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Ein alter Vergrößerer

Heute möchte ich mal den kleinen alten Vergrößerer vorstellen, den ich vor bestimmt bald 25 Jahren mal dem Betrieber meines lokalen Fotoladens - damals noch in Seelscheid - abgekauft habe, als der sein Geschäft aufgegeben hat. Es handelt sich um kein besonderes Teil, sondern um so ein relativ günstiges Quelle-Produkt: Ein Revue, Bestellnummer 2006. Ist aber auch gar nicht so schlimm, für den Einstieg ist das Teil sicher ausreichend. Das verbaute Objektiv ist ein mir unbekanntes Wilon 50mm 1:3,5. Noch nie von gehört, aber durchaus möglich, denn von Vergrößerern habe ich jetzt nicht so die Ahnung.

Nachdem ich das Ding vom Dachboden geholt habe, musste ich es erstmal etwas säubern. War ziemlich eingestaubt. Nun ist der Dachboden da recht gut ausgebaut und dicht, aber Dreck gab es genug, offenbar. Kam gut was ab, als ich das ganze Gerät mit einem weichen Schwammtuch abgewischt habe. Jetzt sieht er wieder richtig schick aus, wenn es sich auch nicht um das tollste Gerät dieser Art handelt.


Ich weiß gar nicht mehr, was ich damals für das ganze Set bezahlt habe. Waren glaube ich so 50 Mark oder so. Ja, Mark! Da sieht man, wie lang das her ist! ;-) Ich denke, das war damals wohl ganz OK, heutzutage würde man das Teil bei eBlöd bestimmt günstiger bekommen.

Ich hab ihn nach dem Säubern dann auch mal angeschaltet und siehe da: Lampe geht noch. Müsste das Gehäuse aber dann wohl auch mal öffnen, und da den Dreck raus putzen, denn ich glaube, auf der Lampe hat sich auch was abgesetzt: Für 75 Watt kommt mir das recht dunkel vor.


So, und da war dann noch die steinalte Chemie, die ich damals mit dazu bekommen habe. Drei Phiolen Tetenal Ultrafin zum Beispiel. Ich weiß nicht, das Zeug ist so alt, ich hab Angst! ;-) Benutzen kann man das sicher nicht mehr, obwohl es mich ja schon interessieren würde, ob das noch funktioniert. Daneben noch ein Fläschchen Ilford-Entwickler, auch bis zum Rand voll und ziemlich gut durchgedunkelt. Also wohl auch eher nicht mehr so toll zu gebrauchen. Und das Tütchen Tetenal Fixiersalz ist steinhart. Gut, OK, wenn man das trotzdem noch aufgelöst bekommt, wer weiß. Der bereits angerührte Flüssigfixierer, der auf dem Foto unter der Tetenal-Packung liegt, ist schon ganz auskristallisiert. Also alles nicht mehr ernsthaft zu gebrauchen, höchstens noch aus Spaß man testen.

Was ich noch am ehesten noch ernsthaft mal testen kann, das wäre die Packung Ilfospeed Multigrade II Papier. Das ist zwar bestimmt auch schon 30 Jahre alt, aber ich hatte schon fast genauso alte Filme, auf denen noch was zu erkennen war. Immerhin ist die Packung noch praktisch neu und ungeöffnet. Mal sehen. Erstmal muss ich die Waschküche in eine Dunkelkammer verwandeln. ;-)


Schön ist übrigens auch, das ich tatsächlich auch noch die originale Anleitung für den Vergrößerer dabei habe. Ich mein, nicht, dass in den gefühlten drei Sätzen irgendwas drin stände, das man nicht auch so wüsste. Höchstens noch, wie rum man den Filmhalter einlegen soll.

Jedenfalls. Mal sehen, wann ich dazu komme, das zu testen und ob ich das Papier auch im Adonal entwickeln kann, weil: Das hab ich halt gerade da rum liegen, einfach nur zum Testen, ob das Papier überhaupt noch was macht. Wenn ich ernsthaft Abzüge machen will, muss ich eh erstmal neues Papier kaufen und dazu auch passenden Entwickler.

Schwarz-weiß und analog, Teil 175: Aufstieg zum Drachenfels (mit Ladehemmungen)

Film: Kentmere 100 #2, Kamera: Nikon FE-10, Juni 2022

Da verwende ich ein-mal einen etwas teureren Film (und das bei der Inflation!), da hat die Kamera Ladehemmungen und in der Mitte des Filmes fehlen einfach mal eben so 10 Bilder. Grmpf! Somit habe ich die Bilder von oben auf dem Drachenfels leider verloren und kann nur den Aufstieg hier dokumentieren. Was da genau los war, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen: Offenbar hatte der Verschluss keinen Bock, sich zu öffnen, aber einen Grund dafür sehe ich nicht. Sowohl vorher als auch nach den verlorenen Bildern hat die Kamera ganz einwandfrei funktioniert, die Bilder sind alle durchweg korrekt belichtet und ich sehe auch keine Anzeichen eines zu langsamen Vorhangs. Vor allem habe ich aber auch während des Auslösens keine Symptome bemerkt, alles war wie immer. Ganz seltsam. Vielleicht waren die Batterien zu schwach, aber das erklärt nicht, wieso es nachher plötzlich wieder ging.

Egal. Hier das erste Bild, das mal wieder nur zu etwa ⅔ vorhanden ist, da ich schon wieder los fotografiert habe, bevor der Leader ganz durch war. ;-) Und zwar sehen wir hier das Gebäude unten am Fuße des Weinbergs in Rhöndorf, wo wir immer parken. (Nikon Series E 50mm, 1/500s, f/4.) Jetzt auch nicht so kritisch, das Haus läuft ja nicht weg, das kann ich sicher noch mal fotografieren. :-D

Am Parkplatz stand dann noch so ein kleiner praktischer Bagger, den ich direkt mal aus der Nähe dran genommen habe. (50mm, 1/125s, f/2.8.) Ich kann bei solchen Dingern ja nicht vorbei gehen, ohne nicht mindestens ein Detailbild zu machen. Mit den Fenstern im Hintergrund sieht das auch gar nicht so schlecht aus, finde ich. Schäuche, Röhren und fettige Scharniere sowieso! Gefällt mir.


Auf dem Weg durch den Weinberg kam dann als nächstes dieser kleine Kipper in Sichtweite, mit dem wahrscheinlich normalerweise die Trauben eingeholt werden? Ich habe keine Ahnung. (50mm, 1/500s, f/4.) Erstaunlicherweise sieht das Bild so aus, als hätte ich hier einen Blitz verwendet, aber das ist alles tatsächlich ganz normales Umgebungslicht. Der Kontrast ist einfach extrem, weil die Sonne direkt von hinten in den Weinberg hinein gebrezelt hat und dadurch die Ränder entsprechend scharf gezeichnet wurden. (Auch hier war es mal wieder etwas später am Nachmittag, wenn die größte Hitze endlich durch war.)

Gleiches gilt für die Treppenstufen, die in den Weinberg hinauf führen. (50mm, 1/60s, f/8.) Man beachte den Schatten des Fotografen unten im Bild, daran kann man sehen, wo die Sonne stand. Ich hatte gehofft, noch mehr vom Schatten der Wand auf die Stufen zu bekommen, aber das hat nicht ganz so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Trotzdem ein durchaus brauchbares Bild. Demnächst dann mal eine echtes Stufen-Close-Up, damit man mich wieder fragt: "Was soll das?" Kunst, Kinners! Kunst! :-D


Ich bin ja ganz froh, dass die folgenden Bilder was geworden sind, angefangen bei dieser Dukati, die da vor der Mauer geparkt war. (50mm, 1/125s, f/2,8.) Bin mir zwar ziemlich sicher, dass solch ein Kraftfahrzeug hier oben im Weinberg eigentlich nichts verloren hat, aber andererseits hat es ein gutes Motiv abgegeben. Vor allem auf diesem doch etwas besseren Film. Gutes Bild, ich glaube, eines der besten auf dieser Rolle.

Danach noch ein Blick in das Rheintal hinab, wo die Schiffe gemütlich auf dem Fluss dahin schipperten. (Nikkor 200mm, 1/250s, f/4.) Man sieht wieder: Es ist relativ diesig gewesen, wenn es Abend wurde und die Hitze des Tages so langsam verschwand. Das merkt man dann immer ganz besonders bei solchen Bilder in die Ferne, vor allem dann auch noch mit so einer relativ langen Brennweite, die jeden Nebeltropfen mit vergrößert. Aber man kann schön sehen, wie wenig Wasser damals schon im Rhein war, die Uferstreifen sind schon recht breit.


Und dann noch ein Bild, bei dem ich froh bin, dass es nicht verloren gegangen ist: Das Ulanendenkmal, dieses Mal etwas anders als sonst. (Sigma High-Speed Wide 28mm 1/125s, f/5,6.) Das Licht ist was ganz besonderes gewesen an jenem Tag, wie es die leichte Bewölkung im Himmel fein zeichnet und gleichzeitig doch sehr viel im Schatten erkennen lässt. Das alte Sigma-Weitwinkel ist auf der manuellen Kamera ja immer etwas frickelig, weil es so eine kurze Entfernungsskala hat, sodass man es nur schwer richtig scharf bekommt, aber wenn man dann einmal an der richtigen stelle ist, macht es auch auf s/w richtig gute Bilder. (Gut, nicht dass man bei f/5,6 den Fokus allzu präzise setzten müsste, aber. Das geht ja bis f/1,8 runter, da ist das dann schon wichtig.)

Mit dem langen 200er hat man diese Probleme nicht, das stammt schließlich noch aus der guten alten analogen Zeit, und so ist dessen Benutzung immer wieder eine Freude. Man muss allerdings ein bisschen Zeit mit bringen, denn hier dreht der Fokusring schließlich so um die 270° und gerade in Richtung seines nahen Endes zählt jedes Micron, gerade bei Offenblende! So auch hier bei Helm und Schuhen des Dukati-isten. (200mm, 1/250s, f/4.) Aber das Ergebnis ist ein wirklich krasses Foto. Der Kram, der da oben rechts ins Bild rein hängt, ist vielleicht ein bisschen viel, aber so konnte ich perfekt verhindern, die Person, die da mit auf der Brüstung saß, auch im Foto zu haben. Dann lieber einen schwarzen Blobb! ;-)


Und dann das letzte Bild, bevor die Kamera versagte: Eine der üblichen Wanderwegmarkierungen, heute auf Fels. (50mm, 1/60s, f/1,8.) Irgendwie ist leider nur die hintere scharf geworden, das liegt am wenigen Licht und der weit offenen Blende. Für solche Situationen wäre dann ein ISO 400 Film nötig gewesen. Schade, dass gerade dieser Fehlschuss das letzte Bild für heute geworden ist. Vor allem, weil ich oben auf der Aussichtsplattform noch einige sehr schöne Motive mitgenommen hatte, die so leider im Nirvana gelandet sind. Naja, man steckt halt nicht drin, das sind die Probleme, die man bei alten Foto-Ausrüstunge halt manchmal hat.

Nächstes Mal: Quer durch Endenich.

Kentmere vs. Ilford Delta (bei schlechten Lichtverhältnissen)

Nachdem ich am Sonntag die drei Filme entwickelt habe - Kentmere 400, Ilford Delta 3200 und Kentmere 400 @1600 - und diese zeitlich und von den verwendeten Chemikalien (Ilford Microphen Stock, Adofix Plus) her praktisch gleich sind, insbesondere bei der gleichen Temperatur von ziemlich genau 20°, denke ich, es ist eine gute Idee, die mal untereinander zu vergleichen. Ich habe mir dafür drei Kategorien ausgesucht: Schärfe, Korn und Verhalten in sehr dunklen Bereichen. Diese Kategorien vergleiche ich anhand von drei Bildern auf diesen Filmen, die ich draußen bei schlechten Lichtverhältnissen geschossen habe - der K400 wurde an einem sehr bedeckten Tag verschossen, der D3200 am späten Abend und der K400@1600 früh morgens im Nebel. Die drei mal drei Ausschnitte sind unten in genau dieser Reihenfolge ausgestellt.

Am Ende habe ich noch Ausschnitte aus zwei Indoor-Portrait-Fotos eingebaut, um ein Vergleich von Hauttönen zu bekommen. Das ist vielleicht interessant für Leute, die gerne mit vorhandenem Licht und ohne Blitz bei Veranstaltungen Personen fotografieren möchten. Die Personen auf diesen Bildern sind natürlich nicht zu erkennen, weil: Persönlichkeitsrechte.

Alle Negative wurden mit meinem Epson Perfection V500 Photo bei 6400dpi mit dem normalen mitgelieferten Treiber und der zugehörigen Steuerungs-Oberfläche gescannt; die kompletten Bilder, aus denen ich diese Ausschnitte genommen habe, sind 9000x6000 Pixel groß. Dies ist also zusätzlich noch ein Test des Auflösungsvermögens und der allgemeinen Leistung dieses Scanners. Alle Bilder wurden mit einem Gamma von 1.00 gescannt und bei vollem Graustufenumfang, die Farbtiefe betrug 16 Bit. Danach habe ich die Bilder mit GIMP so bearbeitet, dass die Kurven einigermaßen brauchbar aussahen, was an meinem unkalibrierten Monitor natürlich nicht unbedingt Sinn machen muss.

Was mir beim Scannen direkt aufgefallen ist: Der K400@1600 ist von der Dynamik her sehr viel komprimierter, das Histogramm ist stärker gestaucht als bei den anderen beiden Filmen. Das ist bei Push-Entwicklung allerdings auch zu erwarten. Trotzdem sehen die Kurven noch immer sehr brauchbar aus und ich hatte keine Probleme, nach dem Scan einige der Bilder nochmals um gut eine Blendenstufe oder mehr aufzuhellen, ohne allzu viele Details zu verlieren - das habe ich bei den hier verwendeten Bildern allerdings nicht tun müssen, hier wurde von mir höchstens der Kontrast etwas erhöht, indem ich manuell die Histogramm-Kurve etwas S-förmiger manipuliert habe.

Schärfe:

Die erste Kategorie ist vielleicht schon direkt die unfairste. Denn während ich die Filme zwar alle in der gleichen Chemie entwickelt habe, habe ich nicht die gleichen Kameras und Objektive verwendet. Der K400 ist in der Nikon F50 mit einem Tamron 28-80 Zoom verschossen worden, das Bild vom D3200 mit meiner Nikon F601 und dem Nikkor 35mm und schließlich der K400@1600 mit der vergleichsweise modernen Minolta Dynax 5 meiner Frau und dem dazugehörigen Minolta AF 50mm. Letztere sollte schärfetechnisch wahrscheinlich den größten Vorteil haben. Andererseits sind alle drei Optiken gut genug, schärfer als die Körnung des Filmes abzubilden. Bei diesen eher hoch empfindlichen Filmen ist die ja doch sehr grob, besonders wenn man dann auch noch pusht.


Besonders spannend finde ich hier, dass von der Schärfe her kaum Unterschiede zwischen den Bildern zu sehen sind. Der ungepushte Kentmere hat glaube ich ein bisschen die Nase vorn. (Klar, ist ja auch die Hundenase auf dem Bild! :-D) Die Schrauben und der hell-dunkel-Übergang zwischen schwarz und weiß sind erstaunlich scharf, trotz der eher schlechten Optik, die ich hier verwendet habe. Auch die Flechten und Moose, die auf dem Schild wachsen, werden bis auf die Korn-Ebene hinab scharf abgebildet, und dadurch, dass dieser Film der einzige ist, der zu seiner eigentlichen Empfindlichkeit entwickelt wurde, sind diese hier am wenigsten unruhig und schärfemindernd.

Noch erstaunlicher finde ich jedoch, dass sich die anderen beiden nicht viel tun: Die Schärfe des Delta und des gepuschten Kentmere scheinen eigentlich mehr oder weniger äquivalent zu sein. So sind die Blenden-Bälle hinter dem Vogelhaus tatsächlich fast komplett rund - Offenblende - und die Maserung und Holzstruktur sind zumindest noch zu erahnen. Genauso verhält es sich mit den Streifen des Wellblechs und den Brettern an der Scheune. Beide Filme liefern hier also gute Ergebnisse ab.

Körner:

Nächste Kategorie: Grain! Hier scheiden sich ja die Geister: Die einen lieben ein körniges analoges Foto und finden, dass das der Hauptgrund ist, überhaupt wieder analoge Bilder zu schießen, während die anderen lieber den ganz teuren und niedrig-empfindlichen Film kaufen, um ein fast kornfreies Bild zu erhalten. Ich liege da eher so dazwischen, mich stört das Korn nicht, aber ich suche da jetzt auch nicht explizit nach, hauptsächlich weil ich mir meistens sowieso nur den billigen Film, der dazwischen liegt, leisten will, also zB den Fomapan, der mit seinem unschlagbaren Preis ja ein ziemlicher Allrounder ist.

Aber schauen wir uns erstmal die drei Bilder an, die ich hier ausgeschnitten habe. Ich habe versucht, hier sowohl dunkle als auch helle Bereiche auszuwählen, die teilweise auch im Unscharfen liegen. So kann man das Rauschverhalten bei verschiedenen Belichtungssituationen relativ gut abschätzen.


Hier gefällt mir persönlich der Delta am besten, da er relativ gleichmäßiges Korn hat. Der K400 ist schon bei seiner Nenn-Empfindlichkeit für meinen Geschmack etwas unruhig, was durchs Pushen nur noch verstärkt wird. Ich kann es gar nicht richtig an irgendwas festmachen, ist ein Bauchgefühl. Nun ist der Delta aber auch extra dafür entwickelt worden, dass man ihn bei diesen Empfindlichkeiten verwendet und kostet gut das 2½-fache des K400. Da erwarte ich ehrlich gesagt auch eine bessere Leistung, vor allem, weil dieser Film ja bei der ersten der oben beschriebenen Gruppen - den Korn-Fanatikern ;-) - sehr beliebt ist.

Das Korn des gepushten K400@1600 ist schon sehr unruhig und kontrastreich. Aber solange man jetzt kein Pixel-Peeping wie wir hier gerade betreibt, ist es noch immer akzeptabel. Ein Abzug in A4-Größe sollte durchaus machbar sein, ohne dass einem schwindelig wird.

Verhalten in dunklen Bereichen:

In dieser Kategorie stelle ich mir die Frage, wie viel Detail und Struktur noch in dunklen, eher unterbelichteten Bereichen zu erkennen ist. Erwartungsgemäß ist der ungepushte K400 hier recht gut. Das liegt aber auch daran, dass er wahrscheinlich das beste Licht abbekommen hat und ich kaum viel zu dunkle Stellen finden konnte. Die unterschiedlichen Töne der Mauer sind jedenfalls sehr gut erhalten.


Der D3200 ist aber mindestens gleichauf. Die Borke kommt sehr plastisch rüber und auch das Vogelhaus-Holz zeigt Struktur. Durch die etwas kontrastreichere Körnung (s.o.) wird dieser Effekt vielleicht sogar noch ein bisschen verstärkt.

Erstaunlich finde ich aber auch das Verhalten des gepushten K400@1600. Man kann tatsächlich noch einzelne Bäume und Büsche und deren Blätter im Hintergrund unterscheiden. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber das erklärt auch, weshalb ich nachträglich noch ein bisschen an der Helligkeit drehen konnte, ohne Details zu verlieren.

Die drei Filme sind in dieser Kategorie ziemlich gleichauf, was mich wirklich erstaunt. Der Kentmere 400 scheint nach unten hin also doch recht viele Reserven zu haben. Zugleich scheint es mir möglich, den Delta 3200 vielleicht noch eine Stufe weiter auf 6400 zu pushen. Die Beispiele, die ich dazu im Netz gefunden habe, sahen mit persönlich zwar etwas zu körnig aus, aber nach diesen Bildern hier würde ich es fast mal selber probieren wollen.

Bonus: Skin Tones

Hier also noch zwei ganz andere Fotos, die in bei Kunstlicht im Innenraum gemacht habe, das erste auf der Famileinfeier letztens und das zweite beim Trekdinner. Beide Bilder musste ich nachträglich digital noch ein bisschen weiter pushen, da sie sehr dunkel geraten waren.


Viel dazu sagen will ich nicht, denn zum einen liegen die Ergebnisse sehr nah beieinander, zum anderen ist das immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Beide Filme liefern gute Ergebnisse.

Fazit: Wenn man gerade nichts anderes zur Hand hat, kann man den Kentmere 400 gut um zwei Stufen pushen, ohne zu große Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil erscheint er mir sogar ein bisschen künstlerischer. Wenn ich jedoch die Wahl habe und jemand jetzt zB Hochzeitsfotos von mir haben wollen würde, würde ich sicherheitshalber aber zum teuren Delta 3200 greifen, da ich mir hier ziemlich sicher sein kann, gute Ergebnisse zu erzielen.

Schwarz-weiß und analog, Teil 174: Ein Tag auf der Löwenburg

Film: Fompan 100 #38, Kamera: Olympus OM-2 Spot/Program, Juni 2022

Der dritte Teil dieses Filmes ist auf dem Weg zur und oben auf der Löwenburg verschossen worden. Das ist ja mit einer der liebsten Ausflugsziele, die wir immer mal wieder besuchen. Das Siebengebirge ist nun mal sehr nah und lockt auch täglich mit eine Fernansicht. ;-)

Die Flasche habe ich leider nicht ganz scharf gestellt. (Zuiko 50mm, 1/125mm, f/1,8.) Es war in der Ecke da schon einigermaßen dunkel, da wir recht spät abends unterwegs waren. Der letzte Sommer war ja teilweise mal wieder unerträglich, da musste man warten, bis es abends etwas abgekühlt war, bevor man längere Spaziergänge machen konnte. Gut, das ist jetzt alles keine Ausrede dafür, dass ich wieder zu doof war, den Fokus richtig zu treffen. (Ehre, wem Ehre gebührt! ;-)) Aber ich denke, man kann trotzdem noch sehen, was ich versucht habe: Die Flasche im Vordergrund und von da aus, langsam in der Hintergrundunschärfe verschwindend, die Bank. Manchmal klappts halt nicht so, wie man sich das vorstellt. Zumal das Etikett ("Spätburgunder") total überbelichtet ist, hier hätte ich gut auf 1/250s gehen sollen, wäre ja auch wenig problematisch gewesen, da ich doch eh schon auf Manuellbetrieb gewechselt hatte. Und halt scharf stellen. So richtig. ;-)


Der Burgmauerrest zwischen den Bäumen hingegen gefällt mir ziemlich gut. (50mm, 1/1000s, f/4.) Die ganzen unterschiedlichen Ebenen im Vordergrund mit ihrer jeweils ganz eigenen Schärfe rahmen das eigentliche Motiv ganz gut ein, finde ich. Leider ist der Himmel ein bisschen sehr überstrahlt.

Oben auf der Löwenburg selber habe ich dann mal wieder als erstes den einzelnen Baum in der Mitte der Bank fotografiert, da drumherum viel zu viele Menschen unterwegs waren, um die Mauerreste richtig in Szene setzen zu können. (50mm, 1/250s, f/2,8.) Die Unschärfe im Hintergrund ist ja ganz nett, aber vielleicht hätte ich hier mal genau das Gegenteil machen sollen, die Blende so weit wie möglich zu und alles ganz scharf abbilden. Es stört mich nämlich etwas, dass die Rindenstrukturen auf den vorderen Ästen irgendwie sehr unscharf geraten ist. Oder ich hätte die fokussieren müssen. Weiß nicht. Irgendwie ist es unstimmig, nicht wie ich es erwartet hatte.


Nachdem die Bloody Tourists dann mal endlich verschwunden waren, konnte ich mich ein bisschen mit den Burgresten vergnügen, zum Beispiel diesem Türbogen, der nicht mehr so viel Sinn macht. (Makinon 28mm, 1/250s, f/2,8.) Auch hier war weit offen glaube ich nicht die richtige Idee, f/8 wäre sicher auch drin gewesen. Ansonsten ist die Belichtung aber OK und das Bild macht auch so was her, auch wenn es ein bisschen weich ist. Wie gesagt, nicht die Schuld der Kamera, sondern des Objektives (und der Entscheidung des Fotografen).

So wie bei der Holztreppe abwärts: Da stimmt die Blende! (28mm, 1/30s, f/11.) OK, vielleicht habe ich es auch etwas übertrieben, jetzt ist alles schon fast ein bisschen überscharf. Aber dafür kann man praktisch vom Geländer im Vordergrund bis zum im Nebel versinkenden Horizont alles erkennen. Erstaunlich! Auch perspektivisch ein gutes Bild, das ich vor allem sogar mal einigermaßen gerade hin bekommen habe. ;-)

Von hier oben kann man ja auch die etwas berühmtere Geschwisterburg, den Drachenfels, ganz gut sehen, besonders, wenn man die Ruine mit dem kleinen Tele noch etwas heran holt. (Zuiko 135mm, 1/500s, f/8.) Dumm nur, dass genau da eine Fussel rumliegt. Aber ansonsten ist das Bild wirklich nicht schlecht, auch wenn im aufziehenden Dunst einiges an Kontrast verloren geht. Wie gesagt, tagsüber war es sehr, sehr warm und Abends kondensiert dann immer direkt die Luftfeuchtigkeit aus und es wird schnell sehr streulichtig.


Da ist es besser, sich auf sehr nah gelegene Objekte zu konzentrieren, etwa die Verschraubung des Geländers. (135mm, 1/500s, f/3,5.) Man sieht, das Labor hat mal wieder einen Flecken in den Himmel gemacht, wo noch ein bisschen Suppe den Film runter gelaufen ist. Ist vielleicht ganz gut, dass ich jetzt lieber selber entwickle. Ansonsten ein gut gelungenes Bild eines seltsamen Motives aus ungewöhnlicher Perspektive. Genau mein Ding, also.

Dann und wann noch mal zurück zum Weitwinkel gewechselt und ein paar Überblick-Bilder gemacht, die dann gleich wieder nach Postkarte oder Touristenmotiv aussehen. (28mm, 1/250s, f/8.) Ich mein, das muss jetzt auch nicht unbedingt was Negatives sein. Auch die touristischen Andenkenshots können was für sich haben. So erinnere ich mich beim Anblick dieses Bildes zum Beispiel dran, wie schön warm es an jenem Abend hier oben war und was für einen spektakulären Sonnenuntergang wir noch zu sehen bekommen würden.


Aber bis dahin bin ich mal wieder auf Detailjagd gegangen. Diese Türangel gehört zu dem Bogen, den ich oben ja schon mal in groß hatte und im letzten Bild ganz klein rechts unten. (50mm, 1/60s, f/5,6.) Ist gut gelungen mit dem Schattenwurf und der richtigen Schärfentiefe, die die Angel vor dem unscharfen Hintergrund gut abhebt. Gefällt mir. Wieder so ein etwas seltsames Bild, wo andere Leute fragen, warum ich das denn jetzt überhaupt fotografiert habe. ;-)

Wo wir gerade dabei waren, hier noch mal ein Bild mit Baum und etwas Kontext. (28mm, 1/125s, f/5,6.) Da oben hatte ich ja nur die Rinde des Baumes, so sieht man auch mal, wie prächtig der da steht und seine Blätter in die untergehende Abendsonne hält. Mit der Mauer dahinter eine ganz gefällige Komposition, finde ich. Künstlerisch vielleicht nicht so wertvoll wie die Angel da oben, aber dafür ein Bild, das man Leuten zeigen kann und die dann sagen: "Ach, is aber auch schön da oben." ;-)


Apropos Detail-Fotos, die keiner versteht: Hier noch ein Nucki, der verloren gegangen ist und auf der Mauer lag, wo er vom Abendrot angestrahlt wurde. (50mm, 1/60s, f/4.) Witziges Bild. Vielleicht hätte ich den Schnuller noch ein bisschen weiter nach rechts setzen sollen, damit mehr von der Mauerkante im Hintergrund drauf ist. Aber so geht auch.

Dann, kurz vor Sonnenuntergang noch ein Gegenlichtfoto gemacht. (50mm, 1/1000s, f/5,6.) Die Sonne direkt hinter dem Gemäuer und trotzdem kann man noch einzelne Steine erkennen. Schon erstaunlich, wie viel selbst aus dem billigen Foma so raus zu holen ist. Einer der Gründe, weshalb ich wieder so viel s/w fotografiere: Die Bilder bieten einfach einen unglaublichen Umfang, viel mehr als jedes CCD.


Und zum Schluss noch der spektakuläre Sonnenuntergang, den ich oben ja schon versprochen hatte. (50mm, 1/1000s, f/5,6.) Man beachte die Braunkohlekraftwerke am Horizont. Für die Windkraftanlagen ist der Film dann leider doch nicht scharf genug, ein Nachteil bei analoger Fotografie. Ansonsten: Tolle Wolken, toller Himmel, viel Staub. Ich glaube langsam, dass der ganze Dreck aber auch im Labor da rein gekommen ist und nicht nur aus der Kamera stammen kann.

Fazit: Die Anschaffung der OM-2 SP war kein Fehler, sie macht tolle Bilder und bietet im Prinzip alle Funktionen, die man als Fotograf braucht. Sie ist sogar dem Einsteiger zu empfehlen, der vielleicht erstmal im Programmmodus arbeiten möchte. Den habe ich allerdings noch gar nicht getestet, fällt mir gerade so auf: Alle Filme, die ich bisher mit dieser Kamera gemacht habe, sind hauptsächlich im Automatik- und teilweise im manuellen Modus gemacht worden. Ups! ;-) Um ein richtiges Review abgeben zu können, sollte ich das vielleicht mal nachholen!

Beim nächsten Film hatte meine Nikon FE-10 ein paar Mal Ladehemmungen, da fehlen leider ein paar Bilder. Dafür geht es gleich mit dem Siebengebirge weiter, dann aber mit dem Drachenfels.

Drei Filme auf einmal

Jedenfalls! Nachdem ich dann gestern mal wieder einen Film voll gemacht habe, als wir in Bonn beim Trekdinner waren, habe ich heute direkt mal das Microphen getestet, das ich gestern bekommen habe. Als erstes habe ich mal den Test-Film entwickelt, den ich mit der Nikon F50 und dem dazugehörigen Tamron-Zoom belichtet hatte. Das war der erste Kentmere 400, den hatte ich bisher ja auch noch nicht ausprobiert. Ohne ihn gescannt zu haben, kann ich natürlich noch nicht viel dazu sagen, aber die Dichte ist ganz OK, würde ich sagen.


Der zweite Film, den ich entwickelt habe, ist der schweineteure Ilford Delta 3200 gewesen, auf dem ich auf der ersten Hälfte die Familienfeier vom September hatte, auf der anderen Hälfte das kleine Tombraider-Meeting vom Oktober. Von dem kann ich nicht viel hier vorzeigen, da sind halt hauptsächlich Leute drauf, die möglicherweise was dagegen haben könnten. ;-)

Der Grund, weshalb ich den erst als zweites entwickelt habe, war hauptsächlich, dass ich die frisch angerührte Suppe erstmal mit dem Testfilm aus der F50 probieren wollte. Weil, die Bilder auf dem Delta waren mir schon ein bisschen wichtig. Jedenfalls sieht der auch ganz gut aus, aber auch da muss ich noch abwarten, was beim Scannen raus kommt.


Und als drittes habe ich dann noch den Kentmere 400 von gestern Abend entwickelt. Den habe ich allerdings auch direkt mal um 2 Stufen unterbelichtet und dann gepusht. Vielleicht waren 13 Minuten ein bisschen lang, er ist teilweise sehr dunkel geworden. Liegt aber vielleicht auch an den grellen Lichtern in der dunklen Stadt. So, wie er mit dem Handy fotografiert aussieht, könnte er aber brauchbar genug sein, um den grundsätzlich für solche dunklen Szenen zu verwenden, und zwar statt eines teuren Deltas. Vielleicht hat er tatsächlich genug Spielraum, um ihn noch eine Stufe weiter auf 3200 zu pushen.

Ansonsten, wie man sehen kann, habe ich mein Cheat.Sheets noch ein bisschen aktualisiert. Funktioniert so jetzt ein bisschen besser. Mal sehen, ob ich da noch was optimieren kann.

Und zum Schluss noch ein paar Beispiele dafür, wie dar Film aussieht, wenn man ihn im nassen Zustand mit dem Handy abfotografiert und dann invertiert. Also, erkennbar ist auf jeden Fall was. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wenn da tatsächlich Bilder raus kommen! Ich mein, ja, die Chemie ist jetzt nicht so kompliziert, aber erstaunlich ist es trotzdem. Besonders, wenn ich das mache! ;-)


So, und jetzt bin ich ziemlich platt. War gestern ein sehr langer Abend und ich bin viel zu früh wach geworden und dann raus gegangen, um den besagten Film voll zu machen. Hatte auf mehr wallende Nebel gehofft, aber außer ein bisschen Dunst war nicht viel. War aber auf jeden Fall besser, als doof im Bett rumzuliegen und nicht wieder einschlafen zu können. Aber deswegen gibts heute ein ziemlich frühes Heiabettchen. Vorher gibts aber noch Reste, die muss ich jetzt aber erstmal mikrowellieren...