas habe ich ansonsten ja mittlerweile wie Sand am Meer! Die werden einem ja förmlich nach geworfen! ;-) Nicht, dass das irgendwie schlechte Kameras wären, aber es gibt sie halt zu Hauf, keiner will sie haben. Was ein bisschen unfair ist. Die 7000i zB ist ein hervorragende Kamera, die trotz der Misshandlungen, die sie in ihrem Leben wohl schon mit gemacht hat, noch immer funktioniert. ...bis aufs Rückspulen! Ich nehme an, da ist ein Zahnrad kaputt. Der Filmtransport vorwärts funktioniert ja schließlich. Aber was erwarte ich, die hat sicher einen heftigen Sturz hinter sich, den Griff musste ich ja auch erst mal flicken.

Langer Rede kurzer Sinn: Einige der Kratzer auf den Negativen stammen daher, dass ich den Film aus der Kamera ziehen musste. Sie hat ihn ja nicht freiwillig wieder her gegeben! Und die hält den wirklich richtig fest! Aber macht nichts, denn die Bildqualität ist, nun sagen wir mal: eigenwillig! Der Film ist offenbar schon länger in der Sonne gewesen. Die Kamera lag wohl schon länger und auf mehreren Flohmärkten in der Auslage. Und ich habe das deutliche Gefühl, dass jemand die Rückwand auf gemacht hat, denn der Anfang vom Film sieht entsprechend aus. Da sind noch drei Bilder, auf denen ansatzweise Leute an einem Tisch sitzen. Sieht nach frühe 1990er aus. Oma und Enkel an einem gedeckten Festtagstisch. Frische rote Rosen in einer Sechseckigen Vase. Ein Mann mit schrecklichem Schnauzbart.


Meine Bilder am Ende des Filmes sind da von mundäneren Motiven geprägt: Ich hatte die Kamera mit zum August-Trekdinner und habe rund um Miss Pepper ein paar Bilder vom Industriegebiet gemacht. So Motive, wie ich sie ständig vor die Linse nehme: Verkehrsschilder, am Straßenrand geparkte Fahrzeuge, solche Dinge. Und wenn ihr gedacht habt, der Farb-Shift bei dem letzten Film war schlimm, dann macht euch auf was gefasst: Der Film ist praktisch komplett im Hintergrundnebel abgesoffen. Die Negative sind so dicht verwolkt, dass ich kaum die Stege zwischen den Bildern erkennen konnte, um den einigermaßen auf Streifen zu schneiden, damit ich ihn in den Scanner einlegen konnte.

Mit ganz viel digitaler Nachbearbeitung konnte ich dann dann allerdings doch noch ein bisschen Farbe aus ihnen heraus holen. Trotzdem haben sie so einen leichten 1950er-Technikolor-Vibe. Das Weiß in den Wolken wäre wirklich perfekt gewesen, um die Farben abzugleichen, aber das Problem war: Die schwanken selbst innerhalb eines Bildes so stark, dass ich unweigerlich zu den Rändern hin entweder ins Grüngelbe oder ins Lilablaue abgedriftet bin, je nachdem, welchen Regler ich wie weit gedreht habe. Das Histogramm bestand eigentlich nur noch aus schmalen Bändern, die zerhäckselt über den ganzen Bereich verteilt waren. Blau ist dominant, der Film selber hat eine sehr orange Grundtönung angenommen, die beim Invertieren alles andere überstrahlt. Grün ist praktisch vollständig verloren, weshalb das hier in den Büschen und Bäumen eher herbstlich als nach Hochsommer aussieht. Das Knallrot der Verkehrsschilder konnte ich einigermaßen rekonstruieren. Aber das Grün des Schaltkastens und das gelbe Hochspannungsschild darauf: Keine Chance! Zugleich wellige Überbelichtungen über den ganzen Film verteilt, als wäre da irgendwo auch ein Lichtleck. Da ist aber keins, soweit ich das sehen kann, da hat die Sonne wohl durch Filmdosenschlitz geschienen. Zudem biegt der Film sich durch die lange Lagerung an den Schneidekanten unheimlich nach oben und macht die Fabkorrektur nicht einfacher.


Je länger ich durch das Industriegebiet geschlichen bin, desto mehr verdunkelte sich ja auch der Himmel und desto blauer wurde das Licht, was in dem blauen Hintergrundschleier völlig aufgefressen wird. Der Regenschauer, der dann folgte, hat mich ins Möbelhaus flüchten lassen, wo ich mich von D und C habe abholen lassen, die kamen ja gerade auf ihrem Weg zum Trekdinner hier vorbei. Danach habe ich dann noch zwei Bilder im Miss Pepper drinnen gemacht. Hat erstaunlich gut funktioniert. Die Bilder indoors sehen fast besser aus als die draußen. Wahrscheinlich weil drinnen das Licht von sich aus roter war.


Und dann ganz zum Schluss, als wir uns verabschiedet haben, noch die Freiheitsstatue von hinten mit genommen. Das Bild ist fast schon schwarz-weiß, außer dass es statt weiß mehr blau ist. Erstaunlich aber, dass die Wolken so prominent raus gekommen sind. Die Belichtungszeit war hier schon sehr lang, so sehr, dass ich das gerade noch mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, dieses Bild zu "verschwenden". Aber gut, dass ich das gemacht habe. Dieser Colour Shift hat in diesem Fall nämlich tatsächlich was für sich!

Fazit: Von der Belichtungssteuerung und -messung her funktioniert die Kamera hervorragend, trotz des zerdepperten Griffs. Muss ich echt mal sehen, ob ich die auf kriege und raus bekomme, warum sie nicht zurück spult. Ansonsten: 20 Jahre alte Filme, die wer weiß wie oft und wie lange in der Sonne auf irgendwelchen Flohmärkten rum gelegen haben, sind kein vertrauenswürdiges Medium! ;-) Die Ergebnisse sehen aus, als hätte ich den Film durch ein Aqarium hindurch fotografiert. Ganz schlimm! Aber auch witzig, irgendwie! ;-)