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Schwarz-weiß und analog, Teil 337: Seelscheid mit dem AI-S 50/1.4

Kentmere 100 #18, März 2026
  • Nikkormat FT, AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 9:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #22+#23 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Weiter geht es mit Testbildern, die ich mit dem AI-S 50/1.4 auf der Nikkormat gemacht habe. Beim letzten Mal hatte ich ja schon gesagt, dass mir diese Kombination wirklich hervorragend gefällt. Tolle Kamera, tolles Objektiv. Und diese Meinung wird sich auch heute nicht ändern.

Wie immer war ich erst mal einkaufen im Dorf und habe gegenüber vom Bürgerbüro / der Bibliothek auf dem Discounterparkplatz geparkt. Nachdem ich da mit dem Einkauf fertig war, bin ich für die üblichen Kleinigkeiten ins Dorf gegangen, weil jeder Gang ja bekanntlich schlank macht und habe dort erst mal das Gemeindewappen mitgenommen. (1/1000s, f/4.) Warum ist mir im Hintergrund das Kind ins Bild gelaufen? Ich weiß es nicht. Aber immerhin ist es so unscharf, dass ich es nicht auch noch manuell unkenntlich machen musste. Leider ist das Gebäude im Hintergrund auch eher ablenkend, aber unschärfer bekam ich es bei dem vielen Licht leider nicht.


Ein weit offenes Bild habe ich dann erst im Edeka hin bekommen, wo ich die in goldener Folie verpackten Osterhasen der großen, bekannten Marke fotografiert habe. (1/1000s, f/1,4.) Hatte ich erwähnt, dass ich diese Preise mittlerweile für unverschämt halte? Ich habe das dieses Jahr komplett boykottiert, sondern stattdessen erst eine Woche nach Ostern die Reste gekauft, die um die Hälfte reduziert waren. Und selbst dann finde ich 1,50 zur 100g Schokolade schon happig. Aber zum Bild: Die Hasen sind alle etwas unscharf, da sieht man, wie dünn auf diese Entfernung die Schärfeebene ist. Gezielt hatte ich auf die Schleife, die auch tatsächlich recht scharf raus gekommen ist, also für so ein altes Objektiv bei voller Blendenöffnung. Wie man auch sehen kann: Die Blendenbälle werden in den Ecken offenbar linsig. Ich mag das ja. Andere Leute beschweren sich darüber. Leider gab es hier im Hintergrund nicht genügend andere helle Punkte, dass man das genauer hätte analysieren können.

Nach dem Einkauf haben wir dann im Garten gewerkelt, ist ja auch wichtig, und beim Rosentrimmen ist mir die Schere aus den Händen gerutscht und *zack* steckte sie mit der Klinge im Holz der alten Eisenbanschwellen oder was das da für Dinger sind, die die Eltern da vor hundert Jahren angebracht haben. (1/250s, f/8.) Gut, dass da nicht mein Fuß im Weg war! Aber auf jeden Fall ein Motiv! Irgendwie sogar ein ziemlich witziges. Auch hier überlege ich mal wieder, ob ich da nicht einen Abzug machen sollte! ;-)


Nach getaner Arbeit habe ich noch ein bisschen auf dem Freidhof weiter gemacht - ja, ich weiß, da bin ich in letzter Zeit ständig, aber man muss ja auch da mal sauber machen und den Winter weg räumen. Die Kirche war mein erster Schnappschuss. (1/500s, f/8.) Es war hell, wie man an den Werten sehen kann. Und ich finde, ich habe die Kirche mal wieder von ihrer Schokoladenseite getroffen. ;-) So weit abgeblendet verhält sich dieses 50er nicht groß anders als all die anderen 50er, die ich habe. Man merkt, es ist ein etwas besseres Nikkor, wenn man es in der Hand hält, aber vom alleinigen Betrachten des Fotos her, könnte ich jetzt nicht sagen, ob es nicht Vielleicht doch die E-Serie war oder das AF. Das AF-S G hingegen hat noch eine Tacken mehr Präzision, das sieht ja selbst auf Film klinisch scharf aus.

Auch hier habe ich mich nach der Arbeit ein bisschen um die Ecken begeben, Motive suchen, Engelchen finden. (1/1000s, f/5,6.) Schon etwas kitschig, diese Grabengel. Aber bei diesem Licht und mit dem s/w-Film trotzdem spannend. Vor allem, weil man im Hintergrund die Baustelle sehen kann, wo sie auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei die Gewächshäuser abgerissen haben und jetzt diese Wohnungen hin bauen. (Ich glaube, das sollte betreutes Wohnen werden? Meine ich mich zu erinnern.) Jedenfalls: Foreshadowing! ;-)


Denn dann bin ich auch mal hinten raus aus dem Friedhof und habe mich ein bisschen an der Frauenstraße umgeschaut, wo in uA auch dieses Bausilodingsbums eingesammelt hab. (1/1000s, f5,6.) Nummer 3137! Nicht, dass das irgendeine Signifikanz hätte! ;-) Aber fleißig, fleißig! Die Bauarbeiter haben auch geguckt: Was macht der Mann da mit der Kamera? Immer diese Bekloppten! :-D Ja, ich gebe es zu, ich fotografiere echt alles! Das kommt aber auch, weil alles ein Motiv ist,wenn man es richtig in Szene setzt.

Zum Beispiel auch dieser Strommast mit Umspann-Dingsbums, oder was ist das da für ein großer Kasten mit Lüftungsschlitzen auf halber Höhe? (1/1000s, f/4.) Das ist da in einer der Sackgassen/Feldwege, die runter ins Naafbachtal zeigen. Keine Ahnung, weil weit es da eigentlich runter geht. (Laut Google Maps tatsächlich quer durch den Wald bis ins Tal. Erstaunlich, wusste ich noch gar nicht. Das ist ein bisschen außerhalb meiner Jagdgründe, die ich als Kind erkundet habe. (Ich gehöre ja noch zu dieser prä-Internet-Generation, die nicht einen komplett durch getakteten Tagesablauf hatten, sondern einfach nur gesagt bekommen hat: Wenns dunkel wird, biste wieder zu Hause! ;-) Aber bis ins Naafbachtal war es selbst uns dann ein bisschen zu weit. Obwohl es da unten sehr hübsch ist, da müsste ich auch noch mal eine Runde drehen. Früher war das ja ein Geheimtipp, aber heutzutage stehen da immer Autos im schlammigen Straßenrand und Leute laufen da rum. Hatte ich eigentlich mal die Fotos von vor den Dinosauriern hier eingestellt, die ich da gemacht habe? Scheinbar ja. Die ersten beiden sind da im Tal entstanden.


Dann bin ich noch den langen weg um die Kirche zurück zum Auto geschlichen, wo ich diesen Grabstein mitgenommen habe. (1/250s, f/4.) Hinter der Kirche war es schattiger, wie man sehen kann. Den Rest des Gebäudes konnte ich nicht so gut, da waren gerade haufenweise Leute (mit Kindern). Aber ich sollte eigentlich mal mit einem meiner lichtstärkeren Objektive und einem s/w-Film in die Kirche rein gehen. Die ist zwar innen eher streng lutherisch, also praktisch nur Altar und Kreuz, aber wäre vielleicht doch mal eine Idee...

So, nächstes Mal gibt es Bilder zu sehen, die ich mit der gleichen Kombination aus Kamera und Objektiv im Pleistal geschossen habe. Mal sehen, was mir da vor die Linse gelaufen ist! (Rehe, aber die waren zu weit weg für das 50er.)

Mal mit dem AT-X durch Seelscheid

7.4.: Langsam wird es albern, dieser Beitrag schimmelt jetzt schon einen Monat vor sich hin! Das geht so nicht, das muss weg! Nein, ehrlich, die Blumen, die ich hier heute ausstellen werde, sind schon lange verblüht! Irgendwie schiebe ich das jetzt vier Wochen vor mir her, oder länger, sind es bald fünf?

Jedenfalls. Anfang April war ich wie immer in Seelscheid und habe bei den ersten echten Frühlingsstrahlen der Sonne ein bisschen mit dem AT-X 80-400 auf der Sony experimentiert. Weil, wie wir ja schon festgestellt haben, hat das gerne viel, viel Licht! Also, so richtig viel Licht! Weil, einerseits f/5,6 und andererseits unstabilisierte 400mm. Ein echtes Schönwetter-Objektiv. Vor allem, weil es erst um ein oder zwei Blenden abgeblendet so richtig Kontrast gibt und scharf wird. Deshalb ist es am Besten, wenn man damit mehr so auf unbewegte Objekte zielt. Wie etwa die Kamelienblüten im Vorgarten:


Oder die Mahonien. Dann aber kann es mit seinem leicht orange-kupferfarbenen Rendering schon was interessantes produzieren. Ich frage mich ja schon die ganze Zeit, ob das eine Eigenschaft des Objektivs ist, oder ob der Weißabgleich der Kamera einfach total verwirrt ist, weil es das Ding nicht kennt (weil es ja die ID von vier oder fünf anderen Objektiven kopiert). Die Bilder haben jedenfalls selbst in der prallen Mittagssonne immer so einen leicht goldenen Einschlag, als wäre es späterer Abend. Das bringt bestimmte Farben kräftig zum Leuchten, etwa dieses Rosa in den Blüten, oder auch das Gelb. Andere Farben hingegen werde ein wenig zurückgedrängt, der blaue Himmel da unten zB sieht immer etwas diesig aus. Wer also ein wenig verfälschte Farben nicht so wirklich leiden kann, sollte lieber bei s/w-Bildern bleiben, denn da fällt das nicht mehr wirklich auf, oder muss sich was moderneres suchen. Aber ich bin ja bekannt dafür, dass ich diesen vintage look mag. ;-) (Nun hab ich meinen "neuen" Monitor aber noch immer nicht richtig kalibriert, ich habe den Eindruck, dass der auch ganz leicht ins Rötliche tendiert, obwohl ich alle Farben auf "Mitte" gestellt habe. Liegt vielleicht an der Energiesparlampe über mir. Digitale Farbechtheit ist echt schwierig! ...weshalb ich letztens ja auch wieder so lachen musste, als dieses "teste Dein Farbsehen"-Scams bei Fratzenbuch durch kamen!)

Wo war ich? Dafür hat dieses Objektiv schon einen beeindruckenden Zoom-Bereich: Wenn ich die Kabel am Strommasten vor der Tür so nah ran geholt bekomme... Leider wegen der nicht so beeindruckenden Lichtstärke etwas verwackelt. Hätte doch mal auf ISO 400 hoch gehen sollen. ;-) Offen ist es halt nicht ganz so scharf, wie man an dem Gartenzwerg der Nachbarn erkennen kann. Aber wie bereits öfter gesagt, ich finde die Leistung eigentlich ganz angemessen für das, was es ist: Drittanbieter Riesenzoom aus der fotografischen Steinzeit. :-D


Weil ich natürlich wie immer viel zu viele sinnlose Fotos gemacht habe, nur um mal zu schauen, was das Teil in praller Sonne so produziert, habe ich jetzt wieder die schwere Aufgabe, alle meine Leser (also die drei Leute) darauf vorzubereiten, dass es im "erweiterten Eintrag" weiter geht. Ich habe schon wieder viel zu viel geknipst! ;-) KLICK! "Mal mit dem AT-X durch Seelscheid" vollständig lesen

Nikon F80

Ich war am Sonntag mal wieder auf einem Flohmarkt, ich habe mal wieder alte Photographica mit nach Hause gebracht. Heute möchte ich dementsprechend eine Kamera vorstellen, die eigentlich so gar nicht auf meiner Liste stand, aber für 15€ im Bundle mit einem Objektiv, das ich aber erst demnächst hier vorstellen möchte, da konnte ich nicht "nein" sagen! Vor allem, weil es sich um eine Nikon F80 handelt, was meines Wissens nach die letzte von Nikon designte Filmkamera für den Consumer-Markt war. (Die F100 ist glaube ich ein Jahr älter; die F6 wurde zwar länger verkauft, ist auch neuer, spielt aber in einer ganz anderen (Profi-)Liga; und die FE10 gilt sowieso nicht, weil sie von Cosina ist.) Das interessante für mich jedenfalls ist, dass gerne behauptet wird (vom Internet), dass die F80 sozusgaen der Body ist, auf dem spätere DSLRs aufgebaut haben, insbesondere meine D100 wird da immer wieder erwähnt. Das kann ich dann jetzt mal direkt in Farbe und in Stereo überprüfen!


Wie man sieht, hat dieses Gehäuse die üblichen Probleme, die so viele Kameras und Objektive aus den 1990ern und frühen 2000ern haben: Sie schwitzt Lösungsmittel aus und klebt wie Sau! Aber bevor ich mich an die Reinigung begeben habe, musste ich erst mal testen, ob sie denn überhaupt funktioniert. Das konnte ich auf dem Flohmarkt leider nicht, denn obwohl ich wie immer alle meine Batterien und Akkus (also zumindest die häufigeren) mit geschleppt hatte: Ich habe nur eine einzige CR123A. (Die zweite, die ich habe, ist so gut wie leer.) Sooo häufig brauche ich die ja nun auch wieder nicht und die Dinger sind unglaublich teuer! Deswegen musste ich etwas improvisieren: Ich habe zwei CR2 Akkus für Js Minolta im Haus (und die F55 nimmt auch zwei davon). Die sind etwas schmal und viel zu kurz, aber mit ein bisschen Alufolie als Kontakt und zwei alten Bauarbeiter-Ohrstöpseln oben ins Batteriefach rein gequetscht funktioniert das ganz hervorragen! Klingt komisch, ist aber so!

Nachdem ich also (mit dem passend klebrigen Sigma 28/1.8 ) getestet hatte, dass die Kamera grundsätzlich Lebenszeichen von sich gibt, habe ich sie einer Grundreinigung unterzogen. Das Mittel meiner Wahl: Brennspiritus. Alkohol löst diese klebrige obere Schicht, macht allerdings auch die Textur ein bisschen kaputt. Aber immerhin kann man diese Kamera jetzt wieder anfassen. Glücklicherweise sind die Beschriftungen, die Nikon damals angebracht hat, alkoholfest, im Gegensatz zu denen auf dem Sigma-Objektiv, die ich damals größtenteils weg gerubbelt habe, damit man es wieder anfassen kann.


Wie die Kamera nach dieser Grundreinigung aussieht, kann man in den Bildern unten sehen. Alles bis hier hin war Fundzustand. Ich dokumentiere meine Kameras ja gerne so, wie ich sie gefunden habe. Wie man da oben aber auch sehen kann: Die Klebrigkeit und der damit verbundenen Schmutz waren nur außen; von innen sieht sie aus, als wäre sie gerade aus der Fabrik gekommen. Die ist also sicher nicht allzu viel benutzt worden. Was wohl auch daran liegt, dass die Ära der Filmfotografie Anfang der 2000er ja langsam aber sicher zu Ende ging und absehbar war, dass man über Kurz oder Lang eine digitale Kamera haben würde. (Was auch das Objektiv erklärt, das ich dazu bekommen habe; das ist nämlich ein DX.)

Aber jetzt mal ein wenig Infos zu dieser F80: Sie kann das, was man von einer guten Mittelklasse-Kamera aus dieser Zeit erwartet und noch ein bisschen mehr. So hat sie zB eine Abblendtaste, was ja nicht unbedingt selbstverständlich ist. Außerdem hat sie eine rudimentäre Menüfunktion (am Drehknopf als CMS - custom - einzusellen), mit der man bestimmte Funktionen wie das Verhalten des DX-Sensors bei Wechsel von Patronen und das Rückspulverhalten etc. kontrollieren kann. Nichts wirklich weltbewegendes, aber so kann man zum Beispiel das Aufleuchten des verwendeten Fokussensors im Sucher anschalten, ebenso die Gitternetzlinien für die Bildkomposition. Nettes Feature.


Ansonsten verzichtet sie auf so manchen Schnick-Schnack, den andere, vor allem "kleinere" Kameras, haben: zB gibt es keine "Idiotenautomatik" in Form von "Motivprogrammen". (Hab ich nie verstanden: Bis man die verschiedenen Programme und deren Funktionsweise ausgeknobelt hat, kann man auch gleich lernen, was Blende und Belichtungszeit sind.) Auch die damals immer öfter anzutreffende Vollautomatik, in der die Kamera von selber Motive erkennen sollte und dementsprechend reagiert, fehlt. Gut so. Hier gibt es einfach nur die (meiner Meinung nach) Sinnvollen PASM auf dem Drehknopf: Programm, Zeit- und Blenden-Automatik, sowie voll manuell. Das einzige, was wirklich fehlt, um sie eine Klasse höher zu heben (in den Prosumer-Bereich), ist der Blendensensor, sodass man AI und AI-S Objektive nur manuell und ohne internen Belichtungsmesser verwenden kann. Dafür arbeitet sie problemlos mit AF, AF-D und AF-S zusammen. Auch meine beiden G-Objektive ohne Blendenring funktionieren tadellos dank zweier Drehrädchen für Blende und Zeit. (Die ganz modernen mit einem E im Namen und dementsprechend elektromagnetischer Blende weiß ich nicht, da habe ich keins. Ebenso habe ich keine AF-P mit Stepper-Motor, kann ich also auch nicht testen, aber "das Internet" sagt "nein" dazu.) (Da unten habe ich sie mit meinem AF 85/1.8, das optisch sehr schön dazu passt, jetzt da sie sauber und nicht mehr klebrig ist.)

Jetzt, da wir wissen, welche Optiken wir verwenden können, ist es interessant zu erfahren: Wie?! Die F80 kann recht schnelle 1/4000s als kürzeste Belichtungszeit, als längste stehen 30s sowie Bulb zur Verfügung, wählbar in halben Blendenschritten. Für letzteres gibt es ein Gewinde für Drahtauslöser, eine Technik, die Nikon um die Jahrtausendwende mal kurz zurück gebracht hatte. Meine D100 hat ja auch einen Anschluss dafür. DX-codierte Filme werden alle erkannt (also ISO 25-5000), manuell kann man auch noch ein bisschen drunter und drüber gehen (6-6400, soweit ich mich erinnere). Sie beherrscht Matrixmessung in der modernen Variante, kann aber auch mittenbetont und punktgenau, sie hat fünf Autofokus-Messpunkte, die man einzeln anwählen kann und unterstützt continues AF wie auch single shot AF. Hinten gibt es eine Messwertspeichertaste und man kann manuelle Über- und Unterbelichtung (Belichtungskorrektur) einstellen. Zudem hat sie einen brauchbaren Biltz mit immerhin Leitzahl 12 (...den ich noch nicht getestet habe). Den kann man auch noch manuell beinflussen, dafür gibt es eine extra Taste. Ansonsten noch Einzelbild-Modus oder Serienbild, Selbstauslöser und Doppelbelichtung (letzteres auch über das CMS-Menü). Cool.


Ich glaube, damit habe ich alle Funktionen hier vorgestellt. Sie ist also tatsächlich nur ein kleines Stückchen, einen winzigen Schritt davon entfernt, eine "richtige" Kamera zu sein, wie die F90 oder die F100. Es fehlt zum Einen die Möglichkeit, mit AI-Objektiven TTL zu messen und zu belichten, zum anderen haben diese Kameras fast schon übertriebene 1/8000s als top speed. Aber das sind für einen Preis von 15 Euro auf dem Flohmarkt jetzt wirklich Kleinigkeiten, die ich verkraften kann. Ich bin gespannt, ob diese zZt noch etwas ungeliebten Stücke im Preis hoch gehen werden, wie wir es bei bestimmten Kameras aus den 1970ern und frühen 1980ern sehen. Ich halte die jedenfalls für schrecklich unterbewertet, wie ich schon bei der F90x und der F801 geschrieben habe.

Am Ende noch eine kleine Gegenüberstellung mit der D100. Man kann tatsächlich sehen, dass hier viel der gleichen DNA eingeflossen ist, aber es gibt auch deutliche Unterschiede: Die D100 ist grundsätzlich etwas klobiger. Wahrscheinlich, um die damals noch recht platzverschwendende Elektronik unterbringen zu können. Das Layout ist sehr ähnlich, der Funktionsumfang praktisch identisch. Was am stärksten auffällt, wenn man sie nebeneinander legt, ist der Unterschied im Design des Blitzes und dass der Boden etwas dicker daher kommt. Selbst das AF-Hilfslicht ist an der gleichen Stelle und lässt sich im Menü an- und abschalten. Man sieht also deutlich eine Verwandschaft, aber wie weit sich das auch auf die Innereien erstreckt, ist für mich als Außenstehenden natürlich nur schwer nachvollziehbar. Wird hier zB die gleiche Mirrorbox verbaut? Der gleiche Shutter? Möglich wäre es und würde einiges an Entwicklungskosten sparen. Die beiden Kameras klingen zumindest sehr ähnlich beim Auslösen. (Wobei meine D100 mittlerweile so altersschwach ist, dass sich deren Geräusche über die Jahrzehnte schon ein bisschen verändert haben.) Ein weiterer Unterschied ist aber auf jeden Fall das Gewicht: Im Vergleich zur D100 wiegt die F80 deutlich weniger (und die ist schon nicht wirklich leicht).

Fazit: Eine sehr spannende Kamera, die ich für den Preis wirklich nicht in der prallen Mittagssonne stehen lassen wollte. Werde da in den kommenden Tagen mal einen Film durch jagen, wahrscheinlich sogar mit dem 50/1.8G drauf, ich finde, das passt ganz gut dazu. Und dann werden wir sehen. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch zwei andere hier zum Scannen liegen habe! :-D

Jobo Universaltank Standard

Weil ich ja irgendwann auch mal den Film in diesen kleinen 16mm Kassetten entwickeln wollen können würde, hatte ich mir im bösen Internet einen alten Jobotank bestellt, der sowas kann. Einfach mal so, war nicht so teuer und sah gut erhalten aus. Steinalt, aber hübsch. Kam dann auch auch recht schnell und pünktlich hier an und sah auch erstmal aus wie beschrieben. Dass die Spulen aber irgendwie nur mit diesem Mittelrohr funktinieren würden, hatte ich so nicht verstanden. OK, mal eine andere Technik: Die untere Spulenhälfte der unteren Spule ist fest mit dem Rohr verbunden. Stört das nicht beim Film einspulen? Muss ich mal an meinem Filmrückhohl- und Testfilm testen.


Schlimmer war, dass die mittlere Spulenhälfte nicht mehr auf ihrer Achse halten will und da ständig von runter rutscht. Gut, das kann man sicherlich mit einem Stück doppelseitigem Klebeband fixen, aber ob das so gut auf den Entwickler und den Fixierer reagiert, weiß ich nicht. Gibt es da was? Heißkleber wäre wahrscheinlich am Besten, aber wo ist sind die Stangen hin gekommen und wo ist die Heißklebepistole? Muss ich testen.

Noch schlechter und eigentlich ein Dealbreaker war die Tatsache, dass das Innenrohr, das auf den Fotos der Versteigerung noch zu sehen war, nicht mit in der Kiste war. Ich fürchte, ohne das ist das Konstrukt leider nicht lichtdicht. Also habe ich den Verkäufer angeschrieben und einen halben Tag später meinte der dann so: Refunded! Ok. Sag ich jetzt nicht nein? Hab noch gefragt, ob er die zurück haben wollte. Wollte er nicht. Gut. Bin ich in den Keller gestiegen und habe einen alten, leer geschriebenen Kuli von der RWE genommen, das unterer Teil abgeschraubt und schwarz lackiert. Zack, hab ich ein inneres Rohr. Ob das so tatsächlich lichtdicht ist oder ob es noch eine weitere Lackschicht braucht, muss ich mal in einem ansonsten dunklen Raum mit einer Taschenlampe im Flammenwerfermodus testen. Steht jetzt in der Mitte ein bisschen aus dem Trichter raus, sollte aber kein Hindernis sein.


Nur die Frage nach der chemischen Beständigkeit unter Einfluss von Entwickler und Fixierer muss ich dann mal in einem Testlauf probieren. Dann kann ich auch gleich schauen, ob das, was immer ich bis dahin an der mittleren Spule zur Befestigung angebracht habe, das aushält.

Fazit: Brauchte ich noch eine Entwicklerdose? Nicht wirklich. War das also ein unnötiger ein Spontankauf? Ja. Ist die trotzdem schon fast historisch wertvoll, weil steinalt? Sowieso! Habe ich Hoffnung, dass das so funktioniert? Wir werden sehen. Ist sie ansonsten hübsch genug, um ins Regal gestellt und bewundert zu werden? Sowieso! ;-)

Schwarz-weiß und analog, Teil 336: Lanzenbach, Warth, Allner, Hennef und Eis, alles mit dem AI-S 50/1.4

Kentmere 100 #18, März 2026
  • Nikkormat FT, AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 9:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #22+#23 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Das AI-S 50/1.4 macht sich ja besonders gut auf meiner Nikkormat, einer der Gründe, weshalb ich das mit genommen hatte. Weil, geile Kamera verlangt nach einem geilen Objektiv. Deswegen eine gute Kombination. Und dann habe ich die auch gleich mal getestet: Beim Radfahren durch den Frühling, am ersten Tag, als es so richtig warm wurde!

Angefangen hat alles wie immer mit dem Trecker, der auf der Wiese direkt am Ende unserer Sackgasse steht. (1/1000s, f/5,6.) Wie man an den Werten sehen kann, es war hell! Also, so Sunny Sixteen hell! Die Sonne kann schon was um diese Jahreszeit! Und das Objektiv macht so weit abgeblendet auch richtig gute Schärfe und steht dem modernen AF nicht nach. (Ich hatte ja eh schon spekuliert, ob das nicht eh der gleiche Aufbau nur mit modernerer Beschichtung ist.)

Auf dem Weg durch Geisbach habe ich dann noch mal wieder den Kaugummiautomaten vor dem kleinen Eisverkäuferladen mitgenommen, denn der hat mittlerweile einen Einbruchsversuch hinter sich. (1/1000s, f/2,8.) Hier im Schatten konnte ich die Blende direkt mal etwas weiter öffnen und im Hintergrund ein bisschen mehr Bokeh erzeugen. Und ich habe Vandalismus dokumentiert, der in s/w schon fast ästhetisch aussieht. Bleibt die Frage, wer für den Firlefanz da drin in kauf nimmt, wenn er erwischt wird, dafür verknackt zu werden, Jugendstrafe, Park putzen, Bänke wienern! Blagen, weißte! Ich mein, so'n Automat ist sicher nicht billig, der Schaden ist wahrscheinlich größer als der Wert des Temu-Inhalts! Wenn es wenigstens Kaugummis wären... Aber ich schweife ab...


In der Warth habe ich dann mal wieder das Kreuz vor der Kirche abgelichtet. (1/1000s, f/2,8.) Ein bisschen über, ich habe mal wieder etwas ungenau gemessen, das gebe ich zu, diese alten Match-Needle-Dinger sind für mich ja mehr so eine Orientierungshilfe als eine Vorgabe. Immerhin gibt die gute alte Quecksilberzelle auch nach was weiß ich wie langer Zeit noch Strom ab! Aber sieht gut aus, oder? Ich mag das Kreuz ja als Motiv sowieso sehr gerne, mit dem kleinen Turm dahinter, nett.

Dann noch die Fragen von Kindern und Eltern zugleich aushalten müssen: "Was Fotografierst Du da?" Ja, also, das nennt sich Tür und das ist dafür da, damit es in der Kirche nicht so zieht! :-D (1/250s, f/8.) Ja gut, ist jetzt vielleicht etwas ungewöhnlich, aber ich mache ständig solche Fotos. Das nennt sich Kunst, Menschenskind! ;-) Naja, oder zumindest sowas Ähnliches. Kunst ist es erst, wenn ich andere davon überzeugen kann, es mir für viel Geld abzukaufen, oder wie war das noch mal? ;-)

Besonders schlimm wurde das dann, als ich auch noch diesen Motorroller ins Visier nahm: "Was machst Du da?" Silberhalogenid belichten! ;-) (1/500s, f/8.) Der Soccermomvolvo im Hintergrund stört mich etwas. Oder was ist das? Was großes, schweres, soviel steht fest. Dann lieber ein Leichtkraftrad. Obwohl, bei einem Head On dann doch lieber den Volvo, glaube ich. Aber erstaunlich wie schwarz Schwarz sein kann, wenn man so die schattige Seite der Reifen betrachtet.


Der nächste Halt war dann bereits am Allner See: Gänse, die keinen Bock auf Fotos hatten und deswegen von mit weg schwimmen. (1/1000s, f/4.) Viel zu hell, der Dunst überm See ist doch sehr prominent! Andererseits hat das so eine leichte Hund-von-Baskerville-Stimmung. Wuff.

Das nächste Bild ist ein Fall von zum Richtigen Zeitpunkt den Finger am Auslöser gehabt: Die Gänse saßen da friedlich, bis so ein blöder Mensch sie fotografieren wollte, da sind sie plötzlich auf gesprungen und ich hab einfach abgedrückt! (1/1000s, f/4.) Selbst bei maximaler Geschwindigkeit, die diese Kamera kann, sind die Flügelspitzen tatsächlich noch immer ein bisschen verwischt. Auf jeden Fall erstaunlich, dass sich so große Tiere so plötzlich in die Luft erheben können. Braucht aber offensichtlich auch ein gewisses Maß an Anstrengung, die gucken beide etwas genervt, dass ich sie aufgeschreckt hatte. Gut, sie hätten ja auch sitzen bleiben können, ich wäre ja auch gar nicht näher gekommen!


Spezi gibt es auch von anderen Brauereien, das vergesse ich immer. (1/1000s, f/4.) Wollte das Teufelszeug ja immer mal probieren, aber J sagt immer: Mir kommt das nicht ins Haus. Die Markenindoktrinierung funktioniert bei ihr ja ganz gut! ;-) Aber so als Altglas auf dem Mülleimer machen die beiden Flaschen sich ja ganz gut. Prost! Ich hatte ja mal die Etiketten abgeglichen, ich glaube, da war im Großen und Ganzen eh das Gleiche drin. Aber ob es auch so schmeckt... man weiß es nicht! Im Hintergrund übrigens die Autobahnbrücke.

Am Ufer des Sees trieb dann noch dieser Fußball im Wasser, ich dachte erst, es wäre ein Straußenei. (1/1000s, f/2.) Hui, das bisher am weitesten offene Bild, hier zwischen den Ästen und Zweigen im Halbschatten. (Ich belichte ja eh immer lieber etwas reichlich und und entwickle dafür kürzer, zumindest bei diesem Sommerwetter und mit manuellen Kameras. Das hab ich noch so vom Foma drin, der das Licht ja liebt.) Spannendes Foto, das mit Reflexion und Unschärfe spielt.

Der Reiher war definitiv zu weit weg. (1/1000s, f/4.) Trotzdem wollte ich den nicht links (oder in diesem Fall rechts) liegen lassen. Und er ist ja auch trotzdem erstaunlich scharf geworden und wenn der Film höher auflösen würde und mein Scanner nicht so unscharf wäre, könnte man da glatt noch was raus vergrößern. Muss mal mit dem Vergrößerer einen Abzug mit Ausschnittvergrößerung versuchen. Wie hoch kann ich den eigentlich drehen? Hm...


Dann in der Stadt Stahlplatten fotografiert, die da in dem kleinen Park stehen, Kunst halt. (1/1000s, f/4.) Insbesondere zu beachten, das mit weißem Edding gemalte Schild mit Blume. Sowas ist meine Art von Humor. Das blöde weiße Haus im Hintergrund stört mich, vor alle der Volvo (schon wieder) in der Einfahrt. Aber OK, man kann sich nicht alles aussuchen, das ist hier Fotografie, keine Malerei. Ob die KI mir das weg rechnen kann? ;-)

Dann das alte Herrenhaus. (1/500s, f/8.) Immer ein Motiv wert. Und wie man sieht, ballerte hier die Sonne so, dass wieder Sunny 16 angesagt war. Also, umgerechnet auf f/8. Bei dem Wetter braucht man eigentlich keinen Belichtungsmesser. Das 50er ist jedenfalls auch architekturgeeignet. Geile kleines Objektiv, sagte ich das schon?

Dann noch schnell an der Kirche rein gefahren und von hinten dieses weit abgeblendete Bild gemacht, damit Turm und Mast beide scharf werden. (1/250s, f/8.) Hätte eigentlich tatsächlich mal f/16 testen sollen. Warum habe ich eigentlich nicht? Aber geht auch so ganz gut.


Dann noch den alten Kirchturm mit der Spitze des neuen dahinter herausragend. (1/250s, f/8.) 1744 ist auch lange her, muss man ja mal ganz offen sagen. 282 Jahre. Meine Güte. Macht man sich kaum Gedanken drüber, wie sich das Leben seitdem verändert hat. Das verändert die Perspektive auf eine gerade mal 60 Jahre alte Nikon doch gewaltig, und die halte ich ja eigentlich schon für "vintage". ;-)

Vor der Kirche dann noch ein paar narzissige Osterglocken eingesammelt, oder sind es osterglockige Narzissen? Man weiß es nicht. (1/250s, f/5,6.) Zum Blumemfotografieren ist glaube ich f/5,6 meine neueste Lieblingsblende. Hinterlässt eigentlich immer einen ganz guten Eindruck und macht den Hintergrund bei dieser Entfernung auch nicht zu scharf. Im Gegenteil gefallen mir die Blendenabbilder immer ganz gut. Nur den Schmutz weg reouchieren ist immer so schwierig in den Farbverläufen.


Und dann meldete sich J, dass sie mit der Arbeit fertig war und mich am Eiscafe im Blumenladen treffen wollte, woraufhin ich einen Früchtebecher und sie einen Amarettobecher hatte. (1/500s, f/8.) Hmm, lecker, das hat echt gut geschmeckt. Die machen da echt gutes Eis, aber leider auch nicht ganz billig. Auch wenn die Mehrwertsteuer gesenkt wurde, habe ich das Gefühl, dass das Eis trotzdem teurer geworden ist. Aber ich stelle fest: Buntes Eis in s/w macht sich trotzdem sehr gut!

Und 'ne Waffel! (1/500s, f/5,6.) Die war auch lecker, auch wenn ich den Fokus etwas zu weit hinten gesetzt habe. Die Mattscheibe ist in der Nikkormat das einzige, was ich ein bisschen zu bemängeln habe. Oder es liegt einfach wieder an mir und meiner Blindheit! ;-)

Nächstes Mal: Seelscheid mit der gleichen Ausrüstung. Aber ohne Eis. ;-)