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Dignette - kleinere Reparaturen

Ein paar Tage nach dem Erwerb dieser kleinen Kamera habe ich mich in den Garten gesetzt, die Sonne schien so schön, habe meine Werkzeuge mit gebracht, und versucht, dieses Stück Geschichte wieder ans Laufen zu kriegen. Als erstes habe ich mich der schlecht greifenden Kupplung zwischen Spannhebel und Filmspule gewidmet. Dazu habe ich als erstes den Bodendeckel entfernt, weil dieser sehr viel leichter zu lösen ist als der Deckel oben mit den Bedienelementen. Darunter versteckt sich aber nur die Mechanik mit dem Knöpfchen für das Aushaken der Walze (zum Rückspulen) und eine einzelne Feder, die die Welle hält und wieder zurück zieht, wenn man die Kamera aufzieht. Die hat auch in all den Jahren nichts von ihrer Spannkraft verloren. Ich hab sie trotzdem mal ab gemacht und überprüft, wobei mir aufgefallen ist: Ohne die Feder greift der Spannhebel viel besser! OK? Seltsam. Ich hab sie dann fürs Erste ab gelassen, denn das Eindringen in die Kamera von Oben ist doch ein bisschen schwieriger als man glaubt, was man auch an den Beschädigungen durch den Vorbesitzer sehen kann, die er bei seinem Demontage-Versuch hinterlassen hat.


Danach habe ich geschaut, ob ich vielleicht den Ring gelöst bekomme, der das mittlere Element im Objektiv hält. Auf dem Verschluss ist nämlich auf einer der Lamellen eine seltsame Ablagerung, die wie Harz aussieht. Die würde ich gerne entfernen. Wie auch wohl der Vorbesitzer das vor hatte, als er das Frontelement von sämtlichen Schrauben befreit hat. Ich habe keine Ahnung, wieso er das getan hat, wahrscheinlich um das Fokuselement komplett entfernen zu können. Es schlägt jetzt jedenfalls nicht mehr bei unendlich an. Oder die Skala ist nicht mehr an der richtigen Stelle, das kann natürlich auch sein. Das werde ich dann sehen, wenn alle Bilder unscharf sind, die ich gemacht habe! ;-)

Jedenfalls: Die Verklebung ist so stabil, dass auch ich da nicht rein komme. Das habe ich gar nicht erst ausprobiert, als ich die Kratzer gesehen habe, die da schon drin sind. Stattdessen habe ich mir gesagt: Der Verschluss geht auf und zu, es kann also nicht so schlimm sein! Und habe mich eher den nicht funktionierenden Zeiten gewidmet!


In Missachtung jeglicher Tipps, die man im Netz findet, wie man einen alten Vario-Verschluss wieder ans laufen kriegt, habe ich ein paar ganz kleine, wohl dosierte Stöße vom Kontaktreiniger in die Schlitze und löcher geträufelt und dann die Verschlusszeiten mehrfach hin und her gedreht, damit das Zeugs sich da drin gut verteilt, bevor es wieder verdampft. Und siehe da, das hat schon gereicht, die langsamen Zeiten laufen wieder! Cool! Damit ist die Kamera mechanisch zumindest in der Lage, Fotos aufzunehmen. Ob das mit dem Fokus und der Geschwindigkeit der Zeiten alles so stimmt, steht natürlich auf einem anderen Blatt und das werde ich auch erst herausfinden, wenn ich tatsächlich einen Film einlege und belichtet und entwickelt habe! Aber: Um zumindest einigermaßen zu wissen, ob unendlich da ist, wo unendlich dran steht, habe ich ein dünnes Papier genommen, in die Filmebene gelegt und das ganze bei B in die Sonne gehalten. Die Äste und Zweige der weit entfernten Bäume sahen so aus, als wären sie tatsächlich scharf, wenn das Frontelement ungefähr bei Unendlich steht. Wenn ich es weiter darüber hinaus gedreht habe, erschien es mir wieder unschärfer. Deutet darauf hin, dass Unendlich an der Stelle ist, wo die Skala es angibt. Zudem wurden die nahen Zweige und die Dachkante vom Gartenhaus schärfer, wenn ich in die andere Richtung gedreht habe. Scheint also ungefähr zumindest hin zu kommen! Wie ich immer so schön sage: Schaumama!


Danach blieb eigentlich nicht viel anderes zu tun, als ein bisschen Schaumstoff in die Schlitze zu schieben, in der Hoffnung, dass die Kamera dann wieder lichtdicht ist. Ich weiß nicht mal, ob da vorher überhaupt Dichtungsmaterial drin gewesen ist, aber es sieht so aus. Wahrscheinlich eine gewachste Kordel oder sowas, was man damals dafür verwendet hat. Im Schlitz konnte ich nämlich noch ganz verschwommen die Abdrücke von Kleber wahrnehmen, die ungefähr so aussahen, so leicht gedreht. Also einfach was von dem Zeugs da rein geklebt, das ich immer dafür verwende. Ist in diesem Fall ein bisschen dick, die Tür schließt jetzt nur noch so lala, vor allem, nachdem ich da noch einen Streifen an der Scharnierseite angebracht habe, aber es schließt und ich habe die Hoffnung, dass da jetzt kein Licht mehr rein kommt. Also, zumindest nur noch durch den Verschluss! ;-)

Fazit: Gut eine Stunde gebraucht. Ja, totale Zeitverschwendung, in der ich viel sinnvollere Dinge hätte tun können, aber hey: Wir alle brauchen ein Hobby! :-D