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Ein herbstlicher Samstag im Oktober

Nach dem vielen Regen und dem damit einhergehenden bedeckten Wetter die letzten Tage habe ich heute das Zwischenhoch genutzt und bin bereits vor dem Frühstück raus, um ein paar Fotos zu schießen. Vor allem, nachdem ich ja festgestellt hatte, dass die OM-10 doch leer war, habe ich einen von den Foma-Filmen eingelegt und habe die statt der Zenit mitgenommen, um mal zu testen, wie die Bilder von dem Zuiko 50mm f/1.8 aussehen. (...und zwei, drei Testbilder mit dem Tokina-Zoom habe ich auch gemacht, aber da erwarte ich eher nicht so viel von.) Weil, so ein ISO100-Film ist ja doch mehr was für sonnige Tage. Wie auch immer, er ist jetzt schon zu fast der Hälfte voll, kann also gar nicht so lange dauern, bis ich die hier ausstellen kann. OK, mindestens zwei Wochen für die Entwicklung und ich habe ja eh noch ein gewisses Backlog, was analoge Schwarzweiß-Fotos angeht.

Aber das nur am Rande. Eigentlich wollte ich ja digitale Fotos vorzeigen. Als Strecke habe ich heute wieder den Weg nach Westerhausen gewählt. Die Sonne hat so schön geschienen, dass ich den kalten Wind irgendwie unterbewertet hatte und durchaus etwas wärmer hätte angezogen sein können. Macht aber nichts, den Berg hoch habe ich mich jedenfalls genug angestrengt, dass es nicht zuuu kalt war. Nur bergab nachher...



Ja, ich habe wieder festgestellt, dass ich im Herbst wohl nur das 50mm braucht. Ein oder zwei Gelegenheiten hätte ich gehabt, vielleicht mal auf das 85mm zu wechseln, aber so dringend war das dann auch nicht. Außerdem hatte ich da schon die Hosen-, Jacken- und Foto-Taschen mit Fallobst-Äpfeln und -Birnen voll geladen, sodass ich irgendwie auch keine Hand mehr frei hatte, mal eben so das Objektiv zu wechseln. Jetzt würde ich ja sagen, "nächstes Mal lasse ich die Fototasche daheim", aber wo soll ich dann das gesammelte Fallobst hin tun? ;-)

Ansonsten reicht das 50er tatsächlich sehr gut aus, ist für so ziemlich sämtliche Lebenslagen, in denen man "normale" Fotos machen möchte, gut geeignet. War wohl wirklich einer der besseren Käufe meines Fotografenlebens. Und, was mich immer wieder erstaunt, mit ganz offener Blende und großer Distanz zwischen Motiv und Hintergrund bekommt man tatsächlich auch einen gaaaaanz dezenten Swirl-Effekt. Jetzt nicht so wie mit dem Helios, aber doch schon erkennbar. Wie gesagt, da bin ich echt mal gespannt, was das Zuiko auf der Olympus so produziert. (Die habe ich übrigens schon wieder vergessen, auf "off" zu drehen. Zum Glück wird dem Belichtungsmesser irgendwann langweilig und sie schaltet sich selbstständig ab, sonst müsste ich noch einen Blister mit LR44 kaufen gehen... Und dann kommt wieder die Frage: Was mache ich mit den 10 anderen Typen von Knopfzellen, die man alle gar nicht brauchen kann?)


Auf dem Rückweg von Westerhausen waren mir gerade zu viele junge Eltern mitsamt ihrer Bagage auf einem Wochenendspaziergang unterwegs, da habe ich als Coronaschutzmaßnahme einen kleinen Abstecher auf den Friedhof gemacht und dort noch diese Beton-Figur fotografiert und die Kastanien auf dem Boden. Kastanien haben wir dieses Jahr offenbar sehr viele. Genau wie Äpfel und Birnen. Muss trotz der Trockenheit ein gutes Jahr dafür gewesen sein.



Wie man sieht, der Bauer hat komplett sämtlichen Mais rein geholt. Alles, was geblieben ist, sind leere Felder. Also, mal von den Stoppeln abgesehen. Die ergeben wiederum ein interessantes Motiv, für dass ich mir direkt wieder mal die Schuhe versaut habe. Toll, darf ich nachher noch den Schlamm aus den Profilritzen kratzen. Kann ich ja leiden! ;-)

Auf dem Weg runter ins Heimatdorf steht dieser seltsame Baum mit seinen seltsamen Früchten am Wegesrand. Zuerst dachte ich, das sei einfach nur ein weiterer Birnbaum, aber bei genauerem Hinsehen entpuppte es sich als Quittenbaum. Lecker. Der scheint aber tatsächlich auch abgeerntet zu werden, denn es lagen nur zwei Früchte am Boden und die waren auch schon sehr schimmelig und zu Matsch zerfallen.


Zurück im Dorf habe ich dann noch den Durchgangsverkehr blockiert, indem ich die Kapuzinerkresse mit dem Po auf die Straße hängend fotografiert habe. Was muss auch in dem Moment der blöde Bus kommen. Jedenfalls ist die Kresse sehr bunt und ich mag die Blüten ja eh. Beste Gelegenheit also. Da waren auch noch ganz rote Blüten, aber die waren mir einfach zu simpel gestrickt. ;-) Dann doch lieber die mit Muster...



Um die Ecke habe ich dann schon wieder den letzten Schmetterling des Jahres gesehen. Und dann noch einen. Admirale im Oktober, ist es dafür nicht schon ein wenig spät? Ich mein, die müssen sich schließlich noch paaren, Eier legen, ausschlüpfen, fressen und in der Erde ein muckeliges Eckchen zum Verpuppen finden, damit sich die Anstrengung noch lohnt. Das alles, bevor auch die letzten Blüten dahin sind? Tja, müssen die wissen... ;-) (Edit 12.10: Actually, habe ich ja jetzt mal nachgelesen, sind das wohl hauptsächlich Zug-Insekten - kann man das so nennen -, die tatsächlich in den Süden fliegen. Zumindest haben sie das vor dem Klimawandel, heutzutage überwintern die meisten wohl tatsächlich hier. Das geht, weil sie wohl erst bei heftigerem Frost eingehen. Was man nicht alles lernt.)


So, und das war's dann auch schon wieder. War jedenfalls mal wieder ganz nett, statt Regenwetter etwas Sonne zu tanken. Morgen soll es ja ähnlich werden, mal sehen, in welche gottverlassene Gegend ich mich dann begebe, um nicht wieder irgendwelchen Nase-über-der-Maske-Trägern zu begegnen...

Nachmittagsspaziergang

Während die Corona-Neuinfektionen wieder das Niveau von April erreichen - Hallo, Zweite Welle! -, nehme ich wieder meine alten Gewohnheiten an und mache kleine bis mittlere Spaziergänge, alles in der Hoffnung, möglichst wenigen Personen zu begegnen. Das gelingt nur bedingt. Aber immerhin können Pferde einen ja nicht anstecken. Also, zumindest soweit der aktuelle Stand der Wissenschaft das besagt.


Sämtliche Fotos sind heute übrigens mit dem 50mm Nikkor entstanden. Hätte die restlichen Objektive alle zu Hause lassen können. Warum weiß ich auch nicht, der Herbst und seine Motive sind offensichtlich irgendwie auf Normalbrennweite geeicht. Aber ich wette, wenn ich morgen die Regenpause nutze, um mir die Beine zu vertreten, sieht das bestimmt wieder ganz anders aus!

Außerdem war es einigermaßen bedeckt, sodass ich wieder viel mit (fast) Offenblende arbeiten konnte. Auch wenn ich einige Bilder eher mit weiter geschlossenen Blenden experimentiert habe. Teilweise bin ich glatt bis f/5,6 runter gegangen - und dann war's verwackelt, weil ich ja bekanntlich nicht die ruhigste Hand habe. Somit kommen hier wie immer die eher offenen Bilder vor, weil die anderen halt nicht so hübsch waren. So zum Beispiel Ahornblätter und -nasen, die ich auch in einer anderen Version gehabt hätte, die aber eben sch...lecht war.



Dank des Internet und einer App, die alle möglichen Gebüsche - "Bringt mir ein...!" - erkennen kann, weiß ich jetzt auch, dass es sich bei dem lila blühenden Gemüse mit den orangen Beeren um den Gemeinen Spindelstrauch handelt. Nicht, dass ich das nicht morgen wieder vergessen hätte. Neben wackeligen Händen habe ich auch ein unglaublich schlechtes Namensgedächtnis. (Fragt meine ehemaligen Fremdsprachenlehrer, ich konnte mir auch nie Vokabeln merken!)

Nachdem es die letzten Tage - oder eigentlich ja schon fast Wochen - nass war wie etwas sehr, sehr nasses, wie ein Mon Calamari in seinem natürlichen Habitat zum Beispiel, sprießen jetzt überall und rundherum die Pilze aus dem Boden. Wie ich schon letztes Jahr festgestellt habe, als wir mit der Schwiegermutter mal wieder auf der Jagd waren, sind Pilze immer ein sehr lohnendes Motiv. So auch hier. Liegt's an den Lamellen, die dem ganzen Struktur geben, oder an der allgemeinen Hutförmigkeit? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich wilde Pilze lieber fotografiere als esse, weil mir dann immer mulmig wird, wovon mir jetzt wieder übel ist...


Ansonsten bleibt noch die Frage, ob die roten Ahornnasen eine andere Sorte sind als die grünen, oder ob die in ihrer Entwicklung nur schon ein Stückchen weiter sind. Ich bin ja bekanntlich nicht so bewandert was die Natur angeht, ich finde sie nur hübsch und fotografiere sie gerne. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne manchmal etwas mehr Hintergrundwissen hätte. Aber ich nehme mal an, da es bei Bäumen auch Sorten wie Sand am Meer gibt, ist das bestimmt tatsächlich einfach eine andere Spezies... Und wenn nicht, dann halt nicht. Ein gesundes Halbwissen, gepaart mit einer blühenden Phantasie, macht schließlich einen erfolgreichen Fantasy-Autor! ;-) (Nicht wirklich.)


Was mein Wissen angeht, ist es schließlich bei roten Blättern mit Gegenlicht endgültig aufgeschmissen. Dunkle, fast schwarze Beeren, runde Blätter mit Schnübbelchen unten dran, könnte eine Hartriegel-Sorte sein, aber gibt es da welche mit so roten Blättern? Puh, erstaunlich, das Internet sagt, es gibt tatsächlich einen! Hey, ich bin heute richtig gut drauf, was das Identifizieren von Pflanzen angeht! ;-) (Nicht wirklich.)

Auf dem Heimweg schließlich habe ich noch ein paar menschengemachte Dinge fotografiert. Als erstes kam mir die Cola-Dose vor die Linse, die da wahrschienlich eines von diesen Terrorblagen, die gerade Schulschluss hatten, in den Busch geklemmt hat. Umweltverschmutzung vom Feinsten! Gbit's da keinen Pfand drauf? Offenbar zu wenig! Sollte schon weh tun, wenn man die nicht zurück bringt. Unter 'nem Euro würde ich den ganzen Einweg-Scheiß nicht mehr aus dem Laden lassen. Aber mich fragt ja keiner.


Ansonsten habe ich noch ein Y gefunden, das klebte da am Zaun direkt gegenüber. Yo, Digga! Oder so. Ich bin glücklicherweise zu alt für den Scheiß. Merkt man daran, dass die Platte, die ich gerade nebenbei höre, während ich hier tippe, ca. 30 Jahre alt ist und die Band, von der diese stammt, nach 15 Jahren demnächst wohl tatsächlich noch mal ein Release machen wird. Und ich bin auch noch stolz drauf! Puha, ja, is halt so. Ich bin da ja aber eigentlich für leben und leben lassen. Alles ist besser als deutscher Schlager.

Zum Schluss gab es dann noch die Mega-Meise, die da auf die Wand gesprüht (?) eine Garage verschönert. Ich mag Meisen. Selbst die übergroßen. Jetzt, wo demnächst der Winter kommt, kann ich vielleicht wieder welche dabei erwischen, wie sie Körner vom Verandatisch klauen, die die Schwiegermutter da ausgelegt hat, für eben diesen Zweck. Die kalte Jahreszeit hat auch ihr Gutes, manchmal.