Skip to content

Reparaturversuch: Nikkor AF 24-120mm 1:3.5-5.6 D

8.8.: Ich habe ja schon einige Objektive auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, aber dieses hier, das nervt! Es handelt sich um das Nikkor AF 24-120mm 1:3.5-5.6 D, das ich zusammen mit der supergünstigen Nikon D700 auf dem Flohmarkt erworben hatte. Es hat einen kleinen, aber nicht unproblematischen Defekt: Es stellt nicht scharf. Also, jedenfalls nicht so richtig. Wie kann ein AF-Nikkor (ohne S, ohne G, ohne alles) nicht scharf stellen, fragt ihr euch? Schließlich hat das den guten, alten, bewährten Stangenantrieb, den der Kamera-Body bedient?

Nuuuuhhhn..... Irgendwo innen drin in dem Teil stecken mehrere Schleifkontakte, die der Kamera melden, welche Entfernung eingestellt ist und - überaus wichtiger - welcher Zoom-Faktor! Letzteres ist notwendig, damit die "CPU" (Nikon nennt das so, ist halt ein kleiner Microcontroller drin) des Objektivs der Kamera melden kann, welche minimale Blende verfügbar ist (bei Objektiven mit nicht durchgängig gleicher Minimalblende schon ganz gut zu wissen, schließlich sind das bei diesem hier anderthalb EV) und vor allem, wo ungefähr der ungefähre Punkt zu erwarten wäre, an dem ein scharfes Bild zu erwarten ist. (Dieses Objektiv hat schon recht viel Schärfe-Veränderung beim drehen am Zoom.) Aber wie gesagt, zusammen mit der Einstellung des Blendenrings rechnet die Kamera die korrekte Belichtung aus, und die soll ja auch stimmen.


Und eben diese Schleifkontakte scheinen nicht richtig zu funktionieren. Symptome: Die Blenden-Anzeige im Display zuppelt nur so zwischen f/4.2 und f/4.5 hin und her und springt manchmal unerwartet auf f/5.6. Und wenn ich den guten, alten Blitz auf die Kamera stecke und gucke, was der so sagt, springt der auch nur so zwischen 40 und 45mm hin und her, um dann manchmal am kurzen (weitwinkligen) Anschlag auf 105mm zu springen. Ja, nein. So wird das nichts!

"Gut", dachte ich mir, "wahrscheinlich dreckig, wie der ganz Rest der Kamera dreckig war. Ein bisschen Kontakktreiniger, un et lüppt alswidder!" Also, einmal auseinander bauen, sauber machen und schauen, was passiert. Aber ach: Innen scheint es weniger schmutzig zu sein als außen und eine Reinigung hat nichts gebracht. War auch zu erwarten, denn der Schleifkontaktkamm sitzt nicht mehr fest. Die Schraube, die das Ding auf der Spur fixiert, scheint sich gelöst zu haben und ich komm nicht dran. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht weiß, ob ich die jetzt viel oder wenig oder nur ein ganz kleines bisschen fester drehen muss. Dafür müsste ich den Tubus ab bekommen.


Das sollte jetzt eigentlich auch nicht so schwierig sein. Nur hatte ich das Teil in der Zwischenzeit schon zwei Mal auseinander und wieder zusammen gesetzt. Ohne die Male mitzuzählen, die ich das Bajonett wieder ab machen musste, weil entweder der Blenden-Schnuppsi nicht eingerastet war und der Blendenring dementsprechend ohne Funktion blieb, noch die Male, da sich die Fokusstange nicht drehen ließ, weil da so ein kleines hufeisenförmige Messing-C-Clip-Schnuppsi drum gehört, das entweder ständig ab springt oder sich verklemmt oder die Stange unten nicht im Loch eingerastet ist oder WAS WEISS ICH DENN! Ich bin ja geduldig. Meistens. Aber das hat mir echt alles an Geduld abverlangt, was ich heute aufbringen konnte!

Dementsprechend: To be continued! Ich muss mir erst mal ein paar YouTube-Videos anschauen, ob es a) eine simplere Methode der Re-Montage gibt, bei der ich diesen C-Clip nicht ständig verliere und b) wie ich den mittleren Tubus abbekomme, um die Schleifkontakte freizulegen, um die Position anzupassen! Ich bin gerade leicht frustriert, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt! GRMPF!

Macro im Garten

28.7.: Warum hatte ich das Makro auf der D800? Hatte einen Grund. Und ich saß im Garten und war dabei, die Fotos von der Kamera herunter zu ziehen und zu verarbeiten, da habe ich danach noch ein paar Gemüse fotografiert, die hier so rum stehen. Solange hier noch welche stehen, sollte ich sagen: Bei dem derzeitigen Wetter, also so seit gefühlt drei Monaten kein richtiger Regen mehr, wenn man mal die Gewitterschauer weg lässt, die ja auch nix wirklich bringen, da geht auch hier so langsam alles ein. So einen Dürresommer hatten wir noch nie. Gut, das ist jetzt auch ein relativer Satz, den wir in letzter Zeit alle zwei, drei Jahre von uns geben, aber das ist ja auch ein Symptom für die darunter schwelende Krankheit. Aber bevor ich wieder linksgrün vor mich hin spinne, hier erst Mal ein Foto vom Kater:


Der lässt sich von alldem nicht beeinflussen und schnarcht friedlich auf dem Gartentisch im Schatten. Dem gefällt die Feige richtig gut, hat endlich ein schattiges Plätzchen für den Sommer gefunden. So, und eigentlich wollte ich ja auch über das Objektiv sprechen, nicht über den Klimawandel. Denn hier im Garten kann ich das Micro-Nikkor 55/3.5 mal für das verwenden, wofür es eigentlich gedacht ist: Makro-Aufnahmen. Gut, eigentlich sollte mal ein Stativ verwenden, damit die Fokusebene nicht immer mit jeder minimalen Handbewegung verrutscht, aber.

Die Bilder da oben sind schon im Makrobereich aufgenommen, aber jetzt auch noch nichts, was ich nicht auch mit einem Diopter hin bekommen hätte. Hingegen, die Bilder da unten sind sehr nahe dem minimalen Anschlag auf der Fokusskala entstanden, was bedeutet: 2:1 Abbildungsmaßstab. Bei der wahnsinnigen Auflösung der D800 heißt das, dass ich die originalen, nicht fürs Web runter skalieren Bilder auf A3 oder noch mehr hoch skalieren könnte, ohne einzelne Pixel zu sehen. Was das dann für ein Maßstab wäre, muss jeder mal in einer stillen Minute für sich selber ausrechnen, das ist mir jetzt zu kompliziert, ich habe Kopfschmerzen.


Gleichzeitig bin ich immer wieder hin und weg, was dieses ja nun wirklich mit seinen 50 Jahren uralte Objektiv an Schärfe produziert und gleichzeitig aber einen gewissen Retro-Look behält. Ich kann gar nicht mal sagen, woran das eigentlich liegt, aber ich habe hier zum einen das Gefühl, etwas hyper Modernes anzuschauen, andererseits wirken die Bilder aber trotzdem auf mich wie 1980. Liegt es an der Farbwiedergabe? Die ist - wie bei den moderneren Nikon-DSLRs ja scheinbar häufig - eher etwas gedeckt. Besonders das Bokeh ist sehr pastellig. Sind es die Bokeh-Bällchen, die altmodisch sechseckig daher kommen? Moderne Objektive übertreffen sich ja jede Generation aufs Neue, wie schön abgerundet die Blendenlamellen sind. Ich weiß es nicht. Mein Kopf sagt, dass ich mir das alles nur einbilde, was durchaus möglich ist, mein Bauch sagt: Hypsch! ;-)

Besonders spannend sind die Makros, die ich von den Bienen bekommen habe, die im Lavendel saßen. Die hatten zum Teil nämlich dicke Schichten von Blütenpollen (vom Hibiskus, nehme ich an) im Fell hängen. Wegen des fehlenden Autofokus und der schnellen, zappeligen Bewegung, die Bienen so an den Tag legen, wenn sie von Blüte zu Blüte rüsseln, sind da sehr viele unscharf geworden, aber ich habe hier mal exemplarisch zwei raus gesucht, die die Leistungsfähigkeit dieses Makro-Objektivs doch recht eindrucksvoll unter Beweis stellen:


Gut, natürlich, heutzutage kann man mit schnellem Fokus und hundert Bildern in der Sekunde wahrscheinlich selbst bei solchen bewegten Szenen Focus Stacking machen. Aber irgendwie finde ich ja noch immer, dass das gepfuscht ist! Da ist dann wieder mehr Technik involviert, als ich gutheißen kann. Wie gesagt, irgendwann kann man dann seine Bilder gleich von der KI ausrechnen lassen, und das will doch nun wirklich keiner. "Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß!" Aber wahrscheinlich[1] haben schon die Maler des 19. Jhd. genauso argumentiert, als die Fotografie aufkam und ich bin einfach nur ein altmodisches Fossil! ;-)

[1] Lies: Definitiv. ;-)

Mit dem Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5 im Kurpark

21.6.: Und so bin ich dann am Sonntag mal eben in den Kurpark gefahren und habe dort das "neue" Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5 getestet. Habe mir gedacht: Da gibt es doch sicher einerseits Blüten und Gedöns, was man aus der Nähe ablichten will, andererseits auch die Chance auf Enten und andere komische Vögel. Außerdem ist es da schattig, einigermaßen zumindest, sodass mich die Hitze nicht ganz so im Griff hat. Nicht, dass morgens um die Zeit schon große Hitze gewesen wäre, aber auf dem Rückweg merkte ich das schon deutlich. (Auf was für eine seltsame Uhrzeit ist meine D800 eigentlich eingestellt? Oder kann dieses Exif-Plugin das hier nicht richtig dekodieren? Ach, das zeigt GMT statt CEST an. Sollte man dem Autor mal sagen!)


Jedenfalls haben wir hier direkt mal ein paar Beispielbilder: Das Blattwerk an den Bäumen habe ich viel zu weit offen fotografiert, außerdem bewegte sich das im leichten Wind viel zu sehr, als dass ich es präzise hätte scharfstellen können. Also eher so naja. Die Bilder auf mittlere und weitere Entfernung sind da nicht so sehr von betroffen und machen auf den ersten Blick schon mal einen guten Eindruck. f/3,5 ist ja nun auch nicht besonders hell, da erwartet man schon entsprechende Schärfe. Und die bekommt man auch problemlos geliefert. In der unteren Reihe sind alle mit einer Blende zwischen f/4 und f/8 gemacht und ich sehe schärfetechnisch keine Unterschiede. Das Objektiv ist von Anfang an scharf, selbst weit offen. Da lässt sich nichts dran deuteln. Verzerrungen und Vignettierungen sehe ich auch keine. Die Abbildung ist einfach perfekt. Schon fast zu perfekt, denn ich vermisse fast schon ein bisschen den üblichen vintage look alter Optiken aus dieser Zeit. Die Farben in diesen Beispielen sind alle ein bisschen zu unbunt, als dass man was über das genaue Verhalten in diesem Bereich sagen könnte, da kommen unten bessere. Nun macht die D800 als solche ja sowieso eher gedecktere Farben als zB die Canon oder die Sony. (Ich sag immer: Nikon hat es gar nicht nötig, den Kontrast künstlich durch irgendwelche Tricksereien in die Höhe zu treiben! ;-))

Einen besseren Eindruck von Farben und Abbildungsleistung auf kurze und Makro-Distanzen bekommt man dann in den folgenden Bildern, die jeweils am Anfang und Ende der Reihe stehen: Das lilane Verdampfergedöns-Fläschchen kommt recht naturgetreu rüber. Immerhin lag es im Schatten und ist demnach sowieso ein bisschen gedämpfter er. Bei den einzelnen Blüten am Ende kann das Makro dann mal so richtig zeigen, was es kann: Wenn man nicht verwackelt und die Blende weit genug schließt, sind die Ergebnisse so messerscharf, dass man sich schneidet. Und das ist nicht nur in dieser herunter gerechneten Web-Version der Fall: Auch im originalen, 36MP großen Bild habe ich den Eindruck, dass die schärfe jenseits der Pixelebene noch weiter geht! Kann ich natürlich nur vermuten, aber ich glaube, auch eine größere 850 mit ihren 45 MP hätte da schon noch Probleme, eine unscharfe Stelle zu finden. Vielleicht bei den gigantischen Sensoren der neuen Z-Kameras, da könnte ich mir vorstellen, dass es evtl ein bisschen sichtbar würde, das physikalische Limit. Aber solange ich es nicht gesehen habe... ;-)


Das Kneippbecken mit seinen recht scharfen und abrupten Übergängen zwischen überhell und etwas unter (am Geländer) wäre mein Test gewesen, was CA angeht. Nur sehe ich keins. Der Test hat also nichts gebracht. Vielleicht habe ich zu weit abgeblendet, f/8 ist ja schon recht viel, auch für ein Objektiv, dass erst bei f/3,5 anfängt. Dass es sich auch für "normale" Fotografie eignet, zeigt es jedoch recht eindrucksvoll und das lässt mich hoffen, dass die im "erweiterten Eintrag" folgenden Bilder ebenso knackig scharf und fehlerfrei daher kommen wie diese hier. Also: KLICK! "Mit dem Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5 im Kurpark" vollständig lesen

Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5

Auf dem Flohmarkt am 20.6. habe ich mir mal wieder eine Kleinigkeit gegönnt. Eigentlich hatte ich ja extra kein Geld mit genommen, damit ich auch keins ausgeben kann, aber leider nehmen die meiste Leute ja heutzutage auch PayPal, Wero, hastenichgesehen. Und so habe ich mal eben schnell 40€ and den Herrn am Stand nebenan überwiesen, der dem eigentlichen Verkäufer dann Bares in die Hand gegeben hat, und ich habe dieses wunderschöne, wenn auch mit leichten Lackschäden daher kommende Micro-NIKKOR 55mm 1:3.5 mitgenommen. Danach suchte ich ja tatsächlich schon was länger, aber bisher waren mir die (mindestens doppelt so hohen) Preise bei eBay nicht genehm. Ich sortiere das Teil also mal wieder in die Kategorie "Schnäppchen" ein, wenn auch bei den eher hochpreisigen!

Außer ein paar Abplatzern im Lack und einem etwas länger nicht benutzten Fokus (der deshalb ein bisschen ungleichmäßig steif daher kommt, was sich aber mit der Benutzung wieder legt) ist es aber völlig in Ordnung. Die Optik ist klar, keine Pilze, kaum Staub, keine Kratzer vom Putzen. Es mag nicht das best erhaltenste Exemplar sein, aber es funktioniert einwandfrei. Hier ein paar Beauty Shots, die ich noch in den Rheinauen gemacht habe:


Mit dem Zoom glüht es in der hellen Sonne ein bisschen, aber man bekommt schon einen recht guten Eindruck davon. Warum habe ich nach diesem eher unscheinbaren Objektiv schon seit etwa einem Jahr oder gar länger Ausschau gehalten? Nun, das Internet ist sich ziemlich einig, dass es eines der besten Makros der 1970er ist. (Seine Vorfahren mit non-AI-F-Mount reichen ja bis an den Anfang der 1960er zurück; dieses hier ist aber ein recht spätes Modell mit AI-Anschluss, wahrscheinlich 1978-79.) Es soll bestechend scharf sein bei allen Entfernungen, mit 1:2 bietet es eine schon fast extreme Vergrößerung (den passenden Zwischenring für 1:1 habe ich ja auch im Arsenal), soll aber gleichzeitig auch im "normalen" Einsatz als Allround-Normalbrennweite ganz gut sein. Das einzig Negative ist die eher geringe Öffnung von f/3,5, aber da ich ja eh meist meine Bilder bei f/4 mache, ist das auch nur so ein bisschen schlecht.

Was es kann, habe ich gleich da im Rosengarten mal ausprobiert. Zu beachten ist, dass hier zwei Adapter zum Einsatz kamen: Auf den Viltrox EF-E Adapter habe ich den F-EF-Adapter aufgesetzt und darauf das Objektiv. Das funktioniert erstaunlich gut, außer dass ich es zuerst falsch angesetzt hatte und es beinahe nicht wieder abbekommen hätte. Die Sony macht gute Fotos, aber über Focus Peaking habe ich mich ja schon öfter mal beschwert. Außerdem ist der Blendenhebel am F-Adapter doof. Mir ist nachher erst eingefallen, dass ich den bei einem Objektiv mit Blendenring ja gar nicht benutzen muss! Mööp! Ich dumm! (Liegt an der Hitze, da ist das mit dem Denken so eine Sache.)


Sehr hübsche Rosenbilder jedenfalls. Das lässt mich hoffen, dass die Fotos, die ich mit einer echten Nikon machen werde, mindestens genauso gut sind. Auch das Übersichtsbild über den Flohmarkt verspricht gutes: Auch bei normaler Brennweite ist das Ding scharf und praktisch frei von Verzerrungen. Erstaunlich! Das Objektiv war damals ja eher so der Einstieg in die Makro-Fotografie; es gab da deutlich teurere Optionen. Und es ist erstaunlich gut gealtert: Auch auf der Sony macht es typische Nikon-Farben, auch abgeblendet hat es ein schönes, sanftes Bokeh. Und bei einem Makro ist es schon wichtig, dass man es wirklich weit abblenden kann: f/32 ist hier die kleinste Öffnung. Dann überwiegt zwar deutlich die Brechung aufgrund der Welleneigenschaft, aber man bekommt schon eine recht große Schärfeebene. Bevor so moderne Dinge wie Focus Stacking erfunden wurden, war das die einzige Art und Weise, möglichst viel Tiefe ins Bild zu bekommen.

Zu Hause im Garten habe ich dann auch noch ein paar Beauty Shots gemacht. Auffallend ist, dass die Frontlinse so weit zurück versetzt im Tubus ist. Ich nehme an, damit schattet das Objektiv schon von sich aus einiges an möglichen Flares ab. (Auch wenn ich bei meinem Test am folgenden Tag keine größeren Gegenlichtprobleme feststellen konnte, kann das im Studio mit vielen Lampen schon ganz anders aussehen.) Außerdem rotiert der Fokusring zwar aber der Tubus fährt unrotierend aus. Scheinbar ist der Fokus auch auf einer doppelten Schnecke gelagert: Der Ring bewegt sich nach vorne, das Frontelement aber noch mehr. So wird wahrscheinlich für optische Fehler korrigiert, die bei bestimmten Entfernungen auftreten. (Hey, ich bin halt auch kein Optikexperte! Ich kann nur nachquatschen, was ich mir hobbymäßig angelesen habe! ;-))


Jedenfalls: Noch ein Schnäppchen! Zwar eins, das nicht ganz so günstig ist, aber trotzdem eins, das ich länger schon auf meiner Liste hatte und jetzt abhaken kann. Wie der Eindruck beim Einsatz auf meiner D800 war, erfahrt ihr im Folgeeintrag. Aber so viel sei gesagt: Ein Objektiv, das von seiner grundlegenden Konstruktion über ein halbes Jahrhundert alt ist, hat definitiv nicht so unglaublich scharf und genial vielseitig zu sein! Ich weiß nicht, welche schwarze Magie die Nikon-Konstrukteure damals verwendet haben, aber! Wer die Gelegenheit hat, das Ding zu verwenden, sollte es auf jeden Fall mal testen. Das neuere f/2,8 soll ja noch einen Tacken schärfer sein, aber ich frage mich, wie das gehen soll! Bei der D800 mit ihren 36 MP habe ich echt Probleme, das Ding perfekt scharf zu stellen, man sieht sofort, wenn der Fokus daneben gelegen hat, weil es einfach so unglaublich messerscharf ist. Ein Stativ und Windstille sind eigentlich Grundvoraussetzung für den Einsatz als Makro! Darüber hinaus hat es aber auch tatsächlich die versprochene Vielseitigkeit, was ich echt erstaunlich finde. Aber ich nehme zu viel vorweg! ;-)

Minolta XG 2 mit Minolta MC W. Rokkor-HH 1:1.8 f=35mm

Wie immer: Ich tauche irgendwo auf, irgendwer drückt mir seine alten Kameras in die Hand! Erstaunlich! ;-) Dieses Mal am Start: Eine alte Minolta XG2. Mit der ich mich allerdings nicht groß aufhalten werde, denn von der Sorte hatte ich schon mal eine, siehe die andere XG-2, die ich aus dem Internet habe. Obwohl die sehr schön erhalten aussieht. Allerdings scheint die Elektronik etwas zu spinnen: Die Batterie war natürlich leer, sodass ich die hier erst zu Hause richtig testen konnte. Sie löst aus, irgendwie, aber nicht mit einer Geschwindigkeit, die man eingestellt hat. Und dann hat für mehrere Minuten der Spiegel gehangen, bevor er sich bequemt hat, wieder runter zu kommen. Ich nehme also an, die muss mindestens mal gereinigt, wenn nicht nur das, auch mal mit neuen Kondensatoren versehen werden. Das ist ja so eine Sache bei diesen ersten, voll-elektronischen Modellen aus den 1970ern. Die kommen so langsam in die Jahre...


Aber stattdessen möchte ich mich auf dieses liebreizende Minolta MC W. Rokkor-HH 1:1.8 f=35mm konzentrieren, das da vorne drauf ist! Das ist nämlich wirklich ein Spitzenobjektiv, das aus der Masse der SR/MC/MD-Objektive heraus sticht. Ein Objektiv am Übergang vom Weitwinkel zur Normalbrennweite, die gute alte Reporterbrennweite, aber mit einer Lichtstärke von f/1.8! Das ist schon was! Der Preis bei ehBlöd, den ich nachgeguckt habe, spiegelt das auch wieder: Zwischen 100 und 200 Euro, je nach zustand. (Deshalb noch mal ein großes Danke an M und A, die mir diese Kamera mit Objektiv einfach so überlassen haben!) Zusätzlich zum Wert dieser Optik sind auch die Reviews im Internet begeistert! Yay!

Nun soll man ja nicht alles glauben, was die KI so ausspuckt, deswegen plane ich auch, das gute Stück demnächst mal auf Herz und Nieren mit Adapter an der Alpha zu testen. Womit wir dann aber zum Problem kommen: Wie eigentlich immer bei alten Minolta-Objektiven aus den 1970ern und -80ern hat sich das Fett in der Fokusschnecke komplett in Öl zerlegt und kriecht jetzt praktisch überall hin. Also, wirklich überall! Ich habe, als ich das Teil zum ersten Mal in den Händen hielt, also am letzten Freitag, den Ölfilm auf den Linsen weg gewischt, damit ich sehen konnte, ob da irgendwelcher Pilzbefall in den Linsen ist. Und am Sonntag waren die schon wieder genau so schmutzig wie vorher! Was immer da drin verarbeitet wurde, es verhält sich schlimmer als WD40!


Das alles wäre nur ein nebensächliches Phänomen, wenn nicht mal wieder die Blende fest stecken würde. Also, man kann sie schließen, das Objektiv hat sogar einen eigenen kleinen Abblendknopf an der Seite, aber sie springt halt nicht wieder auf, weil die Lamellen so mit Öl versifft sind, dass da echt nichts mehr geht! Schlimm! Schlimm, schlimm! Hier steht also auf jeden Fall eine komplette Demontage an. Und ich habe Angst: Dieses Objektiv hat laut Netz 8 Elemente in 6 Gruppen, diesen Abblendmechanismus und ich muss auf jeden Fall den Schneckengang entfetten und neu schmieren. Das bedeutet: Alles muss raus! Das klingt kompliziert, trotzdem würde ich das bei einem billigen 08/15 dahergelaufenen M42 sofort in Angriff nehmen. Bei diesem hier, mit diesem potenziellen Restwert? Da überlege ich, ob ich es nicht vielleicht doch in die professionelle Reinigung gebe. Was das wohl kostet?


Aber es wäre halt schade, wenn ich so ein schönes Stück nachher nicht wieder zusammengebaut bekäme. Leider ist die DuRöhre auch nicht so hilfreich, da schlägt in letzter Zeit so viel Müll auf und die Suche ist voller AI-Slop, dass man die wichtigen Videos nicht mehr findet, solche, die einem erklären, wie man zB ein solches Minolta am besten auseinandernimmt und nachher wieder zusammensetz! Es ist echt die Seuche! Naja, mal sehen, vielleicht finde ich ja doch noch eine Möglichkeit, das selber zu regeln...