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Spaziergang durch Bad Godesberg (Tauben vor dem Kinobesuch)

20.7.: Vor einer Woche, ich berichtete, waren wir im Kino, und ich habe vorher draußen rum in der Stadt noch ein paar Bilder gemacht. "Ein paar." Jaja. Schon klar. Wir waren erstaunlich lang nicht mehr in Bad Godesberg. Dann ist das schon einigermaßen krass, dieser Kulturschock: Die Gegend sieht auch jedes Jahr heruntergekommener aus. Ist jetzt kein Diss, ist einfach so: Das einzige Grün sind die paar Bäume auf der Straße, auf der auch die Busse hin uns her gurken, ansonsten ist das ganze ja irgendwie der feuchte Traum eines 1950er Stadtplaners: Versiegelte Flächen, wohin das Auge schaut. Da ist es ja in der bonner Innenstadt klimatechnisch angenehmer. Wenn diese Hitzewellen in Zukunft jedes Jahr über uns hinweg rollen, werden die da noch echt Spaß kriegen!


Nun ist das da aber ja auch nicht ganz so ausladend wie in Bonn, das heißt: Man kommt recht schnell aus dem heißen Stadtkern raus in die Grünflächenanlagen, und das ist auch gut so. Aber hübsch ist es hier halt nicht. Dieser architektonische Wust aus Nachkriegsbauten, gemischt mit dem ein oder anderen Neu- und Altbau, dazwischen das futuristische und mittlerweile voll digitalisierte Multiplex-Kino, das sieht halt aus wie die typische westdeutsche Innenstadt. Immerhin steht die Godesburg immer in Sichtweite. Und, ich habe es kaum glauben können, ich hab die genaue Zahl auch schon wieder vergessen, aber hier gibt es mindestens ein halbes Dutzend Eiscafes. Das ist eine Dichte, wie ich sie glaube ich sonst noch nicht gesehen habe. Scheinen sich also doch einige Leute hier hin zu verirren, nachdem sie sich besagten Turm auf dem Berg angeschaut haben, kann das sein?

Habe jedenfalls irgendwann aufgegeben, die ganzen Eistüten zu fotografieren, die da an den Geschäften standen. Apropos, ich habe das 24-120/4 G mal wieder aus der Tasche gekramt. Ich dachte mir so, wenn ich ins Kino gehe, will ich nicht die komplette Ausrüstung auf dem Rücken mit mir rum schleppen, nehm' ich doch die eierlegende Wollmilchsau mit. Jaja, hatte ganz vergessen, was das zusammen mit der D800 und dem Batteriegriff dran wiegt!


(Moment, ich muss mal eben das Tippen (27.7.) dieses Artikels für eine Sonermeldung unterbrechen: Draußen REGNET es so richtig! Das ist eine Breaking News wert! Regen! Richtige dicke, nasse Tropfen! Endlich! Das ist bestimmt das erste Mal seit, ich schätz' mal, 'nem Monat, dass der Boden richtig nass wird. Wurde auch langsam mal Zeit. Aber das hält ja wohl nicht an, für morgen ist schon wieder beginnende Hitzewelle angesagt. Das wird nicht reichen, das macht den Rasen nicht wieder grün und lässt die Waldbrandgefahr nicht wirklich sinken. Ich glaube ja eh, dass dieser Sommer in die Geschichte eingehen wird als der, in dem selbst Donald T, der Kaiser von Amerika, beinahe gemerkt hätte, dass der Klimawandel evtl. doch nicht komplett erfunden ist... Man darf ja noch hoffen, oder?)

Wer noch mehr Bilder aus dem eher tristen und hitzegeplagten Bad Godesberg sehen will, der kann sich ja den "Erweiterten Eintrag" antun, da kommt noch ein ganzer Haufen, vor allem Tauben im Springbrunnen. Das Wasser würde ich ja nicht mehr trinken. KLICK!
Für die Tauben eignet sich dieses Objektiv nämlich ganz gut: Man sieht die Verzerrungen nicht so direkt auf den ersten Blick und die Brennweite ist durchaus ausreichend, die Viecher sind ja immer relativ nah und gehen auch nicht direkt weg, wenn man mal fünf Zentimeter näher ran rückt.


Und nasse Tauben im Springbrunnen sind eh ein ganz brauchbares Motiv. Wenn das Wasser in den Federn abperlt, sehen die eigentlich ganz interessant aus. Also, so interessant, wie Tauben halt aussehen können. Sind ja auch nicht unbedingt die hübschesten Vögel, wenn ich das jetzt mal so brutal sagen darf. Passen ganz gut zum Rest des Ortes. ;-)

Ist das eine da eigentlich als Trinkbrunnen gedacht? Wenn ja, ich hoffe, dass das nicht aus dem gleichen Wasser gespeist wird, wie es sich da im Brunnen befindet, in dem die Tauben baden. Ich weiß nicht, wie durstig ich sein müsste, dadran zu trinken, aber ich glaube: Sehr! Da kamen, als wir schon wieder auf dem Rückweg Richtung Kino waren, ein Haufen Jugendlicher vorbei und die haben da tatsächlich dran genuckelt und sie sind nicht direkt umgefallen und haben sich mit Bauchkrämpfen eingesch***en, es scheint also so, dass das nicht total verseucht ist. Aber solang da nicht explizit dran steht, dass das Trinkwasser ist, würde ich ja die Finger (und die Lippen) davon lassen.


Ansonsten haben die hier tatsächlich noch ihre Bronze-Kunst stehen. Ich hab die mal fotografiert, um das zu dokumentieren. ZZt scheint ja im RSK und angrenzenden Gemeinden mal wieder die Altmetallmafia umzugehen und aus allen Parks etc die Bronzen zu klauen. Weißte, alle bekloppt da draußen, sagte ich schon? Wie geschädigt muss man sein, um die Kunst, das einzige, was so manche deutsche Innenstadt wenigstens versucht etwas zu verschönern, zu entwenden und dann wahrscheinlich einzuschmelzen. Echt jetzt! Deswegen kann man keine schönen Dinge haben: Irgendein Sack kommt vorbei und macht alles kaputt!

Komm, ich reg mich wieder auf. Stattdessen waren wir noch im Buchladen. Aber das ist ja auch nur ein Thalia, ich habe den Eindruck, die haben auch alles übernommen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Ich glaube, den einzigen unabhängigen Buchladen, den ich noch so kenne, das ist der hier unten in Hennef, und ich frage mich da auch schon länger, wie die noch Personalkosten und Miete stemmen. Man sollte mal wieder viel häufiger Bücher da kaufen. Ich mein, noch immer besser T als das multinationale Großgeschäft, das Abschreibungsprojekt dieses Multimilliardärs, aber. Aber es geht ja nicht nur mit den Buchhandlungen so, dass die alle weg sterben, der Rest der Innenstädte verödet ja auch immer mehr. Und dann wundern sich die Leute, dass ihre Grundsteuer in den Himmel schießt, wenn keine Geschäfte mehr da sind, die wenigstens ein bisschen Gewerbesteuer in die Stadt- und Gemeindekassen einzahlen. Aber komm, das Thema "multinationale Großkonzerne mit Multimilliardären an der Spitze" ist ja das nächste Thema, über das ich mich hervorragend aufregen kann...


Sollte ich nicht tun, sonst ende ich nachher noch wie der Herr Spahn - das eine predigen, das andere tun -, aber ich glaube, ein oder zwei Mal im Jahr darf ich dann doch auch sündigen und mir einen Blockbuster im Multiplex angucken. Immerhin steht dieses Kino ja wenigstens auch noch mitten in der Stadt und ist gut erreichbar, nicht so wie diese Dinger, die irgendwo auf der grünen Wiese errichtet werden. Andererseits, arbeiten tun hier ja nicht mehr so viele Menschen, nachdem sie die Kassen ja jetzt auch komplett abgeschafft haben und man alles an diesen Terminals erledigen muss. Wir leben schon in komischen Zeiten. Also, finde ich als alter weißer Mann jetzt so. Die nachwachsende Generation hält das wahrscheinlich für total normal. Haben wir ja damals auch. Aber das ist ein anderes Thema... ;-)

Über den Film hatte ich ja schon was geschrieben, sogar sehr ausführlich, für meine Verhältnisse, da muss ich jetzt also nicht wieder drauf zu sprechen kommen. Und ansonsten war der restliche Abend eher ereignisarm.

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