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Schwarz-weiß und analog, Teil 340: Mit der Diginette durch Siegburg

Fomapan 200 #15, März 2026
  • Dracora Dignette
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 6:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #26 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Ich muss sagen: Mit der kleinen Dignette durch Siegburg zu laufen und ein paar Bilder zu schießen, hat ausgesprochen Spaß gemacht. Aber besonders, weil die Bilder nachher auch so brauchbar aussehen, bin ich doch durchaus erstaunt. Die Kamera befindet sich nun wirklich nicht im besten Zustand, und trotzdem: Was am Ende raus kommt, kann sich sehen lassen.

Als wir an diesem leicht bewölkten Tag in Siegburg waren, haben wir meist unten an der Feuerwehr geparkt und sind dann zu Fuß in die Stadt rauf, vorbei an dem noch immer leer stehenden Gebäude, bei dem ich die Feuerleiter mitgenommen habe. (1/200s, f/8.) Man sieht auch hier wieder die leichten Verzerrungen in den Ecken, die Optik ist halt doch sehr einfach gehalten. Aber im Zentrum macht sie sehr scharfe Fotos, mit denen man durchaus arbeiten kann. Zusammen mit dem kontrastreichen Foma 200 gibt das dem Ganzen so einen leichten Lost-Place-Vibe, obwohl das Haus so lange nun auch wieder nicht leer steht. (Wobei, mittlerweile rechnen wir das glaube ich schon in Jahrzehnten...)

Das ist irgendwie schade, denn das ist ein toller Ausblick, den man da aus den Fenstern auf die Abtei hat. (1/200s, f/16) Hier habe ich mal bewusst mitten ins Licht fotografiert und siehe da: Lensflare! Aber sieht trotzdem ganz spannend aus und in den Mauern haben sich auch erstaunlich viele Details erhalten, was ich von so einer altmodischen Point and Shoot aus den 1950ern eigentlich nicht erwartet hätte.


Wie lange steht eigentlich mittlerweile dieser Container da rum? (1/200s, f/11.) Ich glaube, den habe ich schon so oft mit genommen, der dürfte schon eigentlich gar nicht mehr da stehen. ;-) Das Objektiv mag ja an den Ecken diese verzerrten Wischeffekte produzieren, aber mittig und auch bis an die Ränder ist es ansonsten recht verzerrungsfrei, wie man hier bei den geraden Linien sehen kann. Wenn ich doch die Kamera mal gerade halten könnte. Man möge es mir vergeben, dieser kleine Sucher verträgt sich nur bedingt mit meiner Brillenstärke! ;-)

In der Stadt habe ich dann ein elektrisch unterstütztes Post-Fahrrad entdeckt. (1/200, f/5,6.) Eigentlich waren das ja sogar zwei, aber die beiden Postbediensteten (m/w) waren schnell, die wollten sicher auch in den Feierabend, sodass ich extra noch mal Anlauf nehmen musste! ;-) Das ist zwar jetzt nicht wirklich weit offen, aber auch bei f/5,6 ist die Schärfe eigentlich nicht viel schlechter als weiter oben bei f/8 und f/11. Kann sich sehen lassen.


Richtig weit offen habe ich dann in der alles verkaufenden Drogerie mit dem M im Namen gemacht, als ich dieses Kuhkissen vor die Linse genommen habe. (1/200s, f/3,5.) Erstaunlich, übrigens, dass dieses Bild überhaupt was geworden ist, denn eigentlich sollte das total unterbelichtet sein bei einem 200er Film. Also, so zwei bis drei Stufen. Ich hatte nämlich eigentlich 1/50s gemessen. (Gut, dass ich das nicht gemacht habe, dann wäre es wahrscheinlich wieder total verwackelt worden.) Aber scheint auch so zu gehen. Die Schärfe ist hier nicht so berauschend, was aber eher daran liegt, dass ich teilweise näher dran war als erlaubt. Die Augen habe ich aber ganz gut getroffen. Erstaunlich brauchbar. Nicht überragend, aber doch auf jeden Fall brauchbar.

Apropos unbrauchbar: Habe ich wieder vergessen, am Fokus zu drehen? Oder habe ich wieder zu weit gedreht gehabt? Wie gesagt, der Pinnörkel für den Fokusanschlag fehlt am Objektiv. Deshalb ist die Vespa wahrscheinlich total unscharf geworden. (1/200s, f/8.) Schwamm drüber! ;-)


Das gleiche gilt für das 1984-Schild! Mist! (1/200s, f/8.) Wenn ich die also noch mal häufiger verwenden sollte, insbesondere falls ich den Verschluss doch mal richtig ans Laufen kriegen sollte, dann muss ich da echt drauf achten oder eben einen neuen Pinnörkel anbringen. So geht das ja nicht!

Aber immerhin ist das letzte Bild für heute was geworden: Wir leben in Zeiten, in denen (noch immer) Meerengen blockiert werden und der Spritpreis ins unermessliche steigt, deshalb dieser Text auf diesem Bier-Schild. (1/200s, f/8) Ich fand es witzig und es war mir ein Negativ wert. Und wie man sieht, dieses Mal auch scharf. Also, fast. So gut das auf die Entfernung mit einem externen Schnittbildsucher funktioniert. Auf einem dieser zeitgemäßen briefmarkengroßen Abzüge hätte man das wahrscheinlich nicht gesehen, auf einem 27" 4k-Monitor schon. ;-)

Nächstes Mal: Ein Besuch im Kurpark, um den Film zu füllen! Und dann muss ich dringend mal den Scanner anwerfen, ich habe da noch zwei ungescannte Filme liegen und einen, der noch nicht mal entwickelt ist. Also alles wie immer! :-D