Skip to content

Schwarz-weiß und analog, Teil 187: Beim Haribo umme Ecke

Film: Fomapan 100 #40, Kamera: Konica Autoreflex TC, Objektive: Konica Hexanon 40mm F1.8 & Konica Hexar 135mm F3.5, August 2022

Normalerweise vermeide ich ja, zwei Pipeline-Eintgräge nacheinander raus zu hauen, aber es ist gerade nötig, ich bin im Endjahresstress und muss dringend mal "ommmm" machen! ;-) Da die Einträge für diesen Film eh ein wenig kürzer sind als im Allgemeinen, schmeiß' ich die jetzt trotzdem mal einfach vor die Tür, dann werden das auch endlich mal weniger! Hab ja noch einen ganzen Stall voll davon...

Eigentlich wollten wir an diesem schönen August-Tag ja nur zum monatliche Rheinauenflohmarkt. Da waren wir auch und ich habe die Gelegenheit genutzt, mal wieder den Springbrunnen abzulichten. (40mm, 1/1000s, f/2,8.) Leider habe ich hier ein bisschen daneben fokussiert, das Wasser ist leicht unscharf, die Büsche im Hintergrund hingegen zu scharf. Ich glaube, aufgrund der vielen Leute, die hier unterwegs waren, war ich ein bisschen gestresst und gehetzt, das Bild schnellstmöglich im Kasten zu haben. Ist jetzt nicht so furchtbar unscharf, auf einem normal großen Abzug würde es fast nicht auffallen, aber hier auf dem riesigen Monitor stört es dann doch ein bisschen!


Das war das einzige Bild, das ich an jenem Tag auf dem Flohmarkt gemacht habe, das nächste ist dann schon unten im Süden bei Haribo auf dem Parkplatz. (40mm, 1/1000s, f/5,6.) Nicht, dass wir mit dem Auto hier gewesen wären: Es war die Zeit des Neun-Euro-Tickets! Wie ich das vermisse... Aber egal: Haribo! Der Goldbär grüßt! Gegen den hellen Himmel musste ich ein bisschen geschlossener belichten, die schnellste Zeit der Kamera ist ja leider nur 1/1000s. Im Allgemeinen reicht das ja, aber unter bestimmten Lichtverhältnissen wird es dann doch schnell eng! Die Flecken am rechten Rand stammen nicht von mir, das ist noch immer einer der Filme aus dem Labor. Ich denke, da hat sich ein bisschen Feuchtigkeit in den Transportlöchern angesammelt.

An der alten Fabrik, von der ja nicht mehr viel steht, habe ich dann eine Spider-App gefunden, die ich auch gleich mal testweise mitgenommen habe. (40mm, 1/60s, f/5,6.) Mal wieder ist das Geradehalten der Kamera außerhalb meiner Kunstfertigkeit. ;-) Ansonsten finde ich diese Bild mit den Rissen im Glas und dem darin eingebetteten Metallgitter extrem spannend. Trotz seiner relativen Kontrastarmut bietet es doch eine erstaunliche Tiefe!


Zum Thema Architektur passt auch dieser Schornstein ganz hervorragend. (40mm, 1/500s, f/8.) Architektur mache ich ja gerne etwas weiter geschlossen, da stört dann auch die minimale Zeit der Kamera nicht so sehr. Auch hier ist der Himmel ein bisschen fleckig von der Entwicklung. Durch die vielen leeren Flächen ist das Bild allerdings einigermaßen langweilig geraten, da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Das liegt vielleicht auch ein bisschen mit an der leichten Weitwinkeligkeit des 40ers, da kommt zu viel Zeugs mit aufs Bild.

Der alte Zaunpfosten am anderen Ende des Parkplatzes hatte es mir angetan, den musste ich auch in irgendeiner Form mit nach Hause nehmen,. (40mm, 1/250s, f/2,8.) Das Gewuchere, das dort bis nach ganz oben gekrochen war und dann durch die unerträgliche Hitze und Trockenheit des letzten Sommers abgestorben ist, verpasste der ganzen Szene so einen Hauch von Vergänglichkeit. Gleichzeitig habe ich den Hintergrund richtig schön unscharf bekommen, das ist bei solchen Motiven ja ein Muss, finde ich! Die Blendenabbilder in der oberen linken Ecke verstärken das Feeling dieses Bildes noch, außerdem kann man sehen, dass sie sich selbst bei f/4 noch ein ganz kleines Bisschen drehen wollen. Sehr spannendes Bild, in seinem wuseligen Chaos fast schon ein bisschen sehr extrem.


Ach ja, noch ein Fetisch: Leere Glasflaschen am Wegesrand! (40mm, 1/500s, f/1,8.) Man sieht deutlich, dass dieses Objektiv bei Offenblende nicht so scharf ist wie andere, die ich in meiner Sammlung habe. Das 50er Zuiko etwa hat doch einen ganzen Schuss mehr Schärfe. Oder das verranzte Nikkor 35mm. Andererseits strahlt diese leichte Unschärfe auch ein gewisses Retro-Feeling aus, eine Weichheit, die man heutzutage eher selten sieht, und wenn, dann künstlich nachträglich hinein gerechnet. Ich muss allerdings zugeben, dass die Blendenbilder hier schon brutal groß sind, ich denke, ein, zwei Stufen abgeblendet hätten es auch getan, das hätte den Hintergrund vielleicht ein bisschen beruhigt.

Am Ende unseres Ausflugs mussten wir dann noch zurück über den Rhein, diese Gelegenheit habe ich für ein kleines Übersichtsfoto mit Drachenfels und Gästehaus genutzt. (40mm, 1/250s, f/8.) Hier sieht man, wie scharf das Objektiv ist, wenn man es (für meine Verhältnisse schon extrem) abblendet. Wenn ich mal ein paar Euro mehr für einen besseren Film ausgeben würde, könnte man es natürlich besser sehen! ;-) Der Foma stößt da dann doch irgendwann an seine Grenzen, besonders bei diesem 4k-Scan. (Wie viele Dots pro Inch sind das eigentlich? Wenn ich bei 6400 scanne, 9000x6000 für ein Negativ erhalte und das auf 3840x2560 herunter rechne, sind das dann wohl um die 2700 dpi - oder ungefähr 1075 Pixel auf einem Zentimeter. Kein Wunder, dass das etwas unscharf wird, wenn man das auf die Größe eines 24" Monitors vergrößert. Der Foma 100 wird mit 110 lines/mm angegeben. Das kann sich jetzt jeder selber ausrechnen, was das bedeutet! ;-))

Nächstes Mal: Das 135er kommt zum Einsatz, bei einem Besuch in Blankenberg.

Schwarz-weiß und analog, Teil 186: Bödingen

Film: Fomapan 100 #40, Kamera: Konica Autoreflex TC, Objektive: Konica Hexanon 40mm F1.8 & Konica Hexar 135mm F3.5, August 2022

Jeder Sommer geht mal zu Ende, so auch der letzte. Auch wenn es bis in den September hinein trocken und warm geblieben ist. Aber ich greife vor, in diesem Film befinden wir uns am Ende des Augusts. Ich habe auf einem meiner Streifzüge durchs Internet ja ein Hexar 135mm ergattern können, das jetzt dringend mal getestet werden wollte. Aber auch hier greife ich vor, denn die Gelegenheit bot sich erst in Teil 188, der wohl erst im neuen Jahr erscheint... Ja, ich lebe heute wieder voll in der Zukunft! ;-)

Jedenfalls: Ich hatte die Konica TC eh schon mit einem Film geladen, weil ich die 40mm Brennweite, die dazu gehört, so spannend finde. Außerdem handelt es sich um eine wirklich schnuckelige kleine Kamera. Wenn sie jetzt für den Belichtungsmesser noch normale Alkali-Batterien nehmen würde, ohne dass ich jedes Mal die Spannung messen und den ISO-Wert korrigieren müsste, wäre ich richtig glücklich! Aber OK, einmal am Tag kalibrieren, ist jetzt auch nicht so schlimm. Die Batterie war mittlerweile "eingefahren", die Spannung knapp unter 1,5V gefallen, so konnte ich guten Gewissens den Belichtungsmesser auf ISO 50 stellen, und habe so auf dem verwendeten 100er Foma ziemlich gute Bilder hin bekomme, denke ich.

An diesem bestimmten Augustabend ging es mal wieder hoch nach Bödingen, um eine Runde um die alte Kirche und über die Felder zu drehen, als uns auf dem Parkplatz dort oben als erstes mal ein alter Plymouth begegnete. (40mm, 1/1000s, f/1,8.) Mit der verwendeten Offenblende habe ich hier ein ganz nettes Bokeh in den Hintergrund bekommen. Gut, mit dem relativ weiten 40mm ist das schon einigermaßen schwierig. Aber deswegen wollte ich ja gerade das 135er haben, dessen Bilder ich demnächst hier ebenfalls vorstellen werde, siehe Teil 188! ;-) Das einzige, was mcih an diesem Bild jedenfalls stört, ist dieser schrecklich moderne - ist das ein Golf? Oder ein Hyundai? Ich kenn mich mit dem neumodischen Zeugs nicht mehr aus! ;-) - direkt daneben auf dem Parkplatz! Wenn ich gekonnt hätte, wie ich gewollt hätte, hätte ich den erst mal abschleppen lassen. Der bricht so richtig schlecht den geschwungenen Stil des alten Plymouth!


Von der Seite ist es nicht so schlimm, da steht im Hintergrund nur meine alte Reisschüssel rum - die ist zeitlich wahrscheinlich mittlerweile zeitlich näher an dem Plymouth als an dem Ding, über das ich mich da oben beschwert habe. ;-) (40mm, 1/1000s, f/1,8.) Naja, wahrscheinlich eher nicht, aber gefühlt... :-D Ein hübsches Auto jedenfalls, aus einer Zeit. als man noch nicht jeden Liter Benzin beachten musste, als Design noch nicht von Winschlüpfrigkeit bestimmt wurde, als Elvis noch lebte! ;-) Tolles Auto und in s/w auch ganz stilecht abgelilchtet. Weit offen war hier allerdings evtl ein kleines bisschen zu viel des Guten, das Hood Ornament ist bereits deutlich unscharf. f/2.8 hätte es wahrscheinlich auch getan, oder gar gleich f/4.

Hinter der Kirche habe ich dann mal wieder Nonne und Priester aufgelauert und sie in einem unbeobachteten Moment einfach so mitgenommen. (40mm, 1/500s, f/4.) Wie man sieht, habe ich den Fokus auf das Gesicht der Nonne gelegt, trotzdem ist hier nah am Minimalabstand des Objektivs schon sehr deutlich zu sehen, wie dünn die Fokusebene tatsächlich ist. Sollte man gar nicht denken, aber deswegen mag ich das kleine 40er Hexanon eigentlich richtig gerne!


Auf dem kleine Friedhof habe ich dann mal wieder eine der Gieskannen abgelichtet, das ist ja auch so ein Fetisch bei mir, fast so wie Traktoren und Kaugummiautomaten! ;-) (40mm, 1/1000s, f/2,8.) Anderthalb Blendenstufen abgeblendet bekommt man so noch genug Hintergrundunschärfe, aber zugleich auch eine sehr scharfe Kanne. Ist jetzt nicht das spannendste Bild auf der Rolle, aber es zeigt doch ganz gut die technischen Eigenschaften des Objektivs.

Und ganz am Ende noch ein paar Brombeeren am Busch, gesehen von der Bank aus, auf der ich saß. (40mm, 1/30s, f/8.) Hier kann man auch wieder sehr gut sehen, wie viel Depth of Field man auf diese kurze Entfernung erhält, vor allem, wenn man es mit dem Bild vorher, das mit der Nonne, vergleicht. Man, wenn ich die Beeren sehe, krieg ich direkt Hunger! ;-)

Nächstes Mal: Im Bonner Süden rund um den Haribo-Werksverkauf.

Yashica FR-I mit Yashica Lens DSB Zoom 70-180mm 1:4.5

Es ist Zeit, noch eine der Kameras vorzustellen, die in dem C/Y-Paket drin waren. Diese hier funktioniert vor allem tatsächlich. Bei der Contax, die ich letztens vorgestellt hatte, gibt es nämlich noch weitere technische Probleme neben den Lichtdichtungen, bei denen ich mir nicht sicher bin, dass ich die selber gelöst bekomme, oder ob ich da einen Profi dran lassen muss. Das habe ich leider erst gemerkt, nachdem ich den Film belichtet und entwickelt hatte.

Diese Yashica FR-I, die ich hier heute vorstellen möchte, funktioniert hingegen ganz hervorragend. Liegt wahrscheinlich daran, dass da viel weniger Technik drin steckt und dafür mehr Mechanik. Allerdings musste ich nach der Entwicklung feststellen, dass die ersten 10 Bilder trotzdem nichts geworden sind. Das war dann allerdings mein Fehler! Man sollte keine Filme zurück in den Kühlschrank stellen, von denen man nicht 100% sicher sein kann, dass sie nicht doch schon beinhaltet sind! :-( (Die Canon-Knipse, die ich vor Ewigkeiten hier vorgestellt hatte und die diese seltsame Ladehemmung entwickelt hat, hat das erste Viertel des Films nämlich offenbar doch noch korrekt gearbeitet, diesen dann aber nur so weit zurück gespult, dass die Lasche noch raus guckte und ich dachte, der Film wäre gar nicht eingezogen worden. Ja, danke auch dafür! Jetzt ist da am Anfang alles doppelt belichtet und die ganzen tollen Schneefotos sind für'n Arsch!)

So viel Vorrede und ich habe noch nicht mal wirklich über die Kamera gesprochen, die ich eigentlich vorstellen will. Dazu kommt, dass das Dezemberwetter wieder nur mäßige Beauty Shots zulässt. Egal, hier das gute Stück von vorne. Das riesige Zoom, das da drauf ist, macht es nicht einfacher, sinnvolle Bilder davon zu machen.


Wie man sieht, von den drei Kameras (und den beiden, die ich mit diesem Eintrag vorgestellt habe), sieht diese hier am besterhaltensten aus. Das heißt nicht viel denn verkratzt und verbeult ist sie trotzdem. Macht mir persönlich aber nichts, wenn sie trotzdem geht. In die Vitrine zum Angucken kommen nur die hübschen Stücke! ;-) Kameras sind nämlich zum Benutzen da, das ist jedenfalls meine Meinung! (Auch wenn ich meine Sammlung vielleicht ein bisschen ausdünnen müsste, denn ich komme ja kaum noch dazu, alle meine Schmuckstücke regelmäßig zu verwenden, da es doch ein paar mehr sind, mittlerweile.)

Was hat die Yashica technisch zu bieten? Nun, es handelt sich hier um die einfachste der drei C/Y-Kameras, die ich jetzt besitze. 1/1000s minimale, 1s längste Zeit, Belichtungsmesser, der mit zwei LR44 gut funktioniert, ISO 12-3200 einstellbar, +/-2 EV Korrektur in Drittelschritten, ein mechanischer Selbstauslöser und zu guter Letzt das, was für mich den Unterschied zwischen einer einigermaßen ambitionierten Amaterut-Kamera und einer Einsteiger-SLR ausmacht: Der Abblendknopf. Ansonsten hat sie einen Stoffvorhang als Verschluss, der aber perfekt Lichtdicht ist.


Die Bilder, die nicht doppelt belichtet waren, sehen auch alle sehr gut aus, kontrastreich und scharf, sodass ich nicht nur dem Belichtungsmesser, sondern auch den beiden Optiken ein gutes Zeugnis ausstellen kann. Das 50mm habe ich ja im Eintrag zur Contax schon genauer besprochen und deswegen nur noch mal die Highlights: 50mm f/1,7, das perfekte Nifty Fifty, zudem scharf und kontrastreich, wie gesagt, und hübsches Bokeh. Schönes Teil.

Das Yashica Lens DSB Zoom 70-180mm 1:4.5 ist hingegen recht lichtschwach und der Grund, weshalb ich einen ISO 400-Film zum Test verwendet habe. Für das 50er wäre das nämlich nicht so dringend nötig gewesen. Aber was die Lichtschwäche wieder wett macht, sind die durchgängig f/4,5. Bei 70mm ist das zwar nicht so beeindruckend, da gibt es schnelleres Glas, aber bei 180mm ist das schon ganz OK und nur eine halbe Blendenstufe langsamer als meine Nikkor 200mm Festbrennweite. Zudem hat es einen erweiterten Makro-Bereich: Wenn man den Schiebe-Zoom-Ring über die minimalen 70mm hinaus zieht, ist der Minimalanstand nicht mehr 150cm, sondern nur noch ein paar wenige Zentimeter. Genaue Angaben habe ich bisher nicht gefunden, aber der Makro-Beriech, den man sich hier erschließen kann, ist beachtlich. Ob man hier bis 1:1 runter kommt, bezweifle ich zwar, aber viel fehlt nicht.


Besonders erstaunlich finde ich, dass das Wort "Makro" an keiner Stelle erwähnt wird. So also ob man es nicht nötig gehabt hätte, das extra drauf zu schreiben, jeder weiß doch schließlich, wie gut C/Y-Objektive sind! ;-) Ist jetzt so eine Vermutung, keine Ahnung, warum tatsächlich nirgendwo erwähnt wird, was für einen erstaunlichen Makro-Bereich das Teil hat. Die von mir gemachten Bilder sind ansonsten völlig unproblematisch. Dass das gute Stück nur eine Einfachvergütung (zweiter Generation) hat (DSB), stört mich bei s/w-Fotografie eher weniger. Müsste ich halt mal in Farbe testen. Ansonsten ist es ein bisschen schwer an dieser eher kleinen Kamera, aber man kann es dafür recht gut mit der linken Hand stützen, die man eh für Zoom und Fokus braucht. Wie bei Schiebeobjektiven üblich, sind beide Funktionen im gleichen Ring integriert.

Aber zurück zur Yashica FR-I. Die macht insgesamt einen recht soliden Eindruck. Ich hatte mal wieder etwas Angst, dass der Filmtransport etwas hakelig sein könnte, da die Fomas doch sehr straff gespannt in ihrer Plastikpatrone stecken. Aber mit regelmäßigen Auflockerungen des Films, indem ich ihn ein bisschen vorsorglich abgewickelt habe - Rückspulkurbel einfach mal hin und wieder gegen die Uhr drehen und dann wieder ein bisschen zurück, dass man sehen kann, dass sie sich beim Aufziehen auch mit bewegt -, scheint geholfen zu haben. Wäre bei einer fabrikneuen Kamera wahrscheinlich nicht nötig, aber bei dieser hier sind die kleinen Zähnchen am Filmtransport halt doch schon etwas runter genudelt. Vorsichtig und langsam Spannen hilft ansonsten eh grundsätzlich bei solchen alten Kameras.


Von der Handhabung her muss ich sagen: Keine größeren Beschwerden. Die Kamera liegt ganz gut in der Hand, nur die Position des Auslösers in der Achse des Spannhebels irritiert mich etwas. Ich habe immer wieder versucht, die Mitte des Zeitwahlrads zu drücken und mich gewundert, wieso nichts passiert. ;-) Das ist aber auch schon das größte Manko dieser Kamera. Ansonsten ist sie vom Design her ein typisches Beispiel der späten 1970er. Ich hab sie gerne benutzt und werde im Sommer mal einen 100er durchschicken, wenn es genug Licht gibt, trotzdem ein paar Bilder mit dem Zoom machen zu können. Insbesondere würde ich dann die Makro-Funktion noch mal genauer unter die Lupe nehmen.

Die Bilder, die ich jetzt im Dezember gemacht habe, kommen dann wahrscheinlich irgendwann im Frühjahr hier an. Ich habe einfach einen unglaublichen Rückstau an Fotos in der Pipeline...

Schwarz-weiß und analog, Teil 185: Oberkassel

Film: Fomapan 400 #6, Kamera: Chinon CP-7m (#2), Objektive: Auto Zoom Chinon 1:3.5-4.5 35-70mm & Auto Zoom Chinon 1:4-5.6 70-210mm, August 2022

Es ist Weihnachten und für mehr als einen Instant-Eintrag aus der Dose, äh, Pipeline habe ich heute keine Böcke mehr. Oder sagt man an Weihnachten Rentier? ;-)

Auf dem Rückweg von Bonn waren dann noch ein paar Frames frei auf dem Film, der in der zweiten CP-7m lag. Da der Rückweg uns nach Oberkassel führte, habe ich dort auch gleich ein paar Bilder und somit den Film voll gemacht.

Als alter (Semi-) Fan musste ich natürlich ein Foto von den Gorillaz machen, die da als gespraytes Kunstwerk an der Bahnhaltestelle kleben. (35-70@35mm, 1/1000s, f/8.) Auch hier kann man wieder sehen, dass sich die Wand ein bisschen durchbiegt, wenn man das kleine Objektiv auf die minimale Brennweite einstellt. Nicht ganz so schlimm, wie im letzten Eintrag bei den Stromkästen auf dem Rathausplatz, die waren sehr viel näher und daher anfälliger für diese Art von Fehler, aber doch merklich. Bei gut anderthalb Blendenstufen abgeblendet ist das Bild komplett scharf, wie man es auch erwarten würde. Ganz gutes Bild, bei dem das starke Korn ein bisschen stört. Aber ich hatte ja schon gesagt, dass ich hierfür dem Labor die Schuld gebe. ;-)


Extrem scharf ist auch die Fahne vor den Felsen im Hintergrund. (35-70@70mm, 1/500s, f/11.) Das wundert wenig, habe ich hier doch noch eine Blendenstufe zusätzlich drauf gelegt - bzw durch das hineinzoomen provoziert. f/11 ist aber auch wirklich schon extrem geschlossen für meine Verhältnisse. Da ist selbst bei dieser leichten Telebrennweite alles scharf. Die tiefstehende Sommer-Sonne direkt hinter mir führt zu extremen Kontrasten, die das Objektiv gut wiedergibt. Für solche Szenen ist es also durchaus geeignet.

Im Schatten hat hingegen der Film mal wieder leichte Probleme, wobei gegen die hellen Himmel die Belichtung auch wirklich nicht ganz einfach war. (35-70@35mm, 1/250s, f/8.) Ich hätte für das Haus gut eine Stufe weiter öffnen können, aber dann wäre vom Himmel nicht mehr viel übrig geblieben. So saufen halt die Automaten sehr im Dunklen ab, selbst nachdem ich die Szene in der Nachbearbeitung aufgehellt habe. Über die Leistung des Objektiv kann ich mich an dieser Stelle allerdings eher weniger beschweren, sieht soweit OK aus.

Das kleine Türmchen auf der Kirche hat ein ähnliches Problem: Etwas dunkel geworden. (35-70@35mm, 1/250, f/8.) Auch hier war f/8 glaube ich eine ganz gute Wahl, sowohl das eigentliche Motiv als auch die Wolken im Hintergrund sind schön scharf. Obwohl ich ja ansonsten Bokeh liebe. Recht nettes, stimmungsvolles Bild, das von der untergehenden Sonne gut hinterleuchtet wird.


Am Straßenrand stand dann etwas, was ich damals als alte Waschmaschine identifiziert habe, aber je länger ich drüber nachdenke, handelt es sich wahrscheinlich eher um eine mehr oder weniger antike Eismaschine. Ich kann allerdings auch nur raten! ;-) (35-70@35mm, 1/500s, f/3,5.) Hier habe ich es mit Offenblende versucht, aber leider habe ich kaum Unschärfe in den Hintergrund bekommen. Stattdessen habe ich wohl das eigentlich Motiv nur mäßig scharf gestellt, da könnte es nämlich an der ein oder anderen Stelle durchaus was schärfer sein. Wie war das mit neuer Brille? ;-) Auch hier kann man gut sehen, wie sich am linken Rand die Wand durchbiegt und ein Pincussion bildet. In den sowieso sehr dunkeln Ecken fällt die Vignettierung hingegen eher wenig bis gar nicht auf. Was ich noch gar nicht erwähnt hatte, glaube ich, ist die Tatsache, dass dieses Objektiv im Weitwinkelbereich auch bei Offenblende so gut wie keine Verzerrungsfehler in den Ecken hat, was ja bei günstigeren (*hsut* Exakta *hust*, die billigen japanischen, die nur noch den Namen tragen) gerne mal vorkommt.

Kein Jesus, an dem ich vorbei gehen könnte, ohne nicht mindestens ein Foto gemacht zu haben. (35-70@70mm, 1/125s, f/4,5.) Wie man an den Belichtungswerten sehen kann, wurde es langsam dunkel und im Schatten war Offenblende Pflicht. Das ist der Grund, weshalb ich eigentlich ja keine Zooms mehr verwende, denn mit meiner normalen Nifty-Fifty-Festbrennweite - oder meinem geliebten 85mm Portrait-Nikkor - hätte ich noch zwei Blendenstufen mehr zur Verfügung, was an einem Sommerabend im August durchaus eine Stunde längeres Fotovergnügen bedeuten kann! Das Bild selber ist aber ganz OK geworden, Mir fehlt natürlich das Bokeh im Hintergrund, was der zweite Grund für mich ist, zur Festbrennweite zu greifen.


Der Kirchturm steht ja relativ frei und der helle Himmel dominiert hier eh die Belichtung, da ist das Problem dann nicht so ausgeprägt. (35-70@70mm, unbekannte Blende/Zeit.) Wiedermal ein klassisches Foto, bei dem ich vergessen habe, die Werte aufzuschreiben. Passiert mir dann doch manchmal. ;-) Ja, ich weiß, die interessieren wahrscheinlich eh keinen, aber ich finde, bei der Bewertung einer Optik sollte man schon angeben, womit man sie gerade gequält hat. Was hier zu sehen ist und was wir bisher noch gar nicht angesprochen hatten: Dadurch, dass das Bild recht hart am Licht entstanden ist, sieht man recht gut den Kontrastabfall unten rechts im Baum. Die helle Sonne, die durch die Blätter scheint, erhört die allgemein Helligkeit in dem Bereich erheblich.

Und dann kam noch ein Heißluftballon vorbeigezogen, sodass ich das Tele-Zoom dann doch noch mal auspacken konnte. (70-210@210mm, 1/1000s, f/11.) Sehr weit weg, aber mit dem Teil kann man den Ballon doch relativ gut ran holen. Die Auflösung des Films reich nicht aus, um den Ballon scharf zu kriegen, aber zumindest der große Text scheint durch das Objektiv gut abgebildet zu werden.


Und ganz zum Schluss noch eine Büste von einem Herrn, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. (35-70æ70mm , 1/1000s, f/4,5) Aber da steht er, auf seinem Sockel und guckt gewichtig! Leider fehlt mir hier wieder die ausgeprägte Unschärfe einer weiteren Blende, die der Turm im Hintergrund gerne haben dürfte, aber das ist mit diesem Objektiv auf diese Entfernung wohl leider nicht drin. Trotz der Unterbelichtung im Vordergrund ganz OK.

Abschließendes Fazit: Die Kamera funktioniert genau so problemlos, wie ich es vom ersten Exemplar gewohnt bin. Die Optiken sind mir persönlich aber nicht lichtstark genug. Ja, es ist praktisch, immer die passende Brennweite dabei zu haben und praktisch nie das Objektiv wechseln zu müssen, aber das mache ich mit meinem Fünfziger ja auch selten. Man hat halt ein bisschen mehr Rennerei beim Zoomen mit den Füßen zu erledigen, kriegt aber dafür gut zwei Blendenstufen geschenkt...

Schwarz-weiß und analog, Teil 184: Bonn

Film: Fomapan 400 #6, Kamera: Chinon CP-7m (#2), Objektive: Auto Zoom Chinon 1:3.5-4.5 35-70mm & Auto Zoom Chinon 1:4-5.6 70-210mm, August 2022

Weiter gehts mit Bildern, die ich mit meiner zweiten CP-7m und den dazugehörigen Zooms gemacht habe. Heute geht es nach Bonn, das heißt, es wird ein bisschen städtischer, allerdings nicht wirklich architekturlastig. Stattdessen habe ich versucht, ein paar urbane Szenen einzufangen, ohne dass ich Menschen mit im Bild habe. Ich würde gerne mal richtige Street Photography machen, aber ach, ich fürchte, das Recht am eigenen Bild wiegt in Deutschland höher als mein Bedürfnis nach Spaß an der Freud'. ;-)

Deshalb habe ich mich erst mal mit dem Stromkasten abgegeben, der auf dem Marktplatz steht und mit Kunst versehen ist. (35-70@35mm, 1/250s, f/3,5.) In diesem Bild kann man gut erkennen, wie stark die Pincussion-Verzerrung dieses kleinen Zooms bei minimaler Brennweite ist: Die Linien des Kastens biegen sich doch schon sehr kräftig durch. Man bekommt schon fast einen leichten Fischauge-Effekt. Die Korrektur dieser älteren Zoom-Linsen ist in der Beziehung leider nie so besonders gut gewesen. Natürlich erhält man so auch einen gewissen künstlerischen Effekt, aber wenn ich das mit Bildern vergleiche, die ich mit einer 35er Festbrennweite gemacht habe, ist das doch schon deutlich mehr verbogen.


Von der minimal möglichen Brennweite zur maximalen: Die Rathausuhr mit den beiden Satyren habe ich glaube ich noch nie so weit rangeholt, zumindest nicht auf analogem Film. (70-210@210mm, 1/1000s, f/8.) Es könnte in diesem Bild alles ein bisschen schärfer sein, finde ich. Das mag an meinem schlechten Auge liegen, aber bei f/8 - eine Stufe abgeblendet - sollte auch eine leichte Fehlfokussierung selbst bei dieser Brennweite nicht zu große Auswirkungen haben. Ich nehme also an, dass wir hier bei den starken Kontrasten ein paar Chroma-Fehler sehen - und auch wieder nicht sehen können, da der Film ja nur s/w ist. Wie ich schon im letzten Eintrag geschrieben habe: Ich glaube, um diese Zooms abschließend zu beurteilen, müsste ich mal einen Farbfilm in die Kamera legen.

Da der Herr Beethoven gerade so praktisch parat stand, habe ich gleich mal getestet, ob das große Zoom denn für Portraits taugt. (70-210@90mm, 1/2000s, ~f/4,2.) Er könnte etwas schärfer im Gesicht sein, vielleicht hätte ich eine Stufe abblenden sollen, aber dafür ist das Bokeh im Hintergrund eigentlich ganz brauchbar. 90mm ist ja auch eine gute Portrait-Brennweit und f/4 ist das, was ich normalerweise dafür veranschlagen würde, gerade auf diese Entfernung. Man kann also sagen: Brauchbar. Nicht überragend, vielleicht nicht mal gut, aber im Zweifel brauchbar, wenn man nichts anderes zur Hand hat. Natürlich würde ich eher auf die 135er Festbrennweite zurückgreifen, wenn ich die Wahl hätte.


A bear there was, a bear, a bear, all black and brown, and covered with hair... (70-210@210mm, 1/2000s, f/8.) Gegen den hellen Himmel ist das erstaunlich gut geworden, auch wenn ich wieder glaube, dass der Film an sich ein bisschen unterbelichtet ist bzw. im Labor zu kurz in der Entwickler-Suppe war. Ich muss sagen, die 400er Fomas, die ich seitdem entwickelt habe, gefallen mir etwas besser, obwohl sie durch das billige Adonal teilweise ein bisschen grobkörnig geworden sind.

Und dann lag da dieser erschöpfte Hund auf der Straße, der in der Augusthitze kaum in der Lage war, sich zu bewegen. (35-70@65mm, 1/125s, ~f/8.) Hat nur kurz die Augenbraue gehoben. Habe ihn gut getroffen und bei dieser Brennweite bekommt man selbst bei etwas Abblenden noch genug Hintergrundunschärfe. Schönes Bild.

Der frisch renovierte Beethoven auf dem Münsterplatz musste als nächstes dran glauben. (70-210@150mm, 1/2000s, ~f/5.) Gut kontrastreiches Bild, auch wenn ich denke, dass es wieder etwas dunkel geworden ist. Den Fokus habe ich glaube ich etwas zu weit hinter die Statue gesetzt, die Häuserdächer scheinen mir schärfer als das eigentliche Motiv - wahrscheinlich mein Fehler, das möchte ich nicht dem Objektiv anlasten. Das macht hier ansonsten nämlich eine ganz gute Figur für ein altes Zoom.


Auch bei den Laternen ist die hintere wohl am schärfsten, ich glaube, ich brauche mal eine neue Brille! ;-) (70-210@85mm, 1/500s, ~f/7,8.) Das ist etwas schade, kann man so doch nicht die Schärfe in der Mitte richtig beurteilen. Naja, da ist eh sehr viel Reflexion im Weg, man sieht die Birne ja kaum. Also Schwamm drüber.

Am Brunnen habe ich da noch diese Metall-Gans mitgenommen, die eignet sich ja auch immer wieder hervorragend für Testbilder. (70-210@210mm, 1/500s, f/8.) Die Dame, die mir da im Hintergrund ins Bild gerannt ist, ist ein bisschen fehl am Platze. Da sie aber sehr unscharf geworden ist, macht das nichts, kann ich ja hoffentlich so drin lassen, wenn man keine Personen wirklich erkennen kann, oder? Die Belichtung ist hier tatsächlich mal richtig gut geworden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich hier ausnahmsweise mal auf den manuellen Mode gewechselt habe und ganz genau die Gans ausgemessen habe. Es könnte also tatsächlich sein, dass die Automatik von den variablen Blendenwerten der Zooms ein bisschen verwirrt ist. Was aber seltsam wäre, schließlich handelt es sich um Erstausrüster-Objektive, die sollten ja doch schon auf die Kamera abgestimmt sein. Seltsam.


Die Taube hingegen ist wieder sehr unterbelichtet - aber dieses Mal hatte ich damit gerechnet, denn ich habe auch hier manuell gemessen und um ca. 2 Stufen unterbelichtet; denn wirklich gemessen habe ich hier nicht, einfach nur schnell ge-schnappschuss-t, als die Taube ins Bild kam! ;-) (70-210@???mm, 1/500s, unbekannte Blende.)

Im Bahnhof habe ich dann auch mal schnell die Klosterfrau mitgenommen und das bunte Fenster dahinter ist richtig gut rausgekommen. (35-70@35mm, 1/500s, f/5,6.) Um anderthalb Blendenstufen abgeblendet zeigt sich wieder, wie scharf das kleine Objektiv sein kann: Die Anzeigetafel ist komplett lesbar, nur die Auflösung des Films verhindert an manchen Stellen eine größere Schärfe! Mit dem kleinen Objektiv bin ich tatsächlich ganz zufrieden, das große ist zwar praktisch, aber hat auch größere Schwächen, meiner Meinung nach.


Und am Ende noch ein Ding, an dem ich nie vorbei gehen kann, ohne ein Bild zu machen: Eine Vespa! (70-210@120mm, 1/500s, ~f/6,5) Hier sind die beiden Frauen, die mir in den Hintergrund gelaufen sind, gar nicht mal so schlecht. Gibt wenigstens ein bisschen den Anschein von Street Photography. Und da man nur den Rücken sieht, denke ich auch, dass die beiden unproblematisch sind. Wenn sich jemand von hinten erkennt und nicht hier in meinem Blog sein will: Bitte melden! ;-)

Fazit: Für in der Stadt gefällt mir das kleine Zoom ganz gut, trotz der starken Verzerrungen im Weitwinkelbereich, wie wir es beim Stromkasten ganz oben gesehen haben. Das große ist mit seinen langen Brennweiten hier eh ein bisschen fehl am Platze.