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Mit C nach Söven

Während wir drauf warten, dass der sintflutartige Gewitter-Regen zum dritten Mal den Keller flutet, kann ich eigentlich auch mal eben die Fotos von gestern Abend hier einbauen. Der Plan war ja eigentlich, dass ich das morgen früh im wachen Zustand mache, aber es ist halt anders gekommen, als ich gedacht habe. Obwohl es so klingt, als würde sich das Gewitter so langsam verziehen. Wer's glaubt... Mit literarisch wertvollen Ergüssen ist hier und jetzt also erst mal nicht zu rechnen!

Jedenfalls. Nachdem wir mit C gestern Abend im Fernsehen geguckt haben, wie die im Fußball mal auch was anderes als Eigentore fabrizieren - allerdings auch nur so gerade eben! ;-) - sind wir nach den Nachrichten noch schnell vor die Tür gegangen, um die ganzen Schokoerdnüsse wieder abzutrainieren, die wir uns gerade vorher angefressen hatten. Um das ganze Ausmaß der letzten Überschwemmung vorzuführen, sind wir durchs Dorf gegangen und dabei habe ich dann direkt mal wieder der Nachbarn ihre Blumen fotografiert.


An der Dorfkneipe - wegen Wasserschaden zZt geschlossen, denen bleibt auch echt nichts erspart - kam uns dann diese sehr niedliche und sehr zutrauliche Katze entgegen, die allerdings nicht lang genug stehen geblieben ist, als dass ich sie richtig scharf gestellt bekommen hätte. War einfach zu fix, wie Katzen so sind. Und in die Kamera schauen wollte sie auch nicht.

"Gut," hab ich mit gedacht, "fotografierst Du halt Blumen, die laufen nicht weg." Gesagt, getan. Daneben stand dieser alte metallene Werkzeugkoffer, der mit Schlamm gefüllt ist. Offenbar auch ein Opfer des Wasserschadens. Einerseits traurig, das so zu sehen, weil da ja wahrscheinlich noch mehr Schaden entstanden ist, aber andererseits ein interessantes Motiv.


Weiter das Rosental hoch kamen wir dann an den üblichen Jungbullen vorbei, die ich aber auf Grund des fehlenden Lichtes nicht näher mit dem Tele heran geholt habe, sondern weiter beim 35er Weitwinkel geblieben bin. Außerdem hatte ich die ja schon oft genug in Großaufnahme. So habe ich ein witziges Bild mit scharfem Grasbüschel und unscharfen Rindviechern im Hintergrund bekommen. ;-)

Oben in Söven gab es dann das übliche Pferd, für das ich tatsächlich kurzzeitig auf das 85er gewechselt habe. Dann aber beim Jesus bin ich direkt wieder auf das 35er umgestiegen, einfach, weil das so ein Standardbild von mir ist und ich ihn mit diesem Objektiv noch nicht hatte. Ab hier habe ich dann fast alle weiteren Bilder im Hochkant-Format gemacht und ich kann gar nicht mal genau sagen, woran es liegt. Wahrscheinlich weil sich der Schilderwald dafür so angeboten hat.


Der rote Trecker steht da noch immer an der selben Stelle, aber der Esel, der ihn sonst bewacht, war nicht zu Hause. Stattdessen stand das Tor offen und ich konnte etwas weiter um die Ecke schauen. Und dann war da noch die Baustelle, von wo aus diese blauen Rohre entlang der Straße verlegt werden. Die Arbeiten scheinen aber zur Zeit auf Eis zu liegen, da die Baumaschinen wohl zur Beseitigung der Flutschäden benötigt werden. Zumindest hat sich da in den letzten zwei Wochen nicht wirklich was getan. Gut für mich, denn Bagger geben auch immer ein interessantes Motiv ab.

Ansonsten kann man hier noch die Wolkenformationen bestaunen, die sich immer mehr zusammengezogen haben, während wir auf dem Heimweg den Hausberg hinab waren. Da hatte ich schon so ein ungutes Gefühl, dass die Nacht nicht ohne Gewitter bleiben würde. Aber dass uns gleich wieder der Keller volllaufen würde, das konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.


So, und jetzt geh ich mal den Eimer ausleeren, der klingt schon wieder voll. Es hat jetzt seit einer halben Stunde oder so nicht mehr geregnet, vielleicht haben wir ja Glück und ich kann jetzt endlich ins Bett und vielleicht noch ein paar Stunden schlafen.

Fohlen und Fingerhüte

Gestern nach dem Abendessen oder noch später, da ließ die schwüle Hitze, trotz aller Hoffnung, noch immer nicht nach; sind dann aber trotzdem noch vor die Tür, da ich ja noch nicht genug Bewegung hatte. (Habe morgens ja bei der Mutter den Vorgarten beschnitten, hatte extra die Heckenschere mit genommen. Weit bin ich nicht gekommen, weil ich bei den Temperaturen fast aus den Latschen gekippt wäre.)

Jedenfalls sind wir kurz entschlossen bei Bödingen durch den Wald gelaufen. Da oben waren wir ja jetzt schon öfter, da ist es etwas kühler, weil schätzungsweise 100 Meter über dem Niveau der Sieg die ganze schwüle Suppe unter einem liegt. Außerdem ist es im Wald ja immer etwas wohltemperierter. Aber als wir zum Wanderparkplatz abgebogen sind, sahen wir schon, dass wir erst mal nicht direkt in den Wald rennen würden, sondern stattdessen die Pferde und das Fohlen begutachten würden:


Junge Pferde sehen ja immer etwas ungelenk aus. Muss an den ewig langen Beinen liegen. Aber irgendwie doch sehr niedlich. Die ganze Herde hat jedenfalls brav drauf aufgepasst und sich erst mal schützend im das Junge herum aufgestellt und uns böse angeschaut, bis alle gemerkt hatten, dass ich nur Fotos machen will und nicht der "böse" Wolf bin. (Ich mag zwar Sauerbraten, aber doch lieber aus Rind.) ;-)

Danach sind wir dann die paar Meter zurück zum Parkplatz - auf dem heute tatsächlich mal kein voll beladener Holztransporter stand, obwohl der ganze Wald noch voller abgeschnittener Bäume liegt; aber ich fange jetzt nicht wieder an, über Klimawandel und Borkenkäfer zu lamentieren. Ist zwar nur ein kurzer Weg, aber unterwegs direkt schon wieder gefühlt 42 Fotos gemacht. Wenn ich nicht aufpasse, habe ich den "neuen" Verschluss in der Kamera auch bald schon wieder durch. Aber an blühenden Blumen kann ich ja immer schlecht vorbei gehen, besonders wenn eine Biene drin sitzt. Und wieder stelle ich fest, wie unglaublich scharf die Bilder mit dem 35mm werden. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich gleich diese Brennweite gekauft. Allerdings ist das in neu ja schon recht teuer. (Nicht ganz so teuer, wie ich dachte, aber mit 320 Euro in der AF-D-Version für meine Hobby-Verwendungszwecke noch immer praktisch unbezahlbar. Wobei es tatsächlich noch - zumindest wohl bis 2020 - ein AI-S f/1,4 zu geben scheint, das neu mal eben das Vier- bis Fünffache kostet! Holla!)


Vom Parkplatz aus wollte ich eigentlich mal links rum gehen, aber das war uns heute zu weit, weil die Hitze und so. Da wäre man nämlich eher am Waldrand entlang, statt durch den Wald selber zu gehen, das war heute nicht das, was wir haben wollte. Wie kann es im Mai eigentlich so nass und kalt gewesen sein und im Juni ist es tropisch wie im yukatanische Urwald? (Ist jetzt der einzige Urwald, den ich persönlich kennengelernt habe.) Deshalb sind wir jedenfalls umgekehrt, nachdem ich den Holzstapel dort fotografiert hatte.

Stattdessen haben wir erst mal eine kleine Pause eingelegt. Ja, selbst abends um halb 8 ist es noch so heiß, dass man lieber sitzen möchte, statt dass man umkippt und den Berg runter rollt. Also aus dem Sitzen das Schild fotografiert. ...sagte er, als wäre das das Natürlichste der Welt! ;-) Ja, ich mache zu viele Fotos, aber ich habe halt ein neues Spielzeug und das muss man schließlich ausgiebig testen!

An der Stelle bleibt noch zu erwähnen, dass ich gerne eine geladene s/w-Kamera dabei gehabt hätte, denn es gab doch einige Motive, die sich sicherlich gut gemacht hätten. Zum Beispiel das Holz da oben.


Oder auch das andere Holz da gerade. ;-) Solche Motive kommen auf einem s/w-Film immer ganz besonders gut raus. Wobei ich ja eigentlich auch noch mal einen Farbfilm verschießen wollte, nachdem ich mir am Donnerstag die alten DK-Bilder noch mal genauer angeschaut habe. Hatte mit deswegen ja schon das letzte Dreierpack Kodak Gold 200 beim $drogeriemarkt gekauft, konnte mich bisher aber noch nicht für eine Kamera entscheiden. Das ist das Kreuz, wenn man so viele davon angeschafft hat. Am Sinnvollsten wäre wahrscheinlich die kleine, leichte Olympus, die könnte man auch mal so nebenbei mit nehmen.

Aber zurück zu den Fotos von gestern: Es gab unheimlich viele Fingerhüte zu sehen. Das ist ja auch genau die richtige Jahreszeit dafür, glaube ich. Außerdem ist es auch denen gut bekommen, dass wir so einen feuchten Mai hatten. Also, eigentlich einen normalen Mai. Man hat sich nur so dran gewöhnt, dass im Frühling immer schon Sommer ist. Jedenfalls steht der ganze Wald voller Digitalis! Nur vermisse ich die Bienen ein bisschen, die eigentlich da drin brummen sollten. Stattdessen hatten wir haufenweise Mücken, die sich an meinen nur mit Shorts bekleideten Beinen gelabt haben. Ist ja auch eine ziemlich dumme Idee, mit kurzen Hosen in den Wald zu gehen. Selbst bei dieser Hitze! Oder gerade dann!


Die Abendsonne hat es mir jedenfalls ermöglicht, die Blende beim Fotografieren schön weit offen zu lassen, was zu sehr interessantem Bokeh geführt hat. Hätte nicht erwartet, dass ein Objektiv, dass ja doch schon ein bisschen in den Weitwinkelbereich hinein gehört, so viel Unschärfe produzieren kann. OK, bei einer Naheinstellgrenze von 30cm kann ich ja auch ziemlich nah an alles heran gehen, was sich zu fotografieren lohnt. Außerdem macht es weit offen und mit dem vielen löcherigen Hintergrundlaub teilweise schon ein ganz kleines bisschen Swirl, zumindest wenn man gaaanz nah ran geht an das Motiv und der Hintergrund so gut wie unendlich weit weg ist. Interessant.

Nur manchmal braucht man dann doch das Tele, zum Beispiel für das Wildschutzschild, das ganz weit oben hängt und jedes Jahr kaputter aussieht. Dafür war es hier im Wald dann doch schon recht dunkel und ich musste die Kameraempfindlichkeit tatsächlich auf ISO-800-Äquivalent hoch drehen. Auch da hat das leichte Weitwinkel durchaus Vorteile, da man nicht so schnell verwackeln kann. Wobei ich heute kein besonders ruhiges Händchen hatte, muss ich gestehen, denn nachdem ich morgens die elektrische Heckenschere geschwungen hatte, hat für den Rest des Tages alles, was ich angefasst habe, ein bisschen gewackelt. ;-)

Aber die Grasbüschel und die diversen anderen Fingerhut-Blüten, die ich noch fotografiert habe, sind trotzdem einigermaßen unverwackelt geworden. Habe die Kamera vorsichtshalber ja auch nur auf ISO 200 zurück gestellt, nachdem ich mit dem Schild durch war. Das erschien mir der Wald-Beleuchtung angemessen und hat ganz gut funktioniert. Einer der großen Vorteile einer Digital-Kamera: Mal eben so die Filmempfindlichkeit wechseln. Wir leben in erstaunlichen Zeiten! (Aber ich scheine mit meinen Film-Bildern ansonsten ja voll im Trend zu liegen, ist ja offenbar wieder richtig modern.)


Nachdem wir unten im Tal beim Halberger Bach angekommen waren, mussten wir dann schließlich den Berg wieder hoch. Obwohl es erst so ungefähr 8 Uhr war, ging hier unten schon die Sonne unter. Endlich etwas Kühle. Die relativ tief stehende Sonne hat nicht nur den Ansatz von Blenden-Sternen verursacht, sondern auch sehr schöne, goldene Schattenrisse auf das Moos am Wegesrand projiziert. Konnte ich mir auch nicht entgehen lassen.

Der Rest des Abends war dann eher ohne weitere Vorkommnisse. Habe nach der nötigen Dusche und der Zeckensuche dann während des Rest-Fußballspiels (England gegen Schottland, 0:0) noch die Fotos vom Tage durchgeschaut, verkleinert und hochgeladen. Aber wie gesagt, den Text dazu konnte ich mir dann nicht mehr aus den Finger saugen. (Da ist übrigens noch ein Artikel in der Pipeline: Die Rosen im Seelscheider Garten. Aber den hebe ich mir mal für schlechtes Wetter auf, der ist ja eher zeitlos. ;-))

Abendlicher Kurpark (nach dem Eis)

Trotz aller Vorhersagen, die ich Nachmittags noch getroffen habe, als ich den Artikel mit den alten DK-Fotos geschrieben habe, nach dem Essen noch mit dem Rad mal eben schnell in die Stadt gefahren. Es war zwar schon halb 8, aber das Thermometer hat noch immer 33° angezeigt. War also ein Fehler! Nee, watt is datt heiß! So heiß, dass es so aussah, als würden die eScooter mit ihren Gummireifen am Boden anpappen. ;-)


So heiß, dass es aussah, als würde die S-Bahn nur deshalb so langsam über den Bahnübergang rumpeln, weil die Schienen sich schon verbiegen, und nicht, weil da im Bahnhof noch wer rum stand. ;-) So heiß, dass ich in der einen Stunde schon wieder so geschwitzt habe, dass all das Wasser, dass ich heute morgen aufgesprudelt habe, jetzt schon wieder weg ist...

In der Stadt haben wir uns dann jedenfalls das erste Eis seit ca einem Jahr genehmigt. Man muss es ja feiern, dass die Eisdielen wieder auf haben. Wobei einem ja schon der Appetit vergehen kann, wenn man all die verschwitzten Körper sieht, wie sie durch die Gassen walzen. Leute, wir haben noch immer Pandemie: Abstand wäre auch draußen noch immer vorzuziehen! Aber was rede ich hier wieder gegen Windmühlen?

Auf dem Rückweg dann noch im Kurpark angehalten. Weil, der war halt eh auf dem Weg. Kurz davor noch dieses Regenbogenfahnensticker mitgenommen. Ist ja auch wichtig, es ist ja Pride Month.


Auf der anderen Seite gammelt der Kurparkteich in der Hitze vor sich hin. Die Algen blühen und verursachen eine ziemliche Gubbel-Pest. Riecht auch nicht sehr ansprechend. Kein Wunder, dass die Enten scheinbar woanders hin abgewandert sind. Frage mich, was mit den Fischen ist, die nicht einfach so abhauen können. Oder ob die Flutwelle letztens die eh mit gerissen hat? Obwohl es hier im Kurpark ja nicht so sehr nach Überflutung aussieht. Oder die haben schon soweit aufgeräumt, dass es nicht mehr auffällt.


Am Kneipp-Becken habe ich dann mal wieder ein paar der üblichen Fotos gemacht. Warum ist da dieses Jahr eigentlich kein Wasser drin? Ein bisschen Füße kühlen, das wärs jetzt echt gewesen! Egal, ob da schon 42 Blagen rein gepinkelt haben! ;-)

Dann noch bei den Sittichen angehalten. Mit dem 35mm sind die alle etwas weit weg, aber man kann erkennen, was ich zeigen wollte. Wie schon bei dem Brillenbügel oben stelle ich wieder fest: Bei Offenblende ist die Schärfentiefe eher gar nicht vorhanden. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Kontrast stark nachlässt, wenn die Sonne hinter den Bäumen verschwindet und man in den Schatten hinein fotografiert. Aber die Schärfe ist trotzdem sehr schön ausgeprägt.


Dann haben wir weiße Rose und Springbrunnen zurück gelassen und sind zurück nach Hause. Selbst um 9 - oder wann waren wir wieder zu Hause? - war es noch zu heiß. Erst mal unter die Dusche gesprungen und dann noch den Rest von Holland gegen Österreich geguckt. Es ist EM, hatte ich ja noch gar nicht erwähnt, oder? Verschoben vom letzten Jahr. Und verteilt über halb Europa. Und das verstörendste ist: Mit echten Menschen im Stadion! Publikum! Man glaubt es kaum!

Throwback Thursday: Dänemark, 1999 - Teil 4: Fjordblicke und Teeröfen

Heute mal wieder ein alter Film aus Dänemark, weil ich bei dieser Hitze beim besten Willen nicht vor die Tür gehe. Also, jedenfalls nicht weiter weg als ein paar Meter unter den Sonnenschirm. Mir ist vom gestrigen Fahrradfahren noch ganz schwummerig, wenn ich nur dran denke!

Diese Hitzeprobleme hat man ja im allgemeinen in Dänemark nicht, auch nicht im Sommer. Auch wenn 1999 schon ein sehr warmes Jahr war, diese schwüle Wärme jenseits von 30° kommen da doch eher selten vor. Wobei, ich war ja jetzt seit bald 4 Jahren nicht mehr da, wer weiß, was der Klimawandel inzwischen mit den skandinavischen Temperaturen so angestellt hat. Hier sind schließlich auch die Bäume vertrocknet, weil über Südskandinavien ständig so ein dickes Hoch festgelegen hat, da kann es durchaus sein, dass es da oben auch ein kleines bisschen heißer war als sonst.

Aber genug der Vorrede: Auf diesem Film sind zwei hauptsächliche Attraktionen, nämlich zum Einen ein paar Fotos von Hütten am Rinkøbing Fjord, und zum Anderen ein altes Schlösschen/Herrenhaus bei Skarrild, in dem heutzutage wohl mal wieder ein Konferenzzentrum drin untergebracht ist, sowie die Teeröfen im die Ecke davon. Fangen wir mit dem Fjord an, denn ich wünsche mir gerade auch eine kühle Brise vom Wasser.


Wenn ich das richtig sehe, handelt es sich hier um Bilder aus Ringkøbing, oder zumindest der näheren Umgebung. Ich kann es nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, aber so ungefähr wird das schon hin kommen. Das kann man vor allem an den folgenden Fotos festmachen, die unter Anderem das alte Fabrikgebäude am Hafen zeigen, das ja schon eine ganze Zeit nicht mehr existiert. Da ist ja jetzt so ein neumodisches Neubaugebiet, von dem ich gar nicht wissen will, was die Mieten da wohl so sein mögen. Direkt am Wasser und trotzdem keine 500m von der Innenstadt entfernt, das lässt man sich sicher gut bezahlen!


Besonders interessant finde ich aber das Bild mit dem Mond. So eine Abendstimmung kann man tatsächlich nur auf Film einfangen, und das war nicht mal besonders guter Film. Wahrscheinlich wieder der 08/15-Perutz, den ich damals im Urlaub immer verwendet habe. Ist jedenfalls sehr grobkörnig. Aber solche Farben kriegt man selbst mit viel Nachbearbeitung aus einem Digitalbild selten heraus, das ist zumindest meine Erfahrung.

Das andere, was auf diesem Film sehenswert war, ist das Skarrildhus: Verschlafen zwischen Bäumen und mit einer kleinen Brücke lag es da, als ob die Zeit still stehen würde. Ich frage mich, wie das jetzt wohl aussehen mag. Hier bin ich tatsächlich seit dem auch nicht wieder gewesen, zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte.


Und gar nicht weit entfernt gibt es diese alten, restaurierten Teeröfen zu sehen. Also, gab es zumindest damals, und das Internet behauptet auch, dass dem noch so ist. Die hatten auch eine besondere Geschichte, aber die habe ich in den letzten 20 Jahren vergessen.

Ach ja, und was ich noch sagen wollte: Es kann durchaus sein, dass ich den Film mal wieder falsch rum eingespannt habe und die Bilder alle "auf links" sind, das heißt, dass sie einmal horizontal gespiegelt werden müssten. Aber, auch das kann ich gerade nicht mehr überprüfen, weil ich die längst wieder in die Kiste einsortiert habe, die Luftlinie ca. 17km weiter nördlich steht! ;-)

Ansonsten, hier noch ein paar Bilder aus der umgebenden Heide und dem sich dadurch schlängelnde Skjern Å. Sehr schöne Gegend war das damals, ich hoffe, dass dem auch noch so ist. Wäre sonst echt schade.


Wie immer auf dem Rückweg haben wir dann noch an irgendeiner Kirche angehalten, von der ich schon wieder vergessen habe, welche es ist und wo die genau steht, aber ich habe mir gedacht, das Foto kann ich auch so hier einbauen. Es handelt sich jedenfalls um eine dieser Versionen, bei der nicht irgendwann ein Turm angebaut wurde, weil das so modern war! ;-)


Mal sehen, ich habe bestimmt noch mehr Fotos, die ich für einen Throwback Thursday verwenden kann. Hatte ja da noch diese s/w-Filme gefunden und gescannt. Aber bis jetzt habe ich noch keine konkreten Pläne. Müsste stattdessen eher mal die aktuellen s/w-Filme zu Ende hier unterbringen, die sowieso schon ein halbes Jahr in Verzug sind... ;-)

Graffiti und alte Fahrzeuge am Siegtalradweg

Musste heute mal bis nach Siegburg, das Wetter war mega, deswegen habe ich unweiser Weise das Rad genommen. Warum war das nicht weise? Weil es unterwegs ungefähr 2 Mio. Grad waren! Ich hatte zwar extra schon zwei Flachen Wasser dabei, aber da die nach spätestens der Hälfte der Strecke ungefähr Umgebungstemperatur hatte. Dabei hatte ich, um Gewicht zu sparen, nur die Digitale dabei gehabt, auf der ich testweise mal wieder das 35mm montiert hatte.


Auf dem Hinweg nur Zeit für ein paar Fotos von Schildern gehabt. Da sind noch immer die Aufräumarbeiten von der Überflutung im Gange. Schlimm. Schlimm, schlimm.

Dann aber, auf dem Rückweg, auf die Idee gekommen, einfach mal einige der vielen, vielen Graffiti zu fotografieren, die es am Siegtalradweg entlang wie Sand am Meer gibt. Da sind schon ein paar sehr bunte dabei. Und mit dem leichten Weitwinkel hatte ich dafür auch glaube ich genau die richtige Brennweite dabei.

Nun gab es aber auch andere Dinge zu sehen, die ich nicht vorenthalten will: Zum Beispiel dieses rostige, zementgefüllte Tonnen-Dings, das auf einer der Feldeinfahrten herum steht. Wundere ich mich jedes Mal drüber, wenn ich hier vorbei komme, dieses Mal habe ich angehalten und habe Fotos gemacht. Auch hier war die Brennweite gut zu gebrauchen. Es scheint so, dass dieses Objektiv, das ungefähr in der Mitte zwischen dem "echten" Weitwinkel (28mm ) und der "normalen" Normalbrennweite (50mm) liegt, tatsächlich das beste beider Welten in sich vereint. Erstaunlich, hätte ich nicht gedacht.


Ansonsten habe ich wegen der Hitze öfter angehalten. Musste zwischendurch einfach öfter mal schwitzen. Dabei habe ich festgestellt, dass dieses seltsame Gebäude offenbar ein Schneckenpumpwerk ist. Ich wusste nicht, dass wir sowas hier haben. Ich wusste nicht mal, dass es sowas überhaupt gibt. ;-) Jetzt weiß ich es. Hier wäre eine längere Brennweite allerdings hilfreich gewesen, dann hätte ich auch den Rettungsring was näher ran geholt. Dafür war das kleine jetzt wirklich ungeeignet! ;-)

Dann wieder ein paar Graffiti mit genommen. Die Betonfundamente der Strommasten im Siegtal scheinen sich ja perfekt dafür zu eignen, um da schlaue Sprüche drauf zu sprühen. Möchte an der Stelle bemerken, dass ich hier nur dokumentiere und nicht unbedingt die Message gut heiße. Auch wenn ich mir den ganzen Rückweg lang vorstellen musste, wie der große grüne Typ schreit: "HULK SMASH CAPITALISM!" :-D ;-)


Dann schon wieder auf der Hennefer Seite der Sieg - oder ist das technisch gesehen noch St. Augustin? - noch mal wieder an diesem ehemaligen landwirtschaftlichen Gerät gehalten und dieses ebenfalls von ganz nah aufgenommen. Vor allem sowohl hochkant als auch waagerecht. Wie nennt man sowas? Das ist ja wohl dafür da, die Löcher in den Boden zu stanzen, in die dann nachher das Saatgut gestreut wird, oder? Ich kenne mich ja sowas von nicht damit aus...

Alte grüne Autos sind mir dann an der Baustelle an der Unterführung unter der A3 begegnet, von der ich mal wieder vergessen hatte, dass sie wahrscheinlich noch eine weitere halbe Ewigkeit gesperrt sein wird. (Machen zwei halbe Ewigkeiten eigentlich eine ganze?) Bleibt die Frage, was ist eigentlich ein Puch? Offensichtlich was Österreichischs! Klingt jedenfalls exotisch.


Nicht ganz so exotisch, aber trotzdem ein Stück Zeitgeschichte ist die Vespa, die dann unter der anderen Brücke geparkt war, unter der ich durch musste, weil die auf der Umleitung liegt. Und Vespas, das habe ich schon des Öfteren festgestellt, machen auch immer ein gutes Motiv. Auch hier war die leicht weitwinkelige Brennweite hilfreich. Ansonsten nehme ich an, dass die Besitzer dieses hübschen fahrbaren Untersatzes nebenan in der Sieg baden war.

Ich habe die Gelegenheit genutzt und habe hier mal so richtig zugeschlagen, was die Graffiti angeht. Brückenpfeiler sind ja immer eine beliebte Sprayer-Leinwand. Und ehrlich gesagt, die können auch durchaus etwas Farbe vertragen. Trist und grau ist ja nicht so meins. Wobei ich ja festgestellt habe, dass Graffiti sich erstaunlich gut in der s/w-Fotografie machen. Nun hatte ich aber keine meiner diversen Filmkameras dabei, deswegen musste das dieses Mal auch so gehen.



Bei der Gelegenheit wurde mir dann auch wiederholt versichert, dass "Jesus lebt!" Auch hier gilt: Ich bin nur der Dokumentator, die Message hat jemand anderes verfasst! ;-)

Im Siegtal habe ich dann abgekürzt, indem ich nicht über den Deich gefahren bin, sondern einen Weg weiter inland, und da gab es am Feldrand überall Mohn und Margeriten. Beides ließ sich gut mit dem mitgebrachten Objektiv ablichten. Besonders toll finde ich den roten Mohn vor dem blauen Himmel und dem grünen Wald im Hintergrund. Alle Grundfarben auf einmal!


Kurz nach der anderen Autobahnbrücke unter der Hennefer Autobahn her, also praktisch am Ortseingang, gab es dann noch einen Motorroller zu bestaunen.


Aber so richtig auf ihre Kosten kommen die Chrom-Fans bei diesem alten Mercedes, der im Nachbardorf steht. Ich hoffe, der Besitzer verzeiht mir, dass ich den hier so prominent ausstelle, aber der ist einfach unglaublich hübsch! Das kann man einfach der Welt nicht vorenthalten! ;-) Und dann auch noch in diesem Feuerrot! Klasse! (Damals, als ich noch soooo klein war und immer mit Matchbox-Autos gespielt habe, war der SL schon mein persönlicher Favorit. Der war dann nachher nicht so gut erhalten wie dieses Exemplar, der war vom vielen Bespielen ganz runter genudelt! :-D)

Jetzt sitze ich zu Hause und versuche, das ganze verschwitzte Wasser nachzufüllen, das ich unterwegs verdampft habe. Zwei Flaschen hab ich schon gekillt, die dritte gerade angefangen. Gut, dass ich Sonnencreme drauf gemacht hatte, denn trotz der leichten Vorbräunung hätte das ins Auge gehen können, und da sind doch schon die ganzen Pollen! (Oder liegt es an der verschweißten Sonnencreme, die mir in die Augen und die Linsen gelaufen ist, dass die jetzt so jucken? Oder sollte ich mal wieder die Sonnenbrille aus dem Auto holen, wenn ich solche langen Radtouren bei brennender Sonne unternehme?)