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Spaziergang mit AI-S, Teil 1: Hanfbachtalhinweg

17.3.: Meine bunten Fotos liegen in letzter Zeit auch ewig auf Halde, es ist echt schlimm. Aber bei den hier nun folgenden handelt es sich sowieso hauptsächlich um Dinge, die ich eh ständig fotografiere. Denn: Ich hatte das "neue" (von mir gesäuberte) AI-S 50/1.4 auf der D800, um das mal ausgiebig zu testen, während ich zu Fuß das Hanfbachtal runter bin. Dabei habe ich es wie immer ein bisschen übertrieben, weshalb ich den Rückweg (über den Hausberg) in einen eigenen Eintrag verschieben muss, denn selnst ein "erweiterter Eintrag" ist für diese Flut an Bildern ungeeignet.

Nun ist es aber zusätzlich auch schon einen halben Monat her, dass ich diese Bilder geschossen habe. Aber ich komme jetzt erst dazu, mal einen Text dazu zu verfassen. Ich werde mich also voraussichtlich kurz fassen, nicht nur wegen der Menge an Bildern, sondern auch, weil ich nicht mehr so genau weiß, warum ich wo wann abgebogen bin und wen ich wie fotografiert habe. ;-) Schaumama.


Wie man sieht, das Wetter war nur so mäßg, eher bedeckt, weshalb das Objektiv nicht seinen vollen Kontrast präsentieren konnte. Aber: Ich finde, es gibt sein bestes, vor allem, wenn man bedenkt, dass da ja noch immer irgendein Schmutz zwischen den hinteren beiden Linsen klebt, den ich nicht weg bekomme, weil ich die beim besten Willen nicht auseinander bekommen habe. Das hat wahrscheinlich einen Grund, die sind wahrscheinlich verkittet und/oder so aufeinander abgestimmt, dass man sie nicht trennen kann. Aber ehrlich gesagt, bei diesem bedeckten Wetter merkt man davon nicht allzu viel. Ich habe kurz darauf auch Fotos bei strahlendem Sonnenschein gemacht, da haben helle Objekte gerne mal einen leichten Halo, was ich auf den Nebel zwischen den Linsen schiebe. Jetzt auch nichts Wildes, aber wenn man drauf achtet, dann sieht man es. Hier ist davon wenig zu spüren. Dabei habe ich schon alle möglichen grell leuchtenden Blüten mitgenommen, es war schließlich das erste kleine Frühlingserwachen. (...schon irgendwie früher als in meiner Jugend, vor dem Klimawandel. Aber das ist ein anderes Thema.)

Das Wetter kam mir insofern entgegen, dass ich auch mal weit offene Bilder machen konnte, oder zumindest nahe dran, ohne die Verschlussgeschwindigkeit mal wieder bis zum Maximum (Minimum?) auszunutzen. Aber bereits bei f/2 ist das Bokeh sehr cremig. Viel weiter aufblenden will man glaube ich gar nicht. Aber es lassen sich durchaus spannende Effekte damit erzielen und die Schärfe ist nicht schlechter als bei dem etwas moderneren AF 50/1.4, das ich sonst benutze. Beide stinken gegen das tatsächich moderner AF-S 50/1.8 G ab, aber das ist zu erwarten. Aber auf den ersten Blick würde ich behaupten: Es gibt optisch wenige bis keine Unterschiede zwischen der AF und der AI-S Version des 50/1.4.


Wie man auch sehen kann, bin ich entlang der Straße Richtung Hennef geschlendert und habe durch die stark gerodeten Seitenstreifen auf die Masten gehalten. Tatsächlich kann ich jetzt mal ganz andere Winkel realisieren, nachdem die Stadt da sämtlichen Wildwuchs entfernt hat. Ja, das hat die wahrscheinlich eher gemacht, damit die Rehe sich nicht mehr so gut verstecken können, bevor sie über die Straße rennen. Oder haben wir auch Wildschweine? Egal, ich denke jedenfalls, das war eher als Maßnahme gegen den Wildwechsel gedacht. Aber ich als Fotograf, der hier ständig die Masten ins Visir nimmt, habe auch einen Vorteil! ;-)

Weiter geht es im "erweiterten Eintrag". Wer also weiter lesen möchte, was ich mir zu den Fotos aus den Fingern sauge, ist herzlich zu einem KLICK eingeladen! ;-)
Wofür f/1,4 aber wirklich hilfreich ist: Man kann auch auf mittlere Distanzen tatsächlich noch einen gewissen Freistellungseffekt erreichen. Das sieht man hier recht deutlich an dem Pferdehänger. Einfach mal anklicken und im Vollbild betrachten: Der Hintergrund ist tatsächlich ein bisschen unscharf, während der Hänger selber eigentlich gut scharf ist. Ich denke, das ist ja heutzutage der Hauptgrund, so ein schnelles Objektiv zu verwenden. Die Lichtmenge ist ja nicht mehr so kritisch, moderne digitale Sensoren interessieren sich ja kaum noch dafür, ob man ISO 100 oder 400 eingestellt hat. Auf Film hingegen ist eine Blende mehr manchmal schon entscheidend, auch heute noch.


Überhaupt, nachdem ich mich ein bisschen mit dem manuellen Fokus eingeschossen hatte, habe ich die Blende an verschiedenen Stellen mal ganz geöffnet, um das Verhalten auf mittlere, aber auch nahe Distanzen zu testen. Die eine Narzisse da unterm Baum etwa ist ja eher so in Portrait-Entfernung, während die Stiefmütterchen im Blumenkasten an der Brücke über den Hanfbach eher bei Minimaldistanz entstanden sind. Beides geht gut. Das Bokeh in den vielen Ästen jenseits der Osterglocke wirkt vielleicht etwas unruhig und chaotisch, aber das kommt hauptsächlich von der Art, wie die da wachsen. Interessant ist, dass die Linsenabbilder sich höchstens ganz in den Ecken langsam linsenförmig verzeichnen. Wer immer dieses Objektiv berechnet hat, hat hier sehr gute Arbeit geleistet. Das gibt den Bildern einen recht modernen Look, finde ich, dafür dass diese Optik ja - wie ich bereits festgestellt hatte - mehr oder weniger unverändert aus den 1970ern stammt.

Nach dem Motorradreifen habe ich dann erst mal wieder "normalere" Blenden verwendet. Man will ja auch nicht die ganze Zeit weit offen durch die Gegend rennen, obwohl das mit diesem Objektiv durchaus möglich wäre. Aber wenn man dann doch mal etwas mehr Tiefe braucht, wie bei den Magnolien, ist f/4 dann doch sinnvoller - oder einfach auch mal das andere Extrem testen: Das dritte Bild ist voll abgeblendet bei f/16 entstanden. Fokussiert hatte ich auf die rechte, also die eher hintere Blüte, die auch am schärfsten geworden ist. Wobei durchaus zu sehen ist, dass durch die sehr kleine Blendenöffnung wieder etwas Unschärfe ins Bild gelangt. Die Härchen an den Knospen etwa haben nicht den gleichen Punch wie bei bei den Bildern mit f/4. Ich denke, wie meist bei solchen Normalfestbrennweiten liegt der Schärfe-Sweetspot irgendwo bei f/8. Einfach mal drauf achten in den folgenden Bildern.


Aber davor: Gänse! Auch die Besitzer des Gartens hier haben ein bisschen ihre Hecke gelichtet, sodass ich da recht gut rein zielen konnte - Live View sei dank. Überhaupt ist das Fokussieren mit diesem Objektiv sowohl im Sucher als auch auf dem Display recht gut möglich: Der Fokusring hakelt nur ganz am unteren Ende einmal kurz vor dem Anschlag. Ich glaube, das ist die Stelle, in der es für 20 Jahre rum gelegen hat und dann auf dem Flohmarkt von mir entdeckt wurde. Ich hatte gehofft, dass sich das mit Benutzung wieder legen würde, wenn sich das Fett etwas verteilt, aber das scheint wohl hauptsächlich auf die Blende begeben zu haben und jetzt ist im Schneckengang evtl. ein bisschen wenig übrig. Müsste ich mal nachschauen. Nicht, dass ich das richtige Fett dafür parat hätte. ;-)

Mittlerweile war ich auf meinem Spaziergang dann ungefähr bis zur Hälfte gekommen. Habe dann mal den Renngolf gebührend beachtet, der da immer in der Ecke steht. Hier kam ein schnelles Objektiv dann sogar mit dem Vorteil, dass ich nicht am ISO-Rad drehen musste, sondern einfach weiter mit 100 fotografieren konnte. Und f/2 ist auch völlig OK. Bei dem Parfum-Fläschchen auf dem Glascontainer habe ich es dann aber noch mal offen versucht. Irgendwie muss sich dieses Objektiv doch aus der Ruhe bringen lassen! Aber auch mit dem eigentlichen Motiv weit an einen der Ränder verschoben sehe ich keine allzu großen Probleme in der Schärfe.


Dann am Boot vorbei. Ob das jemals noch mal Wasser unter den Kiel bekommt? Das steht da ja eigentlich schon immer. Wobei es Unterbrechungen gab. Immer, wenn ich diese braune Stelle sehe, muss ich an Rachels Vater denken: "RUST IS BOAT CANCER!" (Ich habe zu viel Friends geguckt!) Auch hier wieder testweise weit offen fotografiert, sowohl beim Rost als auch bei der defekten Scheibe, und was soll ich sagen: Hätte ich es nicht in den Exifdaten stehen, ich hätte es auch geglaubt, wenn mir einer gesagt hätte, das wäre 2.8 statt 1.4.

Vorbei am Kaugummiautomaten an der Schule (f/1.4), an den Neubauten mit dem "Vorsicht Kinder" Pop-Up (f/4), den Wegekreuzblumen (f/8) unterm Jesus (f/4): Alle Blenden haben ihre Vor- und Nachteile, aber ich sehe hier eigentlich nirgends größere Probleme. Das Ding mach mehr oder weniger unbeeindruckt von meinen Einstellungen, so wild sie teilweise auch sein mögen, gute Fotos. So, wie man es von einem Nikkor mit dieses Werten (und zu dem entsprechenden, damaligen Preispunkt) auch erwartet! Wie gesagt, dieses Objektiv war in vielen Nikon-Kamera-Anleitungen, die ich mal durchgeblättert habe, als Referenz angegeben. Das hatte seinen Grund.


Am Kindergarten wurde ich dann angesprochen, warum "der Mann mit der roten Jacke und der Kamera hier immer Fotos macht". Scheinbar hatten die Eltern Stress, dass ich hinter ihren Kindern her wäre. Keine Angst: An Kindern habe ich keinerlei Interesse, schon gar nicht so! :-D Aber wenn ihr wollt, kann ich ja mal zu euch kommen und ein paar Portraits machen. Macht man das heutzutage noch? Bei uns, damals, vor 40 oder 50 Jahren, kam ja noch "der Fotograf" in den Kindergarten (und nachher auch noch in die Grundschule) und hat Fotos gemacht, die die Eltern sich dann rahmen konnten. Das war aber auch noch zu einer Zeit, in der nicht jeder eine Kamera in Form eines Handys in der Tasche hatte, dementsprechend gab es auch weniger Bilder von uns Blagen und das sind evtl. von manchen meiner Klassenkollegen die einzigen Bilder, die es von ihnen in diesem Alter gibt.

Jedenfalls mache ich mit diesem Schlussgedanken jetzt erst mal einen Schnitt und der zweite Schwung an Bildern, die ich an diesem Tag gemacht habe, kommt in einen eigenen Eintrag. Mal sehen, wann ich den betextet bekomme. Jetzt muss ich erst mal was Frühstücken und dann weiter arbeiten. ;-)

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