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Sigma AF Super-Wide II 1:2.8 f=24mm Multi Coated (für Minolta A)

Vor einiger Zeit habe ich mir für die digitale Canon ein Sigma-Weitwinkel zugelegt und gestern schlendere ich über den letzten Rheinauenflohmart des Jahres und siehe da, auf einer Minolta 7000 (die ich nicht mitgenommen habe, keine Angst) fand sich das gleiche Objektiv für Minolta A. Das habe ich mitgenommen! Und zwar handelt es sich um das gleiche Sigma AF Super-Wide II 1:2.8 f=24mm Multi Coated, das ich seitdem noch immer nicht auf digitale Canons umgebaut habe - soll heißen, es kann noch immer nur weit offen verwendet werden. Das Problem habe ich mit der Minolta-Version nicht, auch wenn die scheinbar die Lens-ID ebenfalls geklaut haben (Meldet sich als Minolta 24mm) und somit wahrscheinlich auch ein reverse-engineertes Kommunikationsprotokoll verwendet. Aber an dem Alpha-to-E-Adapter der Sony funktioniert es problemlos.


Was auffält: Die beiden sehen sich sehr, sehr ähnlich, sind aber definitiv nicht gleich! Das für den Canon-Anschluss ist dicker, und zwar deutlich. Ich nehme an, die brauchten da drin mehr Platz, um den Fokus-Motor unterzubringen. Finde ich dann aber doch spannend, dass die trotzdem extra ein eigenes Gehäuse dafür gebaut habe. Tja, wahrscheinlich mussten sie eh so viele Anpassungen wegen der unterschiedlichen Bajonette vornehmen, dass sich das dann doch gelohnt hat.

Optisch scheinen beide Versionen allerdings gleich zu sein. Das bedeutet: Es macht insgesamt sehr schöne Bilder. Mal wieder gilt: Schärfe, Kontrast und Chroma-Verhalten sind mit modernen, mehrfach nano-beschichteten und durchkorrigierten Objektiven nicht vergleichbar. Aber beide bieten einen 1980/90er-Retro-Charme, den ich gerne mitnehme. Auf der 24 Megapixel Sony sind die Bilder durchweg scharf genug, nachdem ich die AF-Korrektur eingestellt habe und bei Makro-Aufnahmen sollte man ja eh ein bisschen weiter abblenden als sonst. (Dabei merkt man dann mal wieder, wie viel Dreck auf dem Sensor und dem halb-durchlässigen Spiegel kleben.)


Das habe ich jedenfalls gemerkt, nachdem ich das Objektiv praktisch den Rest des Tages nicht mehr von der Kamera runter genommen habe. Und es war ein sehr langer Tag: Nach dem Flohmarkt waren wir beim Haribo, dann in Bonn in der Stadt beim Feuerwehrfest auf dem Münsterplatz und abends hatten wir noch Trekdinner. In allen Situationen hat es sehr brauchbare Bilder produziert, die ich in den kommenden Wochen hier auch mal ausstellen werde, sobald die Pipeline mal ein bisschen leer gelaufen ist! (Wers glaubt, dass das jemals passieren sollte!)

Bis dahin sag ich mal so: Die 10 Euro haben sich gelohnt. Wie ich bereits bei der Canon-Version feststellen konnte (oder gezwungenermaßen musste), bereits weit offen produziert es scharfe Bilder. Aber ab f/4 aufwärts wird es doch deutlich besser. Sweetspot dürfte wie so oft f/8 sein. Bei f/16 wird es doch schon wieder deutlich weicher. Was nicht unbedingt schlecht ist, die Leistung ist da noch immer mehr als brauchbar mit dem mittlerweile ja schon lachhaft kleinen 24 MP Sensor. Aber es hat insgesamt einen recht gefälligen Look, kontrastreich und farbenfroh, von originalem Minolta-Glas in der Beziehung kaum zu unterscheiden. Einzig im Kontrast ein wenig und deutlicher im CA habe ich das Gefühl liegt das 28mm Minolta vorne. Das 24er - für einen direkten 1:1 Vergleich - hab ich ja nicht, sonst hätte ich das Sigma hier ja auch nicht unbedingt mitgenommen. Wobei, ich wiederhole das jetzt noch mal: 10 Euro! ;-)



Beim Foto Brell oder wie heißt der da am Markt habe ich dann mal gefragt, ob der im Keller noch einen Minolta-Deckel und ein 52mm Filter hat. Hab ich tatsächlich für 5€ Mitnehmen dürfen. Ist nur ein billiges Hama-Filter und so ein weißer Rückdeckel, die nerven, weil man nie sieht, wo der Pfeil zum Ansetzen ist - Minolta nervt ja echt, weil man den Deckel nur an einer Stelle ansetzen kann, weil der die Blende offen hält, warum auch immer! Aber! Damit steigt der Preis jetzt auf 15€, was noch immer viel zu billig ist für dieses Objektiv! Fand ich jedenfalls sehr nett von ihm, dass er dafür extra in den Keller gestiegen ist und mir das geholt hat! Da sag noch mal einer was gegen den lokalen Handel! Das hätte der bösartige Versender nicht für mich gemacht. Die Chinesen bestimmt schon, aber dann wäre der Weg schon etwas weit gewesen... ;-)

So habe ich jedenfalls günstig ein sehr schönes neues Spielzeug erworben. Das ist vor allem so weit, dass ich mit der Alpha 7 jetzt auch mal Bilder machen kann, die diesen hochmodernen (weil von allen verwendeten) Weitwinkel-Handy-Look produzieren kann, nur halt in sehr viel besserer Qualität. Und der Makro-Bereich ist sehr hervorragend. 1:5 ist schon wirklich gut, Minimalabstand ist 18cm laut Skala. Da ist dann aber eigentlich schon ein Stativ nötig oder eben weites Abblenden, um beim freihändigen Auslösen nicht raus zu wackel aus der Schärfeebene.

Fazit: Mir gefällt es sehr gut. Es ist nicht das teuerste oder das beste, was man sich auf seine moderne Spiegellose adaptieren kann, aber es hat Autofokus und produziert gute Bilder mit dem Charme vergangener Jahrzehnte. Was will ich mehr?

Asahi Pentax K1000 mit VMC Vivitar 135mm 1:3.5

19.9.: Bei der Asahi Pentax K1000, die ich vom Rheinauen-Flohmarkt mitgebracht habe, war auch noch ein VMC Vivitar 135mm 1:3.5 dabei. Vivitar ist jetzt nicht unbedingt die Drittherstellermarke und wer das Ding tatsächlich gebaut hat, wird wahrscheinlich auf immer ein Geheimnis bleiben. Ich hoffe, es war Cosina. Die haben damals, am Ende der 1970er, ja für alle möglichen Firmen, teilweise auch für Erstausrüster, Kamerazubehör gebaut. Cosina ist meist qualitativ brauchbar.

Aber erst mal schauen, was wir hier überhaupt haben: Ein mäßig schnelles Portrait-Tele in einer meiner Lieblings-Brennweiten - 135mm eignet sich gut für das Freistellen von Personen vor einem schön weichen Hintergrund. f/3,5 ist jetzt nicht unbedingt das schnellste, aber durchaus ausreichend für die allermeisten Fälle. f/2,8 wäre schöner, aber ich nehme an, das war damals dem Erstbesitzer dieser Kameraausrüstung zu teuer. Das wäre dann wahrscheinlich auf eine "echte" Marke hinausgelaufen und die waren auch damals schon teuer. Ich habe keine harten Zahlen, aber ich nehme an, dieses langsamere Vivitar hat bestimmt nur die Hälfte dessen gekostet, was eine entsprechende Pentax-Brennweite mit der ca. halben Blende mehr Speed.


Schön ist auf jeden Fall, dass dieses kleine Tele recht handlich und leicht ist, aber trotzdem eine eigene, ein- und ausfahrbare Sonnenblende mit bringt. Die ist nicht besonders lang, aber gegen exzessives Flare hart an der Sonne sollte sie definitiv helfen. Ansonsten kommt dieses Objektiv ganz klassisch daher: Ein sehr langer Wurf des Schärfe-Rings hilft bei präziser Fokussierung, die Blende hat "nur" eine einfache Rastung von je einer Blende - außer von f/3,5 direkt auf f/5,6, da hätte ich eigentlich gerne noch einen Klick mehr, bei f/4 zumindest. Aber es geht auch so. Das haben ja viele Objektive aus dieser Zeit nicht, die offen bei "krummen" Blendenzahlen abfangen. (Das Pentax-M 50/2 ist halbblendengeklickt, btw.)

Die Verarbeitung ist OK, denke ich. Wie gesagt, für ein Tele dieser Brennweite recht handlich und leicht, aber trotzdem ist alles aus Metall. Alu, nehme ich an. Die Fokus-Schnecke müsste mal gereinigt und neu gefettet werden, die ist kurz vor Unendlich ein bisschen störrisch - wahrscheinlich hat das Ding in dieser Position 20 Jahre im Schrank gelegen. Mit ein bisschen Benutzung wurde das auch schnell besser, aber ist nicht ganz weg gegangen. Aber besser, das Fett wird mit der Zeit zäh, als dass es anfängt, sich zu verflüssigen und auf die Blenden oder Linsen zu kriechen. Von der Sorte habe ich ja schon genug hier rum liegen. Dann lieber ein bisschen steif an einer Stelle!


Die eher unauffällige Bauweise macht es jetzt auch nicht unbedingt zu einem Hingucker. Es handelt sich um ein reines Arbeitstier, nichts womit man bei seinen Retro-Foto-Freunden angeben könnte. Es tut genau das, wofür es gebaut wurde, und nicht mehr: Günstig eine solide Festbrennweite im Portrait-Bereich bereitstellen. Wer was mit mehr Bling und hübscher sucht, muss halt doch zum Erstausrüster greifen. Zum damit Arbeiten und Fotos machen ist das Objektiv aber völlig ausreichend und auch gar nicht so schlecht. Denn wie wir gleich in meinen Testfotos sehen werden: Das kann was!

Ich habe es dann nämlich natürlich auch auf den PK-to-EOS-Adapter geschnallt, den ich dann auf den EOS-to-E-Adapter gedreht habe, und siehe da: Die Fotos, die die Sony Alpha 7 damit im Garten macht, sind tatsächlich sehr hübsch. Kontrastreich und scharf, so ich das mit dem Focus Peaking denn richtig eingestellt bekomme - ich merke immer mehr, wie meine Augen altern! Die Gießkanne jedenfalls sieht gut aus, das Bokeh hinterm Windspiel ist mir persönlich etwas zu unruhig, auch wenn weit offen sehr schöne, runde Bälle entstehen. In die Ecken hinein wird es dann aber schon recht linsenförmig. Dafür haben wir hier aber kaum Abschattungen.


Das sieht man auch beim Bild gegen den blauen Himmel: Die Ecken sind praktisch gleich hell wie das Zentrum. Chromafehler sind gut kontrolliert, ich sehe kaum bis keine Farbränder um das kontrastreiche Feigenblatt in der Sonne, kein Farbbluten und brauchbare Schärfe, auch wenn ich ein bisschen gewackelt habe.

Und um den schlafenden Kater, der mir zwischenzeitlich meinen Klappstuhl geklaut hatte, damit zu fotografieren, reicht es auf jeden Fall aus. Die Naheinstellgrenze ist ein bisschen weit weg, mit 1,5m aber auch nicht ungewöhnlich für ein solches Objektiv. Aber es wirbt auch gar nicht damit, irgendwas mit Makro zu können, wie so viele andere Objektive, die man so findet. Es ist halt einfach nur eine Portrait-Brennweite und das kriegt es ganz gut hin, finde ich.


Fazit: Hätte ich es einzeln auf dem Flohmarkt gefunden, wäre ich wahrscheinlich einfach dran vorbei gegangen. 135er Dritthersteller-Objektive gibt es ja wie Sand am Meer. Aber es ist eigentlich ganz praktisch und macht hübsche Bilder. Ist nichts Besonderes, aber gerade dies solide Leistung im Kerngeschäft überzeugt mich. Das gehört noch zu der Generation von Kamera-Equipment, bevor der Feature Creep eingesetzt hat (Zoom, Makro, Superdupermegamarketing-Beschichtung). Und es passt gut zur K1000.

Asahi Pentax K1000 mit SMC Pentax-M 1:2 50mm

19.9.: Na, was hab ich denn da vom Flohmarkt mit nach Hause gebracht? Eine Asahi Pentax K1000. Die habe ich mit einem Pentax-M 50mm 1:2 in einer Wühlkliste gefunden, in einem Kunstleder-Umhängekoffer mit einem Vivitar 135er, das ich aber gesondert vorstellen werde. Frag ihn so, was er denn dafür haben will. "Ja, keine Ahnung." Sag ich: "Ich hab leider gerade keine Ahung vom Kurs und wenn ich jetzt 10 Euro sage, verhauen sie mich!" - "Ja, nein, also 20 sollten es schon sein!" Und so habe ich die Kamera und alles Zubehör für 20 Euro mit genommen und habe dann zu Hause ein schlechtes Gewissen entwickelt, als ich raus gefunden habe, was die tatsächlich wert ist! (Das Zehnfache! Sorry! Wenn Sie das lesen, Herr Verkäufer: Ich wollte Sie nicht über's Ohr hauen, ehrlich!)


Wie immer sehen wir hier die Kamera als erstes Mal im Fundzustand. Sie ist von außen doch etwas schmutzig. Nicht so schlimm wie so manches andere, was ich schon vom Flohmarkt mitgenommen habe. Das Köfferchen scheint tatsächlich geholfen zu haben, den gröbsten Dreck fernzuhalten. Hauptsächlich Fingerschweißdreck, der sich leicht abwischen ließ. Spiegel und Linsen sind klar und selbst die Lichtdichtungen, wenn auch nicht mehr ganz frisch, sind noch dicht - wie ich bei meinen Tests bereits feststellen konnte. Der Spiegelanschlag könnte mal ein neues Schwämmchen vertragen, aber selbst der hat noch immer seine grundlegende Funktion beibehalten.

Warum kostet die Kamera bei ehBlöd so viel? Kann eigentlich nur daran liegen, dass es eben so ein ikonisches Gerät ist. Können kann sie nämlich nicht wirklich viel: Sie hat eine Belichtungsmessernadel im Sucher, die Zeit geht bis 1/1000s, was bei Tuchverschlüssen ja scheinbar das Maximum ist. Zumindest ist mir noch kein schnellerer unter gekommen. Und das wars. Keine Automatik, nicht mal semi. Einfach nur: Blende einstellen, Zeit dazu, aufziehen und abdrücken. Kein Schärfetiefen-Button, nicht mal ein Schnittbildsucher, sondern nur Mikroprismen. Sowas von rudimentär. Und selten ist sie auch nicht: Zwischen 1977 und 1998 wurden irgendwie sowas kurz unter 4 Mio von den Teilen gebaut. Das einzige, was diese hier besonders macht: Sie hat noch das Asahi-Branding, ist somit definitiv noch aus Japan und aus den 1970ern. Das 50/2 ist wohl etwas neuer, wenn ich der KI glauben darf, also aus den frühen '80ern. Wahrscheinlich wurde ein älterer Body hier mit einer neueren Festbrennweite gebundelt.


Leider steht auf der ebenfalls enthaltenen Dokumentation kein Datum! Das wäre jetzt echt noch das Sahnehäubchen gewesen. Aber eine originale Garantiekarte vom Kaufhof ist trotzdem spannend! Mit dazu gab es auch noch einen no-name-Drittanbieter-Blitz, der aber leider nur noch pfeift, aber nicht mehr voll lädt. Der Kondensator ist scheinbar ein bisschen durch.


Und dann hab ich mal das 50er auf die Adapter geschraubt und siehe da, das macht richtig nette Bilder. Ich mein, ich hätte auch nichts anderes erwartet. Ja, das 50/2 ist jetzt nicht das teuerste Objektiv, das man mit dieser Kamera paaren kann, aber doch schon sehr passend zum Alter. Und ich denke ja auch tatsächlich, dass diese Kombination so gekauft wurde, irgendwann am Anfang der 1980er. Hübsches Bokeh, nette Kontraste, durchweg brauchbar.


Da findet selbst der Kater, dass ich ein tolles Schnäppchen geschnappt habe! Und wie gesagt, das war nicht mal meine Absicht! Sorry! ;-) (Der Grund, dass die eigentlich so teuer verkauft wird, ist wahrscheinlich, dass sie noch das Asahi-Branding hat, damit eindeutig noch aus Japan stammt, was scheinbar auch die höhere Qualität erklärt. Als die Produktion nach Hongkong und später ins eigentliche China verlagert wurde, sind wohl einige Kostensparmaßnahmen umgesetzt worden, die zwar nicht grundsätzlich für ein schlechtes Produkt gesorgt haben, aber halt auch nicht unbedingt ein besseres. Der Grund, weshalb die sie so smooth anfühlt, wird wohl sein, dass hier noch Messing verbaut wurde, kein Plastik. Also, jedenfalls sagt das das Internet, aber das lügt mich im Zeitalter der KI-Halluzinationen ja auch nur noch an...)

Reparaturversuch: Nikkor AF 24-120mm 1:3.5-5.6 D

8.8.: Ich habe ja schon einige Objektive auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, aber dieses hier, das nervt! Es handelt sich um das Nikkor AF 24-120mm 1:3.5-5.6 D, das ich zusammen mit der supergünstigen Nikon D700 auf dem Flohmarkt erworben hatte. Es hat einen kleinen, aber nicht unproblematischen Defekt: Es stellt nicht scharf. Also, jedenfalls nicht so richtig. Wie kann ein AF-Nikkor (ohne S, ohne G, ohne alles) nicht scharf stellen, fragt ihr euch? Schließlich hat das den guten, alten, bewährten Stangenantrieb, den der Kamera-Body bedient?

Nuuuuhhhn..... Irgendwo innen drin in dem Teil stecken mehrere Schleifkontakte, die der Kamera melden, welche Entfernung eingestellt ist und - überaus wichtiger - welcher Zoom-Faktor! Letzteres ist notwendig, damit die "CPU" (Nikon nennt das so, ist halt ein kleiner Microcontroller drin) des Objektivs der Kamera melden kann, welche minimale Blende verfügbar ist (bei Objektiven mit nicht durchgängig gleicher Minimalblende schon ganz gut zu wissen, schließlich sind das bei diesem hier anderthalb EV) und vor allem, wo ungefähr der ungefähre Punkt zu erwarten wäre, an dem ein scharfes Bild zu erwarten ist. (Dieses Objektiv hat schon recht viel Schärfe-Veränderung beim drehen am Zoom.) Aber wie gesagt, zusammen mit der Einstellung des Blendenrings rechnet die Kamera die korrekte Belichtung aus, und die soll ja auch stimmen.


Und eben diese Schleifkontakte scheinen nicht richtig zu funktionieren. Symptome: Die Blenden-Anzeige im Display zuppelt nur so zwischen f/4.2 und f/4.5 hin und her und springt manchmal unerwartet auf f/5.6. Und wenn ich den guten, alten Blitz auf die Kamera stecke und gucke, was der so sagt, springt der auch nur so zwischen 40 und 45mm hin und her, um dann manchmal am kurzen (weitwinkligen) Anschlag auf 105mm zu springen. Ja, nein. So wird das nichts!

"Gut", dachte ich mir, "wahrscheinlich dreckig, wie der ganz Rest der Kamera dreckig war. Ein bisschen Kontakktreiniger, un et lüppt alswidder!" Also, einmal auseinander bauen, sauber machen und schauen, was passiert. Aber ach: Innen scheint es weniger schmutzig zu sein als außen und eine Reinigung hat nichts gebracht. War auch zu erwarten, denn der Schleifkontaktkamm sitzt nicht mehr fest. Die Schraube, die das Ding auf der Spur fixiert, scheint sich gelöst zu haben und ich komm nicht dran. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht weiß, ob ich die jetzt viel oder wenig oder nur ein ganz kleines bisschen fester drehen muss. Dafür müsste ich den Tubus ab bekommen.


Das sollte jetzt eigentlich auch nicht so schwierig sein. Nur hatte ich das Teil in der Zwischenzeit schon zwei Mal auseinander und wieder zusammen gesetzt. Ohne die Male mitzuzählen, die ich das Bajonett wieder ab machen musste, weil entweder der Blenden-Schnuppsi nicht eingerastet war und der Blendenring dementsprechend ohne Funktion blieb, noch die Male, da sich die Fokusstange nicht drehen ließ, weil da so ein kleines hufeisenförmige Messing-C-Clip-Schnuppsi drum gehört, das entweder ständig ab springt oder sich verklemmt oder die Stange unten nicht im Loch eingerastet ist oder WAS WEISS ICH DENN! Ich bin ja geduldig. Meistens. Aber das hat mir echt alles an Geduld abverlangt, was ich heute aufbringen konnte!

Dementsprechend: To be continued! Ich muss mir erst mal ein paar YouTube-Videos anschauen, ob es a) eine simplere Methode der Re-Montage gibt, bei der ich diesen C-Clip nicht ständig verliere und b) wie ich den mittleren Tubus abbekomme, um die Schleifkontakte freizulegen, um die Position anzupassen! Ich bin gerade leicht frustriert, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt! GRMPF!

Macro im Garten

28.7.: Warum hatte ich das Makro auf der D800? Hatte einen Grund. Und ich saß im Garten und war dabei, die Fotos von der Kamera herunter zu ziehen und zu verarbeiten, da habe ich danach noch ein paar Gemüse fotografiert, die hier so rum stehen. Solange hier noch welche stehen, sollte ich sagen: Bei dem derzeitigen Wetter, also so seit gefühlt drei Monaten kein richtiger Regen mehr, wenn man mal die Gewitterschauer weg lässt, die ja auch nix wirklich bringen, da geht auch hier so langsam alles ein. So einen Dürresommer hatten wir noch nie. Gut, das ist jetzt auch ein relativer Satz, den wir in letzter Zeit alle zwei, drei Jahre von uns geben, aber das ist ja auch ein Symptom für die darunter schwelende Krankheit. Aber bevor ich wieder linksgrün vor mich hin spinne, hier erst Mal ein Foto vom Kater:


Der lässt sich von alldem nicht beeinflussen und schnarcht friedlich auf dem Gartentisch im Schatten. Dem gefällt die Feige richtig gut, hat endlich ein schattiges Plätzchen für den Sommer gefunden. So, und eigentlich wollte ich ja auch über das Objektiv sprechen, nicht über den Klimawandel. Denn hier im Garten kann ich das Micro-Nikkor 55/3.5 mal für das verwenden, wofür es eigentlich gedacht ist: Makro-Aufnahmen. Gut, eigentlich sollte mal ein Stativ verwenden, damit die Fokusebene nicht immer mit jeder minimalen Handbewegung verrutscht, aber.

Die Bilder da oben sind schon im Makrobereich aufgenommen, aber jetzt auch noch nichts, was ich nicht auch mit einem Diopter hin bekommen hätte. Hingegen, die Bilder da unten sind sehr nahe dem minimalen Anschlag auf der Fokusskala entstanden, was bedeutet: 2:1 Abbildungsmaßstab. Bei der wahnsinnigen Auflösung der D800 heißt das, dass ich die originalen, nicht fürs Web runter skalieren Bilder auf A3 oder noch mehr hoch skalieren könnte, ohne einzelne Pixel zu sehen. Was das dann für ein Maßstab wäre, muss jeder mal in einer stillen Minute für sich selber ausrechnen, das ist mir jetzt zu kompliziert, ich habe Kopfschmerzen.


Gleichzeitig bin ich immer wieder hin und weg, was dieses ja nun wirklich mit seinen 50 Jahren uralte Objektiv an Schärfe produziert und gleichzeitig aber einen gewissen Retro-Look behält. Ich kann gar nicht mal sagen, woran das eigentlich liegt, aber ich habe hier zum einen das Gefühl, etwas hyper Modernes anzuschauen, andererseits wirken die Bilder aber trotzdem auf mich wie 1980. Liegt es an der Farbwiedergabe? Die ist - wie bei den moderneren Nikon-DSLRs ja scheinbar häufig - eher etwas gedeckt. Besonders das Bokeh ist sehr pastellig. Sind es die Bokeh-Bällchen, die altmodisch sechseckig daher kommen? Moderne Objektive übertreffen sich ja jede Generation aufs Neue, wie schön abgerundet die Blendenlamellen sind. Ich weiß es nicht. Mein Kopf sagt, dass ich mir das alles nur einbilde, was durchaus möglich ist, mein Bauch sagt: Hypsch! ;-)

Besonders spannend sind die Makros, die ich von den Bienen bekommen habe, die im Lavendel saßen. Die hatten zum Teil nämlich dicke Schichten von Blütenpollen (vom Hibiskus, nehme ich an) im Fell hängen. Wegen des fehlenden Autofokus und der schnellen, zappeligen Bewegung, die Bienen so an den Tag legen, wenn sie von Blüte zu Blüte rüsseln, sind da sehr viele unscharf geworden, aber ich habe hier mal exemplarisch zwei raus gesucht, die die Leistungsfähigkeit dieses Makro-Objektivs doch recht eindrucksvoll unter Beweis stellen:


Gut, natürlich, heutzutage kann man mit schnellem Fokus und hundert Bildern in der Sekunde wahrscheinlich selbst bei solchen bewegten Szenen Focus Stacking machen. Aber irgendwie finde ich ja noch immer, dass das gepfuscht ist! Da ist dann wieder mehr Technik involviert, als ich gutheißen kann. Wie gesagt, irgendwann kann man dann seine Bilder gleich von der KI ausrechnen lassen, und das will doch nun wirklich keiner. "Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß!" Aber wahrscheinlich[1] haben schon die Maler des 19. Jhd. genauso argumentiert, als die Fotografie aufkam und ich bin einfach nur ein altmodisches Fossil! ;-)

[1] Lies: Definitiv. ;-)