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Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 2 - Zu Hause und am Friedhof)

22.1.: Und dann sind da noch mal ungefähr genau so viele Fotos, die ich nach dem Einkaufs-Spaziergang durchs Dorf gemacht hatte. Ja, ich mache zu viele. Nein, das ist mir egal. ;-) Hier jedenfalls noch eine weitere Auswahl von Bildern, die ich mit meinem "neuen" Sigma gemacht habe. (Habe an dem Tag kein anderes Objektiv benutzt. Schon erstaunlich, wie man sich auf eine einzige Brennweite konzentrieren kann, selbst bei sowas langem wie 400mm.)

Die ersten paar Fotos habe ich hinten raus aus dem Fenster geschossen, bevor ich kurz nach vorne in den Vorgarten gegangen bin. Aber dafür ist dieses Objektiv dann doch zu lang. Man kann zwar ganz schöne Bilder von Dingen machen, die weit weg sind, aber alles unter - sagen wir - mal 5 bis 10 Meter ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. (Apropos, wo sind die Spatzen eigentlich alle? War der Winter wirklich so kalt?)


So habe ich dann in Ermanglung naher Motive irgendwann auch die Gärten der Nachbarn ins Visier genommen, ganz ohne mich groß bewegen zu müssen. Oder den Strom auf dem Dach. Bei der verlorengegangenen Parkscheibe, die ich auf der Straße gefunden habe, war's schon schwierig.

Dann habe ich auf dem Heimweg noch einen kurzen Stopp auf dem Friedhof eingelegt. Man muss ja schauen, wie die Blumen und das andere Gemüse den Winter so überstanden haben, jetzt da die Sonne endlich mal wieder ein bisschen raus kommt. Als erstes habe ich aber diese Filz-Katze am Rückspiegel mitgenommen. Weil: Details! Hoffentlich hat's keiner gemerkt, sonst haben die direkt wieder Angst! "Horst, da läuft wär mit soooo'nem [zeig] Objektiv durch'n Vorgarten! Tu doch was, Horst! Das ist bestimmt wieder einer von diesen Einbrechern!" (Warum heißt der treu-doofe deutsche Ehemann bei mir eigentlich immer Horst? ;-) Muss an mir liegen, ich kenne gar keinen Horst...)


Jedenfalls ist diese Brennweite hervorragend geeignet, das ein oder andere architektonische Detail der evangelischen Kirche einzufangen, weshalb ich am Ende des Artikels auch noch mal darauf zurück komme. Aber bis da hin müsst ihr euch erst mal durchklicken, denn ich habe auch diesen Eintrag in zwei Teile getrennt, weil ich so viele Bilder gemacht habe. Also: KLICK! "Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 2 - Zu Hause und am Friedhof)" vollständig lesen

Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 1 - Entlang der Zeithstraße)

22.1.: Wenn ich ein neues Spielzeug habe, gehe ich manchmal ein bisschen über Bord, wie der Engländer sagt. ;-) So auch, als ich das Sigma Tele bekommen habe. Man muss das ja einfach mal ausprobieren. Daher vorweg eine kleine Warnung: Die folgenden Fotos sind nun nicht unbedingt das perfekte Anwendungszenario für diese Brennweite, aber das sind auch in erster Linie Testbilder. Einfach mal gucken, was das Objektiv kann. Außerdem habe ich ganz ähnliche Bilder mit dem AT-X auf der Sony gemacht, sodass wir hier ein bisschen vergleichen können. Zugegebenermaßen war an diesem Tag, den ich hier heute vorstellen möchte, das Wetter deutlich besser.


Was sofort auffällt: Weniger Vignetierung und besserer Kontrast. Und Schärfe ist auch besser und weniger CA. Das alles erwarte ich aber auch von einem etwa gleich alten Festbrennweiten-Tele. Sigma ist dabei nun aber auch einer der besseren Dritt-Hersteller; Tokina ist zwar OKish, aber halt doch nicht in der gleichen Liga. Was dem Sigma natürlich fehlt, das ist die variable Einsatzfähigkeit; es ist einfach nur eine Tele mit der einen einzigen Brennweite. Und 400mm ist LANG! Man vergisst schnell, wie lang 400 sind. Immerhin das 8-Fache einer 50mm Normalbrennweite. Diese Bilder sind hier also hauptsächlich von der anderen Straßenseite aufgenommen und ich war teilweise noch immer zu nah dran! ;-)


Ein weiterer Vorteil des AT-X ist, dass es einen sehr viel kürzeren Minimalabstand hat. Die Skala des Sigma fängt bei 4 Meter an! Definitiv kein Makro! Und mit 72mm Fiterdurchmesser wird es auch schwer werden, eine passende Nahlinse zu finden! Wer hier irgendwas in Makro machen möchte, braucht wohl einen Verlängerungs-Tubus. Gut, die Dinger sind ja auch nicht so teuer. (Allerdings teurer als das, was ich für dieses Objektiv bezahlt habe. Muss ich da eigentlich zwei Stunden virtuellen Lohn mit einrechnen, die ich eigentlich verdient hätte, während ich diesen Schlodder von Beschichtung von dem Teil runter gewischt habe?)

Weil ich tatsächlich wieder viel zu viele Bilder gemacht habe, trenne ich den Eintrag an dieser Stelle mal wieder auf. Wer also mehr Bilder sehen will oder lesen, wie ich weiter über technische Details daher fabuliere - wofür eine KI benutzen, wenn man selber halluzinieren kann? -, dann bitte auf den "erweiterten Eintrag" klicken. Ach ja, es sind übrigens so viele Bilder, dass ich gleich zwei Einträge gebaut habe. Wie man am Titel auch schon erkennen kann! Einen mit Bildern aus dem Dorf entlang der Zeithstraße, einen mit Bildern vom Friedhof. Immer ein sehr ergiebiges Ziel. Anyways: CLICK! "Sigma 400mm in Seelscheid (Teil 1 - Entlang der Zeithstraße)" vollständig lesen

Sigma AF Tele 400mm 1:5,6 Multi Coated APO

Langer Name, langes Objektiv. Ich habe es wieder getan: Da kam diese eBay-Auktion vorbei: Ein Sigma AF Tele 400mm 1:5,6 Multi Coated APO (das alte, 1988-1995er, NICHT das neuere, 1996-... Macro), ein echtes (vintage-retro?) Schmuckstück. Leider - wie immer bei Sigmas aus diesem Zeitalter - als "klebt, dass man es nicht benutzen kann" angegeben. Und "es lässt sich nicht zusammenschieben". Also, Ersteres krieg ich hin, das ist eine der leichteren Übungen. Und Letzteres? Das ist eine Festbrennweite, da kann also nichts wirklich wichtiges nicht zusammenschiebbar sein. Die Sonnenblende? Wahrscheinlich. Und das alles für 12 Euro "Sofortkauf als defekt"? Also, wenn da noch irgendwelche anderen Probleme an dem Teil dran sein sollten, dann werd ich die schon irgendwie geregelt bekommen. Ich mein: Zwölf Euro! Hallo?! Da kann ich nicht nein sagen! Gekauft.

Kam heute gut verpackt an. Und ja: Die Noppenfolie hat Abdrücke im Schlotz hinterlassen. Gut, dass es die Tage so kalt war, während das in der Packstation gelegen hat. Sonst hätte die Noppenfolie sich wahrscheinlich auf immer und ewig mit dem Lösungsmittel, das aus der Beschichtung ausschwitzt, verbunden und ich hätte die niemals mehr abbekommen!


Na, da hab ich ja ein paar Stunden zu putzen! Und ja, die Sonnenblende steckt bei ca. 4/5 fest. Scheint, als hätte das filzige Zeug innen sich mit dem Matsch am Tubus verbunden. Joah, das wiederum wird etwas länger dauern, bis ich das so hin bekomme, dass es sich wieder bewegen lässt. Ich mein, nach der ersten Reinigung geht es jetzt. Aber nicht ansatzweise gut. Ich hab Angst, dass ich bei der Kraft, die ich da anwenden muss, das irgendwann knack macht und es im Eimer ist. Im Gegensatz zum Rest des Tubus ist die Sonnenblende nämlich nur Plastik. Den Schlotz drumherum habe ich übrigens mit ganz normalem Spiritus ab gewischt. Die gesamte Beschichtung ist jetzt weg (außer unter dem Tesafilm, den ich über die Beschriftung geklebt hatte, damit die erhalten bleibt) und eine halbe Rolle Küchenrolle leer. So eine Sauerei hatte ich echt noch nicht. Was haben die da rein gekippt damals? Das ist ja furchtbar, meine Hände sind noch immer koomplett schwarz. (Also, "komplett". Sagen wir mal so: Ich sehe aus, als hätte ich irgendwo Fingerabdrücke abgeben müssen! ;-))

Aber bevor ich es grundgereinigt habe, habe ich es erst mal kurz mit in den Garten geschleppt und ein paar Bilder mit der D800 gemacht. Mechanisch und optisch ist es nämlich einwandfrei in Schuss, es hat sogar ein sauberes Hama-Haze-Filter drauf und sieht auch ansonsten gut behandelt aus.


Draußen ist bescheidenes Wetter, demnach kann man nicht das beste Ergebnis erwarten. Schließlich musste ich hoch bis auf ISO 800, denn hinterm Haus ist es doch sehr schattig. Aber dafür, dass die Bilder alle mit Offenblende entstanden sind: Ich kann mich nicht beschweren! Sieht einfach gut aus, nicht groß anders als eines der kleineren Objektive, die ich habe. Die Schärfe ist gut (für 1990er), der Kontrast ist gut (für 1990er) und auch die üblichen chromatischen Aberrationen, die man bei solch langen Brennweiten gerne hat, halten sich schwer in Grenzen. Mit dem Ding kann man durchaus mal ein paar Vögle beobachten gehen und Bilder mit nach Hause bringen, die vielleicht nicht die ganzen 36 MP der D800 ausnutzen, aber doch schon recht nah dran kommen. Ich sag's ja immer wieder: Festbrennweiten sind einfach grundsätzlich besser als Zooms. Ich mein, moderne Tele-Zooms, ich sag ja nix, die können schon einiges, was früher solchen Festbrennweiten vorbehalten war. Aber, ich wiederhole das jetzt noch mal: 1990er!


Ich habe an den Bildern auch nur ganz wenig (naja) an der Belichtung korrigiert. Ich werde mal schauen müssen, ob ich hiermit eher manuell belichten werden, zumindest auf größere Distanz. Wie immer bei diesen Brennweiten wäscht das Bild schnell aus, wenn man in die Ferne fotografiert: Man kann Objekte zwar näher ran holen, aber der ganze Schmutz in der Luft, den man mit den Augen nicht so wahrnimmt, wird halt auch mit vergrößert. Die Belichtungsmessung liegt da gerne mal eine Blende daneben. (Dass die Bilder vom Haus auf Kuhweid' da oben und der Futterbehälter so "flach" aussehen, liegt allerdings an der schmutzigen Fensterscheibe: Der Minimalfokus ist 4 Meter! Das Futterrohr konnte ich nicht von draußen fotografieren, so groß ist die Veranda nicht! ;-))


Ich bin jedenfalls total begeistert! Cooles Teil, dass ich da für den Schnäppchenpreis bekommen habe. Ist die schmutzigen Finger wert gewesen! ;-) Ich mein, ich hab da aber auch schon dran rum geschrubbt, dass es nur so gedampft hat. Ich bin noch immer ein bisschen betrunken von den ganzen Alkohol- und Spiritus-Dämpfen. Nachgerubbelt habe ich übrigens mit Isopropanol, das wischt auch noch den letzten Rest runter. Ich bin mal gespannt, ob ich bei der längeren Benutzung noch Stellen finde, die ich nicht erwischt habe! ;-) Hab schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen, dass ich das für so wenig Geld bekommen habe. Die Verkäuferin wusste wohl auch nicht, was sie da hat!


Jedenfalls, Fazit: Cooles Teil. Freue mich drauf, damit mal ein bisschen vor die Tür gehen zu können und die Natur zu fotografieren. Dafür brauche ich aber besseres Wetter als heute (Dienstag, 21.1.). Ich werde berichten!