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Dritter Versuch: Sigma Zoom 75-300mm Reparatur

29.4.: Apropos brüchiges Plastik: Das letzte Mal, als ich versucht hatte, das Sigma Zoom 75-300mm [Versuch 1] [Versuch 2] von F zu reparieren, sah es eigentlich schon ganz gut aus - außer, dass ich die Schraubpfosten etwas ungleichmäßig und vor allem zu hoch wieder aufgebaut hatte. Das Bajonett saß dementsprechend schief und das ganze Objektiv war darüber hinaus ein bisschen kurzsichtig. Weil ich mal meinen Stapel an zu reparierenden Photographica verkleinern muss, habe ich mir das also geschnappt und ein bisschen mit dem Dremel bearbeitet.


Die Demontage von dem Ding ist ja nicht so schwer, danach habe ich die von mir aufgebauten Pfosten ein bisschen runter geschliffen. Leider ist dabei der eine schon wieder abgebrochen. Aber ich hatte jetzt keine Lust, schon wieder neues Miliput anzurühren, dann einen halben Tag zu warten, bis das ausgehärtet ist, dann wieder zu schleifen und ad infinitum weiter so. Ich hab einfach den Pfosten ebenfalls runter geschliffen und hoffe auf das Beste.


Um die allgemeine Kurzsichtigkeit dieses Objektivs ein bisschen zu korrigieren, habe ich dann beim letztendlichen Fitting auch noch einen der Ringe weg gelassen, die da drin verbaut sind. Das bringt zwar nur minimale Unterschiede, aber ich habe den Eindruck, jetzt passt es besser und macht in die Unendlichkeit fast gute Fotos. Muss ich noch genauer mit der A7 abstimmen.

Der große Nachteil ist allerdings, dass ich jetzt noch mehr Staub zwischen den Linsen habe, und zwar von dem runter gefeilten Milliput. (Zum Glück ist mir ja auch die Versiegelung da raus gefusselt, weil die sich mit ihrem Weichmacher gestritten hatte, sodass ich den Staub genau so gut durch Ein- und Ausfahren da raus bekomme, wie ich ihn auch rein kriege!) Und dass zwei der Schrauben wieder nicht mehr greifen wollten. Klar, auf der einen Seite ist ja auch der Pfosten wieder defekt. Da habe ich jetzt aber auf beiden Seiten ein bisschen Sekundenkleber rein gequetscht. Geht auch. Der hält hoffentlich auch das Gewicht dieses nicht ganz leichten Objektivs aus. Ich bin noch immer der Meinung: Das ist eine Fehlkonstruktion seitens Sigma gewesen. Das Ding ist viel zu schwer, hat viel zu viel Glas verbaut; vor allem, wenn man es auf die volle Zoom-Stufe ausfährt, wird es sehr kopflastig und beansprucht den Bajonettanschluss sehr heftig. Den also nur mit Metallschrauben in Plastik anzubringen, ist ein bisschen mehh... So teuer kann ein Metall-Tubus doch auch wieder nicht sein! Am besten wäre: Ein 3D-Drucker, der mir ein komplett neues Teil bauen könnte, das ich dann austauschen kann. Aber die Maße so genau hin zu bekommen, ist wahrscheinlich unmöglich.


Wie auch immer, das Ding funktioniert jetzt wieder, aber ob ich mich traue, das noch mal wieder mit in die Wildnis zu nehmen, bezweifle ich. Besonders, weil ich mittlerweile ja mehrfachen Ersatz habe: Das 70-210/4 von Minolta ist größtenteils ausreichend, das 100-200/4.5 Minolta ist schön für Portraits, und wenn es wirklich mal sehr langes Tele sein muss, dann nehme ich halt das ATX 80-400.

Jedenfalls, zum Beweis, dass man die ganzen Dreck, der jetzt da drin ist, unter normalen Umständen eher nicht sieht, hier ein paar Garten-Testfotos. Ihr kennt unseren Garten und dessen Chaos mittlerweile besser als ich! ;-)


Sieht doch eigentlich ganz gut aus, oder? Und das ist ja auch der Grund, weshalb ich dieses Objektiv trotz seiner Probleme nicht ganz aufgeben wollte. Es ist optisch nämlich eigentlich ganz in Ordnung! Nicht das schärfste, kein Vergleich zu den beiden oben erwähnten Minoltas, aber trotzdem durchaus befriedigend. Und es ist halt ganz praktisch. Wie gesagt, eigentlich schade drum, dass ich es wohl nicht mehr mit nehmen werde, weil ich Angst habe, dass es wieder "knack" macht und ich die ganze Prozedur wieder von vorne angehen muss! Obwohl, Milliput habe ich ja noch genug im Kühlschrank liegen! (Ich hoffe, das ist noch gut!) ;-)


So, und mit Katzenfotos verabschiede ich mich für heute. Wieder eine erfolgreiche Reparatur. Mehr oder weniger. Man kann halt nicht alles retten. Aber falls wir es tatsächlich jemals zu einem 3D-Drucker bringen sollten, wäre das ein Teil, das ich tatsächlich mal versuchen würde. Wie hoch ist die Auflösung von den Teilen heutzutage? Kann man da so kleine Schraublöcher herstellen? Ich habe da leider nur sehr begrenzte Ahnung von und das Machwerk in Hennef hat ja leider zu gemacht, weil die Miete zu hoch war - jetzt steht der Laden leer, was scheinbar lohnender ist? Seltsame Welt. Die Leute da hätte ich jedenfalls mal nach sowas fragen können, die hatten Ahnung (und mehrere Drucker). Naja, mal sehen...

Minolta AF 70-210mm 1:4 (32)

Auf dem Flohmarkt am 26.4. in Hennef (Stadt) habe ich nicht nur die F80 mit gebracht, sondern auch noch dieses wunderschön erhaltene Minolta 70-210mm 1:4 (32) abgegriffen, inklusive Neoprenbeutel und dieser wunderschönen (hust) braunen Fototasche. Auch recht günstig, alles zusammen als Bundle für 23€. Da kann man sich glaube ich nicht beschweren, alleine der Köcher-Beutel kostet ja neu schon um die 10, in der Größe vielleicht sogar mehr.


Bei dem 70-210/4 handelt es sich um eines der so genannten "Ofenrohre" (im Englischen auch "Beercan" genannt). Wenn man sich Form und Farbe so anschaut: Joah, passt. Dieses sepzielle Exemplar mit den durchgehenden f/4 wird im Netz recht hoch gehypt und kostet bei eBay eine Stange Geld, weshalb ich jetzt doch mal gespannt bin, ob der Hype hält, was er verspricht. Von Außen kann ich auf jeden Fall schon mal bestätigen: Das Gewicht verspricht schon mal viel Glas und einiges an Metall. Minolta-Objektive sind im Allgemeinen ja recht solide verarbeitet und das hier macht da keinen Unterschied.

Schön ist, dass sich die Sonnenblende, die dabei war, umgekehrt aufsetzen und so verstauen lässt. Ist zwar nicht so eine schöne Lösung wie so eine ein- und ausfahrbare, aber doch the next best thing. Deckel waren auch beide dabei, was will man mehr? Außerdem hat es kaum Abnutzungsspuren, es scheint also gut behandelt worden zu sein. Da in der Tasche ein Buch über die Minolta 7000 steckte, nehme ich an, dass es wohl aus einer ähnlichen Zeit stammen wird: Also so um das Ende der 1980er herum. (Die Wikipedia sagt: 1985.)


Warum ist dieses Objektiv so beliebt? Von dem, was ich gelesen habe, liegt es wohl daran, dass die anderen beiden Linsen in diesem Brennweitenbereich, das 1:3.5-4.5 und das 1:4.5-5.6, deutlich schlechter sein sollen. Das kann ich jetzt natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen, weil ich beide nicht habe. Möglich wäre es natürlich. Da ich auf dem Flohmarkt ja eh die Sony mit Adapter dabei hatte, war es natürlich ein Leichtes, das mal eben drauf zu schrauben und einen ersten Eindruck zu bekommen. Der war erst mal gut, genaueres würde ich dann zu Hause nachschauen. Man muss sich die Bilder schon in Groß anschauen, um überhaupt erkennen zu können, was so ein Optik leisten kann.

Bevor wir uns aber zu den Testbildern aus dem Garten gesellen, hier noch ein Foto von der Tasche und eins vom Buch, das mit dabei war. Jetzt fehlt mir nur noch die 7000 zu dem Buch! Ich habe ja nur die etwas modernere 7000i, die schon Dynax hieß. ;-) (Nicht, dass ich euch nicht mit Minoltas zuwerfen könnte!)


Dann habe ich das Objektiv am Nachmittag, nachdem ich mit der Reinigung der F80 fertig war, direkt noch mal auf den Adapter montiert und siehe da: Das Ding kann tatsächlich was! Für ein 40 Jahre altes Zoom-Objektiv definitiv eine Revolution! Es wiegt zwar wirklich gut was, aber das macht die Sony sogar nur noch besser handhabbar; die ist mir manchmal ja schon ein bisschen zu leicht. Da man bei 210mm auf 1,10m an seine Subjekte ran gehen kann, erhält man eine recht große Vergrößerung von 1:4 - der als "Macro" beschriftete Teil der Entfernungsskala ist in diesem Fall also tatsächlich mal sinnvoll! Die Auflösung ist gut bis sehr gut, die Schärfe kann was und der Kontrast ist erstaunlich. Ich bin ja ein Freund von Minolta-Optiken, aber diese hier ist mindestens so scharf wie das 100-200/4.5, das ich habe, aber ohne die manchmal störenden Vignettierungen an den Ecken. (Das 100-200 eignet sich gut für Portraits, finde ich, weil es den Blick in die Mitte drängt. Aber ich bin ja auch altmodisch! ;-) Nein, sorry, vintag! :-D) Das macht dieses hier deutlich weniger.


Das Bokeh ist gefällig und gleichmäßig. CA hält sich (für das Alter der optischen Rechnung) schwer in Grenzen und ist eigentlich so gut wie nicht vorhanden. Im Flieder kann man grüne Ränder im Hintergrund erkennen, die aber nicht zu störend sind. Unter normalen Bedingungen fällt das kaum auf, die Pixel Peeper werden trotzdem schreien! ;-) Hingegen ist die Schärfe schon erstaunlich. Man kann wirklich jedes einzelne Haar im Katzenfell zählen. Wenn ich das erste Bild nicht so verwackelt hätte. Vielleicht hätte ich mal Auto-ISO einstellen sollen! ;-)


Dann noch ein paar Bilder in die Unendlichkeit. Der Fokus müsste wahrscheinlich auch angepasst werden, da der Adapter ein bisschen zu hoch ist. Aber der allgemeine Eindruck ist auch bei Offenblende noch scharf genug. Bei f/8 kann man noch immer Sprossen am Funkmast zählen. Mit 210mm ist es jetzt nicht besonders lang, aber ich habe den Eindruck, dass man hier auch mit einer neueren Kamera mit höheren Auflösungen noch gut aus der Mitte croppen könnte, wenn man sowas wollte. Wirklich, dafür, dass ich ja eigentlich noch nie ein schlechtes Minolta in den Händen hatte, erstaunt mich dieses hier doch noch mal, dass die das damals geschafft haben, so ein massives Zoom zu bauen, das in den Bildern nachher (fast) gar nicht wie ein Zoom aussieht!


Fazit: Vielleicht hat das Internet ja doch mal recht! Ich müsste natürlich selber mal einen Vergleich mit den vermeintlich schlechteren 70-210ern machen, aber dafür müsste ich erst mal welche finden. Dieses Objektiv kommt auf jeden Fall in meine Tasche und wird uns in Zukunft häufiger begegnen. Das 100-200 werde ich trotzdem nicht weg geben. Das hat mehr vintage feeling mit seinen dunklen Ecken.

Nikon DX Nikkor AF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 G - Teil 2: Die Reparatur

Ich dachte schon, die Post kommt gar nicht mehr, aber am Donnerstag steckte plötzlich dann doch noch der Umschlag mit dem lang ersehnten Ersatzteil im Briefkasten. Da kann der Versender glaube ich nichts dafür, dass das so lange gedauert hat, der hatte das nämlich bereits Montagmittag in die Post getan. Und aus Stuttgart ist es jetzt ja nun eigentlich doch nicht so weit hier hin. Lässt die Post sich mit einem "Maxibrief" heutzutage also doch ein bisschen mehr Zeit. Gut, als Päckchen würde es auch das doppelte kosten.


Aber jetzt zum Inhalt: Ich hatte ja bereits am Sonntag, als ich das Nikon DX Nikkor AF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 G vom Flohmarkt mitgebracht hatte, das passende Ersatzteil ausgespäht und dann auch sofort bestellt, als der Preis günstig war. Oben drauf gab es noch dieses farbschönen Schraubendreher, der tatsächlich sehr gut auf die japanischen Schrauben passt, die dieses Objektiv zusammenhalten. (Wobei, das Ding kommt aus Thailand, glaube ich. Für diese Kit-Objektive scheut Nikon weder Kosten noch Mühen! ;-) Keine Ahnung, jedenfalls, ob das tatsächlich Feinmechanikschrauben sind, die einem japanischen Standard entsprechen, oder ob es billige, dem westlichen entsprechende sind.) Mit dem Ding habe ich es jedenfalls innerhalb kürzester Zeit geschafft, alle Schrauben aus dem Bajonett zu ziehen, die es im Tubus hielten, sowie die, die den Erdungs-Pin und die Kontaktleiste am Bajonett befestigten.


Das Schwierigste war, die kleine Feder vom Blendenhebelring und dann vom Bajonett zu lösen. Die ist fitzelig und sehr klein. Also, zumindest für meine armen alten Augen. Wobei "ab" jedoch sehr viel einfacher ging, als wieder "dran"! Die kleine Nase am Bajonett-Ring, die die Federöse eigentlich halten soll, war ein bisschen klein. Oder die Öse hatte sich geweitet, als ich sie abgefummelt habe. Jedenfalls wollte sie nicht halten und nach dem fünften Versuch habe ich sie mit etwas Nagellack angepappt! Ich lass mich hier doch nicht veräppeln! Passt jedenfalls und tut seinen Dienst.


Danach nur noch wieder rückwärts zusammensetzen und dabei die Schrauben nicht vertauschen. Ich hätte ein zweites Töpfchen benutzen sollen. Ich weiß nicht, ob es an den Schrauben liegt oder daran, dass ich was anderes nicht wieder richtig zusammengesetzt habe, oder ob es einfach dieses (3d-gedruckte?) Teil ist, das nicht genau die Originalmaße hat, aber es ist schon recht eng, wenn ich es auf eine Kamera drauf drehe. Nicht bedenklich oder irgendwas, nur einfach, wie soll ich sagen? Eng! Ich hoffe jedenfalls, dass das so jetzt hält.

Zum Test habe ich es jedenfalls auf die D100 geschraubt. Das ist meine einzige Nikon F-Mount-Kamera mit DX-Sensor. Außerdem ist es bei dem alten Stück und in diesem Abnutzungszustand auch nicht ganz so schlimm, wenn es Probleme geben sollte. Hier also ein paar Testbilder. (Bin immer wieder überrascht, wie hübsch und kontrastreich die Farben aus dem alten CMOS-Sensor sind!)


Wie man sehen kann: Alles funktioniert soweit. Ich muss die Tage mal damit durchs Dorf laufen und ein paar mehr Fotos machen. Der erste Eindruck für ein Kit-Zoom ist jedenfalls interessant: Der Makro-Bereich ist definitiv vorhanden und nutzbar. Das Objektiv stellt schnell und einigermaßen lautlos scharf. Die Verzerrungen halten sich einigermaßen in Grenzen. Und es scheint auch nichts weiter verzogen zu sein, was ich ja befürchtet hatte, denn durch irgendeinen Unfall muss der Bajonett-Anschluss ja kaputt gegangen sein!


Fazit: Insgesamt freue ich mich echt, dass ich dieses Objektiv dann doch noch mitgenommen habe, obwohl es ja eigentlich kaputt war. Auf der D100 kann ich das volle Potenzial noch nicht abschätzen, denn mit 6 MP ist die doch ein bisschen beschränkt. Obwohl das eigentlich die richtige Kamera dafür ist: Das Objektiv hat ja auch VR und da man die D100 ja lieber nicht auf mehr als ISO 400 einstellen sollte, sind lange Belichtungszeiten an der Tagesordnung. Das VR scheint auch zu funktionieren. Ob es tatsächlich 4 Blendenstufen bringt, ist natürlich eine Frage. Der werde ich dann die Tage mal nachgehen! Bis dahin: Wieder einen Totgeglaubten wiederbelebt! ;-)

Nikon DX Nikkor AF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 G - Teil 1: Der Defekt

Beim Flohmarkt in Hennef hatte ich zu der Nikon F80, die ich ja bereits hier vorgestellt habe, dieses eigentlich ganz gut erhaltene Nikon DX Nikkor AF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 G sozusagen als Dreigabe dazu bekommen. Das hat offensichtlich mal einen schlag abbekommen, seitlich am Filterring sieht man einen Einschlag. Und das wird wohl auch der Grund sein, wieso das Bajonett keine "Flügelchen" (oder "Nasen") mehr hat: Dieses Budget-Kit-Objektiv ist vollständig aus Plastik - also, die Linsen sind glaube ich schon aus Glas, die Schrauben und Federn auch aus Metall, und die Elektronik aus was auch immer Elektronik so ist, aber der Rest: Plastik! Und wohl nicht das stabilste Plastik. Sonst wären wohl kaum alle drei Flügel ab! (Gut, ich weiß nicht, von wie weit oben der Vorbesitzer das im montierten Zustand hat auf den Asphalt fallen lassen. Das zumindest stell ich mir vor, wie das passiert ist.)


Aber: Fear not! Ich habe es mit genommen in der vollen Absicht, es wieder funktionstüchtig zu bekommen. Die Linsen sehen nämlich eigentlich ganz gut aus. Keine Kratzer, kein Nebel, ein Pilz, alles in bestem Zustand. Wie sehr das Teil dejustiert ist, weil es einen Schlag auf die Seite bekommen hat, kann ich natürlich nicht sagen. Aber ich hoffe mal einfach, dass die meiste Energie vom abbrechenden Plastik geschluckt wurde und sich intern nicht allzu viel gegeneinander verschoben hat.

Gut, wie viel Qualität kann man von diesen Kit-Zooms erwarten? Ich habe keine allzu hohen Erwartungen. Das entsprechende Canon-Objektiv ist OK, für den Preis, aber halt auch nicht mehr. Das Z-Objektiv, das mit der Z fc kam, ist durchaus brauchbar, deckt einen ähnlichen Bereich ab und wird optisch wahrscheinlich auch sehr ähnlich sein, ist aber ein ganzes Stück neuer und mit diesem Einfalt-Mechanismus vor allem sehr viel kompakter. Andererseits, durch das sehr viel niedrigere Auflagemaß musste das sicher noch mal komplett neu durchgerechnet werden. Keine Ahnung, wieviel Gemeinsame Grundlage da noch zu diesem DX F besteht.


Aber das alles plane ich herauszufinden, wenn ich es repariert habe. Noch auf dem Parkplatz habe ich bei ehBlöd nach dem passenden Ersatzteil gesucht und zwei Versender gefunden, die ein entsprechendes, deutlich als "nicht original" gekennzeichnetes Teil angeboten haben. Beide habe ich auf die Beobachtungsliste gesetzt. Als ich dann zurück zu Hause war, hatte ich bereits einen Preisvorschlag von einem der beiden erhalten, der auch gleich noch einen passenden Schraubendreher dazu legt - praktisch. Für 7,05 Euro bestellt, inkl. Versand. Da mecker ich jetzt nicht, auch wenn das Teil aus Plastik wahrscheinlich in der Herstellung einen Bruchteil kostet. Aber die Leute müssen ja auch von irgendwas leben! Und wenn es Idioten wie ich sind, die Ersatzteile für mäßige Kit-Objektive kaufen! ;-)

Ich berichte jedenfalls, sobald ich es gefixt habe!

Provisiorische Reinigung Porst Weitwinkel 28mm 1:2.8

Mit der Porst compact reflex OC-N kam ein Porst Weitwinkel 28mm 1:2.8. Dieses war sehr sehr pilzig in den hinteren Linsen, sodass da erst mal eine kleine Reinigung anstand. Weil das Wetter an jenem Tag (4.4.) so schön war, habe ich mich in den Garten gesetzt, nachdem ich all meine Werkzeuge zusammengeklaubt und in meine alte Schultasche gesteckt hatte. (Habe letztens beschlossen, dass ich dieses Leder-Umhänge-Taschen-Dings tatsächlich mal wieder verwenden sollte, nachdem es seit Uni-Tagen im Keller gelegen hat. Müsste mal raus bekommen, was man da für ein Lederpfelegmittel drauf anbringen müsste, um die Kratzer etwas zu kaschieren. Normale Schuhcreme würde wahrscheinlich zu sehr an die Klamotten abfärben, nehme ich an? Aber ich schweife mal wieder ab...)


Wie man auf den Bildern sehen kann, war der Pilzbewuchs schon ziemlich fortgeschritten. Einer der Gründe, weshalb ich den Herrn am Flohmarktstand so lange bequatscht habe, bis er mir die Kamera so gegeben hat, ohne dass ich was zahlen musste. (Die Kamera selber gibt noch immer keinen Ton von sich, ich nehme an, da hat die Elektronik einen Schlag bekommen. Aber das vollmechanische Objektiv lässt sich ja vielleicht retten.) Neben dem Pilz ist auch die Blende sehr träge bis unbenutzbar. Aber das ist bei älteren Objektiven ja öfter so und nicht ursächlich zusammenhängend. Wobei, die Ursache ist bei beiden "falsche Lagerung". Der Pilz kommt davon, wenn es zu feucht und stickig ist, also nicht gut belüftet wurde, die fettige Blende kommt eher von zu hohen Temperaturen, bei denen sich das Fett im Fokus-Schneckengang verflüssigt. Wobei manche das auch einfach so machen, wenn sie alt werden. Siehe Minolta AF.

Habe also als erstes mal den Zirkel gegriffen, den J mir zur Verfügung gestellt hat. Der alte von E ist zwar auch benutzbar, aber so antik, dass ich ihn ungerne kaputt machen möchte. Außerdem ist dieser hier an beiden Seiten mit einer Nadel versehen, das hilft beim Schrauben ungemein. Den anderen hatte ich ja mit einer alten Büroklammer um-macgyvert, aber das war eher suboptimal. Eigentlich bräuchte ich mal ein korrektes Tool, um diese Schraubringe zu lösen, aber keine Ahnung, wo man sowas bekommt.


Nachdem ich die hintere Linsengruppe einfach raus schrauben konnte, habe ich den Zirkel jedenfalls für die kleinen Ringe gut verwenden können, die die einzelnen Linsen halten. Immer gut drauf achten, in welche Richtung die gehören. Und dann wie immer erst mal in Wasserstoffperoxid gespült, um die Sporen zu killen, danach mit Isopropanol alles weitere umgebracht, was den Erstschlag überlebt hat. Außerdem verdampft der Alkohol schön und lässt das Glas wieder glänzen. Nachdem ich dann alles wieder zusammengesetzt hatte, habe ich festgestellt, dass jetzt Feuchtigkeit zwischen den hintersten beiden Linsen steckte und einen nebeligen Beschlag bildete. Also noch mal alles auseinander genommen und die Linsen richtig getrocknet.

Danach habe ich mich den Blendenlamellen zugewandt und erst mal eine *plink* durch den halben Garten geschossen! Ja, scheiße, wenn man so blind ist wie ich und dann 10 Minuten suchen darf. Außerdem stellte sich heraus, dass die Demontage des Blenden-Gehäuses völlig überflüssig war, denn denn die Lamellen selber waren eigentlich mehr oder weniger sauber. Ja gut, wenn ich schon hier bin, reinige ich die auch - besonders die eine, die ins Beet geflitscht war. Aber das eigentliche Problem ist weiter unten im Tubus: Das Fett aus dem Schneckengang scheint in die tiefer liegende Mechanik eingesickert zu sein, also in den Ring, an dem der Blendenhebel befestigt ist, und in angrenzende Gebiete. Da war es jedenfalls sehr ölig, was man auch auf dem Bild sehen kann. Habe mit etwas Alkohol auch hier das gröbste gereinigt, aber um das richtig ans Laufen zu bekommen, müsste ich das ganze Teil auseinander nehmen und da hatte ich im Garten echt keine Lust drauf. Wer weiß, wo die Blendenklickkugel dann landet! Nee, echt nicht, das will ich eigentlich schon drinnen nicht machen!


Um die Blende etwas leichtgängiger zu machen, habe ich stattdessen etwas Kontaktreiniger hinzugefügt, der verflüssigt das Fett hoffentlich ein bisschen. Das ist keine dauerhafte Lösung, aber immerhin konnte ich so ein paar Testfotos machen. Ich habe mit ja kürzlich und für günstig einen PK-Adapter-Ring für EOS besorgt. (Weil: Ist nicht so klobig wie noch ein großer Adapter direkt auf E-Mount. Einen EOS-E-Adapter habe ich ja schon. Jaja, Adapter-Stacking! :-D) Aber auf der Canon EOS 700D brauche ich zB nur den einen einzigen Adapter und die lässt mich im Live View auch eine Vergrößerung machen, sodass ich besser scharf stellen kann, sodass ich heute (14.4.) mal ein paar Testfotos damit nachgeholt habe, nachdem ich damals keine Zeit dafür hatte. Nix dolles, auch nur Garten wie immer:


Aber das Ding kann was, selbst auf dieser Crop-Kamera (effektive Brennweite ~45mm) mit der eher geringen Auflösung. Wenn ich es geschafft habe, die Barthaare vom Moopsie-Socken-Kater richtig scharf zu bekommen, sind die richtig gut abgebildet! Überhaupt hinterlässt das Objektiv auf der Canon einen recht farbenfroh-bunten Eindruck. (Die Gegenlicht-Bilder habe ich weggelassen, das mag es nämlich - erwartungsgemäß für so eine alte Optik - gar nicht!) Aber ich denke, die halbe Stunde, die ich da an Reinigungs-Arbeit rein gesteckt habe, hat sich echt gelohnt! Die Bilder sind richtig gut geworden. Ich frage mich, wer das damals tatsächlich für Porst gebaut hat. Scheint ein besserer Hersteller gewesen zu sein. Gut, weiß man nicht wirklich, diese kleinen Weitwinkel-Festbrennweiten waren Ende der 1970er auch kein Hexenwerk mehr!

(Habe mir keine Blenden aufgeschrieben, aber: Die Obstblüten sind offen bei f/2,8, der Kater bei f/4, die Tulpe bei f/5,6, ebenso das tränende Herz, während das Gewächshaus f/8 hatte - alles ohne Gewähr. ;-))